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Der Einsatz von Hunden in der tiergestützten Arbeit - Erörterung am Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit aggressiv-dissozialen Verhaltensstörungen in sozialpädagogischen Einrichtungen

Der Einsatz von Hunden in der tiergestützten Arbeit - Erörterung am Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit aggressiv-dissozialen Verhaltensstörungen in sozialpädagogischen Einrichtungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Melanie Zachariä
  • Abgabedatum: März 2011
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 8,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1206-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zachariä, Melanie März 2011: Der Einsatz von Hunden in der tiergestützten Arbeit - Erörterung am Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit aggressiv-dissozialen Verhaltensstörungen in sozialpädagogischen Einrichtungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: tiergestützt, Therapie, Sozialpädagogik, Arbeit mit Tieren, Kinder und Jugendliche

Diplomarbeit von Melanie Zachariä

Einleitung:

Im Rahmen dieser Arbeit wird der bisher empirisch erforschte Einfluss von Tieren, insbesondere von Hunden, auf Kinder und Jugendliche, die in ihrem Sozial¬verhalten gestört sind, thematisiert.

Aufgrund der Tatsache, dass zum Einsatz von Hunden bei Verhaltensstörungen nur wenig geforscht wird, soll im methodischen Teil der Arbeit durch eine Erhebung herausgefunden werden, ob Wissen über und Interesse an tiergestützten Arbeitsweisen in sozialen Bereichen vorhanden ist, inwieweit die Praktik der fachlichen Zusammenarbeit mit Hunden derzeit angewandt wird, welche Erfahrungen eventuell gemacht wurden und ob Aufklärung notwendig ist.

Es stellen sich zusätzlich die Fragen:

• Ist die Unterstützung der sozialpädagogischen Arbeit durch den Hund sinnvoll?

• Ist es überhaupt möglich mit Hilfe eines Hundes auf aggressiv-dissoziales Verhalten positiv einzuwirken?

Im zweiten Kapitel der Arbeit soll die Klientel beschrieben werden, auf die sich die Untersuchung bezieht. Es wird erläutert, welche Symptome der Terminus Verhaltensstörung trägt. Anschließend wird speziell auf aggressiv-dissoziales Verhalten bei Kindern und Jugendlichen eingegangen. Anknüpfend daran werden die Ursachen, die zu den Störungen im Sozialverhalten führen können, aufgezeigt.

Im dritten Kapitel wird die Beziehung zwischen Mensch und Tier erörtert. Dabei stehen das Verhältnis des Kindes zur Natur und die besondere Bindung zwischen Kind und Hund im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Besonderheiten und das Wesen des Hundes werden in Punkt 3.3 herausgearbeitet, wobei auf dessen Intelligenz und Psyche besonderes Augenmerk gelegt werden.

Auf der beschriebenen Mensch-Hund-Beziehung gründet die Bedeutung des vierten Kapitels, welches sich der tiergestützten therapeutischen, pädagogischen und freizeitgestaltenden Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen widmet. Neben begrifflichen Klärungen wird veranschaulicht, was tiergestützte Arbeit beinhaltet, welche Unterteilungen existieren und mit welchen Intentionen sie durchgeführt wird. Des Weiteren soll an dieser Stelle erörtert werden, welche Auswirkungen eine durch Hunde gestützte Behandlung oder Betreuung verhaltensgestörter, aggressiv-dissozialer Kinder und Jugendlicher haben kann. Es werden Möglichkeiten der positiven Beeinflussung des Sozialverhaltens und eines damit einhergehenden verbesserten Wohlbefindens der Betroffenen vorgestellt.

Kapitel 5 befasst sich mit dem methodischen Teil dieser Arbeit, erklärt den Vorgang der Untersuchung, d.h. den methodischen Ansatz, die Herleitung der Fragestellung, das verwendete Erhebungs- und Auswertungsinstrument sowie die Ergebnisse der Befragung.

Im Anschluss daran werden ein Fazit für die vorliegende Arbeit und ein Ausblick auf die Zukunft der tiergestützten Therapie gegeben.

Obwohl die Verfasserin in der vorliegenden Arbeit um einen geschlechtsneutralen Ausdruck bemüht war, finden sich zur Wahrung der Sprachökonomie nicht immer sowohl die weibliche als auch die männliche Wortform. Es soll jedoch hervorgehoben werden, dass bei der Nennung der männlichen Bezeichnung die weibliche als gleichwertig in die Betrachtung einbezogen wurde.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis iii
Darstellungsverzeichnis iv
Abbildungsverzeichnis iv
Tabellenverzeichnis iv
Vorwort v
1. Einleitung 1
2. Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen 3
2.1 Die spezielle Störung Aggression 5
2.2 Verursachung und Entstehung 7
3. Beziehung zwischen Mensch und Tier 9
3.1 Kinder und Natur 9
3.2 Kinder und Tiere 11
3.3 Das Wesen des Hundes 13
3.4 Kommunikation zwischen Mensch und Hund 17
4. Tiergestützte Arbeit 20
4.1 Begriffserklärungen 20
4.2 Zielsetzungen in der tiergestützten Arbeit 24
4.3 Einsatz und Wirkung von Hunden auf aggressive Kinder und Jugendliche 26
5. Methodischer Teil 33
5.1 Untersuchung 33
5.1.1 Methodischer Ansatz 33
5.1.2 Herleitung der Fragestellung 33
5.1.3 Zusammensetzung der Stichprobe 34
5.1.4 Erhebungszeitraum 34
5.1.5 Erhebungsinstrument 35
5.1.6 Auswertungsmethode 36
5.2 Ergebnisse und Auswertung 37
5.2.1 Auswertung der formellen Angaben 38
5.2.2 Auswertung der Selektionsfrage 43
5.2.3 Auswertung der Daten der integrierenden Einrichtungen 44
5.2.4 Auswertung der nicht integrierenden Einrichtungen 50
5.2.5 Auswertung zur Erfassung von Kontakten zu anderen Tieren 53
5.2.6 Auswertung der Wirksamkeit des Einsatzes von Hunden sowie Ist- und Soll-Erfassung der Rahmenbedingungen 54
5.2.7 Feedback der Befragten 58
5.3 Fazit 59
5.4 Ausblick 59
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 62
7. Anhang 65

Textprobe:

Kapitel 3.4, KOMMUNIKATION ZWISCHEN MENSCH UND HUND:

Soziales Miteinander ist abhängig von Kommunikationsprozessen und ohne diese nicht denkbar. ‘Wenn man nicht erkennt, daß es noch andere Lebewesen gibt, deren Verhalten einen direkt betreffen kann, besteht keine Notwendigkeit, überhaupt zu kommunizieren’.

Der Mensch kann sich mit dem Hund über akustische und körperliche Signale verständigen. Es gibt zwei konträre Komponenten im Verhalten des Wolfes, dem Vorfahren des Hundes. Zum einen die ‘geschlossene, stereotype, reizkonforme Reaktionsweise; innerartliche Signale lösen bei ihm immer eine typische Antwort aus, die weitgehend nicht durch Lernen modifiziert wird’. Sie sichert das Überleben durch ein konformes Zusammenleben im Rudel. Zum anderen ist dem Wolf ein ‘offenes Umweltverhalten’ innewohnend:

‘Die dort auf ihn einwirkenden Signale muß er zu verstehen und umzusetzen lernen; sein instinktives Verhalten wird hier verstandesmäßig gelenkt. Dies ist die überlebenswichtige Grundlage seiner Anpassungsfähigkeit’. Beim Hund als Kreation des Menschen sind diese zwei Aspekte assimiliert: In der Gemeinschaft mit dem Menschen muss er lernfähig sein und in der menschlichen Umwelt muss er verstärkt auf Signale achten.

Verbale Anweisungen versteht der Hund nur in Zusammenhang mit Worten, Gesten und der Mimik, die für ihn Signalcharakter haben. Die Bedeutung jener Signale müssen wir ihm zuvor beibringen. Der Hund verarbeitet diese situationsgebunden und lernt dabei auf unsere Aufforderung hin etwas zu tun bzw. zu unterlassen. Das, was Hunde mitteilen, ist immer eine räumlich und zeitlich begrenzte Stimmungsübertragung. Darauf muss sich der Mensch im Kommunikationsprozess mit dem Hund einstellen, denn dieser kann den Menschen nur so lange verstehen, wie eine direkte Verbindung zwischen beiden sowie eine direkte Bezogenheit zum Sachverhalt besteht. Insbesondere sein auf den Menschen übertragenes Bedürfnis nach Bindung motiviert ihn, dessen Sprache zu erlernen. Das Tier erlernt im Grunde nichts Neues, sondern statt innerartliche eben menschliche Signale, wodurch der Mensch es obendrein gefühlsmäßig an sich bindet.

Hunde lernen bereits im bloßen Beisammensein mit Menschen durch Beobachten und eignen sich selbstständig neue Ausdrucksweisen an, die sie benötigen, um uns etwas mitzuteilen. Seine Stimmung übermittelt der Hund sowohl verbal als auch nonverbal, auf jeden Fall mit wesentlich mehr Nachdruck und übersteigerten Darbietungen, als er es innerhalb seiner Art tun würde, damit ihn der weniger sensible Mensch auch versteht.

Würde der Mensch mehr auf das Tier eingehen und dem Hund aufmerksamer zuhören, könnte er auch aus der verbalen Sprache, den verschiedenen Lauten des Hundes mit seinen unterschiedlichen Bedeutungsnuancen, Informationen entnehmen. Hunde sind sogar fähig bestimmte Laute zu erlernen, etwa um im Dienste des Menschen etwas Bestimmtes zu melden.

Das Einsetzen des Blickkontaktes, die Haltung der Ohren und Rute und die Bewegung des Fangs sollen Auskünfte über soziale Dinge und den Gemütszustand geben. Zum Teil soll damit das Verhalten anderer Menschen und Hunde, mit denen es zu sozialen Interaktionen kommt, variiert werden.

Wenn Menschen und Tiere kommunizieren, bedienen sie sich vorrangig der nonverbalen analogen Verständigung über Gestik, Mimik, Augensprache, Stimmmodulation und Berührungen. Es ist der direkte Weg Gefühle, Intentionen und Beweggründe auszudrücken und aufzunehmen und besteht über die verschiedenen Genres hinweg. Selbst, wenn wir das Tier verbal ansprechen, vermittelt unser Körper das eigentlich Gemeinte. Die Anwesenheit eines Tieres regt beim Menschen die analoge Kommunikation, welche in der Entwicklung mehr und mehr in den Hintergrund tritt, intensiv an, öffnet den Menschen für Empathie, steigert die Aufmerksamkeit und persönliche Erlebnisfähigkeit. Alles, was wir auf diese Art und Weise äußern, steht in unmittelbarem Bezug zu dem, was wir fühlen und denken. Sie ist die ehrlichste Form der Kommunikation. Verständigungsschwierigkeiten werden vermieden. Dies ist ein ausschlaggebender Faktor für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Tieren zur Verbesserung der Befindlichkeit und Verhaltensmodifikation. Werden Tiere professionell in solchen Prozessen eingesetzt, ist es wichtig den ungezwungenen Dialog zwischen dem Mensch und dem Tier ohne Eingreifen geschehen zu lassen und dabei das Verhalten beider Parteien zu beobachten, um daraus Rückschlüsse auf die Kommunikationskompetenz und Bedürftigkeit des betroffenen Menschen zu ziehen.

Eine vertrauensvolle Begegnung zwischen Mensch und Tier erlaubt dem Menschen sich unvoreingenommener als gegenüber einem anderen Menschen auszudrücken. Je nachdem wie die Person gerade empfindet, kann sie das Tier streicheln, umarmen, liebkosen oder gar hemmungslos weinen.

‘Oft sind es gerade die sensiblen nonverbalen Kommunikationselemente, die dem Pädagogen bzw. Therapeuten erste Hinweise auf eine förderliche Entwicklung der Kommunikation zwischen dem Klienten und dem Tier anzeigen’. Dies kann unter anderem Entspannung sein, die sich in einer tiefen ausgeglichenen Atmung oder gelockerten Muskulatur zeigt.

Arbeit zitieren:
Zachariä, Melanie März 2011: Der Einsatz von Hunden in der tiergestützten Arbeit - Erörterung am Beispiel von Kindern und Jugendlichen mit aggressiv-dissozialen Verhaltensstörungen in sozialpädagogischen Einrichtungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
tiergestützt, Therapie, Sozialpädagogik, Arbeit mit Tieren, Kinder und Jugendliche

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