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Einsatz ökonomischer Instrumente im Wasserressourcenmanagement

Einsatz ökonomischer Instrumente im Wasserressourcenmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Scholz
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9387-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9387-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9387-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scholz, Michael September 2004: Einsatz ökonomischer Instrumente im Wasserressourcenmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltmanagement, Ressourcenmanagement, Wasserwirtschaft Nutzungskonkurrenz, Chile, Australien

Diplomarbeit von Michael Scholz

Einleitung:

Die Bevölkerungsanzahl auf der Erde wird voraussichtlich von heute rund sechs Milliarden auf acht Milliarden im Jahr 2030 zunehmen. Während in den hochindustrialisierten Staaten die Geburtenzahlen rückläufig sind und teilweise schon die Reproduktionsgrenze unterschritten haben, steigen die Einwohner- und Geburtenzahlen in den weniger entwickelten Staaten weiter an. Problematisch ist hierbei besonders, dass es sich dabei in den meisten Fällen um Staaten mit einem unausgeglichenen Wasserhaushalt handelt.

Das Problem der unzureichenden Versorgung großer Bevölkerungsgruppen mit sauberem Trinkwasser verstärkt sich dadurch weiter. Mehr als eine Milliarde Menschen haben heute keinen oder keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bei gleichbleibender Bevölkerungs- und Bedarfsentwicklung kann die Anzahl der davon betroffenen Menschen bis auf 1,5 Milliarden im Jahr 2025 ansteigen.

Neben der Trinkwasserversorgung werden große Mengen von Süßwasser zur Bewässerung landwirtschaftlich genutzter Flächen benötigt, um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln befriedigen zu können. Bereits jetzt ist die Landwirtschaft mit einem durchschnittlichen Anteil von knapp 70% der größte Verbraucher von Wasser. Damit wird sich der Wettbewerb zwischen den global gesehen drei größten Wettbewerbern im Wasserverbrauch, Landwirtschaft 67%, Industrie 19% und Haushalte 9%, weiter verstärken.

Mit steigendem Wohlstand in den Schwellenländen des eurasischen und asiatischen Raumes werden die persönlichen Ansprüche der Einwohner und damit erfahrungsgemäß auch der pro Kopf Verbrauch an Wasser weiter zunehmen. Stellvertretend sind hier China und Indien mit Einwohnerzahlen von jeweils über einer Milliarde Menschen genannt. Niemand kann ihnen den angestrebten Standard verwehren, aber wenn eine so große Anzahl von Menschen in Zukunft ihre Wasserverbrauchsgewohnheiten grundlegend ändert, erfordert das gravierende Umstellungs- und Anpassungsprozesse im Rahmen der Wasserversorgung.

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Einsatzmöglichkeiten von ökonomischen Steuerungsinstrumenten, speziell im Bezug auf das Wasserressourcenmanagement.

Am Anfang wird die gegenwärtige Situation und die weitere Entwicklung der Ressource Wasser im globalen Rahmen betrachtet.

Anschließend erfolgt zum besseren Verständnis eine grundlegende Auseinandersetzung mit den ausgewählten Steuerungsinstrumenten. In den beiden darauffolgenden Fallstudien wird die Anwendung von ökonomischen Steuerungsinstrumenten im Bereich des Wasserressourcenmanagements in Chile und Australien untersucht.

Dieser Untersuchung folgt eine ausführliche Auswertung der positiven und negativen Aspekte der beiden Anwendungsmodelle. Ebenso erfolgt an dieser Stelle auch eine Auseinandersetzung mit möglichen Veränderungen.

Anschließend wird die Situation der Ressource Wasser in Deutschland analysiert. Diese Analyse umfasst die gegenwärtige Situation, die möglichen Entwicklungen und die zukünftigen Anforderungen.

Im letzten Teil der Arbeit werden mögliche Anwendungsbeispiele für den Einsatz von ökonomischen Steuerungsinstrumenten in Deutschland untersucht. Diese Anwendungsbeispiele beziehen sich auf die im ersten Teil der Arbeit ausgewählten Steuerungsinstrumente. Die Untersuchung beinhaltet auch die Frage nach der Realisierbarkeit der einzelnen Ansätze.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Die globale Situation der Ressource Wasser 1
1.2 Prognosen für eine zukünftige Entwicklung 1
1.3 Lösungsansätze 2
2. Marktwirtschaftlich orientierte Steuerungsinstrumente 4
2.1 Allgemeiner Ansatz 4
2.2 Die PIGOU-Steuer 4
2.3 Das COASE-Theorem 5
2.4 Umweltzertifikate 7
3. Fallstudie Chile 9
3.1 Geographische und politische Gegebenheiten 9
3.2 Die historische Entwicklung der Wassergesetzgebung 11
3.3 Der Einsatz von ökonomischen Steuerungsinstrumenten 14
3.3.1 Allgemeines 14
3.3.2 Die Struktur des institutionellen Rahmenwerks 15
3.3.3 Der Markt für Wasserrechte 17
3.4 Zukünftige Entwicklungen 19
4. Fallstudie Australien - das Murray Darling River Basin 21
4.1 Geographische und politische Gegebenheiten 21
4.2 Die Entwicklung des gesetzlichen Rahmenwerkes und der Organisationen 23
4.3 Der Einsatz von ökonomischen Steuerungsinstrumenten 25
4.3.1 Allgemeines 25
4.3.2 Der Handel mit Versalzungsrechten 27
4.3.3 Der Handel mit Wasserrechten 29
4.4 Zukünftige Entwicklungen 30
5. Ergebnisse der Fallstudienauswertung 31
5.1 Wirkungen der betrachteten Instrumente 31
5.2 Fallstudie Chile 31
5.2.1 Positive Aspekte 31
5.2.2 Negative Aspekte 32
5.2.3 Veränderungsansätze 33
5.3 Fallstudie Australien 36
5.3.1 Positive Aspekte 36
5.3.2 Negative Aspekte 37
5.3.3 Veränderungsansätze 38
6. Die Situation der Wasserressourcen in Deutschland 40
6.1 Allgemeine Gegebenheiten 40
6.2 Entwicklungsprognosen der Ressource Wasser 44
6.3 Anforderungen an das Wasserressourcenmanagement 45
7. Mögliche Einsatzszenarien für ökonomische Instrumente und deren Beurteilung 48
7.1 Einführung 48
7.2 Einsatzmöglichkeiten für eine PIGOU - Steuer und Diskussion 50
7.3 Einsatzmöglichkeiten für den COASE - Ansatz und Diskussion 54
7.4 Einsatzmöglichkeiten für den Zertifikathandel und Diskussion 55
8. Resümee 60
9. Anhang 61
10. Literaturverzeichnis 63
11. Ehrenwörtliche Erklärung 71

Automatisiert erstellter Textauszug:

Neben dem Einsatz von ökonomischen Steuerungsinstrumenten spielt die Veränderung der Pflanzgewohnheiten der Landwirte eine entscheidende Rolle. Auf der einen Seite ist ein Wechsel von einheimischen und europäischen Nutzpflanzen denkbar und auf der anderen Seite auch die Rückgabe von Nutzflächen an die Natur. Kurzfristig ist damit eine erhebliche Ertragseinbuße verbunden, aber langfristig ist das Land ohne eine Umstellung überhaupt nicht mehr nutzbar. Da die Landwirte jetzt langsam die Folgen der Versalzung zu spüren beginnen, ist eine wachsende Bereitschaft für eine Umstellung der Gewohnheiten zu erkennen. Auch hier handelt es sich aber um Maßnahmen die langfristig und nachhaltig angelegt werden müssen. (CSIRO o.J.) [...]

Das erklärte Ziel ist ein Level von weniger als 800 EC in 95 % der Zeit über die 15 Jahre Laufzeit des Programms. Gemessen wird der Salzgehalt in Morgan / South Australia am unteren Flusslauf des River Murray. An dieser Stelle sind bereits alle anderen Haupt- und Nebenflüsse im River Murray aufgegangen. Mit der Wahl dieses Messpunktes wird die Versalzung im gesamten Einzugsgebiet erfasst und damit auch übergreifend begrenzbar. Der Beginn für die neue Strategie war der 1. Januar 2000. Das System der Kredite wurde beibehalten, aber jetzt gilt es für das ganze Einzugsgebiet. Jede Regierung der beteiligten Bundesstaaten wird in Zukunft eigene Aktivitäten entfalten und private Initiativen unterstützen, um den Salzgehalt im gemeinsam genutzten Fluss zu reduzieren. Sie hat damit die Möglichkeit Salzkredite hinzuzubekommen. Jede Aktivität eines Staates, die mit Erfolg den Salzgehalt vermindert, vermehrt den Umfang der Kredite. Am Anfang übernehmen alle Staaten Soll Punkte, die sogenannten „debits“. Die Basis für die Verteilung der „debits“ bilden einerseits die veranschlagten Defizite beim Schutz des gemeinsamen Flusssystems vor der Versalzung und andererseits Wasserentnahmen, die einen Anstieg des Salzgehaltes nach sich ziehen. Die MDBC führt auch hier das, allerdings erweiterte, „salinity register“ über die Aktivitäten im Einzugsgebiet und ihre Auswirkungen sowie den Stand der „salt credits and debits“. Beispielsweise müssen die negativen Auswirkungen einer Bewässerungsmaßnahme auf den Salzgehalt mit Krediten aus dem Register ausgeglichen werden. (Kraemer, R., A., et. al. o.J.) [...]

Der Handel basiert auf einem System von „salt credits and debits“. Die Versalzungsrechte sind nicht frei handelbar. Das heißt, industrielle oder private Unternehmen können daran nicht teilnehmen. Der Austausch der Versalzungsrechte findet nur zwischen den Regierungsorganisationen der beteiligten Bundesstaaten statt. Die Kredite sind für Investitionen in das Versalzungsmanagement vorgesehen. Damit werden solche Projekte gefördert, die eine weitere Versalzung mindern oder verhindern. Der größte Teil der Kredite wird aber innerhalb der Staaten verwendet, um die durch die Wasserentnahme entstehenden Versalzungen auszugleichen. Mit Hilfe der Ausgabe von „salt credits and debits“ kann das gesamte Versalzungspotenzial begrenzt werden. Die Festlegung und Überwachung der „salt credits and debits“ obliegt dem zentralen nationalen „salinity register“. Durch die erfolgreiche Anwendung der „ Murray – Darling Basin Salinity and Drainage Strategy“ gelang es in den ersten Jahren die elektrische Leitfähigkeit im unteren Bereich des Murray River um 57 Electrical Conductivity (EC) Einheiten zu senken. (ebenda) [...]

Arbeit zitieren:
Scholz, Michael September 2004: Einsatz ökonomischer Instrumente im Wasserressourcenmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltmanagement, Ressourcenmanagement, Wasserwirtschaft Nutzungskonkurrenz, Chile, Australien

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