Der Einsatz von Externen
Die Entscheidung über den Einsatz und das zielorientierte Management von externen Professionals
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Robert Paust
- Abgabedatum: August 2002
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 854,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6148-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6148-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6148-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Paust, Robert August 2002: Der Einsatz von Externen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Blended Workforce, Freiberufliche Mitarbeit, Randbelegschaft, Prinzipal-Agent-Problem, Transaktionskostenanalyse
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Diplomarbeit von Robert Paust
Einleitung:
Der Einsatz von Externen ist ein empirisches Phänomen, das aus dem betrieblichen Alltag vor allem in Unternehmen der IT-Branche nicht mehr wegzudenken ist. Die Wissenschaft hat sich bisher allenfalls mit Teilaspekten dieses Phänomens auseinandergesetzt. Externe werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit als im und für das Unternehmen tätige Personen verstanden, die mit diesem keinen Arbeitsvertrag abschließen, sondern überwiegend über Werk- und Dienstverträge beschäftigt werden. Ihr Einsatz wird vor allem bezüglich zweier besonders praxisrelevant erscheinender Aspekte betrachtet: der Entscheidung über den Einsatz als Alternative zu Eigenerstellung und Fremdbezug und dem Management des Einsatzes.
Die Entscheidung stellt sich dabei als klassisches Make or Buy Problem dar. Die Literatur schlägt verschiedene Ansätze zur Lösung solcher Probleme vor. Beispiele sind zum einen der Vergleich interner und externer Produktionskosten als eher klassische Herangehensweise und zum anderen der Vergleich der Transaktionskosten der Alternativen. Keiner der beiden Ansätze berücksichtigt alleine jedoch alle wesentlich erscheinenden Entscheidungskriterien. So wird das Rahmenkonzept von Kehrer/Schade (1995) als drittes Verfahren beschrieben. Dieses erscheint umfassender angelegt und greift Ansätze der beiden zuvor beschriebenen Konzepte auf. Ergänzt um weitere relevante Entscheidungskriterien scheint damit eine fundierte und alle wesentlichen Aspekte berücksichtigende Entscheidung für oder wider den Einsatz von Externen möglich.
Des weiteren werden Grundzüge eines Managements des Einsatzes von Externen beschrieben. Oberziel dieses Managements soll dabei die Maximierung des Nutzens aus dem Einsatz Externer sein. Dieses Ziel lässt sich formal systematisieren. An der Systematisierung ansetzend können Anregungen für grundlegende Strategien der Nutzenmaximierung gegeben werden. Wesentliche Rahmenbedingungen für das Management ergeben sich zum einen aus den Eigenschaften des „typischen“ Externen, zum anderen aus wesentlichen Merkmalen der von den Externen zu erbringenden Leistungen, die als sog. Kontraktgüter beschrieben werden. Von zentraler Bedeutung ist daneben die Beziehung zwischen Externem und Unternehmen. Diese wird als Prinzipal-Agent-Problem modelliert. Risiken, die sich für das Unternehmen in einer solchen Beziehung aufgrund von Informationsasymmetrien ergeben, werden aufgegriffen und in einem letzten Schritt Managementmaßnahmen, die an ihrer Antizipation ansetzen, identifiziert.
Die wesentliche Erkenntnis der vorliegenden Arbeit kann darin gesehen werden, dass der Einsatz von Externen eine Herausforderung für die Unternehmensführung darstellt, zunächst Risiken und Chancen richtig einzuschätzen und den Einsatz dann nutzenoptimierend abzuwickeln. Beides stellt sich – eine differenzierte Reflexion der Rahmenbedingungen und deren Implikationen durch die Unternehmensführung vorausgesetzt – als durchaus handhabbare Managementaufgabe dar, die auch mit Hilfe der im Rahmen dieser Diplomarbeit dargestellten Verfahren der Entscheidungsfindung und Vorschläge für Managementmaßnahmen gelöst werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| ABSTRACT | I | |
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN | VI | |
| VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN, AKRONYME UND SYMBOLE | VII | |
| EINFÜHRUNG | 1 | |
| I. | GRUNDLAGEN UND ABGRENZUNGEN | 4 |
| I.1 | Herleitung eines Begriffsverständnisses | 4 |
| I.1.1 | Eine erste Annäherung: Der externe Schüler | 5 |
| I.1.2 | Zwei Dimensionen der Externalität und zwei Erscheinungsformen von Externen | 6 |
| I.1.3 | Der Einsatz von Externen als besondere Bezugsform von Leistungen | 8 |
| I.1.4 | Der Einsatz von Externen und das Outsourcing | 9 |
| I.2 | Zur Unternehmenszugehörigkeit und den Alternativen | 11 |
| I.2.1 | Der Arbeitsvertrag als typische formale Bindung eines Internen | 11 |
| I.2.2 | Der „freie“ Dienst- oder Werkvertrag als typische formale Bindung eines Externen | 12 |
| I.3 | Kontraktgüter als Teilmenge des externen Leistungsspektrums | 14 |
| I.3.1 | Kontraktgüter als neue Gütergruppe | 15 |
| I.3.2 | Abgrenzung von Kontraktgütern | 16 |
| I.3.3 | Der Untersuchungsgegenstand: Kontraktgüter herstellende Externe im IT-Bereich | 17 |
| II. | DIE ENTSCHEIDUNG ÜBER DEN EINSATZ VON EXTERNEN | 18 |
| II.1 | Grundlagen der Entscheidung | 19 |
| II.1.1 | Die Entscheidung als Make or Buy Problem | 19 |
| II.1.2 | Kriteriensammlung als Entscheidungsvorbereitung | 20 |
| II.1.3 | Einbettung von Kriterien in Entscheidungsverfahren | 23 |
| II.2 | Darstellung von Entscheidungsverfahren | 25 |
| II.2.1 | Das kostenrechnerische Kalkül: Vergleich zwischen internen und externen Produktionskosten | 25 |
| II.2.2 | Verfahren auf Basis des Transaktionskostenansatzes | 29 |
| II.2.3 | Ein integrierender Ansatz der Entscheidungsfindung | 36 |
| II.3 | Zusammenfassung und Hinweise auf Möglichkeiten einer weitergehenden Integration unterschiedlicher Ansätze einer Entscheidungsfindung | 40 |
| III. | DAS MANAGEMENT VON EXTERNEN | 42 |
| III.1 | Zielgrößen für das Management von Externen | 42 |
| III.1.1 | Nutzenkomponenten | 43 |
| III.1.2 | Kostenkomponenten | 46 |
| III.1.3 | Ableitung von Beispielen grundlegender Strategien und Ansatzpunkte des Managements von Externen | 47 |
| III.2 | Rahmenbedingungen des Managements von Externen | 48 |
| III.2.1 | Eigenschaften des typischen Externen als Arbeitskraftunternehmer | 49 |
| III.2.2 | Eigenschaften des Transaktionsobjektes als Kontraktgut | 53 |
| III.2.3 | Eigenschaften der Beziehung zwischen Unternehmen und Externem als Prinzipal-Agent-Situation | 54 |
| III.3 | Anregungen zur Gestaltung des Managements von Externen | 55 |
| III.3.1 | Ansatzpunkt 1: Reduzierung der Gefahr der Adverse Selection | 56 |
| III.3.2 | Ansatzpunkt 2: Reduzierung der Gefahr des Hold Up | 58 |
| III.3.3 | Ansatzpunkt 3: Reduzierung der Risiken des Moral Hazard | 60 |
| III.3.4 | Integrierte Betrachtung der identifizierten Management-Aspekte | 63 |
| IV. | FAZIT | 65 |
| ANHANG | VIII | |
| LITERATUR | XI | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | XVIII |
tung.134 Der Ansatz ist daher mit der Problemstellung dieser Arbeit grundsätzlich vereinbar.135 Dabei wenden die Autoren neben den Ansätzen der Transaktionskostentheorie die organisationstheoretischen Überlegungen von Laux/Liermann zur Kompatibilität136 an und berücksichtigen explizit sowohl Kapazitätssituationen wie auch die Effizienz der Aufgabenerfüllung.137 Die Transaktionskostenanalyse und ihr Kalkül wurden im Rahmen dieser Arbeit ausführlich vorgestellt. Der Ansatz von Kehrer/Schade folgt grundsätzlich der dort beschriebenen Logik. Über die Kompatibilität als Verträglichkeit zwischen Aufgaben und den Fähigkeiten des Ausführenden wird die Qualität von Aufgabenlösungen berücksichtigt.138 Ist die Potential-Aufgaben-Kompatibilität139 hoch, wird eine hohe Qualität der Aufgabelösung erwartet. Zusammen mit der bereits in Abschnitt II.2.2.4 beschriebenen Abschätzung der komparativen Produktionskosten erlaubt es das Konzept der Kompatibilität darüber hinaus, die Höhe der Produktionskosten in der Entscheidung zu berücksichtigen. So impliziere eine höhere Potential-AufgabenKompatibilität bei konstanter Qualität der Aufgabenerfüllung sinkende variable Produktionskosten.140 Die Entscheidung nach dem Ansatz von Kehrer/Schade erfolgt in drei Modulen und drei Stufen. (1) Stufe 1: Isolierte Betrachtung der Module [...]
Bei Annahme gleicher Produktionskosten einer Leistung bei interner oder externer Erstellung kann sich ein Kostenvergleich auf die Betrachtung der Transaktionskosten beschränken. Ein Unternehmen wird bei zunehmenden Transaktionskosten der externen Alternative die Aufgabe tendenziell intern vergeben et vice versa.128 Eine hohe Transaktionshäufigkeit wirkt immer verstärkend. Die Annahme der Gleichheit der Produktionskosten der Alternativen kann jedoch unter Umständen bezweifelt werden. So müssten, um eine fundierte Entscheidung auf Kostenbasis zu gewährleisten, eigentlich die Summen aus Transaktions- und Produktionskosten der Alternativen verglichen werden.129 Die Berücksichtigung der Unterschiede der Produktionskosten kann jedoch im Transaktionskostenansatz integriert werden.130 Denn: ist eine Leistung standardisiert, kann ein Anbieter sie an mehrere Kunden verkaufen und über Größenvorteile Produktionskostenvorteile realisieren. Mit zunehmender Spezifität der Leistung verringert sich jedoch der Kundenkreis und die Möglichkeit von Produktionskostenvorteilen schwindet. Im Extremfall (ein Anbieter, ein Kunde) werden sich die Produktionskosten von Anbieter und Nachfrager – zumindest was die aus Größenvorteilen herrührenden Kostenvorteile angeht – nicht mehr wesentlich unterscheiden. Da bei [...]
Man spricht dann von der Spezifität einer Ressource, wenn sie nur in Verbindung mit einer bestimmten Transaktion ihren maximalen Wert entfaltet. Ist der Wert der Ressource in der zweitbesten Verwendungsmöglichkeit gleich hoch, ist die Ressource unspezifisch.111 Im Zusammenhang mit dem Betrachtungsgegenstand der vorliegenden Arbeit – der mit Unsicherheit behafteten und spezifischen Dienstleistung eines Externen – erscheint vor allem die Humankapitalspezifität von Belang.112 Darunter ist idiosynkratisches Know-how seitens des Externen zu verstehen, welches ihn in die Lage versetzt, die vom Unternehmen gestellte Aufgabe (besser als potentielle Konkurrenten) zu lösen. Dies erscheint dann besonders brisant, wenn sich aus der Spezifität des Anbieterwissens eine Abhängigkeit gegenüber diesem Anbieter entwickeln und dieser opportunistisch handeln könnte.113 Abhängigkeit entsteht hier allerdings auch auf der Seite des externen Anbieters. So kann der Externe die spezifischen Ressourcen (Know How) nicht oder nur eingeschränkt anderweitig einsetzen, der Auftraggeber kann den Anbieter nicht oder nur [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832461485
Arbeit zitieren:
Paust, Robert August 2002: Der Einsatz von Externen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Blended Workforce, Freiberufliche Mitarbeit, Randbelegschaft, Prinzipal-Agent-Problem, Transaktionskostenanalyse



