Electronic Government und Verwaltungsmodernisierung
Beziehungen, Potenziale und Probleme dargestellt am Beispiel von BAföG online
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Axel M. Heinz
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 137 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5388-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heinz, Axel M. Januar 2002: Electronic Government und Verwaltungsmodernisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Prozessoptimierung, Verwaltungsreform, BAföG, E-Government, Fallstudie
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Diplomarbeit von Axel M. Heinz
Einleitung:
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, Impulse und Potenziale von Electronic Government einerseits anhand der Entwicklungen und Erfahrungen der Verwaltungsreform und Verwaltungsinformatik in Deutschland zu verstehen und in einem weiteren Schritt, praxisorientiert zu problematisieren. Grundsätzliche Erfolgsvoraussetzungen für E-Government lassen sich bislang mangels einer generellen Theorie kaum kausal erklären, sondern höchstens normativ behaupten. Im konkreten Fall erweisen sich normative Reformthesen jedoch, das haben unzählige Studien der Verwaltungswissenschaft gezeigt, meist als unvollständig, relativierbar und von geringem praktischen Wert. Insbesondere mangelt es präskriptiven Empfehlungen häufig an empirisch-analytischen Studien, die Kontextbedingungen systematisch berücksichtigen. In dieser Arbeit sollen daher Potenziale und Probleme einer E-Government-Verwaltungsmodernisierung anhand einer konkreten Fallstudie untersucht werden, um die Tür zu einem umfassenden Verständnis der Erfolgsvoraussetzungen und Kontextbedingungen dieses Reformkurses einen Spalt weiter zu öffnen.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil wird entwicklungsgeschichtlich dargestellt, wie sich sowohl Verwaltungsreformen als auch E-Government in Deutschland ausgeprägt haben. Dazu wird in Anlehnung an Ergebnisse der internationalen Verwaltungsforschung ein Betrachtungsrahmen entwickelt, um Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen beidem zu analysieren. Als Ergebnis dieses Teils können Modernisierungsimpulse, -potenziale und -probleme von Electronic Government, bezogen auf den aktuellen Forschungsstand der Verwaltungsreform und Verwaltungsinformatik, systematisch aufgefächert werden.
Der zweite Teil bildet den empirischen Kern der Arbeit. In einer detaillierten Fallstudie wird ein komplexer Verwaltungsvorgang (der BAföG-Prozess über alle Verwaltungsebenen von der Antragstellung bis zur Rückzahlung) untersucht. Es wird nachvollzogen, in welchen Prozessstufen bereits E-Government-Lösungen eingesetzt werden und welche Modernisierungsziele dadurch tatsächlich erreicht wurden. In einem weiteren Schritt wird analysiert, welche Elemente beim BAföG-Prozess zu einer vollständigen, elektronischen Verwaltungstransaktion bislang fehlen und weshalb. Die Potenziale und Probleme der wissenschaftlichen und praktischen Debatte um E-Government, können dadurch anhand konkreter Akteure, deren Interessen, Kompetenzen und Aktivitäten fallspezifisch dargestellt werden. Schwerpunkte sind dabei die Adressaten- und Mitarbeiterbedürfnisse, Koordinations- und Zuständigkeitsprobleme, Kosten, Gesetzeslage und Aspekte elektronischer Signaturen.
Im dritten und abschließenden Teil werden zunächst anhand der Fallstudie Erfolgsanforderungen herausgearbeitet, um die konkretisierten Modernisierungspotenziale zu verwirklichen und die fallspezifischen Hindernisse zu überwinden. In einem letzten Schritt wird schließlich diskutiert, welche generellen Schlussfolgerungen durch die Ergebnisse der Arbeit für die erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung nach Konzeptionen des E-Government gewonnen werden können.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen | 4 | |
| 1. | Einleitung | 5 |
| 1.1 | Fragestellung | 5 |
| 1.2 | Vorgehen | 6 |
| Teil I | ||
| 2. | Verwaltungsmodernisierung im Überblick | 8 |
| 2.1 | Ein Betrachtungsrahmen der Verwaltungsmodernisierung | 9 |
| 2.2 | Phasen der Verwaltungsmodernisierung in Deutschland seit den 1960er Jahren | 15 |
| 2.2.1 | Planungseuphorie in den 1960er und 1970er Jahren | 15 |
| 2.2.2 | Privatisierung und Deregulierung in den 1970er und 1980er Jahren | 19 |
| 2.2.3 | New Public Management in den 1990er Jahren | 21 |
| 2.2.4 | Vom schlanken zum aktivierenden Staat | 29 |
| 3. | Electronic Government als Phase der Verwaltungsmodernisierung? | 33 |
| 3.1 | Hintergrund E-Government | 33 |
| 3.1.1 | Definitionen und Anwendungsfelder | 33 |
| 3.1.2 | Informations- und Kommunikationstechnik in der Verwaltung | 36 |
| 3.1.3 | Informatisierungsphasen in der öffentlichen Verwaltung Deutschlands | 37 |
| 3.2 | Markierungspunkte eines neuen Modernisierungsleitbildes | 41 |
| 33.2 | Impulse für einen neuen Reformdiskurs | 41 |
| 3.2.2 | Virtualisierung und Integration | 44 |
| 3.2.3 | Portale für die virtuelle Verwaltung | 48 |
| 3.2.4 | Datenschutz und Datensicherheit | 51 |
| 3.3 | Potenziale und Probleme von E-Government | 56 |
| 3.3.1 | Erwartungen und Modernisierungspotenziale | 57 |
| 3.3.2 | Probleme und Barrieren | 60 |
| Teil II | ||
| 4. | Anlage der Fallstudie | 66 |
| 4.1 | Auswahl der Fallstudie | 66 |
| 4.2 | Untersuchungsgegenstand und Fragestellungen | 67 |
| 4.3 | Interpretation der Ergebnisse | 68 |
| 4.4 | Methodik und Vorgehensweise | 68 |
| 5. | Fallstudie BAföG online | 70 |
| 5.1 | BAföG in Deutschland: Fakten und Zahlen | 70 |
| 5.2 | Der BAföG-Prozess vom Antrag bis zur Rückzahlung | 74 |
| 5.2.1 | Der BAföG-Antrag | 75 |
| 5.2.2 | Das Bearbeitungsverfahren | 79 |
| 5.2.3 | Die Rückzahlung | 82 |
| 5.3 | BAföG online I: Erste Umsetzungsschritte | 84 |
| 5.3.1 | BAföG online im Bundesverwaltungsamt | 84 |
| 5.3.2 | „Das Neue BAföG“ des BMBF | 91 |
| 5.3.3 | Online-Informationen zum BAföG in Brandenburg | 95 |
| 5.4 | BAföG online II: Möglichkeiten und Probleme der Weiterentwicklung | 96 |
| 5.4.1 | Begrenzte Zuständigkeit im Bundesverwaltungsamt | 97 |
| 5.4.2 | BAföG online und BundOnline 2005 | 98 |
| 5.4.3 | E-Government-Initiative des Landes Brandenburg | 101 |
| Teil III | ||
| 6. | Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche E-Government-Verwaltungsreform | 106 |
| 6.1 | Zusammenfassung und Interpretation der Fallstudie | 106 |
| 6.2 | Schlussfolgerungen für erfolgreiches E-Government? | 111 |
| Quellenverzeichnis | 115 | |
| Anhang | 127 |
In der Fallstudie soll BAföG online in einem umfassenden Kontext betrachtet werden, um den Modernisierungsbeitrag möglichst exakt zu ermitteln. Das bedeutet, dass die Darstellung des Umsetzungsprozesses von BAföG online in deutlichen Bezug zu generellen E-Government-Konzeptionen der relevanten Akteure (so weit vorhanden) gestellt wird. Um Hintergrund und Gesamtkontext zu erfassen wird daher eine Dokumentenanalyse von grauer Literatur (Gesetze, Programme, Strategiepapiere der Akteure) ein Kernbestandteil der Untersuchung sein. Ergänzt wird diese Analyse durch die Auswertung von Publikationen aus Wissenschaft, Verwaltungspraxis (Beiträge, Broschüren, Internetseiten) sowie von Medienartikeln zum BAföG bzw. der Umsetzung von BAföG online. Informationen zum Umsetzungsprozess und zu Entwicklungsproblemen von BAföG online werden durch Experteninterviews gewonnen. Diese Befragungen sollen Einblick in die Realisierungspraxis ermöglichen sowie Umsetzungsschritte und -probleme aus Sicht der Akteure verdeutlichen. Zusätzlich dienen sie der Beschaffung der grauen Literatur. Alle Fragebögen sind im Anhang aufgeführt. Aus Platzgründen konnten die Interviewprotokolle nicht eingefügt werden. Sie liegen jedoch vor und können jederzeit vorgelegt werden. Folgende Befragungen fließen in die Analyse ein: [...]
Zusätzlich wird die Analyse insbesondere der Antragstellung von BAföG-Dienstleistungen auf das Bundesland Brandenburg reduziert. Dabei werden aus Gründen des Umfangs nur BAföG-Leistungen für Schüler und Studierende betrachtet, nicht etwa Meister-BAföG oder Bildungskredite. Der Gesamtkontext, in dem BAföG online realisiert wird, soll jedoch dargestellt werden. Bezogen auf die Gesamtfragestellung dieser Arbeit sollen durch die Fallstudie die folgenden, konkretisierten Fragen beantwortet werden: 1. 2. Welche Modernisierungspotenziale werden durch BaföG-online-Projekte angestrebt? Was wird unternommen, um diese Ziele zu erreichen bzw. wie verläuft der Umsetzungsprozess von BAföG online? 3. In welchem Maße werden die Modernisierungspotenziale, die mit BAföG online verbunden werden, durch die Umsetzung tatsächlich realisiert? 4. Welche Probleme treten bei der Umsetzung von BAföG online auf bzw. wodurch wird die Realisierung der Modernisierungspotenziale beeinträchtigt? [...]
Im ersten Teil dieser Arbeit wurde dargestellt, was generell unter Veraltungsmodernisierung und Electronic Government zu verstehen ist und wodurch beides im Wesentlichen gekennzeichnet ist. Dabei ist herausgearbeitet worden, wie sich beides in Deutschland entwickelt und verbunden hat und dass E-Government ins Zentrum der aktuellen Verwaltungsreform gedrungen ist. Abschließend wurden die im Diskurs um E-Government auftretenden Modernisierungspotenziale und Probleme gegenübergestellt. Für die wirkungsvolle Umsetzung von E-Government existiert keine Theorie, welche allgemeingültige Erfolgsprämissen definiert. Anhand einer Fallstudie kann jedoch zumindest gezeigt werden, durch welches praktische Vorgehen angestrebt wird, Modernisierungspotenziale auszuschöpfen und welche konkreten Hindernisse sich in dieser Situation ergeben. Darüber hinaus lässt sich nach Kenntnis der Dynamik und Komplexität des Falls einschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Überwindung der Probleme und damit die Realisierung der Modernisierungspotenziale erwartet werden kann. Die Untersuchung stützt sich dabei auf folgende Definition: „A case study in an empirical inquiry that: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453886
Arbeit zitieren:
Heinz, Axel M. Januar 2002: Electronic Government und Verwaltungsmodernisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Prozessoptimierung, Verwaltungsreform, BAföG, E-Government, Fallstudie



