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Einsatzmöglichkeiten, Bewertung und Bilanzierung von Kreditderivaten

Einsatzmöglichkeiten, Bewertung und Bilanzierung von Kreditderivaten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Finkemeyer
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 160 Seiten
  • Dateigröße: 969,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5386-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5386-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5386-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Finkemeyer, Holger Dezember 2001: Einsatzmöglichkeiten, Bewertung und Bilanzierung von Kreditderivaten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eigenkapital, Kreditrisikomodelle, Kreditportfolio, Kreditrisikomanagement

Diplomarbeit von Holger Finkemeyer

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über das Thema „Kreditderivate“ zu geben. Nachdem zunächst die Begriffe „Kredit“, „Kreditrisiko“ und „Credit Spread“ definiert worden sind, werden der Aufbau, die Funktionsweise und die Vertragsbestandteile von Kreditderivaten erläutert. Die Darstellung konzentriert sich dabei auf Standardkreditderivate, während exotische und strukturierte Kreditderivate nur kurz vorgestellt werden. Ebenso werden die Bestrebungen der International Swaps and Derivatives Association (ISDA), standardisierte Kreditderivatverträge am Markt zu etablieren, näher beleuchtet.

Im folgenden Kapitel werden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kreditderivaten ausführlich diskutiert. Dabei wird zunächst die Eignung von Kreditderivaten als Sicherungsinstrumente anhand eines Vergleichs mit anderen Instrumenten des Kreditrisikotransfers (Kreditversicherungen, syndizierte Kredite, Kreditverkäufe, Bond-Trading, Bond-Optionen, Asset Swaps und Asset Backed Securities) untersucht, bevor die Einsatzfelder Arbitrage und Spekulation dargestellt werden. Anschließend werden die Möglichkeiten erläutert, die sich durch Kreditderivate für die Eigenkapitaloptimierung von Kreditinstituten ergeben, wobei sowohl auf die Optimierung des ökonomischen Eigenkapitals (Kreditportfolio- und Kreditlinienmanagement) als auch auf die Bedeutung von Kreditderivaten im Rahmen der Steuerung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals („Grundsätze über die Eigenmittel und die Liquidität der Kreditinstitute“ sowie „Basel II“) eingegangen wird. Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten sich auf den ebenfalls behandelten Gebieten des Marktzutritts, des Zinsmanagements und der steuerlichen Optimierung.

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit bildet die Bewertung von Kreditrisiken und Kreditderivaten, die ausführlich anhand zweier grundlegender Modelle (dem Firmenwertmodell von Merton und dem auf Rating-Klassen basierenden Intensitätsmodell von Jarrow, Lando und Turnbull) diskutiert wird. Dieses umfaßt auch die Beurteilung der praktischen Relevanz und der zukünftigen Perspektiven beider Modelle.

Das nächste Kapitel befaßt sich mit der Bilanzierung von Kreditderivaten. Hierbei werden sowohl der Stand der Diskussion nach deutscher Rechnungslegung als auch die Behandlung von Kreditderivaten im Rahmen der International Accounting Standards (IAS) eingehend erläutert.

Danach folgt eine kurze Darstellung der Risiken, die mit dem Abschluß von Kreditderivatgeschäften verbunden sind, bevor noch einige Informationen zum Kreditderivatemarkt gegeben werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis X
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit 5
2. Konstruktion von Kreditderivaten 6
2.1 Der Kredit als Ausgangspunkt des Kreditderivats 6
2.1.1 Kredit 6
2.1.2 Kreditrisiko 7
2.1.3 Credit Spread 9
2.2 Kreditderivate – Definition und Vertragsbestandteile 10
2.2.1 Definition 10
2.2.2 Vertragsbestandteile 11
2.3 Kreditderivatarten 17
2.3.1 Standardkreditderivate 18
2.3.1.1 Credit Default Swap und Digital Default Swap 18
2.3.1.2 Credit Linked Note 20
2.3.1.3 Credit Spread Option 22
2.3.1.4 Total Return Swap 24
2.3.2 Exotische und strukturierte Kreditderivate 26
2.4 Die Standarddokumentation der ISDA 28
3. Einsatzmöglichkeiten von Kreditderivaten 30
3.1 Kreditderivate als Sicherungsinstrumente 30
3.1.1 Hedging 30
3.1.2 Vergleich mit anderen Instrumenten des Kreditrisikotransfers 31
3.1.2.1 Vergleichskriterien – Kreditderivate als Benchmark 32
3.1.2.2 Asset Swaps 35
3.1.2.3 Asset Backed Securities 37
3.1.2.4 Kreditversicherungen 39
3.1.2.5 Syndizierte Kredite 40
3.1.2.6 Kreditverkäufe 41
3.1.2.7 Bond-Handel und Bond-Optionen 42
3.1.2.8 Zusammenfassung 43
3.2 Kreditderivate als Instrumente des Eigenhandels 43
3.2.1 Arbitrage 44
3.2.2 Spekulation 45
3.3 Kreditderivate als Instrumente zur Eigenkapitaloptimierung 46
3.3.1 Optimierung des ökonomischen Eigenkapitals 47
3.3.1.1 Kreditportfoliomanagement 47
3.3.1.2 Kreditlinienmanagement 49
3.3.2 Optimierung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals 51
3.3.2.1 Eigenkapitalregulierung versus Eigenkapitaloptimierung 51
3.3.2.2 Kritik und Ausblick 58
3.4 Marktzutritt durch Kreditderivate 62
3.5 Kreditderivate als Instrumente des Zinsmanagements 64
3.6 Steuerliche Optimierung mit Kreditderivaten 65
4. Bewertung von Kreditderivaten 67
4.1 Systematisierung der Bewertungsmodelle 68
4.2 Simulationsmodelle 70
4.2.1 Firmenwertmodelle 70
4.2.1.1 Aufbau und Funktionsweise des Merton-Modells 70
4.2.1.2 Diskussion des Merton-Modells 77
4.2.1.3 Weiterentwicklungen des Merton-Modells 81
4.2.2 Intensitätsmodelle 83
4.2.2.1 Aufbau von Intensitätsmodellen und Modellvarianten 83
4.2.2.2 Aufbau und Funktionsweise des Jarrow/Lando/Turnbull-Modells 86
4.2.2.3 Diskussion und Perspektiven des Jarrow/Lando/Turnbull-Modells 91
5. Bilanzierung von Kreditderivaten 95
5.1 Die Bilanzierung von Kreditderivaten nach HGB 95
5.1.1 Anzuwendende Vorschriften 95
5.1.2 Allgemeine Bilanzierungsregeln für Kreditderivate 96
5.1.3 Bildung von Bewertungseinheiten 97
5.1.3.1 Kriterien für die Bildung von Bewertungseinheiten 99
5.1.3.2 Bilanzielle Erfassung von Bewertungseinheiten 101
5.1.4 Bilanzierung einzelner Kreditderivate nach HGB 103
5.1.4.1 Bilanzierung eines Credit Default Swap 103
5.1.4.1.1 Bilanzierung eines Credit Default Swap des Nichthandelsbestands 103
5.1.4.1.2 Bilanzierung eines Credit Default Swap des Handelsbestands 106
5.1.4.2 Bilanzierung einer Credit Linked Note 107
5.1.4.3 Bilanzierung eines Credit Spread Put 108
5.1.4.4 Bilanzierung eines Total Return Swap 109
5.1.5 Bilanzierung von durchgehandelten Positionen 111
5.1.6 Offenlegungspflichten im Anhang 111
5.2 Die Bilanzierung von Kreditderivaten nach IAS 112
5.2.1 Anzuwendende Vorschriften 112
5.2.2 Allgemeine Bilanzierungsvorschriften für Kreditderivate 114
5.2.3 Hedge-Accounting 117
5.2.4 Bilanzierung einzelner Kreditderivate nach IAS 119
5.2.4.1 Bilanzierung eines Credit Default Swap 119
5.2.4.2 Bilanzierung einer Credit Linked Note 120
5.2.4.3 Bilanzierung eines Credit Spread Put 121
5.2.4.4 Bilanzierung eines Total Return Swap 121
5.2.5 Offenlegungspflichten nach IAS 121
5.3 Fazit zur Bilanzierung nach HGB und IAS 122
6. Risiken aus Kreditderivaten 124
7. Der internationale Markt für Kreditderivate 128
8. Schlußbetrachtung 130
Literaturverzeichnis 131

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kreditportfolio einer Bank zu betrachten, so daß die Erkenntnisse der Portfoliotheorie genutzt werden können. Auf diese Weise läßt sich das Gesamtrisiko des Kreditportfolios mittels Diversifikation bei gleichzeitiger Steigerung der erwarteten Portfoliorendite reduzieren.8 Ein solches modernes und umfangreiches Kreditrisikomanagement fordert auch der Basler Ausschuß für Bankenaufsicht. Er empfiehlt in seinen Vorschlägen zur Neuregelung der Vorschriften über eine angemessene Eigenkapitalausstattung der Banken (Basel II), das Gesamtrisiko eines Kreditportfolios kontinuierlich mit Hilfe von Portfoliomodellen zu überwachen, auch wenn er solche Modelle aufgrund fehlender Standards und zu großer Ungenauigkeiten bei der Messung für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung noch nicht zulassen will. Um die bankaufsichtsrechtliche Risikomessung sensibler und effizienter zu gestalten, hat der [...]

durch größere Kreditausfälle in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten können. Abgesehen davon können auch Kreditnehmer, deren Bonität als gut eingestuft wurde, z.B. durch Mißmanagement oder durch das Eingehen zu hoher Risiken bei Geschäften mit Zins-, Aktien- oder Währungsderivaten unerwartet ausfallen.4 Zudem ist ein Kreditinstitut von einem Kreditausfall besonders betroffen, wenn es als Hausbankverbindung des ausgefallenen Kreditnehmers fungiert, da in einem solchen Fall der Anteil der Kredite dieses Kreditnehmers am gesamten Kreditvolumen der Bank sehr groß sein kann. Dieses trifft insbesondere auf regional tätige Kreditinstitute (z.B. Sparkassen und Genossenschaftsbanken) zu, bei denen oftmals eine starke Konzentration der Kreditrisiken auf wenige große Unternehmen der Region festzustellen ist. Das Ausfallrisiko erhöht sich hier zusätzlich, wenn diese Unternehmen in der gleichen Branche tätig sind.5 Angesichts dieser Ausführungen liegt der Schluß nahe, den Banken zu raten, das traditionelle Kreditgeschäft aufzugeben und sich ganz auf das Eigenhandelsgeschäft und das Erwirtschaften von Provisionserträgen zu konzentrieren. Ein Blick auf das zur Zeit schwierige Börsenumfeld reicht allerdings aus, um die Gefahren einer solchen Strategie zu erkennen. So werden sich beispielsweise die hohen Erträge der Vorjahre aus dem Wertpapiergeschäft und dem Investment Banking im Geschäftsjahr 2001 nicht wiederholen lassen. Des weiteren zeigt eine statistische Analyse der Jahresabschlüsse 1995 bis 1997 von 52 europäischen Großbanken, daß diejenigen Kreditinstitute, bei denen der Anteil der Kredite an den bilanzwirksamen Geschäften hoch ist, hinsichtlich der Bilanzkennzahl „Return on Equity“ die erfolgreicheren sind.6 Daß das Kreditgeschäft nach wie vor ein großes wirtschaftliches Potential in sich birgt, wird auch daran deutlich, daß der Anteil der Bankkredite an der gesamten Fremdfinanzierung deutscher Unternehmen im Jahr 1998 fast 75 % betrug, da vor allem mittelständische Unternehmen ihren Fremdkapitalbedarf größtenteils über Bankkredite decken.7 Um das Potential des Kreditgeschäfts zu nutzen, müssen die Kreditinstitute aber die Erträge dieses Geschäftsbereichs steigern und gleichzeitig die eingegangenen Risiken verringern. Dabei gilt es auch, die Kosten der Eigenkapitalunterlegung und der Refinanzierung zu senken. Dieses ist nur mit einem aktiven Kreditrisikomanagement möglich. Hierbei ist nicht der einzelne Kredit, sondern das gesamte [...]

Das Kreditgeschäft der deutschen Banken wird schon seit einigen Jahren von sinkenden Erträgen und einer steigenden Anzahl von Kreditausfällen bestimmt. Die stetig geringer werdenden Kreditmargen sind vor allem darauf zurückzuführen, daß die Kreditinstitute einem wachsenden Konkurrenzdruck ausgesetzt sind. Die von den Industrieländern kontinuierlich vorangetriebene Deregulierung und Liberalisierung der Geld- und Kapitalmärkte sowie die weltweite Vernetzung der Marktteilnehmer durch moderne Informationstechniken haben internationale Finanzmärkte entstehen lassen, auf denen immer größer werdende Datenmengen in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden. Diese Entwicklung hat einen globalen Wettbewerb zwischen den Banken ermöglicht. Durch den Abbau von Marktzutrittsschranken und Informationsasymmetrien sind die Finanzmärkte transparenter und effizienter geworden. Die Folge hiervon sind u.a. sinkende Kreditmargen.1 Durch die Globalisierung der Märkte werden die Kreditinstitute gleichzeitig gezwungen, ihre Unternehmensziele neu zu formulieren und sie den Erwartungen der Finanzmärkte anzupassen. Diese verlangen, daß alle Unternehmensaktivitäten an den Interessen der Anteilseigner ausgerichtet werden, wobei als oberstes Ziel die Maximierung des Shareholder Value anzustreben ist. „Der Kapitalmarkt setzt die Maßstäbe für wirtschaftliche Effizienz, an denen die Aktivitäten der Bankunternehmung als Ganzes, aber auch die einzelnen Geschäfte zu messen sind.“2 Dieses gilt auch für das Kreditgeschäft.3 Vor allem große Unternehmen mit guter Bonität profitieren von der verschärften Konkurrenzsituation zwischen den Banken und der Möglichkeit, sich auch direkt über den Geld- und Kapitalmarkt finanzieren zu können. Will ein Kreditinstitut an ein solches Unternehmen Kredite vergeben, so muß es oftmals Kreditkonditionen anbieten, mit denen kein ausreichender Ertrag erwirtschaftet wird. Um höhere Margen verdienen zu können, müssen die Banken daher Kreditverträge mit Kreditnehmern schlechterer Bonität schließen, was zu einer starken Erhöhung der Kreditrisiken in den Portfolios der Kreditinstitute führen kann. Angesichts von Asien- und Rußlandkrise sowie der hohen Anzahl von Konkursen in Deutschland in den letzten zehn Jahren ist nicht auszuschließen, daß auch deutsche Banken [...]

Arbeit zitieren:
Finkemeyer, Holger Dezember 2001: Einsatzmöglichkeiten, Bewertung und Bilanzierung von Kreditderivaten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eigenkapital, Kreditrisikomodelle, Kreditportfolio, Kreditrisikomanagement

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