Der Einsatz von Planspielen im Wirtschaftslehreunterricht
(Planspiel Lemco)
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Harald Dietlmeier
- Abgabedatum: Januar 1997
- Umfang: 53 Seiten
- Dateigröße: 451,1 KB
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1340-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1340-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1340-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietlmeier, Harald Januar 1997: Der Einsatz von Planspielen im Wirtschaftslehreunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Planspiele, Planspiel Lemco, Bildung, Bildungskonzepte
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Staatsexamensarbeit von Harald Dietlmeier
"Erleben müssen die Schüler den Unterricht, nicht absitzen oder gar erdulden. Qualifikationen (...) erwirbt man am besten durch eigenes, unmittelbares Tun, durch den echten Dialog. (...) Dialogfähigkeit setzt Mittun voraus - und das heißt nicht nur Mitwirkung, sondern auch Mitlenkung, Mitbestimmung." In diesem Sprichwort und diesem Zitat ist - wenn man beide genau liest - viel Zündstoff enthalten. Ist doch damit gemeint, dass in dem herkömmlichen Unterricht - den die Schüler "absitzen" bzw. "erdulden" - Qualifikationen zu wenig vermittelt werden und außerdem ein Großteil dessen, was die Schüler im Unterricht hören oder auch erklärt bekommen, sie wieder vergessen, weil sie nicht durch "eigenes, unmittelbares Tun" im Lerngeschehen integriert sind. Aber gerade diese Integration der Schüler in den Unterricht ist wichtig, damit die Schüler den Unterrichtsstoff auch verstehen und anwenden können.
Daneben soll offensichtlich das Ziel des Unterrichts nicht nur sein, kognitive Lernprozesse beim Schüler auszulösen, sondern auch Kompetenzen zu fördern, die zwar anhand von konkreten Lerngegenständen erworben und geschult werden müssen, aber grundsätzlich von ihnen losgelöst sind. Solche Kompetenzen werden Schlüsselqualifikationen genannt oder - pädagogisch aufgeladen - als Handlungskompetenz bezeichnet.
Folgende Übersicht zeigt den Zusammenhang von Unterrichtsformen und ihre Fähigkeit, Schlüsselqualifikationen resp. Handlungskompetenz zu fördern. Anzumerken ist ausdrücklich, dass es sich hier um eine sehr plakative Einteilung handelt, die willkürliche Grenzen zieht, wo im Grunde genommen fließende Übergänge herrschen.
Offensichtlich wird das Planspiel als eine sehr gute Möglichkeit angesehen, einen handlungsorientierten Unterricht zu bieten, wodurch der Forderung nach aktiver Teilnahme der Schüler am Unterricht nachgekommen werden kann. Daneben ist das Planspiel offensichtlich ebenso gut geeignet, Schlüsselqualifikationen bzw. Handlungskompetenz zu fördern.
Für mich sind dies zwei gewichtige Gründe, sich mit einem Planspiel im konkreten Unterrichtsgeschehen auseinander zu setzen. Dazu werde ich im ersten Teil der Arbeit eine begriffliche Abgrenzung und Bestimmung von Handlungsorientierung, Schlüsselqualifikationen und Handlungskompetenz vornehmen. Anschließend gehe ich auf die Entwicklung, den Aufbau und Ablauf von Planspielen ein.
Im praktischen Teil stelle ich das Planspiel LEMCO vor. Bei diesem Planspiel geht es um die Beschaffungsplanung eines Getränkemarktes. Ziel ist es dabei, den Gewinn zu maximieren unter der Nebenbedingung, die Lagerkosten zu minimieren und trotzdem die Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten. Dieses Planspiel setzte ich in der zehnten Jahrgangsstufe einer Einzelhandelsklasse ein. Dazu werde ich von meinen Beobachtungen und Erfahrungen während des Planspiels berichten. Nach der Durchführung des Planspiels versuchte ich im Sinne des handlungsorientierten Unterrichts, mit Hilfe eines Fragenkataloges, den die Schüler anonym ausfüllten, ihren Lernfortschritt festzustellen und ihre Erfahrungen mit dem Planspiel festzuhalten. Abgeschlossen wird diese Arbeit mit einer Auswertung des Fragenkataloges und Zusammenfassung und Beurteilung der gewonnenen Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| II. | Zur Forderung nach Handlungsorientierung des Unterrichts | 3 |
| II.1. | Begrifflicher Rahmen des didaktischen Konzepts der Handlungsorientierung | 3 |
| II.2. | Zum Zusammenhang von Schlüsselqualifikationen und Handlungskompetenz | 5 |
| III. | Das Planspiel | 7 |
| III.1. | Historische Entwicklung | 7 |
| III.2. | Der Aufbau von Planspielen | 7 |
| III.3. | Der Ablauf von Planspielen | 8 |
| IV. | Das Planspiel LEMCO | 9 |
| IV.1. | Beschreibung und Ablauf des Spiels | 9 |
| IV.2. | Einordnung des Planspiels LEMCO | 11 |
| IV.3. | Einsatzmöglichkeiten des Planspiels LEMCO | 12 |
| V. | Die Klasse | 13 |
| VI. | Das Thema | 14 |
| VI.1. | Stellung des Themas im Lehrplan | 14 |
| VI.2. | Abgrenzung des Themas | 15 |
| VII. | Methodische Entscheidungen | 15 |
| VII.1. | Stufung des Unterrichts | 16 |
| VII.2. | Aktions- und Sozialformen | 17 |
| VII.3. | Medien | 18 |
| VIII. | Lernziele | 19 |
| IX. | Tatsächlicher Unterrichtsverlauf | 20 |
| X. | Beobachtungen während des Spiels | 20 |
| XI. | Beobachtungen während der Ergebnispräsentation | 22 |
| XII. | Auswertung des Fragenkataloges | 22 |
| XXIII | Zusammenfassung und Beurteilung | 24 |
| Literaturverzeichnis | II | |
| Anhangsverzeichnis | IV | |
| Anhang |
Wie bereits oben erwähnt, wurde das Thema Lagerhaltung als zweiter Unterrichtsblock behandelt. Am 15.10.96 wurden die Schüler in dieses Thema eingeführt, beginnend mit den Funktionen des Lagers. Da das Fach Wirtschaftslehre mit 4 Wochenstunden unterrichtet wird, gelang es mir, bis zu den Herbstferien die Lernziele 6.1, 6.2 und 6.3 zu erreichen. Am Dienstag und Donnerstag nach den Herbstferien übernahm ich in dieser Klasse jeweils eine Stunde Vertretung für einen erkrankten Kollegen, wodurch ich in dieser Woche 6 Unterrichtsstunden zur Verfügung hatte. In dieser Zeit konnte das Lernziel 6.4 mit Übungsphasen komplett abgeschlossen werden. Als Hausaufgabe für den 12.11.96 (an diesem Tag wurde das Planspiel durchgeführt) sollten die Schülerinnen und Schüler die Informationsblätter I bis IV durcharbeiten, so dass die Schüler für das eigentliche Spiel bereits theoretisch vorbereitet waren. [...]
Seite 17 Ausnutzen von Preisvorteilen“, zu 6.3. „Lagerkosten“ und zu 6.4 „durchschnittlicher Lagerbestand“. Diese Lernziele werden im o.g. Lehrplan an letzter Stelle genannt. Das darf nicht dahingehend verstanden werden, dass diese Unterrichtseinheit auch erst am Schuljahresende behandelt werden dürfte. Nach sorgfältiger Überlegung scheint es mir vertretbar, mit dem Thema Lagerhaltung relativ früh zu beginnen, da im Lehrplan für Wirtschaftslehre Lernziele nicht enthalten sind, auf die das Thema Lagerhaltung aufbauen würde45. Außerdem hatten die Schüler bereits (zugegeben geringe) Berufserfahrung mit dem Thema Lagerhaltung, wie ich im Nachhinein bei der Erarbeitung dieses Themas (z.B. Lagerarten, Funktionen des Lagers) feststellen konnte. Somit ist es auch in fachdidaktischer Hinsicht möglich, dieses Thema vorweg zu behandeln. Da es mir wichtig erscheint, die Schüler zuerst über ihre Rechte und Pflichten während ihrer Berufsausbildung aufzuklären, wählte ich als erste Unterrichtseinheit das Lernziel 1 „Berufsausbildung im Einzelhandel“. Nach dieser Unterrichtseinheit „Lagerhaltung“ fuhr ich mit dem Lernziel 2 „Grundlagen des Wirtschaftens“ fort. An dieser Schule gibt es in dieser Jahrgangsstufe zwei Parallelklassen. Hier ist eine Abstimmung der Fachlehrer schon deswegen sinnvoll, um ein gegenseitiges „Einspringen im Krankheitsfall“ zu ermöglichen. [...]
Folgende Übersicht gibt Auskunft über das Schüleralter: Fast ¾ der Schüler sind im Alter von 15 bis 16 Verteilung Schüleralter Jahren. In absoluten Zahlen sind dies 19 4% Schülerinnen und Schüler. Sechs Schülerinnen 15-16 Jahre 23% und Schüler sind zwischen 17 und 18 Jahre, 17-18 Jahre 21 Jahre lediglich ein Schüler ist 21 Jahre alt. Das 73% entsprechend geringe Durchschnittsalter liegt daran, dass die meisten Schüler zuletzt die Volksschule besucht hatten. Im einzelnen sind es 23 Schülerinnen und Schüler, von denen 15 diese mit dem qualifizierenden Hauptschulabschluss (Vsq) und 8 mit dem erfolgreichen Verteilung Vorbildung Hauptschulabschluss (Vse) verließen. Die restlichen 3 Schülerinnen und Schüler verfügen über 15 einen Realschulabschluss (R). Der größte Teil der Schüler ist somit in einer 5 Lebensphase, die in der Regel von eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit gekennzeichnet ist. 0 Vse Vsq R Zusätzlich sind die meisten Schüler nicht gewohnt, im Unterricht über längere Zeit selbstständig zu arbeiten: für alle Schüler war ein Planspiel bzw. diese Form des handlungsorientierten, schülerzentrierten Unterrichts ein Novum. Außerdem sind wegen ihrer Vorbildung und ihres Lebensalters nur wenige auf Anhieb in der Lage, Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen, zu analysieren und entspechende Handlungsanweisungen zu formulieren. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832413408
Arbeit zitieren:
Dietlmeier, Harald Januar 1997: Der Einsatz von Planspielen im Wirtschaftslehreunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Planspiele, Planspiel Lemco, Bildung, Bildungskonzepte



