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Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken im Wohnungsbau

Ökonomische, energetische und ökologische Analysen

Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken im Wohnungsbau
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rainer Valtwies
  • Abgabedatum: Oktober 1997
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8047-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8047-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8047-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Valtwies, Rainer Oktober 1997: Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken im Wohnungsbau, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Energie, Einsparung, Primärenergie, Dachs, BHKW

Diplomarbeit von Rainer Valtwies

Zusammenfassung:

In einem Industriestaat, wie die Bundesrepublik Deutschland, ist eine innovative Energiewirtschaft (d.h. rationelle Energienutzung ) für eine positive wirtschaftliche Entwicklung von großer Bedeutung. Ziel der Energiepolitik sollte eine sichere, ausreichende, preiswerte und umweltfreundliche Energieversorgung der Endabnehmer sein.

Daneben hat sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Energieträger und der Kernbrennstoffe sowie der weltweit wachsende Energiebedarf uns dazu zwingen, mit dem Wirtschaftsgut „Energie“ noch sparsamer umzugehen.

In dieser Diplomarbeit ist der mögliche Einsatz eines Blockheizkraftwerkes für die Energieversorgung eines Fünffamilienhaus bzw. Doppelfamilienhaus in Kraft-Wärme-Kopplung ausgearbeitet und auf dessen Wirtschaftlichkeit untersucht worden.

Ausgehend von einer ausführlichen Beschreibung der BHKW-Technik mit dem Aufzeigen der Primärenergie- und Emissionseinsparungen und den Zukunftschancen der BHKW-Technik dienten die Normwärmebedarfsberechnungen der beiden Wohnhäuser, die 1/4-h-Strommesswerte des Energie-Analyse-Systems MES 3D und die Strom- und Gasabrechnungen vom Energieversorger Oberhausen als Berechnungsgrundlage für den BHKW-Einsatz. Um den zeitlichen Verlauf von Strom- und Wärmebedarf genau untersuchen zu können, wurden gemäß VDI-Richtlinie 2067, Blatt 7 repräsentative Tagesganglinien erstellt. Zur Ermittlung der elektrischen Leistung des Überschussstroms bzw. des Zusatzstrombezuges ist das 1/4-h-Zeitintervall herangezogen worden. Für die Bewertung der elektrischen Arbeit in diesen Zeiträumen reichte das 1-h-Zeitintervall aus.

Die Dimensionierung des BHKW erfolgte anhand der Tagesganglinien. Diese wurde thermisch mit 13 kW und elektrisch zu 6 kW ermittelt. Somit wurde das Aggregat von Dachs Senertec mit 12,5 kW therm. und 5,5 kW elektr. ausgewählt.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgte ausführlich auf der Grundlage der VDI-Richtlinie 2067, Blatt 1 und 7, wobei nach wärmeorientierte-, stromorientierte- und Hochtarif-Fahrweise unterschieden wurde.

Mit der angefertigten Kosten und Umweltanalyse liegt ein Konzept zur Primärenenergieeinsparung und Energiekostensenkung vor.

Im allgemeinen stellt die BHKW-Technik in Bezug auf Ressourcen- Umweltschonung eine echte Option für die Zukunft dar. Bisher war man davon ausgegangen, dass BHKW's nur in größeren Leistungsklassen wirtschaftlich laufen, aber in dieser Diplomarbeit zeigte sich, dass auch sehr kleine BHKW-Anlagen ökonomisch laufen können. Allerdings ist dabei zu beachten , dass zur effizienten Brennstoffausnutzung die gleichzeitige Strom- und Wärmeabnahme zwingend erforderlich ist.

Blockheizkraftwerke bieten sich als sinnvolle Ergänzung zur Technik der Großkraftwerke an und sind in der Lage, aus Erdgas und Erdöl mehr zu gewinnen als nur Niedertemperaturwärme.

Insgesamt gesehen ist die dezentrale Variante KWK mittels BHKW in der Lage, sofort und in der Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Energiebilanz zu leisten und damit ökonomische und ökologische Vorteile zu Erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 1
II. Objektvorstellung 3
III. BHKW-Technik 4
1. Entwicklung der BHKW-Technik 4
2. Grundlagen der BHKW-Technik 5
2.1 Begriffsdefinition 5
2.2 Verbrennungsmotoren 6
2.3 Brennstoffe 10
2.4 Stromerzeugung 11
2.5 Wärmeübertragung 12
2.6 Spitzenkessel 14
2.7 Abgasanlage 14
2.8 Steuer- und Regeleinrichtung 15
2.9 Wärmespeicher 16
2.10 Elektrische Einbindung an das öffentliche Netz 17
2.11 Typische Einsatzgebiete von BHKW’s 17
IV. Energie- und Emissionsbilanzen 18
1. Einleitung 18
2. Energieverbrauch und Umweltbelastung 19
3. Primärenergieeinsparung durch BHKW-Technik 21
4. Vorschriften zur Reinhaltung der Umwelt 22
4.1 Das BundesImmissionsSchutzGesetz (BImSchG) 22
4.2 Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm) 24
4.3 Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) 25
5. Maßnahmen zur Schadstoff-Emissionsminderung 27
5.1 Allgemein 27
5.2 Abgareinigungssysteme mit Katalysator 28
5.3 Einsatz eines Magermischmotors 32
5.4 Resümee 32
V. Gebäudewärmebedarf 33
1. Normwärmebedarf nach DIN 4701 33
1.1 Transmissionswärmebedarf 33
1.2 Lüftungswärmebedarf 34
2. Berechnung des Gebäudewärmebedarfs 35
VI. Bilanzierung des Strombedarfs 37
1. Einführung 37
2. Erfassung des Strombedarfs 37
2.3 Stromverbrauch 44
VII. Kleinst- Motorheizkraft 45
1. Das Dachs-Senertec BHKW 45
2. Erfahrungen und Ergebnisse des Feldversuchstestes in Schleswig-Holstein 45
VIII. Planungsdaten 46
1. Auslegung des BHKW 46
2. Zeitlicher Verlauf von Wärme- und Strombedarf 46
IX. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen 57
1. Allgemeines 57
1.1 Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit eines BHKW`s 57
2. Grundlagen der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 58
2.1 Methodik 58
2.2 Statischer Rechensatz 59
2.3 Dynamischer Rechensatz 59
2.4 Annuitätenmodell 59
2.5 Jahreskosten einer BHKW-Anlage 59
3. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Fünffamilienhauses (wärmeorientiert) 62
4. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Fünffamilienhauses (stromorientiert) 68
5. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Fünffamilienhauses (HT-Fahrweise) 74
6. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Doppelfamilienhauses (wärmeorientiert) 80
7. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Doppelfamilienhauses (stromorientiert) 86
8. Wirtschaftlichkeitsberechnung des Doppelfamilienhauses (HT-Fahrweise) 92
9. Sensitivitätsanalyse 98
9.1 Investitionskosten 98
9.2 Wartungskosten 98
9.3 Brennstoffkosten 98
9.4 Strompreis 98
9.5 Stromvergütung 98
9.6 Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse 99
10. Diskussion der Ergebnisse 104
X. Umweltbilanz 107
1. Primärenergieverbrauch 107
1.1 Primärenergieverbrauch bei konventioneller Energiebereitstellung 107
1.2 Primärenergieverbrauch bei der BHKW-Anlage 107
1.3 Vergleich des Primärenergieverbrauchs 108
2. Emissionen 108
2.1 Emissionssituation beim Kondensationskraftw. und der Kesselanlage 108
2.2 Emissionen der BHKW-Anlage 109
2.3 Emissionsvergleich 109
XI. Zusammenfassung 112
XII. Literaturverzeichnis 113
XIII. Verzeichnis der Bilder 114
XIV. Tabellen- und Diagrammverzeichnis 117

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.5.2.2 Lambda >1 Betrieb mit NH3-Einsatz und Oxidationskatalysator Stickoxide werden durch den Oxidationskatalysator nicht gemindert. Wenn Stickoxide reduziert werden müssen, wird bislang nur die Methode der selektiven katalytischen Reduktion, dem so genannten SCR-Verfahren, mit Ammoniak als Reduktionsmittel angewandt. Dieser Vorgang ist sehr kompliziert. Auf der Katalysatoroberfläche laufen an den Reaktionszentren verschiedene Reaktionen gleichzeitig ab, so greift z.B. auch Sauerstoff mit in das Geschehen ein, es wird NO und NO2 gleichermaßen reduziert, der Wassergehalt spielt eine gewisse Rolle usw. Obwohl ich hier nicht weiter auf die weiteren Vorgänge im SCR-Katalysator eingehen möchte, will ich jedoch zeigen, dass bei einem Verhältnis Ammoniak zu Stickoxiden von 0,7 bis 1,0 eine Reduktion der Stickoxide von 70 bis 90% gelingt. Die limitierende Größe für den Umsatz und Abscheidegrad ist die Menge im Abgas nach dem Katalysator, der sog. Ammoniakschlupf. In einem ersten Wärmetauscher wird das Abgas auf Katalysator-Betriebstemperatur abgekühlt. Dann wird die erforderlicher Menge Ammoniak möglichst homogen mit dem Rauchgas vermischt. Die selektive katalytische Reduktion geschieht beim durchströmen. Vor Eintritt in den Schornstein wird der verbliebene Wärmeinhalt genutzt, und das Abgas bis auf ca. 120°C abgekühlt. Der Abgas-Volumenstrom und der NOX-Gehalt nach dem Katalysator sind die Stellgrößen für die Regelung der Ammoniakmenge. Oxidations- und Stickoxidkatalysator können bei Bedarf auch kombiniert werden. In Zusammenhang mit der Abgasreinigung von Dieselmotoren wird auf diesen Typ eingegangen. [...]

Wenn das heiße Abgas den Drei-Wege-Katalysator durchströmt, werden die drei genannten Schadstoffe mit einander zur Reaktion gebracht und dadurch ohne den Zusatz einer weiteren Reaktionskomponente abgebaut. Einige typische Reaktionen, die dabei durch den Katalysator beschleunigt ablaufen, sind z.B. die Oxidation des Kohlendioxid durch Restsauerstoff oder die Reaktion von Kohlendioxid mit Stickoxid. Um optimale Minderungsraten für alle drei Schadstoffe erreichen zu können, ist es zwingend notwendig, den Gas-Ottomotor in einem engen Luft-Brennstoff-Mischungsverhältnis bei einem Lambda-Wert < 1 zu betreiben. Bild 5.2 zeigt, dass außerhalb des sägenannten Arbeitsbereichs, auch „Lambda-Fenster“ genannt, nicht alle drei Schadstoffe gleichzeitig entfernt werden können. Dies ist chemisch bedingt. Im Falle vorliegenden Luftüberschusses werden nur Kohlenmonoxid und die Kohlenwasserstoffe durch Oxidation gemindert, während bei Luftmangel nur die Stickoxide durch Reduktion in nennenswerten Umfang beseitigt werden. Die Regelung der Brennstoff-Gemisch-Aufbereitung erfolgt ähnlich wie beim Kraftfahrzeug durch ein mikroprozessorgesteuertes Regulierventil. Das Messsignal für den Sauerstoffüberbzw. Unterschuss liefert eine Lambda-Sonde auf Basis von Zirkonoxid, die direkt vor dem Katalysator im Abgaskanal installiert wird. Der Lambda-1-Betrieb mit Drei-Wege-Katalysator ist üblicherweise nicht durch den Anbau eines Katalysators und eines Regelsystems an einen vorhandenen Gasmotor zu erreichen. Die besonderen Verbrennungsbedingungen erfordern spezielle Brennräume, Zündsysteme sowie Gemischaufbereitung- und -zuführung. Als Nachrüstung für Altanlagen sind solche Modifikationen zu aufwendig. [...]

4.5.1 Allgemein Eine Beeinflussung der Schadstoffemissionen kann durch verschiedene betriebliche und konstruktive Maßnahmen erreicht werden. Eine Minderung der von BHKW produzierten Schadstoffe erfolgt durch unterschiedliche technische Maßnahmen. Sie müssen die von der TALuft festgelegten Werte unterschreiten. Es wird dabei zwischen zwei Maßnahmen unterschieden: a) Primärmaßnahmen b) Sekundärmaßnahmen Unter Primärmaßnahmen, Aktiv- oder direkten Maßnahmen werden Eingriffe in die Verbrennungsmaschine verstanden, die dazu führen, dass höhere Schadstoff-Konzentrationen erst gar nicht gebildet werden. Bei Sekundärmaßnahmen, Passiv- oder indirekten Maßnahmen wird den Antriebsmaschinen eine Abgas-Reinigungsanlage nachgeschaltet. Letzteres kann umso kleiner, einfacher und damit kostengünstiger sein, je weniger NOX der Motor produziert. Welche Maßnahme im Einzelfall ergriffen wird, hängt zum einen von der Art der Schadstoffe, des BHKW-Herstellers, des Betreibers und vom Gesetzgeber ab. Es ist jedoch zu [...]

Arbeit zitieren:
Valtwies, Rainer Oktober 1997: Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken im Wohnungsbau, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Energie, Einsparung, Primärenergie, Dachs, BHKW

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