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Einstellungen zu Luxusartikeln am Beispiel von hochwertigem Porzellan

Eine empirische Untersuchung in der Berliner Bevölkerung

Einstellungen zu Luxusartikeln am Beispiel von hochwertigem Porzellan
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anke Hildebrand
  • Abgabedatum: Februar 1995
  • Umfang: 204 Seiten
  • Dateigröße: 4,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9114-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9114-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9114-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hildebrand, Anke Februar 1995: Einstellungen zu Luxusartikeln am Beispiel von hochwertigem Porzellan, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktforschung, Befragung, Umfrage, Konsum, Keramik

Diplomarbeit von Anke Hildebrand

Einleitung:

Mit dieser Diplomarbeit wird ein Einblick in die Inhalte und den Ablauf von Marktforschungsstudien gegeben. Die theoretischen Grundlagen werden praktisch untermauert - mit der Durchführung einer schriftlichen Umfrage in Berlin. Inhalt der Studie sind Einstellungen von (potentiellen) Konsumenten zu Luxusartikeln – hier am Beispiel von hochwertigem Porzellan.

Der praktische Teil ist vor allem ausgerichtet auf Schwerpunkte, die für die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, die als Sponsor der Untersuchung gewonnen werden konnte, von Interesse waren.

Problemstellung:

Die Manufaktur Meissen sieht sich in Deutschland sehr verschiedenem Kaufverhalten gegenüber. So gestaltet sich das Einkaufsverhalten selbst vier Jahre nach der Wiedervereinigung in West- und Ostdeutschland sehr differenziert. Eine Sonderstellung nahm und nimmt Berlin ein, da sich in dieser Stadt die „Vermischung“ von Ost und West schneller als in Deutschland insgesamt vollziehen konnte und kann. Berlin bildet außerdem einen interessanten Markt in der Hinsicht, dass die in dieser Stadt ansässige Königliche Porzellan-Manufaktur (KPM) eine starke Konkurrenz darstellt. Bei der Marktforschung sollte somit der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit sich Meissen im Berliner Markt gegenüber der KPM behaupten kann, wie bekannt die beiden Marken sind und wie die Porzellane der beiden Manufakturen bewertet werden.

Den Hauptteil der Kundschaft von Meissen machen - so wird von der Manufaktur angenommen - Personen über 45 Jahre aus, wobei bei dem Einkauf Männer als Entscheidungsträger eine große Rolle spielen. Der Anteil von Sammlern, Liebhabern und Kennern am Gesamtkundenkreis wird hoch eingeschätzt. Dadurch würden Wertanlage und Sammelleidenschaft vordergründige Motive zum Kauf des Porzellans sein. Diese Auffassungen sollten überprüft werden.

Somit standen die Probleme der Kaufmotive und der Struktur der Kunden (Alter, Einkommen, Geschlecht) bzw. der Personen, die sich für Porzellan interessieren, zur Untersuchung an. Besonders wichtig erschien auch, etwas über Einstellungen jüngerer Menschen, also der eventuell zukünftigen Käufer herauszufinden“.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil werden alle Begriffe erläutert, die für das Verständnis der Inhalte der Markforschungsstudie wichtig sind. Kapitel 1 enthält eine kurze Darstellung der wesentlichen Dinge, die der Leser über Porzellan wissen sollte: Neben der Darlegung der Erfindung und Herstellung von „weißem Gold“ wird auf die Situation des Marktes in Deutschland eingegangen und herausgestellt, welches Porzellan tatsächlich hochwertig - und somit Gegenstand dieser Arbeit - ist. In Kapitel 2 wird aufgezeigt, was unter Luxus und Luxusartikeln zu verstehen ist und von welcher Bedeutung sie sind.

Es wird auch der Beweis dafür erbracht, dass hochwertiges Porzellan alle die Merkmale besitzt, die Luxusartikel auszeichnen. Außerdem werden Besonderheiten für das Marketing dieser Artikel geschildert. Da der Schwerpunkt der Untersuchung auf Einstellungen zu hochwertigem Porzellan liegt, werden diese in Kapitel 3 definiert und die Möglichkeiten für deren Messung mit Hilfe von Umfragen aufgezeigt.

Diesen Ausführungen schließt sich der eigentliche Hauptteil der Arbeit an, der die Datenerhebung sowie deren Voraussetzungen und einige der erzielten Ergebnisse darlegt (Teil II).

Zur Einführung wird eine kurze Beschreibung des Marketingelementes „Marktforschung“ gegeben und auf die Bedeutung der Einstellungsforschung für Unternehmen hingewiesen (Kapitel 4). Danach folgen Erläuterungen zu den Vorbereitungen für die empirische Studie (Kapitel 5). Hierbei werden alle praktisch durchgeführten Schritte theoretisch fundiert.

Diese „Vorarbeiten“, zu welchen die Festlegung der Erhebungsmethode, die Entwicklung des Erhebungsinstrumentes und die Bestimmung des Stichprobenauswahlverfahrens gehören, stellen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewinnung der Daten dar. Die tatsächliche Durchführung der Erhebung wird im darauffolgenden Kapitel beschrieben (Kapitel 6).

Um die Auswertung der Daten verständlicher zu machen, wird dieser eine Erläuterung der Analysemethoden und statistischen Prüfverfahren vorangestellt (Kapitel 7). Hierbei wird auch auf das Statistikprogramm SPSS/PC+ eingegangen, das zur Auswertung genutzt wurde. Abschließend folgt der interessante Teil der empirischen Studie: die Interpretation der Ergebnisse (Kapitel 8).

Diese Untersuchung verdeutlicht, dass nicht generell von einer positiven oder negativen Einstellung zu hochwertigem Porzellan gesprochen werden kann, denn es gibt bei den einzelnen Marken, die in hohem Maße die Einstellungen prägen, große Unterschiede. In dieser Arbeit lag der Schwerpunkt auf den beiden bekanntesten Marken: KPM und Meissen. Für diese lässt sich aus dem Beobachtungsbefund eine positive Einstellung der Berliner auf kognitiver und emotionaler Ebene herleiten, und zwar aus den Aussagen zu folgenden Kriterien: Markenbekanntheit, Bekanntheit und Nutzung von Porzellan-Geschäften, Interesse für Porzellan, Bewertungen im Hinblick auf Bekanntheitsgrad, Image, Qualität, Artikelvielfalt und Wertsteigerung, Akzeptanz von Porzellan mit hoher künstlerischer Verarbeitung allgemein und den hohen Preisen.

Vorwiegend sind die Daten über Kreuztabellierungen analysiert. Das heißt, es werden Zusammenhänge und Abhängigkeiten bestimmter Faktoren dargestellt: z. B. der Einfluss des Alters und / oder Einkommens der Probanden auf den Bekanntheitsgrad der Porzellanmarken und den Besitz von Porzellan, das Alter als bestimmendes Kriterium für einen bestimmten Kaufgrund oder auch die Ermittlung, in welchen Verkaufsgeschäften die Besitzer von Meissener oder KPM-Porzellan bevorzugt einkaufen. Die Ergebnisse sind tabellarisch, grafisch und textlich aufbereitet.

Die erhobenen Daten sind eine Orientierungsmöglichkeit bei der Erarbeitung von Marketing- und Vertriebsstrategien im Porzellan-Markt und können als Basis für weitere Marktforschungsstudien dienen.

Die Arbeit umfasst 132 Seiten zuzüglich einem ausführlichen Anhang – u. a. mit der Basisauszählung von 73 Seiten.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 6
1. Porzellan: Geschichte, Herstellung und Produzenten 8
1.1 Erfindung des Porzellans und dessen Verbreitung in Europa 8
1.2 Herstellung des Porzellans 10
1.3 Der Porzellanmarkt in Deutschland 11
2. Luxus und Luxusartikel 13
2.1 Wesen und Bedeutung von Luxus 13
2.2 Hochwertiges Porzellan als Luxusartikel 15
2.3 Besonderheiten für das Marketing von Luxusartikeln 17
2.4 Einfluss von Trends auf den Konsum von Luxusartikeln 20
2.4.1 Materielle Versorgung der Konsumenten 20
2.4.2 Bildungsniveau und Altersstruktur 22
2.4.3 Wertewandel 23
3. Merkmale und Messung von Konsumenteneinstellungen 25
3.1 Was sind Einstellungen? 25
3.2 Messung von Einstellungen 27
4. Zweck, Formen und Ablauf von Marktforschungsstudien 30
4.1 Bedeutung der Marktforschung für Unternehmen 30
4.2 Formen der Marktforschung 33
4.3 Ablauf einer Marktforschungsstudie 34
5. Planung und Vorbereitung der Erhebung 36
5.1 Definition des Untersuchungsproblems 36
5.2 Formulierung von Arbeitshypothesen 37
5.3 Informationsquellen, finanzieller und zeitlicher Rahmen des Projektes 38
5.4 Bestimmung der Erhebungsmethode 41
5.4.1 Die Elemente einer Umfrage 41
5.4.2 Die schriftliche Befragung 42
5.5 Die Stichprobe 44
5.5.1 Das Auswahlverfahren 44
5.5.2 Der Stichprobenumfang 47
5.6 Entwicklung des Fragebogens 50
5.6.1 Umfang, Inhalt und Layout des Fragebogens 51
5.6.2 Frageformulierungen und -arten 52
5.6.3 Anordnung der Fragen 54
5.6.4 Der Test des Fragebogens 55
6. Durchführung der Datenerhebung 56
6.1 Zusammenstellen der Befragungsmaterialien 56
6.2 Räumliche Verteilung der Fragebögen 58
6.3 Kontrolle des Rücklaufs 60
7. Vorbereitung der Datenanalyse, Auswertungs- und Prüfverfahren 62
7.1 Kodierung und Dateneingabe 62
7.2 Repräsentanzprüfung 65
7.3 Gewichtung der Daten 69
7.4 Methoden der Datenanalyse 71
7.4.1 Univariate Analyseverfahren 72
7.4.2 Bivariate Verfahren 73
7.4.3 Das Testverfahren 75
8. Datenanalyse 79
8.1 Bekanntheitsgrad von Porzellanmarken 79
8.1.1 Markenbekanntheit in Gesamt-, West- und Ost-Berlin 79
8.1.2 Einfluss des Alters auf den Bekanntheitsgrad 85
8.2 Besitz und Erwerb von hochwertigem Porzellan 89
8.2.1 Besitz in Abhängigkeit vom Interesse für Porzellan, dem Alter und Einkommen der Personen 89
8.2.2 Erwerb des Porzellans 99
8.3 Kaufgründe für hochwertiges Porzellan 102
8.3.1 Unterschiede bei Kaufmotiven in Ost- und West-Berlin 102
8.3.2 Wer kauft aus Liebhaberei/Sammelleidenschaft? 104
8.3.3 Kauf von Porzellan als Wertanlage 106
8.4 Verkaufsstellen für Porzellan 109
8.4.1 Bevorzugter Typ von Porzellangeschäften 110
8.4.2 Bekannte Porzellangeschäfte in Berlin 112
8.4.3 Aufgesuchte Porzellangeschäfte 114
8.5 Beurteilung der Meissener und der Berliner Manufaktur 116
8.6 Auswertung der Statements 120
8.7 Resümee 126
9. Schlusswort 128
Literaturverzeichnis 129
Anhang 133
A. Die wichtigsten Porzellanhersteller A1
B. Ausschnitte aus der Satelliten-Bildkarte von Berlin B1
C. Begleitschreiben für die Umfrage C1
Fragebogen C2
D. Ausschnitt aus der Eingabemaske (DATA ENTRY II) D1
Auszug aus der Datenmatrix D2
Liste der Variablen mit Werteetiketten D3
E. Basisauszählungen E1
Berlin-Gesamt E1
Berlin-West E15
Berlin-Ost E28
Anhang zur Basisauszählung E41

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Verschiebung hinsichtlich des G e s c h l e c h t es war nicht so gravierend. Eine Veränderung in diesem Rahmen wie hier hätte auch bei einer echten Zufallsauswahl auftreten können, da das Thema "Porzellan" wohl vorwiegend bei Frauen Interesse findet. Bei der hier durchgeführten Befragung trat jedoch noch der Aspekt hinzu, daß im Westteil mehr Frauen Hausfrauen sind als in Ost-Berlin und dadurch mehr Zeit gefunden haben, den Fragebogen auszufüllen. Dies läßt sich allerdings nicht ganz genau herausfiltern. Es wurde zwar nach der beruflichen Tätigkeit gefragt, aber jetzt nicht mehr Berufstätige sollten den früher ausgeübten Beruf angeben. Dies taten sicherlich auch die Hausfrauen. Es hätte besser nach der jetzigen Tätigkeit gefragt werden sollen, allerdings wäre dann kein Schluß auf die Qualifikation zu ziehen gewesen. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, daß die Struktur der Befragten von der Struktur der Berliner insgesamt in zum Teil erheblichem Umfang abwich. Somit waren anhand dieser Daten Rückschlüsse von dem Sample auf die Grundgesamtheit bzw. von den ausgewählten Gebieten auf Gesamt-Berlin nicht oder nur mit höchster Vorsicht zu ziehen. Die Befragten wiesen bestimmte soziodemographische Merkmale auf (höheres Einkommen und Alter), die nicht für alle Berliner repräsentativ waren. Ob die Daten für gute Wohnlagen repräsentativ gewesen wären, konnte wegen der Unmöglichkeit der Quantifizierung der Merkmale von in solchen Wohnlagen lebenden Personen, nicht ermittelt werden. Es wurde klar, daß man bereits zu Beginn der Planungsphase von dem Wunsch, höhere Einkommensschichten zu kontaktieren, hätte abgehen müssen. Es war nicht richtig, nur bestimmte Wohnlagen zur Stichprobenziehung zu wählen. Aus mangelnder Erfahrung mit empirischen Untersuchungen wurde der Fehler begangen, zu Beginn des Projektes keine eingehenden Überlegungen zu möglichen Auswertungsverfahren und die Voraussetzungen für deren Anwendung zu betrachten. Denn dann wäre deutlich geworden, daß entsprechende Auswertungen nur bei absoluter Repräsentativität, die man auch überprüfen können muß, sinnvoll sind. Prinzipiell ist es möglich, eine Kongruenz zwischen den Rücklaufsample und den amtlichen statistischen Daten zu erreichen, indem man [...]

Gruppen gewesen oder die Gestaltung des Einkommens als offene Frage. Unterschiede zwischen Ost und West waren auch bei der H a u s h a l t s g r ö ß e erkennbar. Single-Haushalte waren im Sample nur wenige vertreten, wobei auffiel, daß in Ost-Berlin diese Gruppe wesentlich unterrepräsentierter war als im Westteil. Prinzipiell ist aufgrund der Wohnstruktur zu erwarten gewesen, daß weniger Single-Haushalte kontaktiert würden, da eine Person nur in Ausnahmefällen ein Haus allein bewohnt. Untermieter in solchen Wohngegenden sind dagegen eher zu vermuten und diese stellen meist SingleHaushalte dar. In Ost-Berlin ist das Untervermieten (noch) nicht so stark ausgeprägt. Daraus erklärt sich eventuell auch der Unterschied zwischen Ost und West bei dieser Kategorie. In Ost-Berlin entstammten mehr als die Hälfte der Befragten aus 2-Personen-Haushalten, die mit 20% überrepräsentiert sind. In West-Berlin hingegen zeigten sich besonders Haushalte mit 3 Personen und mehr als überrepräsentiert. Ein Grund für diese Differenz ist auch wieder in der noch vor wenigen Jahren unterschiedlichen Wohnungspolitik in Ost und West zu sehen. In der DDR konnten junge Menschen früh ihr Elternhaus verlassen, da es ihnen möglich war, sich eine eigene (vom Staat stark subventio-nierte) Wohnung zu leisten. Die Eltern leben nun allein im Haus. Daß diese Erklärung durchaus richtig sein konnte, zeigte auch ein Blick auf das A l t e r der Befragten. In Ost-Berlin waren über zwei Drittel der Befragten älter als 40 und somit mit 27% überrepräsentiert. Demnach scheint es berechtigt zu sagen, die Kinder haben bereits das Elternhaus verlassen. In West-Berlin hingegen leben die Kinder im allgemeinen länger im Haus der Eltern, da es in dieser Stadt sehr schwierig ist, eine Wohnung zu bekommen und zu finanzieren. Deutlich wurde der eben geschilderte Sachverhalt auch, wenn man auf die Zahlen der unter 40jährigen sah. 30% der West-Berliner Befragten waren unter 40 (im Vergleich dazu in Ost-Berlin nur 18%). Sicherlich waren dies nicht nur Personen, die noch im Haushalt der Eltern leben und somit bei der Umfrage zu Kontaktpersonen wurden, aber der Anteil der Untermieter und der jungen Leute, die ein Haus in den ausgewählten Gebieten besitzen, dürfte eher gering sein. [...]

Diese Gegenüberstellung verdeutlichte erhebliche Abweichungen der gewonnenen Daten von der amtlichen Statistik. Die Auswahl bestimmter Wohnlagen in Berlin beeinflußte demnach in großem Ausmaß die Repräsentativität. Verschiebungen entstanden auch durch die hohe Ausfallquote (siehe Kapitel 5.4.2 b), da bestimmte Personenkreise sich eher zur Teilnahme bereit erklärten und andere Personenkreise die Auskunft verweigerten. Das Ergebnis bestätigte die aufgestellte Vermutung, daß in Gebieten, die durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt sind, vorwiegend Personen mit höherem E i n k o m m e n leben. Haushalte mit einem Nettoeinkommen von mehr als DM 4.000,- monatlich waren im Sample mit über 30% überrepräsentiert. Es war jedoch auch ein Vergleich von Ost und West bei dem Einkommen angebracht, da erhebliche Unterschiede existieren.156 In Ost-Berlin scheint die Wohnlage kein eindeutiges Indiz für das Einkommen zu sein. Die Gründe sind vermutlich in der DDR-Wohnungspolitik zu suchen. So erhielten zu DDRZeiten auch Personen ein Grundstück, die weniger verdienten, da die Preise entsprechend niedrig waren. Viel entscheidender für den Erhalt eines Grundstückes und den möglichen Bau eines Hauses waren "Beziehungen" und eng damit verbunden die Stellung, die jemand in diesem Staat innehatte. Der Prozentsatz derjenigen, die ein Einkommen von über DM 4.000,- angaben, lag um nur 14% über dem Durchschnitt des gesamten Ostteils. In West-Berlin hingegen waren Grundstücke in guter, ruhiger Lage schon immer teuer. Nur Personen, die über entsprechende finanzielle Mittel verfügten oder verfügen, konnten bzw. können sich diese leisten. Somit lag die Quote der Befragten mit über DM 4.000,- um 41% über der für West-Berlin gesamten Angabe. Es zeigte sich demnach bei differenzierter Betrachtung, daß die aufgestellte Vermutung nur in West-Berlin signifikante Gültigkeit besaß. Hätte sich für Ost-Berlin ein ähnliches Bild ergeben, so hätte man alle Mehr-Personen-Haushalte mit weniger Verdienst aussortieren können. Single-Haushalte hätten auch mit einem geringeren (aber nicht zu geringem) Einkommen zur interessierenden Gruppe gehört. Voraussetzung wäre jedoch eine Klassifizierung der Einkommen in kleineren [...]

Arbeit zitieren:
Hildebrand, Anke Februar 1995: Einstellungen zu Luxusartikeln am Beispiel von hochwertigem Porzellan, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktforschung, Befragung, Umfrage, Konsum, Keramik

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