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Der Einsatz von Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen

Der Einsatz von Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Yannica Schulze
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 476,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8885-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8885-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8885-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schulze, Yannica Mai 2005: Der Einsatz von Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: ABS, KMU, Kredit, Finanzierungsalternative, Verbriefung

Diplomarbeit von Yannica Schulze

Problemstellung:

Durch die anhaltende Konjunkturflaute ist es für mittelständische Unternehmen zurzeit besonders schwer konkurrenzfähig zu bleiben oder gar zu expandieren. Oft haben die Unternehmen zwar lukrative Aufträge akquiriert, müssen jedoch möglicherweise für die Fertigung zuerst in Vorleistung treten. Somit steht und fällt die Auftragsübernahme mit der Fähigkeit des Unternehmens zum einen den Bedarf an Produktionsmitteln zu decken und zum anderen eventuell notwendige Investitionen zu tätigen. Unternehmenserfolg hängt folglich zu einem großen Teil mit der richtigen Unternehmensfinanzierung zusammen.

In Deutschland finanzieren sich mittelständische Unternehmen immer noch weitgehend über Bankkredite. Doch die nicht abreißende Zahl der Insolvenzen sowie die durch die schlechte Konjunktur bedingte mangelnde Bonität vieler Bankkunden führen zu einer restriktiveren Kreditvergabe als in der Vergangenheit. Ferner spielt die für Ende 2006 geplante Einführung von Basel II eine tragende Rolle, da in diesem Zusammenhang mit einer stärkeren Spreizung der Kreditkonditionen gerechnet wird. Schon heute berichten viele mittelständische Unternehmen von gestiegenen Kreditkonditionen.

Aus diesem Grund sehen sich besonders bonitätsschwächere mittelständische Unternehmen zunehmend dazu gezwungen, nach alternativen Finanzierungen zu suchen, die den klassischen Bankkredit ersetzen oder doch zumindest teilweise ablösen können.

Asset Backed Securities (ABS) bieten in diesem Zusammenhang eine kostengünstige Möglichkeit, sich durch den Forderungsverkauf über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. In der Vergangenheit konnten bislang nur größere Unternehmen von den Vorteilen einer ABS-Transaktion profitieren. Mittelständischen Unternehmen blieb bisher weitgehend der Zugang zu dieser Finanzierungsform verwehrt.

Gang der Untersuchung:

Zielsetzung dieser Arbeit ist, die Finanzinnovation ABS auf ihre Eignung als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen zu überprüfen. Dabei sollen zum einen die erforderlichen Bedingungen für den Einsatz von ABS herausgearbeitet sowie zum anderen durch die Betrachtung und Bewertung von Vor- und Nachteilen die grundsätzliche Bedeutung für mittelständische Unternehmen abgeleitet werden.

Nach dem einleitenden ersten Kapitel beschäftigt sich das zweite Kapitel der vorliegenden Arbeit zunächst mit einer genauen Definition des Begriffs „Mittelstand“, um im folgenden Schritt auf die aktuelle Finanzierungsproblematik mittelständischer Unternehmen einzugehen.

Kapitel drei und vier stellen eine grundsätzliche Beschreibung von ABS dar. Zunächst werden dabei eine kurze Begriffsbestimmung sowie eine Beschreibung der involvierten Transaktionsteilnehmer gegeben. Anschließend werden die für mittelständische Unternehmen geeigneten Arten von ABS, die generelle Funktionsweise sowie die Struktur erläutert.

Nach der grundlegenden Beschreibung von ABS setzten sich Kapitel fünf und sechs mit der Eignung von ABS für die Mittelstandsfinanzierung auseinander. Kapitel fünf geht dabei auf die für den Einsatz von ABS zu erfüllenden Anforderungen an mittelständische Unternehmen ein. Kapitel sechs zeigt im Anschluss Vor- und Nachteile von ABS-Transaktionen auf, welche die Eignung des Einsatzes begründen sollen.

Im letzten Kapitel wird neben einem Ausblick die Eignung des Einsatzes von ABS für mittelständische Unternehmen abschließend bewertet.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Finanzierungssituation des Mittelstands 3
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs „Mittelstand“ 3
2.2 Finanzierungsproblematik mittelständischer Unternehmen 6
3. Charakteristika von Asset Backed Securities 10
3.1 Begriffsklärung 10
3.2 Entstehung und Marktsituation 11
3.3 Transaktionsteilnehmer 12
3.3.1 Der Originator und der Servicer 12
3.3.2 Die Zweckgesellschaft 13
3.3.3 Weitere Beteiligte 14
3.4 Abgrenzung zum Factoring 15
3.5 Arten von ABS 17
3.5.1 Nach Art der zugrunde liegenden Forderungen 17
3.5.2 Nach Laufzeit der Wertpapiere 18
3.5.3 Nach Anzahl der Originatoren 19
4. Ausgestaltung von Asset Backed Securities 21
4.1 Credit Enhancement 21
4.1.1 Durch den Originator 21
4.1.2 Durch die Transaktion 22
4.1.3 Durch Dritte 23
4.2 Verbriefungsstrukturen 23
4.2.1 True Sale 23
4.2.2 Exkurs: synthetische Verbriefung 24
4.3 Cash Flow Management 25
4.3.1 Pass-Through 26
4.3.2 Pay-Through 26
5. Für die Verbriefung zu erfüllende Anforderungen an mittelständische Unternehmen 28
5.1 Anforderungen an die zu verbriefenden Forderungen 29
5.1.1 Notwendige Bedingungen 32
5.1.1.1 Ableitbarkeit und Prognostizierbarkeit der Cash Flows 32
5.1.1.2 Rechtliche und Organisatorische Abtretbarkeit 32
5.1.2 Begünstigende Bedingungen 34
5.1.2.1 Mindestvolumen (Critical Mass) 34
5.1.2.2 Geografische und demografische Diversifikation 35
5.1.2.3 Konstant niedrige Ausfallraten, Zahlungsverspätungen und vorzeitige Zahlungen 36
5.1.2.4 Größere Cash In-Flows als Cash Out-Flows 37
5.1.2.5 Standardisierung und Homogenität der Forderungen 37
5.2 Anforderungen an den Originator bzw. Servicer 38
5.2.1 Unternehmensgröße 39
5.2.2 Debitorenmanagement 40
5.2.3 EDV 41
5.3 Zusammenfassende Beurteilung der Anforderungen 42
6. Kritische Betrachtung des Einsatzes von ABS für mittelständische Unternehmen 44
6.1 Zieldefinition 44
6.2 Auswirkungen auf die Unternehmens- und Finanzstruktur 46
6.2.1 Diversifikation der Finanzierungsquellen 46
6.2.2 Inanspruchnahme von neuen Investorenkreisen 47
6.2.3 Verbesserung des Bilanzstrukturmanagements 48
6.2.4 Verbesserung des Risikomanagements 50
6.2.5 Flexibilität 51
6.2.6 Image 53
6.3 Kostenbetrachtung 53
6.3.1 Kostenbestandteile 55
6.3.2 Kostenvorteile einer ABS-Transaktion 56
6.4 Steuerliche Effekte 59
6.5 Zeitaspekt 59
6.6 Abschließende Betrachtung der Vor- und Nachteile für mittelständische Unternehmen durch den Einsatz von ABS 61
7. Fazit und Ausblick 62
Anhang 65
Literaturverzeichnis 67
Verzeichnis der Telefoninterviewpartner 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

Neben der rechtlichen Problematik einer Abtretung können zusätzlich noch organisatorische Probleme bei der Verwaltung der Forderungen entstehen. Da der Originator meistens auch die Rolle des Service Agenten übernimmt, verbleiben die Forderungen im EDV-System des Orginators. Hierbei ist es wichtig, dass er in seinem Portfolio kenntlich machen kann, welche Forderungen abgetreten sind und welche nicht. Besonders ist darauf zu achten, dass es zu keiner Vermischung der Gelder des Originators und denen des SPVs kommt. Ein sog. Commingling Risk ist am besten auszuschalten, indem eingehende Zahlungen veräußerter Forderungen sofort auf separate Konten überwiesen werden.140 Letztendlich können auf Grund dieser und im Folgenden noch genannten Bedingungen oft nur ca. 70% des Forderungsbestandes auch tatsächlich verbrieft werden. 5.1.2 Begünstigende Bedingungen 5.1.2.1 Mindestvolumen (Critical Mass) Eine entscheidende Bedingung für die erfolgreiche Durchführung einer ABSTransaktion ist das Erreichen eines bestimmten Mindestvolumens der zu verbriefenden Forderungen (engl.: Critical Mass). Zwar lässt sich grundsätzlich jedes beliebige Volumen verbriefen, unter ökonomischen Gesichtspunkten spielt dieses Merkmal jedoch eine tragende Rolle. Neben den variablen Refinanzierungskosten zählen die hohen Einrichtungskosten sowie Aufwendungen für die laufende Administration und Überwachung zu den Kostenfaktoren141 einer ABS-Transaktion.142 Um die Transaktion möglichst wirtschaftlich zu gestalten, müssen diese hohen Fixkosten auf ein großes Emissionsvolumen verteilt werden. Wird kein ausreichendes Volumen erreicht, steigen die Gesamtkosten überproportional an und das Finanzierungsinstrument wird unattraktiv, eventuell sogar unwirtschaftlich. Zusätzlich spricht für das Erreichen eines Mindestvolumens die Marktgängigkeit der Wertpapiere. Um die Transaktion für institutionelle Investoren interessant zu [...]

rungen vorliegen oder eine Zustimmung des Schuldners notwendig ist.133 Zu zivilrechtlichen Problemen führt es folglich, wenn der Schuldner die Zession seiner Verbindlichkeiten gegenüber Dritten vertraglich ausschließt.134 In dieser Hinsicht erleichtert jedoch das Inkrafttreten des § 354a HGB den Refinanzierungsspielraum mittelständischer Unternehmen gegenüber den Einkaufsbedingungen von Großunternehmen.135 Paragraph 354a HGB besagt, dass ein Abtretungsausschluss der Geldforderungen gem. § 399 BGB unwirksam ist, solange das zugrunde liegende Rechtsgeschäft für beide Parteien ein Handelsgeschäft darstellt. Schwierig und bei der ABS-Transaktion zum Ausschluss solcher Forderungen führend ist unter diesen Umständen nur die schuldbefreiende Wirkung, mit der der Schuldner an den ursprünglichen Gläubiger zahlen kann.136 Im Insolvenzfall des Originators wird dadurch das Erlangen ausstehender Zahlungen erschwert. Gerade für mittelständische Unternehmen kann das Verbot der Abtretung zu einer erheblichen Reduzierung des verbriefbaren Forderungsvolumens führen. Mittelständische Unternehmen sind oft von den vertraglichen Vereinbarungen ihrer Großkunden abhängig. Des Weiteren bringen hohe Exportleistungen und ausländische Tochtergesellschaften spezielle landesrechtliche Schwierigkeiten mit sich. Obwohl ein Verkauf der Forderungen nach deutschem Recht möglich ist, muss die Abtretung nach jeweiligem Landesrecht konkursfest stattfinden. Erstellte Rechtsgutachten sollen bezüglich der Abtretbarkeit von Forderungen Sicherheit schaffen.137 Das Ursprungsland einer Forderung spielt somit eine erhebliche Rolle. So werden z.B. Forderungen aus Italien auf Grund rechtlicher Gegebenheiten, welche zur größeren Komplexität der Struktur führen, ausgeschlossen. Mitunter dürfen Forderungen nur nach deutschem Recht generiert werden und Sitz des Forderungsschuldners sollte in Westeuropa bzw. Nordamerika sein.138 In den meisten Fällen wird eine Abtretung der Forderungen still vorgenommen, um den Kunden nicht unnötig das Gefühl zu geben, man sei in Zahlungsschwierigkeiten. Generell wären aber auch Bestimmungen in den AGB des Originators denkbar, in denen er auf eine mögliche Abtretung hinweist.139 [...]

5.1.1 Notwendige Bedingungen 5.1.1.1 Ableitbarkeit und Prognostizierbarkeit der Cash Flows Als Grundvoraussetzung für die Verbriefung von Vermögensgegenständen gilt, dass diese einen Cash Flow generieren müssen.129 Bei der Verbriefung von Forderungen zahlt der Schuldner Zins- und/oder Tilgungsleistungen an den Originator. Handelsforderungen, welche sich für mittelständische Unternehmen zur Verbriefung am besten eignen, bestehen hingegen nur aus Tilgungsleistungen. Deshalb muss der an die Investoren zu zahlende Cash Out-Flow durch geeignete Strukturierungsmaßnahmen abgeleitet werden. In der Praxis erreicht man dies i.d.R. durch eine Diskontierung des Forderungsbetrages.130 Zudem stellt die Prognostizierbarkeit eine weitere Anforderung an die zu verbriefenden Vermögensgegenstände dar. Unter Zuhilfenahme statistischer Zeitreihen werden Quoten für Zahlungsausfälle und -verspätungen sowie für frühzeitige Rückzahlungen errechnet. „Securitization makes you ask questions about the collateral you never asked before“.131 Das Zitat macht deutlich, wie intensiv man sich mit dem historischen Datenmaterial auseinander setzen muss. Aus diesem Grund wird eine moderne EDV benötigt, welche einen differenzierten Zeitreihenvergleich ermöglicht.132 Letztendlich werden die ermittelten Ausfallraten zuzüglich einer Zusatzquote durch das Credit Enhancement besichert. 5.1.1.2 Rechtliche und Organisatorische Abtretbarkeit Ein weiteres notwendiges Kriterium für die Forderungsverbriefung ist die Möglichkeit der Abtretung. Nur so können die Forderungen vom Geschäftsrisiko des Originators getrennt werden. Ist eine Trennung nicht möglich, eignen sich die Forderungen nicht für eine ABS-Transaktion. Grundsätzlich können Forderungen wirksam abgetreten werden, solange gem. § 399 HGB kein gesetzliches Verbot oder gegensätzliche vertragliche Vereinba129 130 [...]

Arbeit zitieren:
Schulze, Yannica Mai 2005: Der Einsatz von Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
ABS, KMU, Kredit, Finanzierungsalternative, Verbriefung

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