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Einsatzmöglichkeiten der Differenzierungsstrategie in der Lebensmittelbranche am Beispiel von Functional Food

Einsatzmöglichkeiten der Differenzierungsstrategie in der Lebensmittelbranche am Beispiel von Functional Food
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kathrin Köhler
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 737,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7593-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7593-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7593-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köhler, Kathrin Oktober 2003: Einsatzmöglichkeiten der Differenzierungsstrategie in der Lebensmittelbranche am Beispiel von Functional Food, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wettbewerbsstrategie, strategisches Marketing, Michael E. Porter, funktionelle Lebensmittel

Diplomarbeit von Kathrin Köhler

Einleitung:

„Weil wir nicht einfach sind, sind wir nicht nachahmbar“. Dieses Zitat von Ueli Prager, dem Gründer von Mövenpick, trifft den Kern der Differenzierungsstrategie. Aufgrund zunehmender gesättigter Märkte und substituierbarer Warenangebote ist es für jedes Unternehmen umso bedeutender, sich durch eine Besonderheit von den Wettbewerbern abzuheben. Nur so gelingt es einem Unternehmen, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Die Zielstellung der vorliegenden Arbeit besteht in der Ermittlung, inwieweit die Differenzierungsstrategie in der Lebensmittelbranche angewendet werden kann. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Functional Food. Das zugrundeliegende theoretische Konstrukt dieser Arbeit basiert auf den Überlegungen von Michael E. Porter zu Wettbewerbsstrategien. Die Differenzierungsstrategie ist eine mögliche Ausprägung der Wettbewerbsstrategie. In der folgenden Diplomarbeit wird untersucht, welche konkreten Differenzierungsmöglichkeiten die Hersteller von Functional Food nutzen können, um sich einen Wettbewerbsvorsprung zu sichern. In diesem Zusammenhang wird die Fragestellung bearbeitet, ob die von Porter zur Differenzierung eingesetzten Nutzungskriterien und Signalkriterien sich auch in der Lebensmittelbranche wiederfinden.

Das Thema der Arbeit ist gerade in der konjunkturschwachen Zeit für die Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen Produzenten eine neue Positionierung ihrer Produkte am Markt.

Die vorliegende Arbeit ist in drei Teile gegliedert.

Im ersten Teil der Arbeit wird der theoretische Hintergrund der Differenzierungsstrategie mit Vorteilen und Einsatzmöglichkeiten dargestellt. Ferner erfolgt eine kritische Beurteilung des theoretischen Modells. Der letzte Abschnitt dieses Kapitels befaßt sich mit alternativen Herangehensweisen zur Differenzierung.

Das zweite Kapitel der Arbeit behandelt den noch sehr jungen Bereich der Functional-Food-Produkte. Es wird ein Überblick über vorhandene Begriffsdefinitionen, zu den Ursprüngen dieses Segments und zur zukünftigen Entwicklung gegeben. Anschließend werden die bedeutendsten Produktkategorien dieses Bereiches vorgestellt.

Die Rechtslage in Deutschland kann momentan noch keine exakte Definition von Functional Food vorweisen. Aufgrund dessen ist die Produktabgrenzung sehr schwierig. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf probiotischen Milchprodukten, vitaminisierten Getränken und angereicherten Backwaren. Diese Produktgruppen werden schon längere Zeit am deutschen Markt angeboten. Es besteht ein entsprechend hohes Erfahrungspotential und eine Vielzahl empirischer Studien ist vorhanden.

Der Hauptteil dieser Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, wo innerhalb des Functional Food Marktes die Ansatzpunkte für Unternehmen zur Differenzierung liegen. Zu Beginn dieses Kapitels werden mögliche Nutzungskriterien erörtert, die zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen geeignet sind. Im weiteren Verlauf werden dann Signalkriterien analysiert, die dazu dienen, den Wert der Nutzungskriterien zu betonen oder als Ersatzindikatoren angewendet werden, wenn die Bewertung der Nutzungskriterien nicht möglich ist. Am Ende dieses Kapitals wird auf Risiken einer solchen Strategie für Lebensmittelproduzenten eingegangen.

Den Abschluss der Arbeit bildet eine Zusammenfassung und es wird ein Ausblick bzw. Hinweise auf den Forschungsbedarf für die zukünftige Entwicklung und Etablierung von Functional Food am deutschen Markt gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VI
A. Einleitung 1
B. Konzeptionelle Grundlagen 2
I. Porters Typologie der Wettbewerbsstrategien 2
II. Definition der Differenzierungsstrategie 4
1. Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Differenzierungsmerkmalen 5
2. Ansätze zur Differenzierung 7
a. Beeinflussung der Abnehmerwertkette 8
b. Wahrnehmung des Nutzens auf der Abnehmerseite 9
3. Vorteile einer Differenzierungsstrategie aus Produzentensicht 10
4. Schwächen der Differenzierung aus Produzentensicht 11
III. Alternative Differenzierungsansätze neben Porter 13
C. Charakteristika des Functional Food Marktes innerhalb der Lebensmittelbranche 14
I. Definition und Abgrenzung des Begriffes Functional Food 14
1. Anfänge und historische Entwicklung des Functional Food 16
2. Einflußfaktoren für die zukünftige Marktentwicklung 17
a. Antriebskräfte der Entwicklung 18
b. Umsatzentwicklung im Functional Food Bereich 20
II. Hauptkategorien von Functional Food 21
1. Probiotische Erzeugnisse 22
a. Wirkung der Probiotika 23
b. Bedingungen für eine gesundheitsfördernde Wirkung 24
2. Fruchtsaftgetränke 24
3. Angereicherte Backwaren 26
a. Wirkung der Omega-3-Fettsäuren 26
b. Bedingungen für den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren 27
D. Die Anwendung der Differenzierungsstrategie im Functional Food Bereich 29
I. Nutzungskriterien von Lebensmitteln 29
1. Differenzierungsansätze im Bereich der Nutzungskriterien 30
2. Produktgestaltung bei Functional Food 31
II. Verbindung zwischen Nutzungs- und Signalkriterien 34
1. Ziel des Signaling 35
2. Ausprägung von Signalkriterien 35
III. Signalkriterien zur Beeinflussung des Abnehmerwertes 36
1. Marketingaktivitäten als Basis für Signalkriterien 38
a. Markenname als Signalkriterium 39
b. Image als Signalkriterium 40
c. Beispiele aus dem Functional Food Bereich für Wertsignale 41
d. Rechtliche Rahmenbedingungen des Marketing 42
2. Positionierung von Functional Food 45
IV. Risiken der Differenzierungsstrategie bei Functional Food 46
1. Preis - Nutzen - Vergleich 46
2. Functional Food als Vertrauensgüter 47
3. Kapitalbedarf zur Entwicklung einer Differenzierungsstrategie 49
4. Defizite in Forschung und Entwicklung 49
E. Zusammenfassung und Ausblick 50
F. Quellenverzeichnis 52
G. Erklärung 64

Automatisiert erstellter Textauszug:

Getränken beigesetzt.1 Nicht jede Anreicherung von Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren führt automatisch zu einer Verbesserung seines ernährungsphysiologischen Gesamtnutzens. Eine solche Anreicherung bei kohlenhydratreichen Erfrischungsgetränken oder fettreichen Backwaren kann auch zu Gewichtszunahme führen und ist somit wenig effektiv. Dasselbe gilt für die Anreicherung von Eiern. In Grundnahrungsmitteln wie Nudeln und Brot ist der Eintrag von solchen Fischölen generell zu befürworten, denn sie werden von großen Teilen der Bevölkerung in relativ großen Mengen verzehrt.2 Die Abbildung 6 verdeutlicht, wie der Einsatz von Omega3-Fettsäuren in Backwaren innerhalb Europas bewertet wird. Die deutschen Produzenten bewerten dabei mit 45,5 % den Eintrag als sehr gut. Die restlichen europäischen Länder sind ein wenig zurückhaltender. [...]

Derartige Säuren erweitern die Blutgefäße und senken so den Blutdruck. Sie verbessern die Fließeigenschaft des Blutes, verhindern mögliche Blutgerinnsel und senken die Blutfettwerte, d.h. den Cholesterinspiegel. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und werden deshalb sogar bei Arthritis eingesetzt. Einige Untersuchungen weisen auch darauf hin, daß sie möglicherweise das Krebswachstum hemmen. Neueste Untersuchungen deuten an, daß Omega-3Fettsäuren ebenso den Informationsfluß im Gehirn beeinflussen. Die Serotoninbildung werde angeregt und die Stimmungslage verbessert.1 Omega-3-Säuren sind speziell für Schwangere und stillende Frauen zu empfehlen, da sie eine stimulierende Wirkung auf die frühkindliche Gehirnentwicklung haben. Des weiteren bewirken sie auch eine Regulierung des Immunsystems.2 b. Bedingungen für den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren Omega-3-Fettsäuren kann der Organismus nicht selbst bilden, sie sind allerdings wichtig für den normalen Aufbau und die Funktion des Körpers, u.a. für die Aufrechterhaltung der Immunfunktionen.3 Eine ausreichende Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit der täglichen Nahrung ist deshalb lebensnotwendig, weshalb sie auch als essentielle Nährstoffe bezeichnet werden. Verschiedene internationale Ernährungsinstitutionen empfehlen eine Aufnahme von 1,5 g Omega-3-Fettsäuren pro Woche.4 Zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen wird eine EPA-/DHA-Mindestzufuhr an Omega-3-Fettsäuren von 0,1-0,4 g pro Tag angesehen. Diese Menge erzielt man beispielsweise mit der Aufnahme von 30-60 g fettreichem Fisch pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Abk.: DGE) und die British Nutrition Foundation (Abk.: BNF) schließen sich dieser Aussage an und empfehlen zumindest 2 – 3 Fischmahlzeiten pro Woche.5 Da die meisten Europäer diese Mengen an Omega-3-Fettsäuren durch Fischkonsum nicht zu sich nehmen, müssen die Produzenten versuchen die Omega-3-Fettsäuren in andere Lebensmittel einzuarbeiten. Für eine Anreicherung mit Omega-3-Fettsäuren sind alle Lebensmittel geeignet, die zumindest eine ölige oder fettige Komponente enthalten. Als Alternative zum Fischkonsum bieten sich deshalb geschmacksneutrale Omega-3-Fettsäuren an. Sie werden z.B. Margarine, Salatsaucen, Mayonnaise, Brot, Backwaren und sogar [...]

sondern auch bei ACE-Getränken bewirkte die Eigenmarkenpolitik einen deutlichen Preisverfall. 1999 konnte für einen Liter ACE-Saft ca. 2,05 DM erzielt werden, im Jahr 2000 nur noch 1,84 DM.1 Mit 0,5 – 0,7 l Fruchtsaft pro Tag, der 4-5 mg Vitamin E je 100 ml Saft enthält, könnte der gesamte Vitamin E-Tagesbedarf gedeckt sein.2 3. Angereicherte Backwaren Die Funktionalität von Omega-3-Backwaren beruht primär auf dem Gehalt an längerkettigen Omega-3-Fettsäuren.3 Man unterteilt Fette grundsätzlich in gesättigte Fettsäuren, d.h. Produzenten von schädlichem Low Density Lipoprotein (Abk. LDL) – Cholesterin und in ungesättigte Fettsäuren, d.h. Produzenten von der Gesundheit zuträglichem High Density Lipoprotein (Abk.: HDL) – Cholesterin. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren nennt man auch allgemein PUFA.4 Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Omega-3-Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Wurstwaren, Käse und Butter. Die Ernährungssituation in Deutschland zeigt, daß die Menschen zuviel gesättigte und einen zu geringen Anteil ungesättigte Fettsäuren mit der Nahrung aufnehmen.5 Dies wirkt sich negativ auf das Körpergewicht der Menschen aus und erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.6 a. Wirkung der Omega – 3 – Fettsäuren Der gesundheitliche Zusatznutzen von diesen Säuren besteht in der Vorbeugung vor lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut Deutscher Herzstiftung sind in westlichen Industrieländern die meisten Todesfälle auf diese Krankheiten zurückzuführen.7 Die langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren haben eine ausgeprägte Wirkung gegen Herzrhythmusstörungen. Speziell die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (Abk.: EPA) und Docosahexaensäure (Abk.: DHA) maritimen Ursprungs verringern das Risiko eines Herzinfarkts.8 [...]

Arbeit zitieren:
Köhler, Kathrin Oktober 2003: Einsatzmöglichkeiten der Differenzierungsstrategie in der Lebensmittelbranche am Beispiel von Functional Food, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wettbewerbsstrategie, strategisches Marketing, Michael E. Porter, funktionelle Lebensmittel

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