Einführung eines Translation Memory Systems in die PS-Redaktion der Firma cognitas, München
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Brosig
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6369-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6369-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6369-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brosig, Nicole Dezember 2001: Einführung eines Translation Memory Systems in die PS-Redaktion der Firma cognitas, München, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Computerunterstützung, Übersetzung, Technische Redaktion, Vergleich von Translation Memory System, Übersetzungsmanagement
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Diplomarbeit von Nicole Brosig
Einleitung:
Die Bereitstellung und das Anfertigen von Übersetzungen (ÜS) spielen heutzutage eine wichtige Rolle in der technischen Dokumentation. Handbücher in mehreren Sprachen anzufertigen ist allerdings sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. Um Zeit und Kosten zu sparen, wurde versucht diesen Vorgang zu automatisieren. Mit Hilfe der Maschinellen Übersetzung (MÜ) kann die Erstellung von fremdsprachigen Texten erleichtert werden. Bei einer MÜ handelt es sich um ÜS auf Wortebene unter Verwendung von zuvor festgelegten Grammatikregeln. D. h. sinngemäßes Verständnis des Textes ist nicht gegeben und Fehler auf semantischer Ebene sind vorprogrammiert. Mit der Benutzung eines Translation Memory Systems (TMS) kann dieses Problem umgangen werden. Die Idee eines TMS basiert auf der Wiederverwendung schon bestehender Übersetzungen, die ein Übersetzer oder Muttersprachler der Fremdsprache angefertigt hat. Die Software übersetzt dabei den Text nicht Wort für Wort, sondern sucht nach Übereinstimmungen der gespeicherten Textabschnitte mit denen des neuen Ausgangstexts (AT).
Dieser Diplomarbeit werden zwei Zielstellungen zu Grunde gelegt. Zum einen soll ein geeignetes TMS ausgewählt und in der PS-Redaktion der Firma cognitas eingeführt werden. Zum anderen hat diese Arbeit Handbuchcharakter und kann als Anleitung für die Einarbeitung in das TMS SDLX angesehen werden.
Gang der Untersuchung:
Bevor die Einrichtung eines TMS stattfinden kann, muss geprüft werden, inwiefern der Einsatz eines TMS sinnvoll ist, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und welcher Nutzen sich für die Redaktion daraus ergibt. Im Anschluss an diese Untersuchungen folgt die Auswahl eines geeigneten TMS, die Einrichtung der Arbeitsplätze in der Redaktion, sowie die Schulung der Redakteure. Die Vorgehensweise gliedert sich in zwei Hauptabschnitte. Im ersten Teil wird beschrieben, welche Schritte unternommen wurden um ein geeignetes TMS für die Redaktion auszuwählen. Der zweite Teil soll veranschaulichen, wie bei der Einrichtung des ausgewählten TMS verfahren wurde.
Aus den Aufgaben und der Zielstellung ergab sich folgende Fragestellung: Ist es in der gegebenen Arbeitsumgebung sinnvoll ein TMS einzusetzen? Um diese Frage beantworten zu können, wurde eine Analyse der aktuellen Arbeitsweise der PS-Redaktion und der erstellten Handbücher, auf struktureller und inhaltlicher Ebene, durchgeführt. Hierbei erfolgte eine gründliche Einarbeitung in das redaktionelle Arbeiten und in die verwendeten Werkzeuge, insbesondere die Textverarbeitung Adobe FrameMaker. Die Beschreibung des Dokumentationsprozesses der Nachbarredaktion (PC Redaktion), die schon seit 1996 erfolgreich mit dem TMS Trados arbeitet, soll die Vorteile des Datenbank-unterstützten ÜS verdeutlichen.
Im Anschluss wird erläutert, welche Voraussetzungen die Redaktion vor dem sinnvollen Einsatz eines TMS erfüllen muss, und welche Leistungsmerkmale das TMS aufweisen muss, um in der Redaktion eingesetzt werden zu können. Aus den Anforderungen der Redaktion an das TMS leiten sich verbindliche Auswahlkriterien ab. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der problemlosen Verarbeitung von FrameMaker-Dokumenten. Gemäß den redaktionellen Anforderungen wurde ein Testfeld von vier geeigneten TMS ermittelt. Im Anschluss an die erste Testphase wurden zwei TMS in die engere Wahl genommen und nochmals mit unterschiedlichen Inhalten und Zielsetzungen eingehender untersucht.
Nachdem der Testsieger feststand, wurde mit der Einrichtung des TMS in der PS-Redaktion begonnen. Bereits bestehende mehrsprachige Handbücher dienten als Quelle für die Erstellung des Translation Memory (TM). Mit jedem künftigen Handbuchprojekt wird das TM mit neuen Übersetzungen ergänzt. Von einem Import des bereits stark angewachsenen TM der PC-Redaktion wurde abgesehen. Aufgrund unterschiedlicher Produktgruppen und Handbuchtypen stimmt nur ein sehr kleiner Anteil des Datenbestandes mit den Handbüchern der Primergy-Redaktion überein. Ein Einsatz der PC-Übersetzungsdatenbank hätte deshalb erheblichen Ressourcenverbrauch durch nicht relevante Datenmengen zur Folge. Abweichungen in Sprachgebrauch und Terminologie zwischen beiden Redaktion hätten von vorn herein zu sachlichen Fehlern im TM geführt. Vor allen Redakteuren der Münchener cognitas-Niederlassung wurden Auswahlprozedur und Arbeitsweise von SDLX präsentiert. Um jedem Redakteur die Nutzung von SDLX zu ermöglichen, wurde die Software auf allen Rechnern der Redaktion installiert. Es folgte eine nochmalige, ausführlichere Schulung der Redakteure, die ab sofort mit dem TMS Übersetzungen anfertigen werden. Zu Nachschlagezwecken wurde eine Schulungsunterlage im PowerPoint-Format erstellt und im Firmennetzwerk zur Verfügung gestellt. Die Unterlage enthält ausführliche Angaben zum Umgang mit dem TMS und der Abwicklung von Übersetzungsaufträgen durch den Sprachendienst. Ferner werden nochmals zusammenfassend die Ergebnisse der Testreihen begründet.
Diese Diplomarbeit wurde im Rahmen meines Studiums „Fachkommunikation“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal zur Erlangung des akademischen Grades „Dipl.-Fachübersetzerin“ verfasst. Sie richtet sich deswegen vorrangig an Professoren und Studenten der Studienrichtung „Übersetzen“. Des Weiteren soll diese Diplomarbeit als Information und Anregung für fachlich interessierte Laien und technische Redaktionen, die den Einsatz eines TMS planen, gelten. Die Beschreibung der Testreihen und Auswahlkriterien kann anderen Fachredaktionen als Anleitung für eigene Evaluationen dienen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, diese Arbeit als Einführung in die Grundfunktionen und Arbeitsweise von SDLX zu benutzen. Das Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal beinhaltet eine Einführung in die Arbeit mit Translation Memory Systemen. Dieses Vorwissen ermöglichte mir den zielgerichteten Umgang mit den verschiedenen Softwarepaketen und den darin enthaltenen Werkzeugen. Da ich im Voraus mit keinem der getesteten TMS über einen längeren Zeitraum hinweg gearbeitet habe, konnten die Tests neutral durchgeführt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Aufgaben und Zielstellung | 1 |
| 1.2 | Methodisches Vorgehen | 2 |
| 1.2.1 | Auswahl eines TMS | 2 |
| 1.2.2 | Einführung des ausgewählten TMS | 2 |
| 1.3 | Zielgruppe | 3 |
| 1.4 | Darstellungsmittel | 4 |
| 2. | Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Translation Memory Systeme | 5 |
| 2.1.1 | Wie arbeitet ein TMS? | 5 |
| 2.1.2 | Aufbau des Translation Memory | 7 |
| 2.1.3 | Unterschied Datenbank – Referenz | 7 |
| 2.2 | Die Firma cognitas | 8 |
| 2.3 | Aktuelle Situation in der PS Redaktion | 8 |
| 2.3.1 | Typischer Produktionsprozess der Handbücher ohne TMS | 9 |
| 2.3.2 | Produktionsprozess der Handbücher mit TMS (PC Redaktion) | 11 |
| 2.3.3 | Vorteile eines TMS | 12 |
| 3. | Auswahl | 15 |
| 3.1 | Ist der Einsatz eines TMS sinnvoll? | 15 |
| 3.1.1 | Analyse der deutschen Handbücher | 15 |
| 3.1.2 | Analyse der englischen Handbücher | 16 |
| 3.2 | Anforderungen an die Redaktion | 17 |
| 3.2.1 | Voraussetzungen für eine TMS-Nutzung | 17 |
| 3.2.2 | Entschluss zum Einsatz eines TMS | 18 |
| 3.3 | Anforderung an ein TMS | 19 |
| 3.3.1 | Anforderungen der PS Redaktion an ein TMS | 19 |
| 3.3.2 | Auswahl geeigneter TMS | 20 |
| 4. | Testphase | 21 |
| 4.1 | Erste Testreihe | 21 |
| 4.1.1 | Liste der Anforderungen erstellen | 21 |
| 4.1.2 | Vorgehensweise | 22 |
| 4.1.3 | Vergleich zu EAGLES | 24 |
| 4.1.4 | Erstauswahl | 27 |
| 4.2 | Zweite Testreihe | 28 |
| 4.2.1 | Trados | 29 |
| 4.2.2 | SDLX | 37 |
| 4.3 | Endergebnis | 42 |
| 5. | Einrichten der Arbeitsumgebung | 47 |
| 5.1 | Aufbau der Datenbanken | 47 |
| 5.1.1 | Aufbau des TM durch Alignment | 47 |
| 5.1.2 | Aufbau des TM durch Import | 50 |
| 5.1.3 | Aufbau der Terminologie-Datenbank | 50 |
| 5.2 | Installation | 51 |
| 5.2.1 | Vorbereitung der Installation | 51 |
| 5.2.2 | Durchführung der Installation | 52 |
| 5.3 | Schulung der Redakteure | 56 |
| 5.3.1 | Vortrag | 56 |
| 5.3.2 | Einzelplatzbetreuung | 56 |
| 5.3.3 | Schnittstelle zum Sprachendienst | 57 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 59 |
| 7. | Anhang | 61 |
| 7.1 | Analyse der deutschen Handbücher | 61 |
| 7.2 | Analyse der Handbücher deutsch/englisch | 67 |
| 7.3 | Matrix: Auswahl TMS | 71 |
| 7.4 | Matrix: Endrunde TMS | 76 |
| 7.5 | Schulungsunterlagen | 79 |
| Abkürzungen | 101 | |
| Bilder | 103 | |
| Tabellen | 105 | |
| Literatur | 107 | |
| Lebenslauf | ||
| Eidesstattliche Erklärung |
Weiteren wurden Hardware-Anforderungen sowie die Fehleranfälligkeit bei der Konvertierung der SGML-Struktur und Formatinformationen während des Imports und Exports beachtet. Bedienbarkeit/Ergonomie Hier wurde untersucht, wie der Nutzer bei seiner Arbeit durch das Programm unterstützt wird. Erfolgt die Bearbeitung in einem eigenständigen oder externen Editor? Wie werden AT und ZT sowie die Übereinstimmung der ermittelten Segmente angezeigt? Gibt es Funktionen für Fuzzy Matching („unscharfe“ Suche nach nicht 100%igen Übereinstimmungen) oder Konkordanz-Suche (Suche nach einem Begriff in anderen gespeicherten Segmenten), und wie können neue Segmentpaare in das TM eingefügt werden? Wie kann die Auswertung von Fehlerprotokollen bei eventuell auftretenden Fehlern erfolgen? Service Dieser Punkt beinhaltet die Unterstützung durch die mitgelieferte Dokumentation und den technischen Support des Herstellers. Gesamtbeurteilung In der Gesamtbeurteilung werden alle vorher behandelten Punkte, sowie die Auswertung des Lasttests und der anfallende Zeitaufwand für die Einarbeitung in das Programm abschließend zusammengefasst. Punkte: Bedienbarkeit, Service, Verhalten beim Lasttest, Zeitaufwand für Einarbeitung und entstehende Kosten. [...]
Für die erste Testreihe wurde eine tabellarische Übersicht (siehe Abschnitt „Matrix: Auswahl TMS“ auf Seite 71) entwickelt, in der alle für die PS-Redaktion relevanten Eigenschaften und Funktionen der TMS enthalten sind. In der Matrix wurden die einzelnen Leistungsmerkmale nach Aspekten geordnet und benotet. Diese Benotungen können zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen, denn auch wenn das Programm ein Leistungsmerkmal anbot, konnte es sehr unübersichtlich oder verwirrend für die Arbeit mit FrameMaker-Dokumenten sein. Folgende Aspekte wurden näher untersucht: Anforderungen der cognitas PS-Redaktion an ein TMS Diese Tabelle wurde für die Auswahl geeigneter TMS erstellt. Sie beinhaltet daher eine Liste der geforderten Leistungsmerkmale und noch keine Benotungen. Allgemeine/Technische Leistungsmerkmale Diese Merkmale beziehen sich hauptsächlich auf die Kosten und den Leistungsumfang der jeweiligen Software. Besonders wichtig erschien hierbei das Angebot von Werkzeugen für Terminologiearbeit und Alignment. Des [...]
Der Austausch von Datenbanken zwischen verschiedenen TMS wird mittels des Translation Memory Exchange Format (tmx) durchgeführt. Bei Import eines TM im tmx-Format wird es in das gängige Format des anderen TMS konvertiert. Das TMS sollte also eine Funktion zum Import eines TM beinhalten. Gleichzeitiger Zugriff auf die Datenbank Der gleichzeitige Zugriff mehrerer Redakteure auf das TM über ein lokales Netzwerk muss gewährleistet sein. ÜS in mindestens sieben Sprachen Die Zielsprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch und Niederländisch müssen vom TMS unterstützt werden. Zusätzliche Sprachen wären von Vorteil. Problemlose Bewältigung großer Datenbanken Durch eine sehr große Datenbank dürfen keine wesentliche Verzögerungen der Anwendung, keine Abstürze und keine Verringerungen der Stabilität auftreten. Funktion für statistische Auswertung der Übersetzung Sollte z. B. für die Aufwandsabschätzung bei der Vergabe von Aufträgen an externe Übersetzungsdienstleister im TMS enthalten sein. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463694
Arbeit zitieren:
Brosig, Nicole Dezember 2001: Einführung eines Translation Memory Systems in die PS-Redaktion der Firma cognitas, München, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Computerunterstützung, Übersetzung, Technische Redaktion, Vergleich von Translation Memory System, Übersetzungsmanagement



