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Einführung des XDCAM - Professional Disc Systems in den täglichen Workflow des Westdeutschen Rundfunks, Produktion Nordrhein-Westfalen

Einführung des XDCAM - Professional Disc Systems in den täglichen Workflow des Westdeutschen Rundfunks, Produktion Nordrhein-Westfalen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Woestmeyer
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8215-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8215-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8215-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Woestmeyer, Stefan Mai 2004: Einführung des XDCAM - Professional Disc Systems in den täglichen Workflow des Westdeutschen Rundfunks, Produktion Nordrhein-Westfalen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Projektmanagement, Professionelle Videotechnik, Netzwerke, P2 (Panasonic), MPEG-IMX

Diplomarbeit von Stefan Woestmeyer

Einleitung:

Ob auf der Broadcast Messe NAB in Las Vegas, im Frühjahr 2003/04, oder auf der IBC in Amsterdam, Anfang September 2003, überall ließ sich ein Trend zum IT gesteuerten Sendeablauf erkennen. Schon seit ein paar Jahren steht bei allen Broadcastern der Wunsch, durch eine komplette Digitalisierung eines Senders einen verbesserten Workflow zu erhalten, an erster Stelle. Wenn man von Radiosendern absieht, ist dies noch niemandem ganzheitlich gelungen. Die Vernetzung aller bisherigen IT-Inseln und Teilnetze zu einem großen Ganzen gelang bisher noch keinem Fernsehsender. Da möglichst wenige Kodier-/Dekodier-Generationen vor der Ausstrahlung die beste Bildqualität erzielen sollen, wird das native Weiterleiten des akquirierten Materials innerhalb eines Broadcast-Workflow angestrebt. Damit spielen Netzwerke eine immer wichtigere Rolle.

Es gibt zwar einige wenige Sender, wie z.B. Phönix, welche die gesamte Studio- und Übertragungstechnik digitalisiert haben, jedoch auf Akquisitions- und Postproduktionsseite teilweise noch mit analogen Videoformaten und Leitungen arbeiten und damit nicht komplett vernetzt sind. In der Regel sind dies Lösungen aus Standard IT- und speziellen AV-Systemen. Dass der Hörfunk- im Vergleich zum Fernsehbereich in der Vernetzung weiter entwickelt ist, liegt vor allem an den um den Faktor 50 bis 200 niedrigeren Datenraten, die eine schnellere und kostengünstigere Verarbeitung ermöglichen. So spielt auch die Rolle der Datenraten innerhalb des gesamten Workflow eine Rolle in dieser Arbeit.

Nun sollen in dieser Arbeit nicht die einzelnen Vor- oder Nachteile eines gesamten Digitalisierungsprozesses genauer erläutert, sondern ein momentan wichtiger Teilschritt der Branche beleuchtet werden. Die Entwicklung geht weg von analogen Magnetbändern hin zu einer Aufzeichnung auf Compact Discs oder auch Speicherchips (die Firmen JVC und Ikegami bevorzugen Festplatten). Da dies aktuell deutschlandweit, nur von einem Fernsehsender realisiert wird, bezieht sich die Darstellung auf den Westdeutschen Rundfunk und seine Entscheidung für die Professional Disc mit IMX als Datenformat.

Im Zusammenhang mit der Entscheidung für ein neuartiges Speichermedium ergeben sich vielfache Änderungen im täglichen Workflow eines großen Fernsehsenders. Der WDR steht vor der Herausforderung komplett neue Technologien in vorhandene Strukturen zu integrieren. Anfallende Probleme sind da nicht nur technischer sondern auch philosophischer Art, da sie -wie nie zuvor- Akzeptanzprobleme bei den Mitarbeiter hervorrufen.

Bisher war der Einfluss von Anwendern auf die Entwicklung und Einführung neuer Technologien eher bescheiden bzw. gar nicht vorhanden. Deshalb sind viele Techniken oft auf den verdeckten bis offenen Widerstand derjenigen gestoßen, die damit arbeiten sollten bzw. mussten. Auf diese Art wurde der eigentliche Sinn von neuen Technologien, die Optimierung von Workflows, in der Vergangenheit oft trotz bester Absichten verfehlt. Das Ergebnis ist eine stark verbreitete Technikangst und Ablehnung von technischen Neuerungen. Zusätzlich entstand eine Angst bezogen auf die Veränderung bestehender Berufsbilder. So wird es bei allen künftigen technischen Projekten mehr denn je erforderlich sein, alle betroffenen Bereiche möglichst früh mit in die technische Entwicklung und das Projektmanagement einzubeziehen. Ein Hauptbestandteil dieser Arbeit ist daher das umfangreiche Projektmanagement der geplanten Einführung des XDCAM-Standards.

Insgesamt bahnt sich im Zuge dieser Neueinführung einmal mehr ein Wettstreit der Standards der beiden größten Hersteller von Fernsehtechnik an. Sony und Panasonic prallen mit zwei unterschiedlichen Konzepten für die Zukunft der Akquisition aufeinander: XDCAM und P2 heißen die Alternativen. Der letzte Machtkampf dieser Art war zwischen den beiden Formaten DVCPRO (Panasonic) und Betacam-SX (Sony). Schon als damals beide Formate zeitgleich vorgestellt wurden, gaben sich beide Hersteller siegessicher. Bei den jetzigen Entwicklungen handelt es sich allerdings nicht um neue Formate sondern neue Standards in der Aufzeichnung.

Sind die beiden damals vorgestellten Systeme schon digital gewesen, enthalten sie doch nur Videodaten. Der Unterschied zu den hier betrachteten Datenformaten ist, dass der Inhalt der digitalen Daten nicht mehr entscheidend ist. Es ist bereits absehbar, dass es noch mehr verschiedene Gerätetypen und Formate geben wird als jetzt schon am Markt sind. Dabei wird allerdings das Speichermedium selbst immer unwichtiger, es geht um Datenformate. Auch Metadaten, also „Daten über die Daten“ spielen eine wachsende Rolle.

Da sich bei den Camcordern von der Bildwandlerseite her zunächst nicht viel ändern wird, ändert sich vor allem das Handling. Statt einer Kassette wird dann eine Scheibe oder ein Speicherchip eingelegt. Entscheidender ist aber der Transfer der Daten zwischen den einzelnen Bereichen und der damit angeschlossene mögliche IT-Weg. IT-Technologien werden also noch stärker als bisher eine Rolle spielen.

Auch im Zeitalter des File-Transfers scheint der Wettstreit der Formate und Standards aber nicht aufzuhören. Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntermaßen der Dritte. Das ist in diesem Fall die IT-Wirtschaft. Auch wenn dieser Bereich der Wirtschaft in den letzten Jahren nicht gerade durch Beständigkeit aufgefallen ist, kann er von dem Starrsinn der alten Konkurrenten profitieren. Schon seit längerem treiben Firmen wie Oracel, Pinnacle, Avid und andere den IT-Trend in der Studioinfrastruktur, im Newsbereich und in der Postproduktion voran. Neu an dem Thema „IT for Broadcast“ ist, dass Firmen wie Sony und Panasonic dies nun auch von der Aufnahmeseite her angehen wollen.

Alle Beteiligten verbindet, im Zusammenhang mit dem File-Transfer, ein Zauberwort: „offene Standards“. Dies sind in diesem Fall Formate, die für jeden zugänglich und bekannt sind. Speziell MPEG (Abschnitt 1.1.1) und MXF-Files haben eine große Bedeutung erhalten. Die Möglichkeiten eines neuen Standards wie XDCAM entfalten sich vor allem in Anbindung an die passenden neuen Schnitt- und Netzwerkstrukturen. Die passenden File-Formate und Netzwerke werden in dieser Arbeit ausführlich betrachtet.

Ein möglicher Vorteil von XDCAM in Verbindung mit einem Netzwerk, könnte eine Datenrate von 30 Mbit/s in der Akquisition sein. Die Frage ist, ob sich solche eine niedrigere Datenrate wirtschaftlich lohnen könnte und doch eine vergleichbare Qualität bringen würde.

Erst im Laufe des letzten Jahres sind passende Netzwerklösungen, wie etwa von der Firma Avid, entwickelt worden und ebnen nun den Weg in einen komplett digitalisierten Workflow eines Fernsehsenders. So beschäftigt sich ein Teil dieser Arbeit mit den technischen Voraussetzungen und Zielen des WDR auf dem Weg in ein neues IT-Zeitalter. Der XDCAM-Standard bietet hier eine gute Voraussetzung.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 3
Einleitung 5
1. MPEG-IMX, die Professional Disc und andere Formate 8
1.1 Das Datenformat IMX und der Vorgänger das Videoformat Betacam-SP 8
1.1.1 MPEG-2 (Speziell 4:2:2 P@ML) als neuer Standard der digitalen Broadcast-Technik 10
1.1.2 Bisherige digitale Video Systeme von Sony 12
1.2 Die Professional Disc und die Produktreihe XDCAM 15
2. Das SD-Memory-Card Konkurrenzsystem P2 von Panasonic 24
2.1 Technischer Stand in der Entwicklung von Panasonic 24
2.2 Vorteile des zukünftigen Panasonic Systems 27
3. Sonys XDCAM / Professional Disc System versus P2 Memory Card System von Panasonic 29
3.1 Pro und Kontra der technischen Eigenschaften 29
3.2 Sonys Zusammenarbeit mit dem WDR bei der Entwicklung von XDCAM 31
3.3 Warum vier weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten auf IMX setzen. 34
3.4 Abschließende Betrachtung der voraussichtlichen Entscheidung für XDCAM 34
4. Die Struktur des WDR Fernsehens, speziell der Produktion NRW mit den Regionalstudios 36
5. Technischer Stand/Voraussetzungen und Ziele innerhalb der Produktion NRW mit der XDCAM-Reihe 42
5.1 Postproduktion 42
5.2 Netzwerktechnik 45
5.3 Außenproduktionen 49
5.4 Studioregie 52
6. Projektmanagement und Roll-out des XDCAM-Standards. 55
6.1 Was bedeutet Projektmanagement? 55
6.2 Typische Merkmale von WDR-Projekten und Kategorien. 57
6.3 Das EIPRODI Projektmanagement. 59
6.3.1 Organisatorische Rahmenbedingungen 59
6.3.2 Projektdefinition 65
6.3.3 Projektziele 67
6.3.4 Projektstruktur 69
6.3.5 Phasenplan 71
6.4 Inhalte der Roll-out Sitzungen und der Stand der Zusammenarbeit mit Sony 72
7. Die erste Testphase im Studio Essen 81
8. 50 Mbit/s versus 30 Mbit/s als Akquisitionsstandard? 85
8.1 Bisheriger Stand von wissenschaftlichen Tests über 50 Mbit/s und 30 Mbit/s, MPEG 2 P@ML (I-Frame only). 85
8.2 Ausreichende Qualitätsansprüche eines öffentlich-rechtlichen Senders 90
8.3 Eventuelle Eindringtiefe des 30 Mbit/s Materials in das Tagesprogramm von WDR/ARD und anderen Sendeanstalten 95
8.4 Praktischer Test der Generationsverluste von 50 Mbit/s und 30Mbit/s Material 98
8.5 Vorteile eines 30 Mbit/s Datenstrom in der Akquisition 106
9. Abschließende Betrachtung über die laufende und kommende Einführungdes XDCAM-Standards im WDR und ein eventuelles Einführungs-Szenario. 110
Fachbegriffe in der Erklärung 115
Quellenverzeichnis 118
Glossar 120

Automatisiert erstellter Textauszug:

Störungen und benötigte Ressourcen der Projektarbeit an Linie und Projektleiter melden Einbindung des zentralen Einkaufs Verantwortung für: Einhaltung der gesetzten Termine und Kosten innerhalb der jeweiligen Arbeitspakete sowie deren Fortschritt und Lösungen Sicherstellung des aktualisierten Informationsstandes aller Beteiligten Kompetenzen: Direkter Zugang zu allen notwendigen Informationen Mitbestimmung bei der Festlegung der Arbeitspakete und deren selbstständige fachliche Entscheidung Hinzu kommt noch ein erweitertes Kernteam, bestehend aus diversen Mitarbeitern der beteiligten Abteilungen. Es erledigt Teile einzelner Arbeitspakete, ist aber nicht für ihre komplette Durchführung verantwortlich. Die Fachvorgesetzten sind die Abteilungsleiter der beteiligten Abteilungen und damit in der Hierarchie der Linie eine Stufe unter den Lenkungsausschussmitgliedern. Funktionen: Berichterstattung ihrer Teammitglieder über Projektaktivitäten einfordern und sie in der Projektarbeit unterstützen Kontrolle darüber, ob bzw. inwieweit die vereinbarten Qualitätsstandards eingehalten werden Verantwortung für: Fachliche Ergebnisse ihrer Mitarbeiter im Projekt Zielgerechte Projektunterstützung mit ausreichender Qualifizierung ihrer Mitarbeiter im Projektteam Mitverantwortung für das Gelingen des Gesamtprojekts Kompetenzen: Fachvorgesetzte benennen Teammitglieder Alle beteiligten Gruppen des EIPRODI-Projekts können zusammenfassend als Roll-outGruppe bezeichnet werden (siehe Abschnitt 6.4), exklusive des Lenkungsausschusses und den Fachvorgesetzten. Mit dem offiziellen Projektstart des EIPRODI-Projekts, Mitte Mai 2004, wird sich die gesamte Roll-out-Gruppe mindestens alle vier Wochen treffen. Einbezogen werden sollten das Programm und das Archiv. Dies gestaltet sich allerdings nicht so leicht. Das Programm möchte sich inhaltlich am Roll-out so wenig wie möglich beteiligen, man ist nur am fertigen Produkt interessiert. Ein Grund hierfür ist sicherlich das [...]

zielgerechte Projektunterstützung Kompetenzen: Terminüberschneidungen eigenständig klären Büromanagement mit direktem Zugang zu allen notwendigen Informationen Das Kernteam besteht aus acht Mitgliedern und vereinigt alle wichtigen Abteilungen mit einem Hauptstellvertreter sowie dem Projektleiter und dessen Stellvertreter. Neben einem noch nicht bekannten Vertreter des Programms sind dies jeweils ein Vertreter aus den Hauptabteilungen Produktion NRW und Köln sowie aus den Abteilungen IT- und Produktionswirtschaft, Betriebsausrüstung und dem Systemservice Fernsehen. Das Kernteam stellt auch die Hauptpersonengruppe des Projekts dar und trifft sich alle zwei Wochen zu gemeinsamen Sitzungen. Durch ein verkleinertes Kernteam ist ein effektiveres Erarbeiten von einzelnen Arbeitspaketen möglich. Funktionen: Einholen notweniger Informationen, deren fachliche Ausarbeitung sowie deren Planung, Steuerung und Koordination Schnittstellenabstimmung, Berichterstattung und Dokumentation im Team und gegenüber allen Projektmitgliedern [...]

Gesamtverantwortung für das Projekt Wirtschaftliches Ergebnis des Projekts Prioritätensetzung zwischen Linien- und Projektinteressen Überwachung des Projekts Kompetenzen: Genehmigung des Projektantrages Treffen verbindlicher Entscheidungen Beschluss von Maßnahmen bei Projektabweichungen (z. B. auch das komplette Streichen des Projekts) Der Projektleiter ist der wichtigste Koordinator und die Kontaktperson im gesamtem PM und wurde aus der Abteilung EB und Filmaufnahme gewählt. Für seine Aufgabe als Projektleiter wurde er als einziger aller Beteiligten komplett freigestellt. Ein Stellvertreter wurde ihm zur Seite gestellt. Funktionen: Einberufen des Lenkungsausschusses und von Sitzungen des Kern- und erweiterten Kernteams, sowie zu Sondersitzungen Informant für diese Gruppen Kosten-, Termin- und Ergebniskontrolle Erstellung der Prozess- und Produktdokumentation des Gesamtprojekts in Zusammenarbeit mit dem Projektbüro Zuweisung, Ingangsetzung und Koordination von Arbeitspaketen Leiten des Kern- und erweiterten Kernteams sowie das Lösen von Konflikten Erkennung und Beurteilung von Risiken, Problemen und Abweichungen sowie deren Korrekturmaßnahmen Verantwortung für: vollständige und rechtzeitige Information des Kern- und erweiterten Kernteams über Änderungen im Sinne eines Schnittstellenkoordinators Erfüllung der Termin- und Kostenziele Durchführung der Projektarbeit einschließlich der Dokumentation Kompetenzen: Vorschlagsrecht bei der Auswahl und beim Auswechseln von Teammitgliedern [...]

Arbeit zitieren:
Woestmeyer, Stefan Mai 2004: Einführung des XDCAM - Professional Disc Systems in den täglichen Workflow des Westdeutschen Rundfunks, Produktion Nordrhein-Westfalen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Projektmanagement, Professionelle Videotechnik, Netzwerke, P2 (Panasonic), MPEG-IMX

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