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Vom Einkaufszentrum zur Electronic Mall?

Analyse einer neuen Vertriebsform und deren Auswirkungen auf den Einzelhandel

Vom Einkaufszentrum zur Electronic Mall?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Annette Durschlag
  • Abgabedatum: März 2001
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4659-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4659-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4659-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Durschlag, Annette März 2001: Vom Einkaufszentrum zur Electronic Mall?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: B2C, B-to-C, Electronic Mall, Cybermall, E-Commerce

Diplomarbeit von Annette Durschlag

Einleitung:

Der Einzelhandel in Deutschland unterliegt tiefgreifenden strukturellen Wandlungsprozessen. Neben einem veränderten Konsumentenverhalten und zunehmenden Konkurrenzdruck im stationären Einzelhandel, stellt die rasante Entwicklung des Electronic Commerce eine neue strategische Herausforderung für Einzelhandelsunternehmen dar. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der Einsatz elektronischer Medien im Einzelhandel zu gravierenden Veränderungen in der Warenwirtschaft und in den Distributionskanälen führen und die gesamte Handelslandschaft umstrukturieren wird. In der Folge wird der Einzelhandel mit zusätzlicher Konkurrenz konfrontiert und dadurch einem intensiven Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Darüber hinaus ergeben sich durch die Einbindung des elektronischen Vertriebs in die Unternehmensstrategie jedoch auch Chancen, das Angebot auszuweiten und zusätzliche Märkte zu erschließen.

Im Rahmen des Online-Shoppings wurde auch das Konzept der Einkaufszentren im Sinne von Electronic Malls (kurz E-Malls) aufgegriffen. Während stationäre Einkaufszentren die urbane Atmosphäre der Innenstädte an dezentralen Standorten inszenieren, stellen die E-Malls eine weitere Ausprägung einer Handelsagglomeration als Internetpendant eines Einkaufszentrums im virtuellen Raum dar. Inwiefern jedoch das Prinzip der Einkaufszentren ‚alles unter einem Dach‘ auf eine Electronic Mall im virtuellen Raum des Internets zu übertragen ist oder ob das Internet nicht als ‚eine einzige Mall‘ aufgefasst werden kann, ist Gegenstand der aktuellen Diskussion.

Im Rahmen dieser Arbeit wird eine eingehende Analyse der Electronic Malls vor dem Hintergrund stationärer Einkaufszentren vorgenommen. Dies beinhaltet die Frage, ob es sich bei Einkaufszentren im virtuellen und realen Raum um gänzlich verschiedene Konzepte handelt, oder inwieweit die Erfahrungen und relevanten Faktoren des stationären Einzelhandels auch im Technik-basierten virtuellen Raum Gültigkeit besitzen. Und wie wird sich künftig das Verhältnis von virtuellen zu realen Märkten gestalten?

Die Etablierung der Electronic Malls als neue Vertriebsform des Einzelhandels impliziert zudem einen Bedeutungswandel der Faktoren Zeit und Raum. Die klassische Antwort auf die Frage nach den drei Erfolgsfaktoren im Einzelhandel „location, location, location“ scheint obsolet zu werden. Die Möglichkeiten, Raum und Zeit auf dem Datenhighway zu überwinden, eröffnen neue Wege, um Angebot und Nachfrage zu koordinieren. Werden im Zeitalter zunehmender Informatisierung räumliche Distanzen an Bedeutung verlieren und wird ein globaler Einzugsbereich zur Maxime der Handelslandschaft? Eine Verlagerung der Geschäftsprozesse in den virtuellen Raum wird zwangsläufig auch Rückwirkungen auf die räumlichen Strukturen und insbesondere auf das Standortgefüge des Einzelhandels auslösen. Welche Tendenzen bereits heute erkennbar sind und welche logischen Konsequenzen abgeleitet werden können, wird im Verlauf der Arbeit diskutiert.

Aufgrund der Komplexität der Thematik wurden für die Bearbeitung Methoden angewendet, mit denen die Erfassung eines breiten Informationsspektrums gewährleistet wird. Daher stützt sich diese Arbeit auf einen Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Ansätzen. Neben einer deskriptiven Untersuchung dieser Vertriebsform ist eine schriftliche Befragung aller Betreiber von Electronic Malls in Deutschland durchgeführt worden (Stand Oktober 2000; Rücklaufquote 46 %). Da jedoch Detailfragen und ergänzende Informationen im Rahmen einer schriftlichen Befragung nur eingeschränkt möglich sind, wurden im Anschluss an die Befragung zusätzlich leitfadengestützte Expertengespräche geführt, um eine möglichst lückenlose Analyse zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Einführung in das Thema 1
1.2 Einordnung in den Forschungsstand 2
1.3 Methodisches Vorgehen 4
1.4 Struktur der Arbeit 7
1.5 Definition der zentralen Begriffe 8
2. Grundlagen: Einzelhandel, Einkaufszentren, Internet 10
2.1 Einflussfaktoren und Trends im Einzelhandel 10
2.1.1 Die Angebotsseite 10
2.1.2 Die Nachfrageseite 13
2.1.3 Politisch-administrative Rahmenbedingungen 16
2.1.4 Entwicklung der Einzelhandelsstandorte 16
2.2 Konzept der Einkaufszentren 17
2.2.1 Entwicklung und Strukturen 17
2.2.2 Neuere Erscheinungsformen 19
2.2.3 Das Center-Management 20
2.2.4 Der Mieter-Mix 21
2.3 Strategische Herausforderung Internet 23
2.3.1 Entwicklung zur kommerziellen Nutzung 23
2.3.2 Reichweite und Verbreitung 24
2.3.3 Virtueller Raum und Cyberspace 24
3. Online-Shopping: Einzelhandel im Internet 26
3.1 Begriffsbestimmung Online-Shopping 26
3.2 Elektronische Märkte 26
3.3 Die potentiellen Nutzer 29
3.4 Analyse der relevanten Sortimente 30
3.5 Logistik: Schnittstelle zwischen realem und virtuellem Raum 32
3.6 Die Rahmenbedingungen des Online-Shoppings 33
3.6.1 Technische Anforderungen 33
3.6.2 Sicherheitsaspekte 34
3.6.3 Rechtliche Aspekte 35
4. Electronic Malls: Analyse einer Vertriebsform 36
4.1 Electronic Malls im Überblick 36
4.1.1 Abgrenzung der Electronic Malls zu anderen Ausprägungen elektronischer Märkte 36
4.1.2 Die Entwicklung der Electronic Malls 38
4.1.3 Technische Grundanforderungen an Electronic Malls 39
4.1.4 Die Akteure 40
4.2 Empirische Erhebung Electronic Malls 41
4.2.1 Methodik und Ablauf der Erhebung 41
4.2.2 Die Ergebnisse der Erhebung 45
4.2.3 Diskussion der Ergebnisse 56
4.3 Typologie der Electronic Malls 60
4.4 Fallbeispiele 62
4.4.1 NETZMARKT 63
4.4.2 EVITA 65
4.4.3 Electronic Mall Bodensee 67
4.4.4 Ecomall 69
4.5 Potentielle Erfolgsfaktoren einer Electronic Mall 70
4.5.1 Markenbildung 70
4.5.2 Marketing 71
4.5.3 Angebotsvielfalt 72
4.5.4 Sicherheit 72
4.5.5 Benutzerfreundlichkeit 72
4.5.6 Serviceorientierung 73
4.6 Die Relevanz von Electronic Malls im Online-Shopping 75
5. Vergleich: Stationäre Einkaufszentren und Electronic Malls 77
5.1 Parallele und divergierende Trends 77
5.2 Die Standortfaktoren 77
5.3 Die Akteure 79
5.4 Die Erfolgsfaktoren 81
5.5 Chancen und Risiken der Vertriebsformen 82
5.6 Einkaufszentrum versus Electronic Mall? 87
6. Auswirkungen: Einzelhandel und Raum 89
6.1 Auswirkungen auf die Einzelhandelsstruktur 89
6.1.1 Status Quo und Prognosen 89
6.1.2 Veränderung der Wertschöpfungskette im Handel 92
6.1.3 Verstärkung der Trends im Einzelhandel 97
6.1.4 Veränderte Interaktion im Einzelhandel 100
6.2 Räumliche Auswirkungen 100
6.2.1 Auswirkungen auf die Standortstruktur des Einzelhandels 100
6.2.2 Beeinflussung der Siedlungsstruktur 112
6.2.3 Verkehrs- und Mobilitätswirkungen 113
6.3 Zusammenfassung der Entwicklungstendenzen 117
7. Fazit und Ausblick 118
8. Literaturverzeichnis 122
Anhang 133
A 1 Glossar verwendeter Begriffe aus dem Bereich IuK/Internet 133
A 2 Die Experteninterviews 135
A 3 Befragung Electronic Malls 137
A 4 Ergänzende Abbildungen 144

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Ecomall (www.umwelt/ecomall.de) des Unternehmens Umwelt.de ist eine Thematische E-Mall mit einem Schwerpunkt bei ökologisch orientierten Produkten. Sie ist ein Teil der Website Umwelt.de, die neben der Ecomall auch die Kategorien News/Aktuell, Ecopress, Business-toBusiness und Verbände/Initiativen vereinigt. Der Bereich Ecopress stellt dem Nutzer eine Vielfalt an fundierten Hintergrundinformationen zu den Themenbereichen Umwelt und Ökologie zur Verfügung. Dabei entsprechen die Unterkategorien in der Navigationsleiste weitestgehend denen in der Ecomall, so dass eine produktbezogene Information sehr leicht auffindbar ist. Integriert sind Artikel aus Fachzeitschriften in Volltext, als Kurzfassungen oder redaktionelle Inhalte von Umwelt.de. Neben den textlichen Inhalten gibt es keine Zusatznutzen in Form von Gewinnspielen, Newsletter oder Online-Chats. Auf der Einstiegsseite der Ecomall kann zwischen verschiedenen Kategorien gewählt werden. Nach der Auswahl erscheint zunächst ein Infotext auf der Site und in der Navigationsleiste öffnet sich eine neue Scrollleiste mit Unterkategorien. Die Shops werden gelistet mit jeweils kurzen Beschreibungen angezeigt. Die Shop-Sites beginnen wieder mit einer textlichen Einführung. Die Mehrzahl der integrierten Shops bietet eine Präsentationsseite mit bis zu 30 Artikeln sowie einen Link auf die Homepage des Unternehmens an. Nicht bei allen Unternehmen ist ein Online-Einkauf möglich. In der Ecomall gibt es einen shopübergreifenden Warenkorb, in dem alle ausgewählten Produkte gesammelt und über mehrere Sitzungen gespeichert werden können. Jedoch differieren die Lieferbedingungen und -kosten in den einzelnen Shops, so dass jeder Artikel gesondert bestellt und bezahlt werden muss. Die Betreiber der Ecomall legen besonderen Wert auf die redaktionellen Inhalte, auf die auch die Shop-Betreiber Einfluss nehmen können (Expertengespräch BOCKEMÜHL). Da die Site Umwelt.de inzwischen in der Branche etabliert ist, kann auf eine aktive Akquise der Shop-Betreiber verzichtet werden. Die integrierten Shops werden in der großen Mehrzahl von kleineren und mittleren Unternehmen betrieben, die auch im stationären Einzelhandel tätig sind. Die Betreiber der Ecomall [...]

Zu berücksichtigen ist, dass durch die EMB keine Marktverzerrungen durch die Fördermaßnahmen bewirkt werden, da diese ausschließlich den nicht-kommerziellen Teil der E-Mall betreffen (HERGET 1996, S. 285). Das im Frühjahr 1998 eröffnete Shopping Center bildet einen Teil der EMB. Die ShopBetreiber können die zur Verfügung gestellte Infrastruktur der EMB nutzen, so dass für sie keine Investitionen in die technische Infrastruktur oder in entsprechendes Know-how notwendig ist (ZIMMERMANN 1998). Aufgrund der regionalen Ausrichtung der EMB und den genannten Leitzielen werden nur Anbieter aus der Region Bodensee aufgenommen. Die Shops decken ein weites Branchenspektrum ab. Fast alle der Shops verfügen über einen zusätzlichen stationären Sitz. In der EMB gibt es einen shopübergreifenden Warenkorb. Jeder Einkauf wird auf einer Quittung ausgewiesen und mit einem Zahlungsvorgang (ausschließlich per Kreditkarte) bezahlt. Darüber hinaus kann der Warenkorb auch über mehrere Einkaufstouren hinweg gespeichert werden. Die Zusatznutzen der EMB setzten sich vor allem aus den Informationsangeboten über die Region Bodensee zusammen. Die Informationspalette umfasst ein breites Angebot beispielsweise zu den Bereichen Tourismus, Bildung, Kultur, Politik und Verwaltung. Zudem können tagesaktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Nachrichten aus der Region abgerufen werden. Für die beteiligten Unternehmen werden zudem zahlreiche Datenbanken angeboten, die den Technologietransfer fördern können und die Suche nach Kooperationspartnern in der Region unterstützen (ZIMMERMANN 1996). Darüber hinaus werden auch Gewinnspiele und ein EMB-Newsletter angeboten. Die EMB ist als Prototyp einer (regionalen) E- Mall konzipiert und wird inzwischen kommerziell getragen. Auch wenn die EMB keine überregionale Bedeutung hat, ist neben den beschriebenen Eigenschaften einer E-Mall ein typischer Portal-Charakter mit regionaler Ausrichtung zu attestieren. [...]

Die Electronic Mall Bodensee (www.emb.net) ist eine typische Gemischtwaren-E-Mall mit regionaler Ausrichtung; hier auf die grenzüberschreitende Region Bodensee. Getragen wird das Projekt von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Als die Idee 1995 entwickelt wurde, waren die Hauptinitiatoren das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit St. Gallen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen. Zusammen mit dem Institut für Informationswissenschaft Konstanz und dem Voralberger Technologiezentrum bildeten sie 1995 das EMB Konsortium, dem heute die Leitung des Projektes obliegt. Zu den Aufgaben der EMB Management AG gehört das Gesamtmanagement, das Marketing der EMB, die strategische Ausrichtung sowie die Koordination der verschiedenen Partner. Im Unterschied zu anderen Electronic Malls verfolgt die EMB neben kommerziellen auch gesellschaftliche Aspekte und strebt unter anderem folgende Leitziele an (ZIMMERMANN 1996; HERGET 1997, S. 284): • Die EMB leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Informationswirtschaft und -gesellschaft • Stärkung der Wirtschaftskraft und der Identität in der Region und Hinführung zum Umgang mit elektronischen Medien [...]

Arbeit zitieren:
Durschlag, Annette März 2001: Vom Einkaufszentrum zur Electronic Mall?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
B2C, B-to-C, Electronic Mall, Cybermall, E-Commerce

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