Einsatz moderner Kreditrisikotransferinstrumente im aktiven Kreditrisikomanagement
Chancen und Risiken unter Berücksichtigung der Subprime-Krise
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Thamm
- Abgabedatum: Dezember 2008
- Umfang: 183 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH) Deutschland
- Bibliografie: ca. 211
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2844-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Thamm, Sebastian Dezember 2008: Einsatz moderner Kreditrisikotransferinstrumente im aktiven Kreditrisikomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kreditrisikomanagement, Kreditrisikotransfer, Kreditderivate, Verbriefungen, Subprime
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Diplomarbeit von Sebastian Thamm
Einleitung:
Ein Kreditinstitut ist durch seinen Geschäftsbetrieb verschiedenen Risiken ausgesetzt, von denen das Kreditrisiko nach wie vor das größte Risiko darstellt. Das Kreditrisikomanagement hat deshalb die Aufgabe, das Kreditrisiko zu begrenzen. Zusätzlich soll das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko des Kreditportfolios verbessert werden.
Während in der Vergangenheit der Fokus auf passiven Maßnahmen zur Begrenzung des Kreditrisikos lag, gewinnt in jüngerer Zeit das aktive Kreditrisikomanagement mithilfe moderner Kreditrisikotransferinstrumente zunehmend an Bedeutung.
Der zunehmende Einsatz dieser Instrumente ist sowohl für Kreditinstitute, als auch für Finanzmärkte mit vielfältigen Chancen verbunden. Insbesondere die als Subprime-Krise bekannt gewordene aktuelle Finanzkrise zeigt jedoch, dass mit dem Einsatz auch Risiken verbunden sind.
Ziel der Arbeit ist es, den Einsatz moderner Kreditrisikotransferinstrumente im aktiven Kreditrisikomanagement von Kreditinstituten anschaulich darzustellen. Neben Grundlagen des Kreditrisikomanagements werden Aufbau und Funktion der modernen Kreditrisikotransferinstrumente dargelegt. Anschließend werden sie anhand geeigneter Kriterien miteinander verglichen. Im dritten Kapitel werden Chancen und Risiken dieser Instrumente unter Berücksichtigung der aktuellen Finanzkrise herausgearbeitet. Im Anschluss folgt die Darstellung aktueller Entwicklungen,besonders der Subprime-Krise. Im fünften Kapitel wird die Arbeit in Thesenform zusammengefasst.
| Inhaltsverzeichnis: | ||
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Kapitel: Kreditrisikomanagement (i. w. S.) | 2 |
| A. | Identifikation des Kreditrisikos | 2 |
| I. | Kredit | 2 |
| II. | Kreditrisiko | 2 |
| B. | Messung des Kreditrisikos | 3 |
| I. | Erwarteter Verlust | 4 |
| II. | Unerwarteter Verlust | 5 |
| III. | Stresstests | 6 |
| IV. | Kreditportfoliomodelle | 7 |
| a. | Credit Metrics | 7 |
| b. | Credit Portfolio View | 8 |
| c. | Credit Risk+ | 9 |
| C. | Steuerung des Kreditrisikos (Kreditrisikomanagement i. e. S.) | 9 |
| I. | Passives Kreditrisikomanagement | 10 |
| II. | Aktives Kreditrisikomanagement | 11 |
| D. | Zwischenfazit | 13 |
| 2. | Kapitel: Darstellung und Vergleich moderner Instrumente des Kreditrisikotransfers | 13 |
| A. | Abgrenzung zu traditionellen Instrumenten | 14 |
| B. | Kreditverbriefung | 14 |
| I. | Ablauf einer Asset Backed Securities Transaktion | 15 |
| II. | Ablauf eines Asset Backed Commercial Programms | 17 |
| III. | Asset Backed Securities (ABS i. e. S.) | 18 |
| IV. | Mortgage Backed Securities (MBS) | 18 |
| V. | Collateralized Debt Obligations (CDOs) | 19 |
| VI. | Vergleichskriterien | 19 |
| a. | Kosten des Kreditrisikotransfers | 20 |
| b. | Flexibilität des Kreditrisikotransfers | 20 |
| c. | Risiken des Kreditrisikotransfers | 21 |
| d. | Einfluss auf die Kundenbeziehung | 22 |
| e. | Übertragenes Kreditrisiko | 22 |
| f. | Risikoseparation | 22 |
| C. | Kreditderivate (i. e. S.) | 22 |
| I. | Credit Default Swaps (CDS) | 23 |
| II. | Total Return Swaps (TRS) | 24 |
| III. | Credit Spread Options (CSO) | 24 |
| IV. | Vergleichskriterien | 24 |
| a. | Kosten des Kreditrisikotransfers | 25 |
| b. | Flexibilität des Kreditrisikotransfers | 25 |
| c. | Risiken des Kreditrisikotransfers | 26 |
| d. | Einfluss auf die Kundenbeziehung | 26 |
| e. | Übertragenes Kreditrisiko | 27 |
| f. | Risikoseparation | 27 |
| D. | Hybride Instrumente | 27 |
| I. | Credit Linked Notes (CLN) | 27 |
| II. | Synthetische Verbriefung / synthetische CDOs | 28 |
| III. | Vergleichskriterien | 29 |
| a. | Kosten des Kreditrisikotransfers | 29 |
| b. | Flexibilität des Kreditrisikotransfers | 30 |
| c. | Risiken des Kreditrisikotransfers | 30 |
| d. | Einfluss auf die Kundenbeziehung | 31 |
| e. | Übertragenes Kreditrisiko | 31 |
| f. | Risikoseparation | 32 |
| E. | Sonstige Instrumente | 32 |
| I. | Asset Swaps | 32 |
| II. | Kreditverkäufe | 33 |
| III. | Vergleichskriterien | 33 |
| a. | Kosten des Kreditrisikotransfers | 34 |
| b. | Flexibilität des Kreditrisikotransfers | 34 |
| c. | Risiken des Kreditrisikotransfers | 34 |
| d. | Einfluss auf die Kundenbeziehung | 35 |
| e. | Übertragenes Kreditrisiko | 36 |
| f. | Risikoseparation | 36 |
| F. | Zwischenfazit | 36 |
| 3. | Kapitel: Chancen und Risiken des Einsatzes der Kreditrisikotransferinstrumente | 37 |
| A. | Aus Sicht der Kreditinstitute | 37 |
| I. | Chancen | 37 |
| a. | Entlastung des ökonomischen und regulatorischen Kapitals | 37 |
| b. | Kreditlinienmanagement | 38 |
| c. | Bilanzstrukturmanagement | 38 |
| d. | Spezialisierung | 38 |
| e. | Vergrößerung der Investorenbasis | 39 |
| f. | Günstige Finanzierung | 39 |
| g. | Verbesserte Risikostreuung | 40 |
| II. | Risiken | 40 |
| a. | Unvollständiger Risikoabbau | 40 |
| b. | Aufbau von Konzentrationsrisiken | 41 |
| c. | Risiken der Kreditinstitute als Investoren | 41 |
| 1. | Moral Hazard | 42 |
| 2. | Adverse Selektion | 42 |
| 3. | Mangelnde Transparenz | 43 |
| 4. | Überschätzung der Rating-Urteile | 44 |
| d. | Risiken der Kreditinstitute als Gründer von Zweckgesellschaften | 44 |
| e. | Hohe Anforderungen an das Risikomanagement | 46 |
| B. | Aus Sicht der Finanzmärkte | 46 |
| I. | Chancen | 47 |
| a. | Breitere Risikostreuung | 47 |
| b. | Bessere Marktpreisbildung | 47 |
| c. | Optimierung der Kreditrisikoallokation | 47 |
| II. | Risiken | 48 |
| a. | Suboptimale Risikoallokation | 48 |
| b. | Höheres Gesamtrisiko | 48 |
| c. | Risikotransfer an unerfahrene Marktteilnehmer | 48 |
| d. | Risikokonzentration | 49 |
| e. | Mangelnde Transparenz | 49 |
| C. | Zwischenfazit | 50 |
| 4. | Kapitel: Aktuelle Entwicklungen | 50 |
| A. | Marktentwicklung moderner Kreditrisikotransferinstrumente | 50 |
| I. | Verbriefungsinstrumente | 51 |
| II. | Kreditderivate i. e. S. | 52 |
| III. | Kreditverkäufe | 52 |
| B. | Subprime-Krise | 53 |
| I. | Ursachen | 53 |
| II. | Auswirkungen | 55 |
| III. | Konsequenzen für moderne Kreditrisikotransferinstrumente | 57 |
| C. | Zwischenfazit | 59 |
| 5. | Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick | 59 |
| Wissenschaftlicher Anhang | VII | |
| Literaturverzeichnis | CIII |
Textprobe:
Kap. B: Erwarteter Verlust:
Der erwartete Verlust ist der durchschnittliche Verlust aus einem Einzelkredit bzw. aus dem Kreditportfolio. Er ergibt sich aus der Multiplikation der erwarteten Ausfall-wahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD) mit der erwarteten Verlustquote (Loss Given Default, LGD) und dem geschätzten Kreditäquivalent (Exposure at Default, EaD). Durch die Addition aller erwarteten Verluste der Einzelkredite erhält man den erwarteten Verlust auf Portfolioebene. Die erwarteten Verluste fließen als Standardrisikokosten in die Kreditkonditionen ein.
Die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit hängt vor allem von der Bonität des Kreditnehmers und der Laufzeit des Kredites ab. Die Bonität wird seit ‘Basel II’ anhand eines internen oder externen Ratings bestimmt. Das Rating ist ein standardisierter Vorgang zur Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredites. Interne Ratings werden von den Kreditinstituten selbst erstellt, während externe Ratings von Rating-Agenturen wie Standard and Poor`s (S & P`s) und Moody`s Investors Service (Moody`s) erstellt werden. Ziel des Ratings ist die Einstufung eines Kreditnehmers in eine bestimmte Ratingklasse, welcher dann eine Ausfallwahrscheinlichkeit zugeordnet wird.
Die erwartete Verlustquote gibt an, wie hoch der Anteil des bei Insolvenz des Schuld-ners verlorenen Kreditbetrages ist. Bekommt der Kreditgeber bei Insolvenz des Schuld-ners z. B. 30 % des offenen Kreditbetrages zurück, liegt die Verlustquote bei 70 %. Sie hängt u. a. vom Wert der gestellten Sicherheiten und von der Position des Gläubigers im Insolvenzverfahren ab. Häufig verfügen Kreditinstitute über Aufzeichnungen historischer Verlustquoten, welche zur Schätzung herangezogen werden.
Das Kreditäquivalent zeigt den erwarteten noch nicht zurückgezahlten Kreditbetrag zum Zeitpunkt des Ausfalls. Dieser hängt vom Tilgungsplan bzw. von der voraussichtlichen Kreditlinieninanspruchnahme ab.
Anhang 8 zeigt ein Berechnungsbeispiel für den erwarteten Verlust.
Unerwarteter Verlust:
Der unerwartete Verlust bezeichnet den über den erwarteten Verlust hinausgehenden Verlust. Dieser stellt das eigentliche Risiko des Kreditgebers dar, da der erwartete Verlust in den Kreditkonditionen berücksichtigt wird. Der unerwartete Verlust wird mithilfe des Risikomaß Credit Value at Risk (CVaR)erfasst und auf Basis des erwarteten Verlustes berechnet. Der CVaR basiert auf dem Value at Risk (VaR) für Marktrisiken, mit dem Unterschied, dass der CVaR den unerwarteten Verlust in absoluten Werten (EUR) misst. Der Value at Risk für Marktrisiken misst hingegen relative Änderungen.
Der CVaR gibt an, welcher Betrag des Portfolios innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z. B. einem Jahr) mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit (z. B. 99,97 %) maximal ausfällt (ausfallorientierter CVaR) bzw. wie hoch der maximale Wertverlust des Kreditportfolios ausfallen wird (bonitätsorientierter CVaR).
Verluste, die den unerwarteten Verlust übersteigen, treten demnach statistisch nur mit einer Wahrscheinlichkeit von z. B. 0,03 % auf. Der CVaR beruht auf Schätzungen und auf Vergangenheitsdaten, z. B. bezüglich historischer Korrelationen, Ausfallhöhen und Ausfallwahrscheinlichkeiten. Ein Rechenbeispiel zur Berechnung unerwarteter Verluste (CVaR) zeigt Anhang 9.
Der unerwartete Verlust muss mit ökonomischem Kapital unterlegt werden. Ökonomisches Kapital ist eine interne Steuerungsgröße von Kreditinstituten. Es bezeichnet den Teil des bilanziellen Eigenkapitals, welcher im Rahmen des allgemeinen Risikomanagements zur Deckung aller unerwarteten Verluste aller bankbetrieblichen Risiken vorgehalten werden muss. Die Höhe der unerwarteten Verluste bestimmt die Höhe des ökonomischen Kapitals. Das bilanzielle Eigenkapital muss demnach größer oder zumindest genauso groß sein wie das ökonomische Kapital. Vor dem Hintergrund knappen Eigenkapitals, konkurrieren verschiedene Geschäftsbereiche um dieses. Ziel ist eine optimale Allokation der Eigenmittel.
Eine Abgrenzung zwischen ökonomischen, bilanziellem und regulatorischen Eigenkapital bzw. Eigenmitteln zeigt Anhang 10.
Bei der Berechnung des unerwarteten Verlustes auf Portfolioebene werden Korrelationen zwischen den einzelnen Krediten betrachtet. Ist das Portfolio gut diversifiziert, ist der unerwartete Verlust auf Portfolioebene kleiner als die kumulierten unerwarteten Verluste auf Einzelebene. Das Klumpenrisiko ist gering.
Die Risikotragfähigkeit eines Kreditinstitutes leitet sich aus dem ökonomischen bzw.
bilanziellen Eigenkapital ab. Je höher die Risikotragfähigkeit, je mehr Risiken kann das Kreditinstitut (rein rechnerisch) eingehen.
Stresstests:
Der CVaR als Risikomaß berücksichtigt keine extremen Verlustgefahren im Sinne einer Abweichung von normalen Marktbedingungen. Außerdem basiert er auf Schätzungen und Vergangenheitsdaten. Daher sind Kreditinstitute nach der Solvabilitätsverordnung (§ 123) und den MaRisk (4.3.2.3 AT, Anhang 11) verpflichtet, zusätzlich Stresstests durchzuführen. Stresstests sollen die Auswirkungen extremer Marktveränderungen auf die Risikotragfähigkeit (unerwarteter und erwarteter Verlust, CVaR) darstellen.
Dabei sollen diese sowohl historische Extremszenarien berücksichtigen als auch zukünftige, hypothetische Ereignisse antizipieren.
Ein Stresstest kann in folgenden Schritten ablaufen. Zunächst wird ein (hypothetisches bzw. historisches) Szenario entwickelt. Anschließend werden die voraussichtlich betroffenen Posten identifiziert und aufgrund des Szenarios neu bewertet. Zum Schluss werden die Auswirkungen auf das regulatorische bzw. ökonomische Eigenkapital festgestellt.Einen beispielhaften Stresstest-Ablauf zeigt Anhang 12.
Kreditportfoliomodelle:
Regelmäßig wird der unerwartete Verlust auf Portfolioebene (CVaR) durch Kreditportfoliomodelle, auch Kreditrisikomodelle genannt, gemessen. Da diese Modelle auch Ausfallkorrelationen zwischen den Kreditnehmern berücksichtigen, wird auch das Klumpen- bzw. Konzentrationsrisiko gemessen. Drei wichtige Modelle werden nachfolgend dargestellt und im Anhang 13 miteinander verglichen.
Credit Metrics:
Dieses Modell wurde von der US-amerikanischen Investmentbank J. P. Morgan Chase entwickelt und misst das Kreditrisiko in Form des Ausfall- und Bonitätsrisikos.
Credit Metrics bestimmt den CVaR anhand von Marktwertänderungen. Die Bestimm-ung läuft in folgenden Schritten ab. Im ersten Schritt wird jeder Kredit einer (internen oder externen) Ratingklasse zugeordnet und dessen Marktwert bestimmt. Als Marktwert eines Kredites gilt der Barwert des noch ausstehenden Kapitaldienstes. Als Abzinsungs- faktor wird ein risikoloser Zinssatz zuzüglich Zinsaufschlag (Credit Spread) je nach Ratingklasse verwendet.
Im zweiten Schritt werden für jeden Kredit mögliche Marktwertänderungen aufgrund einer veränderten Ratingeinstufung (Migration) berechnet. Dies erfolgt mithilfe einer Migrationsmatrix, welche die Wahrscheinlichkeit einer Ratingänderung von einem in das nächste Jahr darstellt (siehe Anhang 14). Wandert ein Kredit in eine andere Rating-klasse, muss dessen Barwert neu berechnet werden. Schließlich werden in einem dritten Schritt Korrelationen zwischen allen Krediten des Kreditportfolios berücksichtigt, um den CVaR auf Portfolioebene zu berechnen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836628440
Arbeit zitieren:
Thamm, Sebastian Dezember 2008: Einsatz moderner Kreditrisikotransferinstrumente im aktiven Kreditrisikomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kreditrisikomanagement, Kreditrisikotransfer, Kreditderivate, Verbriefungen, Subprime



