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Einsatz des Comet Assay und Mikrokerntests zum Nachweis gentoxischer Schäden beim Dreistacheligen Stichling (Gasterosteus aculeatus L.) an Standorten mit unterschiedlicher Gewässerbelastung

Einsatz des Comet Assay und Mikrokerntests zum Nachweis gentoxischer Schäden beim Dreistacheligen Stichling (Gasterosteus aculeatus L.) an Standorten mit unterschiedlicher Gewässerbelastung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gertraud Wirzinger
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 8,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Zittau/Görlitz (FH), Standort Zittau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7759-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7759-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7759-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wirzinger, Gertraud Dezember 2002: Einsatz des Comet Assay und Mikrokerntests zum Nachweis gentoxischer Schäden beim Dreistacheligen Stichling (Gasterosteus aculeatus L.) an Standorten mit unterschiedlicher Gewässerbelastung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: DNA-Strangbrüche, Gentoxizität, Blutzelle, Fisch, Klärwerksabwässer

Diplomarbeit von Gertraud Wirzinger

Zusammenfassung:

Generell gelangen über kommunale und industrielle Abwassereinleitungen eine Vielzahl von Umweltchemikalien mit potentiell gentoxische Eigenschaften in die Oberflächengewässer. Diese Chemikalien können persistent und toxisch sein. Sie haben neben kanzerogenen oft auch erbsubstanzschädigende (gentoxische) und/oder erbsubstanzverändernde (mutagene) Wirkungen. Beispiele hierfür sind einiger Herbizide, PAK, PCB, Schwermetalle und Benzo(a)pyren.

Ein Bestandteil der biologisch-ökotoxikologischen Gewässerüberwachung ist das Schadstoffmonitoring, womit die räumlichen und zeitlichen Belastungen gemessen werden. Die Schadstofferfassung geschieht zunehmend mit sogenannten Bioindikatoren. Bioindikatoren sind Arten oder Lebensgemeinschaften, die empfindlich auf Stressfaktoren in der Umwelt reagieren. Weil sie auch zur Akkumulation der Schadstoffe in ihrem Organismus neigen, sind sie für die Expositions- und Wirkungsmessung geeignet. Aquatische Organismen sind permanent den Schadstoffen ihrer Umwelt ausgesetzt und somit geeignet, die Rolle als Bioindikator zu übernehmen. Die Untersuchung der Biomarker erfolgt oft an Fischen aus dem Freiland, da sie generell empfindlich auf Schadstoffe reagieren und zur Bioakkumulation neigen.

In der vorliegenden Arbeit wurde das Blut des Dreistachligen Stichlings (Gasterosteus aculeatus) aus zwei Gewässern im Landkreis Ludwigslust und an einem Gewässer im Landkreis Nordvorpommern auf das Vorkommen von DNA-Schädigungen untersucht. Verwendet wurden die Methoden Comet Assay und Mikrokerntest. Der Comet Assay dient dem Nachweis von DNA-Strangbrüchen und alkali-labilen Stellen, während der Mikrokerntest Schäden nachweist, die auf chromosomalen Schädigungen fußen. Es zeigte sich, dass bei den Tieren aus dem Kraaker Mühlenbach keine signifikanten Unterschiede im Grad der DNA-Strangbrüche feststellbar waren. Bei den Fischen aus dem Ableitergraben zeigte sich ein signifikanter Unterschied der Augustwerte zu den Ergebnissen der Maibeprobung.

Aus den Ergebnissen des Mikrokerntests ist ersichtlich, dass die Zahl der Mikrokerne stark individuumsabhängig ist. Dabei hatten die Fische des Kraaker Mühlenbachs die geringste, die Fische aus dem Ableitergraben die höchste Mikrokernrate.

Trotz der schwach negativen Korrelation zwischen beiden Biomarkern Comet Assay und Mikrokerntest gibt es allem Anschein nach keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang.

Inhaltsverzeichnis:

Verwendete Formelzeichen und Abkürzungen 5
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 8
1. Einleitung 10
2. Untersuchungsgebiet und Testorganismen 14
2.1 Beschreibung der Probenahmestationen 16
2.1.1 Ableitergraben der Kläranlage Schwerin-Süd 16
2.1.2 Kraaker Mühlenbach 17
2.1.3 Haubach 21
2.2 Testorganismen 21
2.2.1 Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) 22
2.2.2 Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus) 22
3. Material und Methoden 24
3.1 Probenahme und Tiermaterial 24
3.2 Zellgewinnung und -vitalität 24
3.3 Comet Assay 25
3.3.1 Versuchsansätze 27
3.3.2 Durchführung des Comet Assays 28
3.4 Mikrokerntest 33
3.4.1 Durchführung des Mikrokerntests 34
3.5 Differentialblutbild 37
3.6 Statistik 37
3.6.1 Charakterisierung der Proben 37
3.6.2 Vergleichbarkeit der Proben 38
3.6.3 Statistische Tests 39
4. Ergebnisse 40
4.1 Zellvitalität 40
4.1.1 Laborversuche mit Oncorhynchus mykiss 40
4.1.2 Freilanduntersuchungen mit Gasterosteus aculeatus 40
4.2 Comet Assay 41
4.2.1 Laborversuche mit Oncorhynchus mykiss 41
4.2.2 Freilanduntersuchungen mit Gasterosteus aculeatus 42
4.2.3 Zusammenfassung 46
4.3 Mikrokerntest 47
4.3.1 Ergebnisse 47
4.3.2 Vergleich von Comet Assay und Mikrokerntest 50
4.4 Differentialblutbild 51
4.4.1 Rotes Blutbild (Erythrozyten) 51
4.4.2 Weißes Blutbild (Leukozyten) 52
5. Diskussion 54
5.1 Allgemeines 54
5.2 Comet Assay 55
5.3 Mikrokerntest 63
5.4 Vergleich von Comet Assay und Mikrokerntest 65
5.5 Differentialblutbild 67
6. Ausblick 70
7. Zusammenfassung 72
8. Literaturverzeichnis 75
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Nahrungsketten sind Fische wichtige Testorganismen zur Beurteilung von Gewässerbelastungen (SCHNURSTEIN 2001). Zudem sind sie sehr empfindlich in ihrer Reaktion auf Schadstoffe und unterliegen oftmals der Bioakkumulation. Eine Methode zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen ist der Comet Assay, der aber überwiegend im Labor, und selten bei Freilanduntersuchungen eingesetzt wird. Der Mikrokerntest wird zur Feststellung gentoxischer Wirkungen von Substanzen auf der DNA verwendet. Nach SCHNURSTEIN ET AL. (1999) ist der direkte Nachweis einer gentoxischen Belastung im Freiland gerade wegen der sinkenden Verschmutzung in der aquatischen Umwelt ein wichtiger Ansatz, da hiermit Akkumulations- und Synergieeffekte im Niedrigdosisbereich erfasst werden können, die mit einem der geläufigen Screeningtests häufig nicht nachweisbar sind. Im Gegensatz zu den Toxizitätstests mit akuten Belastungen liegt das Augenmerk heute mehr auf die subletalen oder chronischen Effekten. [...]

Anfang der 90er Jahre waren nach GUNKEL (1994) etwa 1.000 Stoffe mit gentoxischer Wirkung in der Umwelt vorhanden, von denen aber nur rund 30 eine nachgewiesene gentoxische Wirkung auf die Menschen hatten. Wieder andere Substanzen zeigten in Tierversuchen bei z.T. erhöhten Dosen und Konzentrationen eine erbgutverändernde Wirkung. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Stoffe auch eine gentoxische Wirkung auf den Menschen haben. Von den im Trinkwasser vorhandenen organischen Stoffen sind bis heute rund 10 % analysiert, und davon wiederum nur ein Bruchteil auf ihr erbgutveränderndes Potential (HELMA ET AL. 1994). Gentoxizitätsprüfungen von Stoffen, z.B. neuen Chemikalien, dienen der Beurteilung der genetischen Risiken und der potentiellen kanzerogenen Eigenschaften. Aber auch Umweltproben (Abwasser, Sedimente, usw.) und belastete Organismen kann man auf gentoxische Effekte untersuchen. Es gibt inzwischen mehr als 200 Testmethoden zur Prüfung der Chemikalien, aber nur etwa 50 zur Prüfung von Umweltgemischen und Wasserproben (HELMA ET AL. 1994). Bei der Untersuchung von Wasserproben müssen die Testmethoden sehr empfindlich sein, da man nicht weiß, welche Substanzen und in welcher Konzentration im Wasser enthalten sind. Bei der Betrachtung der als toxisch geltenden Stoffe müssen nicht nur die anthropogen hergestellten Substanzen, sondern auch die biogenen Verbindungen, z.B. algenbürtige Schadstoffe, berücksichtigt werden. Diese giftigen Stoffe wirken ebenfalls schon in geringen Konzentrationen auf Organismen und auf Prozesse im Ökosystem. Mit der Analyse ausgewählter Tiere aus den betreffenden Ökosystemen mit gentoxischen Tests kann ihr gentoxisches Potential eingeschätzt werden. Bisherige Erfahrungen mit Biomarkern bei der biologischen Gewässeruntersuchung zeigten, dass die Untersuchung von nur einem Biomarker oftmals nicht ausreicht, um schadstoffinduzierte biologische Effekte ausreichend zu erfassen und zu bewerten. Eine Kombination von Biomarkern, mit der sich Effekte auf verschiedenen Organisationsebenen erfassen lassen, erscheint sinnvoll. Bei allen Bioindikatoren ist die interindividuelle Variabilität von Nachteil. Zudem ist es heute schwierig, zuverlässige Negativkontrollen aus unbelasteten Habitaten zu bekommen. [...]

Die Anzahl der Fische mit erhöhten Leukozytenwerten (Tab. 9) war geringer als bei den Tieren aus dem Kraaker Mühlenbach. Dennoch war die durchschnittliche Zahl der weißen Blutzellen, vor allem die der Lymphozyten, bei vielen Fischen der Station Neu Sülstorf erhöht. An der Station Verteilerbauwerk wiesen nur wenige Stichlinge erhöhte Leukozytenwerte auf, dafür hatten sie aber viele Monozyten. Bei Neu Sülstorf waren unter den Granulozyten auch einige mit schaumartigem Zellplasma vorhanden. Bei der Station Verteilerbauwerk war auffällig, dass viele Monozyten stäbchenförmige Einschlüsse im Zellplasma zeigten. Rund 43 % der Stichling von Neu Sülstorf wiesen erhöhte Leukozytenwerte auf, während es bei den Tieren der Station Verteilerbauwerk nur 23 % waren. [...]

Arbeit zitieren:
Wirzinger, Gertraud Dezember 2002: Einsatz des Comet Assay und Mikrokerntests zum Nachweis gentoxischer Schäden beim Dreistacheligen Stichling (Gasterosteus aculeatus L.) an Standorten mit unterschiedlicher Gewässerbelastung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
DNA-Strangbrüche, Gentoxizität, Blutzelle, Fisch, Klärwerksabwässer

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