Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten auf Public Private Partnership Modelle in der Bauwirtschaft
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Mato Bilanović
- Abgabedatum: Mai 2007
- Umfang: 146 Seiten
- Dateigröße: 750,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: University of Applied Science - Fachhochulstudiengänge Burgenland GmbH Österreich
- Bibliografie: ca. 105
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0777-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bilanović, Mato Mai 2007: Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten auf Public Private Partnership Modelle in der Bauwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Public Private Partnership, Bauwirtschaft, Finanzierung, Fremdkapital, SWOT-Analyse
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Diplomarbeit von Mato Bilanović
Problemstellung:
Die ansteigende Bedeutung von Public Private Partnerships zur Realisierung von öffentlichen Infrastrukturprojekten lässt ihr Wachstumspotential in der Zukunft nur vermuten. Tatsache ist, dass die Zahl öffentlicher Projekte, die an Private übergeben werden, stetig wächst. Im angelsächsischen Raum sind PPP-Modelle weit verbreitete Instrumente zur Realisierung öffentlicher Investitionsvorhaben.
Bedauerlicherweise setzten sich diese Modelle speziell in Österreich mit erheblicher Zeitverzögerung durch. Dennoch erlebten sie Anfang der neunziger Jahre einen Aufschwung und heute ist dieser Trend bei der Realisierung von öffentlichen Infrastrukturvorhaben nicht mehr wegzudenken.
Durch die Kooperation des öffentlichen und des privaten Partners werden die Stärken dieser beiden Parteien kombiniert und als Folge Effizienzvorteile erzielt. Aufgrund der desolaten finanziellen Lage des öffentlichen Partners müssen die Projekte auch durch den Privaten mitfinanziert werden. Hier scheidet bereits die Mehrheit potentieller privater Projektpartner aus dem Vergabeverfahren aus, da sie möglicherweise die erwartete Liquidität und Bonität nicht aufweisen können.
In dieser Arbeit wird spezifisch auf dieses Problem eingegangen. Herkömmliche Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzeierung und die dabei verwendeten Instrumente reichen oft nicht mehr aus, um manche Investitionsvorhaben zu realisieren. Infolgedessen wird versucht, durch den Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten, die Finanzierung von PPP-Modellen zu optimieren.
Dadurch könnte die Wettbewerbsfähigkeit privater Partner (Banken, Bauunternehmen, privaten Finanziers) bei nationalen wie auch internationalen Infrastrukturprojekten sichergestellt werden, weil immer häufiger hängt der Vertragsabschluss mit den staatlichen Projektpartnern infolge deren Budgetknappheit von der „Mitlieferung“ einer geeigneten Finanzierungsstruktur ab. Insbesondere ist diese Entwicklung im Bereich in der Bauwirtschaft feststellbar.
In diesem Zusammenhang kommt sog. PPP-Modellen in Verbindung mit alternativen Finanzierungsinstrumenten eine erhöhte Bedeutung zu. Im Vordergrund nachfolgender Fragestellungen sollen hier insbesondere verschiedene Formen hybrider Finanzierungen, wie Genussrechte, typisch und atypisch stille Beteiligungen, partiarische Darlehen etc. analysiert werden und ihre Eignung für einen Einsatz in PPP-Modellen geprüft werden.
In der folgenden Arbeit sollen primär zwei Ziele mit der Beantwortung der folgenden wissenschaftlichen Fragestellungen verfolgt werden:
Welche Grundformen an PPP-Modellen werden von der Bauwirtschaft zur Durchführung von öffentlichen Infrastrukturprojekten herangezogen?
Welche Formen hybrider Finanzierungsinstrumenten eignen sich grundsätzlich für einen Einsatz in PPP-Modellen?
Welche Formen hybrider Finanzierungen sind in Abhängigkeit vom Typus des PPP-Modells einsetzbar und welche werden tatsächlich in der österreichischen Bauwirtschaft eingesetzt?
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Finanzierungsinstrumente in Abhängigkeit ihrer Einsatzfähigkeit auf das jeweils angewandte PPP-Modell in betriebswirtschaftlicher und liquiditätstechnischer Hinsicht zu optimieren. Anhand von Modellmustern sollen Planungsausschnitte die Problemdimensionen und Lösungsansätze veranschaulichen und unterstützen.
Zweitens soll zusätzlich durch die Kombination von PPP-Modellen und den Einsatz von hybriden Finanzierungsformen eine eigenkapitaläquivalente Finanzierungsalternative präsentiert werden, die durch ihren Einsatz eine Reduktion der Finanzierungskosten ermöglicht. Somit wird den Unternehmen hinsichtlich ihrer Finanzierungsstruktur eine höhere Flexibilität geboten.
Der Nutzen dieser Arbeit liegt vordergründig in der Optimierung von PPP-Modellen durch den Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten und der damit zusammenhängenden Erzeugung eines Wettbewerbsvorteils über die immer bedeutender werdende Finanzierungskomponente bei öffentlichen Ausschreibungen im Bereich des kommunalen Bausektors. Anhand verschiedener Planungsmodelle sollen diese betriebswirtschaftlichen und liquiditätswirksamen Maßnahmen veranschaulicht werden.
Gang der Untersuchung:
Im der vorliegenden Arbeit wird versucht sich schrittweise an das Thema heranzuarbeiten. Dazu werden im zweiten Kapitel zunächst wesentliche Begriffe von Public Private Partnerships und Projektfinanzierung vorgestellt, welche für das Verständnis dieser Arbeit von Bedeutung sind. Außerdem wird als Hauptpunkt in Kapitel zwei ein Überblick über die PPP-Modelle, die bei öffentlichen Infrastrukturprojekten zum Einsatz kommen, gegeben. Danach erfolgt bereits eine Abgrenzung des theoretischen und empirischen Teils dieser Arbeit. Es werden realisierte PPP-Projekte präsentiert, die nach den in Kapitel 2.4 dargestellten PPP-Modellen unterteilt werden. Letztlich werden diese Projekte nach der SWOT-Analyse von Kotler/Armstrong/Saunders/Wong kritisch begutachtet.
Das dritte Kapitel „Grundsätzlich geeignete hybride Finanzierungsformen für den Einsatz in PPP-Modellen“ geht kurz auf die Definitionen und Charakteristika hybrider Finanzierungsinstrumente ein. Danach werden ausgewählte hybride Finanzierungsinstrumente nach umfangreicher Literaturrecherche spezifiziert und klassifiziert. Der Verfasser konzentriert sich hierbei auf die theoretische Abhandlung dieser Instrumente, sowie auf ihre Vor- und Nachteile. Das dritte Kapitel endet mit der Darstellung der Renditekomponenten der in Kapitel 3.2 demonstrierten hybriden Finanzierungsinstrumente.
Das Ziel des Kapitels vier ist es zu zeigen, in welcher Projektphase der Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten am effizientesten ist. Dabei wird auf vier wichtige Bewertungskriterien hybrider Finanzierungsinstrumente in Bezug auf einen Einsatz in PPP-Modellen eingegangen. Das Kapitel vier wird abschließend durch die Darstellung von Rahmenbedingungen für die hybride Finanzierung von PPP-Modellen abgerundet.
Nachdem in den ersten drei Kapiteln das Fundament für den eigentlichen Schwerpunkt der Arbeit geschaffen wurde, konzentriert sich das Kapitel fünf auf die Prüfung der Einsatzfähigkeit von hybriden Finanzierungsinstrumenten in ausgewählten PPP-Modellen. Die Prüfung orientiert sich an den theoretischen Ansätzen der Arbeit und wird systematisch durchgeführt, d.h. die in Kapitel in Kapitel 3.2 demonstrierten hybriden Finanzierungsinstrumente werden den in Kapitel 2.4 dargestellten PPP-Modellen gegenübergestellt und auf ihre Einsatzfähigkeit überprüft.
Das sechste Kapitel, welches den empirischen Teil der Arbeit bildet, der auf die dritte wissenschaftliche Fragestellung Bezug nimmt, soll einen Einblick in die österreichische Praxis geben. Es kommen leitfadengestützte problemzentrierte Interviews mit Betroffenen zum Einsatz. Ziel des empirischen Teils ist es herauszufinden, ob die Resultate des Kapitels fünf auch in der Praxis von Relevanz sind. Spezifischer ausformuliert bedeutet dies, dass zuerst der Bedarf nach alternativen Finanzierungsinstrumenten für die Finanzierung von PPP-Modellen ermittelt wird.
Anschließend konzentriert sich der Verfasser auf die Erhebung der Nutzung von hybriden Finanzierungsinstrumenten in PPP-Modellen. Weiters wird die Einsatzfähigkeit von hybriden Finanzierungsinstrumenten in ausgewählten PPP-Modellen im Zuge der Interviews überprüft. Es werden im Rahmen der Interviewrunden die theoretischen Ergebnisse der Arbeit durch den Interviewer präsentiert und darauf folgend die Meinungen der Betroffenen erfragt.
Das letzte Kapitel stellt das Resümee dar und rundet die Arbeit in Form einer kurzen Zusammenfassung, Schlussfolgerung und Interpretation der empirischen Ergebnisse ab.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemhintergrund | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Nutzen der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | PPP-MODELLE, DIE BEI INTERNATIONALEN BAUPROJEKTEN HERANGEZOGEN WERDEN | 5 |
| 2.1 | Einleitung | 5 |
| 2.2 | Definition von PPP-Modellen | 6 |
| 2.3 | Mögliche Partner im PPP-Modell | 7 |
| 2.4 | PPP-Modelle, die bei internationalen Infrastrukturprojekten herangezogen werden | 8 |
| 2.4.1 | Überblick | 8 |
| 2.4.2 | Betreibermodell | 8 |
| 2.4.3 | Leasingmodell | 11 |
| 2.4.4 | Konzessionsmodell | 13 |
| 2.4.5 | Kooperationsmodell | 14 |
| 2.5 | Kriterien für die Auswahl von PPP-Modellen | 16 |
| 2.5.1 | Einleitung | 16 |
| 2.5.2 | Leistungskontrolle und Vergütung | 16 |
| 2.5.2 | Effektivität | 17 |
| 2.5.3 | Finanzierungsrechtliche Aspekte | 18 |
| 2.5.4 | Kontrolle und Transparenz | 19 |
| 2.5.5 | Risiko | 20 |
| 2.6 | Realisierte Projekte in den unterschiedlichen Infrastrukturbereichen | 22 |
| 2.6.1 | Einleitung | 22 |
| 2.6.2 | Realisierte Projekte im Bereich der Infrastruktur allgemein | 22 |
| 2.6.3 | Realisierte Projekte im Bereich der Straße | 24 |
| 2.6.4 | Realisierte Projekte im Bereich Wasser und Abfall | 24 |
| 2.7 | SWOT-Analyse am Beispiel realisierter PPP-Projekte, mit Konzentration auf den Finanzierungsbereich | 26 |
| 2.7.1 | Einleitung | 26 |
| 2.7.2 | SWOT-Analyse realisierter Projekte in tabellarischer Darstellung nach Kotler und Armstrong | 27 |
| 2.7.3 | Optimierungsvorschläge durch den Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten | 29 |
| 3. | GRUNDSÄTZLICH GEEIGNETE HYBRIDE FINANZIERUNGSFORMEN FÜR DEN EINSATZ IN PPP-MODELLEN | 31 |
| 3.1 | Begriffsdefinition und Merkmale hybrider Finanzierungsinstrumente | 31 |
| 3.1.1 | Einleitung | 31 |
| 3.1.2 | Definition | 31 |
| 3.1.3 | Merkmale hybrider Finanzierungsinstrumente | 32 |
| 3.2 | Ausgewählte Formen hybrider Finanzierungsinstrumente | 36 |
| 3.2.1 | Hybride Finanzierungsinstrumente mit Fremdkapitalausrichtung | 38 |
| 3.2.1.1 | Typisch stille Beteiligung | 38 |
| 3.2.1.2 | Nachrangdarlehen | 40 |
| 3.2.1.3 | Partiarische Darlehen | 42 |
| 3.2.1.4 | Verkäuferdarlehen | 43 |
| 3.2.2 | Hybride Finanzierungsinstrumente mit Eigenkapitalausrichtung | 44 |
| 3.2.2.1 | Genussrechte | 44 |
| 3.2.2.2 | Atypisch stille Beteiligung | 47 |
| 3.3 | Hybride Finanzierungsinstrumente in der Projektfinanzierung | 48 |
| 3.4 | Renditekomponenten bei der Anwendung hybrider Finanzierungsinstrumente | 49 |
| 3.4.1 | Beteiligung am Unternehmenserfolg (Equity Kicker) | 49 |
| 3.4.2 | Möglichkeiten zur Gestaltung der Zinskomponente | 50 |
| 3.4.2.1 | Nullkuponanleihen (Zero-Bonds) | 51 |
| 3.4.2.2 | Floating Rate Notes | 51 |
| 3.4.2.3 | Gewinnobligationen (Gewinnschuldverschreibungen) | 52 |
| Exkurs | 53 | |
| Mezzanin Fonds | 53 | |
| 4. | EINSATZ HYBRIDER FINANZIERUNGSINSTRUMENTE IN ABHÄNGIGKEIT VOM PROJEKTVERLAUF EINES PPP-MODELLS | 55 |
| 4.1 | Einleitung | 55 |
| 4.2 | Bewertungskriterien hybrider Finanzierungsinstrumente hinsichtlich ihres Einsatzes in PPP-Modellen | 55 |
| 4.2.1 | Lebenszyklusansatz | 55 |
| 4.2.2 | Übernahme von Projektrisiken | 58 |
| 4.2.3 | Transparenz durch öffentlich-private Partnerschaft | 59 |
| 4.2.4 | Cashflowbasierende Rückzahlung | 60 |
| 4.3 | Rahmenbedingungen für die hybride Finanzierung von PPP-Modellen | 61 |
| 4.3.1 | Beschaffungsvariantenvergleich von Projekten konventionell und durch PPP | 61 |
| 4.3.1.1 | Wirtschaftlichkeitsuntersuchung | 61 |
| 4.3.1.2 | Risiko-Rendite Relation | 64 |
| 5. | PRÜFUNG DER EINSATZFÄHIGKEIT HYBRIDER FINANZIERUNGSINSTRUMENTE AM BEISPIEL UNTERSUCHTER PPP-MODELLE | 65 |
| 5.1 | Einleitung | 65 |
| 5.2 | Betreibermodell | 65 |
| 5.2.1 | Einsatz typisch stiller Beteiligung | 67 |
| 5.2.2 | Einsatz von Nachrangdarlehen | 69 |
| 5.2.3 | Einsatz von Partiarischen Darlehen | 70 |
| 5.2.4 | Einsatz von Verkäuferdarlehen | 72 |
| 5.2.5 | Einsatz von Genussrechten | 72 |
| 5.2.6 | Einsatz atypisch stiller Beteiligungen | 74 |
| 5.3 | PPP-Leasingmodell | 75 |
| 5.3.1 | Einsatz typisch stiller Beteiligung | 76 |
| 5.3.2 | Einsatz von Nachrangdarlehen | 78 |
| 5.3.3 | Einsatz von partiarischen Darlehen | 79 |
| 5.3.4 | Einsatz von Verkäuferdarlehen | 79 |
| 5.3.5 | Einsatz von Genussrechten | 80 |
| 5.3.6 | Einsatz atypisch stiller Beteiligungen | 82 |
| 5.4 | Konzessionsmodell | 82 |
| 5.4.1 | Einsatz typisch stiller Beteiligung | 83 |
| 5.4.2 | Einsatz von Nachrangdarlehen | 84 |
| 5.4.3 | Einsatz von partiarischen Darlehen | 84 |
| 5.4.4 | Einsatz von Verkäuferdarlehen | 85 |
| 5.4.5 | Einsatz von Genussrechten | 85 |
| 5.4.6 | Einsatz von atypisch stillen Beteiligungen | 87 |
| 5.5 | Kooperationsmodell | 88 |
| 5.5.1 | Einsatz typisch stiller Beteiligung | 89 |
| 5.5.2 | Einsatz von Nachrangdarlehen | 90 |
| 5.5.3 | Einsatz von partiarischen Darlehen | 91 |
| 5.5.4 | Einsatz von Verkäuferdarlehen | 92 |
| 5.5.5 | Einsatz von Genussrechten | 92 |
| 5.5.6 | Einsatz atypisch stiller Beteiligung | 93 |
| 5.6 | Musterhafte Darstellung der Ergebnisse | 95 |
| 6. | EMPIRISCHE ERHEBUNG | 96 |
| 6.1 | Forschungsproblem | 96 |
| 6.2 | Forschungsdesign | 96 |
| 6.2.1 | Forschungsmethode und Erhebungsinstrument | 97 |
| 6.2.1.1 | Qualitative Befragung mittels Leitfadeninterview | 97 |
| 6.2.1.2 | Qualitatives Interview mit Betroffenen | 98 |
| 6.2.2 | Die Festlegung der Stichprobe der Betroffenen | 100 |
| 6.2.3 | Forschungsziele und Erstellung des Leitfadens | 101 |
| 6.2.4 | Die Datenerhebung | 102 |
| 6.2.5 | Analyse der Ergebnisse | 103 |
| 6.3 | Ergebnisse der empirischen Erhebung | 103 |
| 6.3.1 | Philosophien der interviewten Unternehmen/Gesellschaften im Hinblick auf eine Beteiligung an öffentlichen Infrastrukturprojekten | 104 |
| 6.3.2 | Status Quo in Bezug auf die Nutzung und Finanzierung von PPP-Modellen | 106 |
| 6.3.2.1 | In der Praxis genutzte PPP-Modelle | 107 |
| 6.3.2.2 | Konstellation der Finanzierung von PPP-Modellen | 108 |
| 6.3.2.3 | Erhebung des Bedarfs nach der Optimierung der Finanzierung von PPP-Modellen | 110 |
| 6.3.3 | Tatsächlicher Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten in PPP-Modellen in der Bauwirtschaft | 112 |
| 6.3.3.1 | Erhebung der Einsatzbereitschaft von hybriden Finanzierungsinstrumenten in PPP-Modellen | 112 |
| 6.3.3.2 | Prüfung der grundsätzlichen Eignung ausgewählter hybrider Finanzierungsinstrumente hinsichtlich eines Einsatzes in PPP-Modellen | 114 |
| 6.3.3.3 | Die Konstellation der Renditekomponenten hybrider Finanzierungsinstrumente | 116 |
| 6.3.3.4 | Einsatz hybrider Finanzierungsinstrumente: Pro und Contras | 117 |
| 6.3.4 | Die Beteiligung des bauwirtschaftlichen Mittelstands bei der Realisierung von PPP-Modellen | 119 |
| 7. | RESÜMEE | 121 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 127 | |
| ANHANG | 135 |
Textprobe:
Kapitel 5.4, Konzessionsmodell:
Wie schon in Kapitel 2.4.4 bereits angeführt, handelt es sich beim Konzessionsmodell um eine Form privatwirtschaftlicher Projektfinanzierung. Die Projektgesellschaft nimmt die, für die Investition benötigten, Finanzmittel im eigenen Namen auf und bilanziert als einziges Aktivum die entgeltlich erworbene Konzession für Bau und Nutzung der entsprechenden Investition. Da das eigentliche Anlagevermögen nicht benötigt wird, geht das Wirtschaftsgut unmittelbar nach Fertigstellung in das Eigentum der kommunalen Verwaltungsträger über. Wenn die Nutzung dieses Gutes durch die Kunden vollständig gebührenfrei erfolgen soll, zahlt der Verwaltungsträger, zur Deckung der Investitionsausgaben der Projektgesellschaft, ein nutzungsabhängiges Entgelt für einen vertraglich festgelegten Zeitraum.
Die Abwasserbeseitigungsanlage Kötschach-Mauthen wurde durch ein Konzessionsmodell realisiert. Die Beteiligung der Kommune betrug 51 % und die des privaten Partners 49 %. Durch die öffentlich private Realisierung reduzierten sich die Investitionskosten um 50 % - Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Gründe dafür waren auch, dass sich die Projektgesellschaft zu kommunalen Kreditkonditionen refinanzieren konnte. Der ausschlaggebende Faktor waren aber die Effizienzvorteile durch die Integration des privatwirtschaftlichen Partners in den Bereiterstellungsprozess.
Da im Rahmen eines Konzessionsmodells der Eigentumstransfer unverzüglich nach Fertigstellung des Investitionsobjekts an den öffentlichen Partner erfolgt, minimiert sich das Erlösrisiko für den privaten Partner sowie für etwaige Investoren. Diese Tatsache verschafft dem Konzessionsmodell höhere Attraktivität, in Bezug auf die Investitionsbereitschaft von Mezzaninkapitalgebern, verglichen mit Betreiber- und Leasingmodellen. Die Ausgestaltung hybrider Finanzierungsinstrumente ist sehr flexibel. Um Wiederholungen in der Arbeit zu vermeiden wird bezüglich der Gestaltung der Renditekomponenten auf Kapitel 5.2 ff. verwiesen.
Einsatz von typisch stillen Beteiligungen:
Beim Konzessionsmodell handelt es sich um ein Betreibermodell mit einem oligopolen Gemeingut, welches im Falle der Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen die entgeltlich erworbene Konzession ist. Folglich kann gesagt werden, dass der Einsatz von stillen Beteiligungen auch in Konzessionsmodellen grundsätzlich möglich ist. Auch bei einem Konzessionsmodell wird, wie bei einem Betreibermodell, eine Projektgesellschaft – in Form einer Kapitalgesellschaft- gegründet.
Dieser Schritt ermöglicht der Kommune ein Projekt unabhängig von zukünftigen politischen Entscheidungen zu realisieren. Zusätzlich ergeben sich für die Gesellschaft steuerliche Vorteile, da die stille Beteiligung weder der Gewerbe- noch der Vermögenssteuer unterliegt. Für die Kommune bedeutet dies, dass sie das Eigenkapitalproblem löst. Zusätzlich sind Gewinnausschüttungen auf stille Beteiligungen steuerlich abzugsfähig. Die einzige Barriere für einen Einsatz dieses hybriden Finanzierungsinstruments stellt eine mögliche negative Stellung der Gesellschafterversammlung gegenüber der Beteiligungsfinanzierung durch Private dar.
Einsatz von Nachrangdarlehen:
In Kapitel 5.2.2 und 5.3.2 wurde schon der Einsatz von Nachrangdarlehen in Betreibermodellen revidiert. Bis auf eine deutlichere Fremdkapitalausrichtung der Nachrangdarlehen, sind sie und die typisch stillen Beteiligungen ähnliche Gebilde. Nachrangdarlehen gehen nicht in das Vermögen der Gesellschaft ein, sind aber aufgrund der Nachrangigkeit als Risikokapital der Gesellschaft zu klassifizieren. Der Inhalt des Nachrangs kann zwischen Gläubiger und Schuldner frei vereinbart werden. Nachrangdarlehen unterscheiden sich von typisch stillen Beteiligungen auch durch ihre kürzere Laufzeit. Dies klassifiziert sie als hybride Finanzierungsinstrumente, die bei kurzfristigem Kapitalbedarf eingesetzt werden können.
Für die „Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und Betriebsgesellschaft“ bedeutet dies, dass unvorhergesehener zukünftiger Kapitalbedarf durch die Aufnahme eines Nachrangdarlehens gedeckt werden kann. Auch sollte dem in Kapitel 4.2.1 geschilderten Lebenszyklusansatz große Beachtung geschenkt werden. Folglich sollte der Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten aus einer Position der Stärke erfolgen, und nicht erst, wenn erkannt wird, dass wichtige Bilanzrelationen dauerhaft verfehlt werden.
Einsatz von partiarischen Darlehen:
In Kapitel 5.2.3 wurde genauer auf den Einsatz von partiarischen Darlehen in Betreibermodellen eingegangen. Da partiarische Darlehen in der Praxis kaum eine Rolle spielen, muss nicht sonderlich auf die Prüfung ihrer Einsatzfähigkeit eingegangen werden. Da sie gegenüber Senior Loans nicht nachrangig gestellt sind, wirken sie sich auf die Bonität der Gesellschaft nicht positiv aus. Folglich erhöht sich die Eigenkapitalquote des Unternehmens nicht. Somit repräsentieren partiarische Darlehen reines Risikokapital.
Ein wesentlicher Vorteil ergibt sich durch den Einsatz von partiarischen Darlehen. Unabhängig davon, um welches PPP-Modell es sich handelt, benötigen sie keine materiellen Sicherheiten oder Bürgschaften. Da bei einem Konzessionsmodell der Eigentümer des Investitionsobjekts die Kommune ist – unverzüglich nach Fertigstellung des Objekts erfolgt der Eigentumstransfer an die Kommune -, verkörpert dies schon die nötige Sicherheit für den Investor. Weiters werden durch den Einsatz von partiarischen Darlehen keine gesellschaftsrechtlichen Beziehungen begründet, sondern nur schuldrechtliche. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Einsatz von partiarischen Darlehen in Konzessionsmodellen grundsätzlich möglich ist, jedoch existieren viel effizientere hybride Finanzierungsinstrumente.
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http://www.diplom.de/ean/9783836607773
Arbeit zitieren:
Bilanović, Mato Mai 2007: Einsatz von hybriden Finanzierungsinstrumenten auf Public Private Partnership Modelle in der Bauwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Public Private Partnership, Bauwirtschaft, Finanzierung, Fremdkapital, SWOT-Analyse



