Eisenhüttenstadt - Erste Sozialistische Stadt Deutschlands
Untersuchung einer sozialistisch-humanistischen Stadt- und Freiraumplanung und konzeptionelle Überlegungen zur Entwicklung der Beziehung von Stadt und Landschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Seidel
- Abgabedatum: Januar 1995
- Umfang: 177 Seiten
- Dateigröße: 17,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2815-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2815-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2815-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Seidel, Andreas Januar 1995: Eisenhüttenstadt - Erste Sozialistische Stadt Deutschlands, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Städtebau, Ökologie, Denkmalpflege, Sozialismus, Architektur
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Diplomarbeit von Andreas Seidel
Einleitung:
Das städtebauliche Ensemble der Ersten Sozialistischen Stadt in Eisenhüttenstadt ist die letzte gebaute Idealstadt Deutschlands. Sie entstand gemäß den „Grundsätzen des Städtebaus“ und sollte in der um nationale Identität ringenden DDR im Sinne der 'nationalen Bautraditionen' aufgebaut werden. Ab 1951 als Wohnstadt für die Belegschaft des Eisenhüttenkombinates Ost (EKO) errichtet, gilt diese streng durchgeplante Stadtanlage heute als gebautes Beispiel der humanistischen Ideale des frühen DDR-Städtebaus.
Bei näherer Betrachtung zeigen sich deutliche Parallelen zur modernen funktionsgegliederten Stadt. Ganz im Sinne der „Charta von Athen“ ist die Stadt „entmischt“. Die Wohngebiete sind in verschiedene Wohnkomplexe gegliedert. Die spezifische Qualität der Stadtanlage offenbart sich in dem städtischen Freiraumsystem, das die innerhalb und außerhalb der Stadt liegenden Freiräume zu einem 'Verbund' zusammengefasst.
Die ursprünglichen Planungen zum Aufbau der Wohnstadt EKO werden einer eingehenden Analyse unterzogen. In Hinblick auf die ökologischen Zukunftsfragen in unserer Gesellschaft lassen sich hier durchaus Anknüpfungspunkte für eine umweltbewusstere, den Naturhaushalt und die Landschaft berücksichtigende Stadtentwicklung feststellen.
Die Freiraumstruktur der Stadtanlage ist mit der Diskussion über den Umgang mit dem Erbe des Städtebaus der 1950er Jahre und seinen zumeist unterschätzten Freiflächenpotentialen verknüpft. In der Ersten Sozialistischen Stadt wurde der Versuch unternommen, Architektur und Städtebau - und nicht die „Landschaft“ - als gestaltprägend und dominierend herauszuarbeiten. So sollte bewusst ein städtischer Charakter gewahrt bleiben, aber ein höchstmögliches Maß an 'grüner Lebensqualität' für die Stadtbewohner geschaffen werden.
Voraussetzung zum strukturellen Verständnis der Ersten Sozialistischen Stadt ist die Auseinandersetzung mit dem Städtebau jener Zeit. Es wird der Frage nachgegangen, über welche gesellschaftspolitischen, städtebautheoretischen und grünplanerischen Inhalte die gebaute Substanz der Stadt Auskunft geben könnte.
Untersucht werden die damals zugrunde gelegten Zielsetzungen zur Gestaltung der innerstädtischen und außerhalb der Stadt gelegenen Freiflächen. Es zeigt sich, dass auch die Grünanlagen der Stadt nach Funktionen getrennt, aber das kollektive Prinzip dabei nicht in Frage gestellt werden sollte. Die Methode zum „biologischen Aufbau“ der Grünanlagen erfolgte unter der Maßgabe einer „idealen“ Berücksichtigung der Naturhaushaltsfaktoren. Es ist deshalb naheliegend, von einer ökologisch orientierten Grünplanung zu sprechen.
Die heutige Bedeutung der Stadt offenbart sich in vielfältiger Form. Als denkmalwertes Bindeglied zwischen Moderne und Tradition zeigt sich ein selbstbewusster und entwicklungsfähiger städtebaulicher Weg. Darüber hinaus sind der natürliche und der historisch-kulturelle Genius loci konstitutiv für den weiteren Umgang mit der Wohnstadt. Denn darin drückt sich ein Teil des Selbstverständnisses des heutigen Eisenhüttenstadts aus.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Stadtregion Eisenhüttenstadt | 3 |
| 1.1 | Lage der Untersuchungsräume | 3 |
| 1.2 | Lage im Raum und Verflechtungen | 3 |
| 1.3 | Bebauungsstruktur | 4 |
| 1.4 | Das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) | 6 |
| 1.5 | Die Landschaft | 8 |
| 1.6 | Die Entwicklung des Raumes bis zum Bau der Ersten Sozialistischen Stadt | 11 |
| 1.6.1 | Entwicklung der Kulturlandschaft | 11 |
| 1.6.2 | Städtebauliche Entwicklungsschritte | 14 |
| 2. | Die Erste Sozialistische Stadt und ihre Bedeutung als "Stadt der Zukunft" | 18 |
| 2.1 | Theoretische Grundlagen zu Städtebau, Architektur und Landschaftsarchitektur | 20 |
| 2.1.1 | Gesellschaftlicher Auftrag der Stadtplanung | 21 |
| 2.1.2 | Tradition versus Moderne | 22 |
| 2.1.3 | Grundsätze des Städtebaus | 25 |
| 2.1.4 | Das Prinzip des Organischen, "Stadtlandschaft" | 28 |
| 2.1.5 | Die Einteilung der Stadt in Wohnkomplexe | 31 |
| 2.1.6 | Die Grünflächen der Stadt | 36 |
| 2.2 | Die städtebauliche "Idealplanung" der Ersten Sozialistischen Stadt | 44 |
| 2.2.1 | Planungsvoraussetzungen und Wahl des geeigneten Standortes | 44 |
| 2.2.2 | Städtebauliches Auswahlverfahren und Vorgaben für den Wettbewerb | 46 |
| 2.2.3 | Aufbau der idealen Stadtanlage | 48 |
| 2.3 | Die Grünplanung der Ersten Sozialistischen Stadt | 54 |
| 2.3.1 | Methode des Grünaufbaus und Verhältnis Stadt - Land | 56 |
| 2.3.2 | Grünflächen innerhalb der Stadt | 62 |
| 2.3.3 | Grünflächen außerhalb der Stadt | 64 |
| 2.3.4 | Gestaltungsauffassungen in den einzelnen Wohnkomplexen | 70 |
| 2.4 | Die bauliche Umsetzung der ursprünglichen Planungen | 76 |
| 2.4.1 | Städtebau und Architektur | 78 |
| 2.4.2 | Grünflächen im innerstädtischen Bereich | 79 |
| 2.4.3 | Grünflächen außerhalb der Stadt | 82 |
| 2.5 | Städtebauliche Entwicklung bis heute | 87 |
| 2.6 | Resümee: Der Bedeutungsüberschuss der Ersten Sozialistischen Stadt | 91 |
| 3. | Naturräumliche Bedingungen und Nutzungen Zustand und Bewertung des Übergangsbereiches der Kernstadt in die Diehloer Berge | 98 |
| 3.1 | Naturhaushalt und Umweltschutz | 98 |
| 3.1.1 | Boden und Geologie | 99 |
| 3.1.2 | Wasser | 101 |
| 3.1.3 | Klimatische Bedingungen | 103 |
| 3.2 | Arten- und Lebensgemeinschaften, Lebensräume, Nutzungen | 105 |
| 3.2.1 | Wälder, Forsten und waldartige Flächen | 105 |
| 3.2.2 | Landwirtschaftlich genutzte Flächen | 107 |
| 3.2.3 | Gras- und Staudenfluren | 108 |
| 3.2.4 | Sonstige und Sonderbiotope | 109 |
| 3.2.5 | Siedlungsbereiche und gewerblich genutzte Flächen | 110 |
| 3.3 | Fauna | 113 |
| 3.4 | Freiraumqualität/Erholung/Landschaftsbild/Attraktionen | 114 |
| 3.5 | Geschützte und schützenswerte Bereiche | 116 |
| 4. | Übergeordnete Planungsgrundlagen | 119 |
| 4.1 | Stadtregion | 119 |
| 4.2 | Kernstadt mit angrenzenden Gebieten | 123 |
| 5. | Konflikte | 129 |
| 6. | Entwicklungskonzept ÜBERGANG STADT - LANDSCHAFT | 137 |
| 6.1 | Übergeordnete Zielvorstellungen | 137 |
| 6.1.1 | Plädoyer für eine zukunftsweisende Stadtentwicklungspolitik | 138 |
| 6.2 | Handlungsfelder im Übergangsbereich | 140 |
| 6.2.1 | Kernzone Naturschutz | 142 |
| 6.2.2 | Stadt-Land-Korridor Gartenfließ | 143 |
| 6.2.3 | Stadt-Land-Korridor "Zentrale Achse" | 144 |
| 6.2.4 | Übergang Stadt - Landschaft. Schwerpunkt Idealplanung | 145 |
| 6.2.5 | Übergang Stadt - Landschaft. Schwerpunkt Freiraumgestaltung | 146 |
| 6.2.6 | Experimentierfeld Wohnstadt | 146 |
| 6.2.7 | Die Vögel scheißen sich ihren eigenen Lebensraum | 150 |
| 7. | Ausblick | 154 |
| 8. | QUELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 156 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832428150
Arbeit zitieren:
Seidel, Andreas Januar 1995: Eisenhüttenstadt - Erste Sozialistische Stadt Deutschlands, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Städtebau, Ökologie, Denkmalpflege, Sozialismus, Architektur



