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Die Einführung von Teamstrukturen aus systemtheoretischer Perspektive

Organisationsentwicklung am Beispiel der Stadtwerke Hannover

Die Einführung von Teamstrukturen aus systemtheoretischer Perspektive
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Philipp Andresen
  • Abgabedatum: Oktober 1998
  • Umfang: 149 Seiten
  • Dateigröße: 985,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7655-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7655-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7655-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Andresen, Philipp Oktober 1998: Die Einführung von Teamstrukturen aus systemtheoretischer Perspektive, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Evaluation, Systemtheorie, Mitarbeiterbefragung, Teambildung, Konstruktivismus

Diplomarbeit von Philipp Andresen

Zusammenfassung:

Ziel der Diplomarbeit ist es, die Einführung von Teamstrukturen bei den Stadtwerken Hannover unter systemtheoretischer Perspektive zu reflektieren und zu evaluieren. Dazu wird zunächst ein theoretischer Bezugsrahmen entwickelt, der auf neueren Entwicklungen der modernen Systemtheorie und des radikalen Konstruktivismus basiert. Darauf aufbauend zeigt die Arbeit anhand des konkreten Fallbeispiels der Hauptabteilung Wassergewinnung, wie die Einführung von Teamorganisation einen Wandlungsprozess in Richtung Marktorientierung, Lernfähigkeit und Flexibilität in Gang setzt. Anschließend werden aus dem theoretischen Rahmen konkrete Voraussetzungen abgeleitet, die zur erfolgreichen und praxisgerechten Einführung von Teamstrukturen erfüllt sein müssen und deren Ausgestaltung bei den Stadtwerken anschließend diskutiert wird.

Drei im Rahmen der Arbeit entwickelte Instrumente zur qualitativen Evaluation des Prozesses, die vom Verfasser im Sinne der Aktionsforschung („Survey-Feedback“) angewendet wurden, werden im darauf folgenden Abschnitt hinsichtlich der theoretischen Herleitung, der Ergebnisse und der daraus resultierenden Hypothesen präsentiert. Damit stellt die Arbeit ein neues empirisches Verfahren in der Analyse von Organisationsentwicklungsprozessen vor, dass auf systemtheoretischen Erkenntnissen basiert und sich durch hohe Praxisrelevanz und einfache Anwendung auszeichnet.

Konkret werden die Informationsstrukturen, die mit der Restrukturierung einhergehenden Erwartungen aller Beteiligten und die Rückmeldung zu den Teambildungsworkshops analysiert. Aus den Ergebnisse lassen sich Hypothesen über sonst schwer zu fassende Variablen wie Motivation, Stimmungslage und Widerstände gegenüber dem Prozess generieren. Die Rückmeldung der Hypothesen wird als Installation von Rückkoppelungsschleifen und als Anregung von Selbstorganisationsmechanismen interpretiert. In einer abschließenden Bewertung stellt der Verfasser dem weiteren Prozessverlauf aufgrund der Befragungsergebnisse und der vorangegangenen Reflexionen eine positive Prognose Inhaltsverzeichnis:

1. Aufgabenstellung und Zielsetzung 1
2. Systemtheorie und radikaler Konstruktivismus 4
2.1 Einleitung 4
2.2 Einführung in die Systemtheorie 6
2.2.1 Strömungen der modernen Systemtheorie 6
2.2.2 Der Systembegriff 7
2.2.2.1 Klassifikation des Systembegriffs 8
2.2.2.2 Systeme, Rückkoppelungen und Wechselwirkungen 9
2.2.2.3 Selbstorganisation 11
2.2.3 Das Forschungsverständnis unter systemtheoretischer Perspektive 16
2.3 Radikaler Konstruktivismus 18
2.3.1 Zentrale Thesen 18
2.3.2 Folgerungen für das wissenschaftliche Selbstverständnis 19
3. Organisationen aus systemisch-konstruktivistischen Blickwinkel 21
3.1 Einleitung 21
3.2 Der klassische Ansatz - die Organisation als Maschine 21
3.3 Organisationsgestaltung unter neuem Paradigma 24
3.3.1 Organisationen als organische Systemstruktur 24
3.3.1.1 Koppelungsmuster 25
3.3.1.2 Slack 26
3.3.1.3 Heterarchie 27
3.3.1.4 Selbstorganisation 28
3.3.1.5 Lernprozesse 29
3.3.1.6 Wachstum 31
3.3.2 Organisationen als konstruierte Wirklichkeiten 34
3.3.2.1 Musterbildung in Organisationen 35
3.3.2.2 Anforderungen an die intersubjektiv geteilte Wirklichkeitskonstruktion 36
4. Die Hauptabteilung Wassergewinnung der Stadtwerke Hannover 38
4.1 Stadtwerke Hannover AG - ein Kurzportrait 38
4.2 Die Hauptabteilung Wassergewinnung - Aufbau und Aufgaben 38
5. Der Prozessverlauf 41
5.1 Einleitung 41
5.2 Auslösende Faktoren 41
5.3 Der chronologische Ablauf 42
5.3.1 Phase I: Oktober 97- Januar 98 42
5.3.2 Phase II: Januar - September 98 45
5.3.2.1 Veranstaltungen und Akteure 45
5.3.2.2 Vorgehensweise und wichtigste Neuerungen 48
6. Teamstrukturen in der HA Wassergewinnung 51
6.1 Einleitung 51
6.2 Begriffsklärung 51
6.3 Durch Teamstrukturen initiierter Wandel 54
6.3.1 Von individueller zu kollektiver Intelligenz 54
6.3.2 Von Stabilitätserwartung zur Instabilitätsgestaltung 55
6.3.3 Von der funktionierenden zur lernenden Organisation 56
6.3.4 Von der Hierarchie zum eigendynamischen Regelsystem 57
6.4 Gestaltungserfordernisse 58
6.4.1 Ablaufprozesse 58
6.4.2 Führungskultur 61
6.4.2.1 Von Festlegung/Anweisung zur Rahmenvorgabe/Vision 62
6.4.2.2 Führen als Balance zwischen Stabilität und Instabilität 66
6.4.2.3 Von der Prozessbeherrschung zur Prozessmoderation 68
6.4.2.4 Der Dienstleistungsgedanke als Leitphilosophie 69
6.4.2.5 Führungskräfteentwicklung 70
6.4.3 Teambildung und begleitende Qualifikation 71
6.4.3.1 Potentieller Bedarf 71
6.4.3.2 Der Teambildungsprozess 72
6.4.3.3 Teambildung und Qualifikation in der HA Wassergewinnung 73
7. Die Mitarbeiterbefragungen 76
7.1 Einleitung 76
7.2 Der Forschungsansatz: „Survey-Feedback“ als formative Prozessevaluation 77
7.3 Methodik 79
7.3.1 Instrumente der Erhebung 79
7.3.1.1 Der Bewertungsbogen für die Teambildungsworkshops 79
7.3.1.2 Der Fragebogen zum Informationsmanagement 81
7.3.1.3 Die Erwartungsanalyse 83
7.3.2 Durchführung 86
7.4 Ergebnisse und Hypothesen 87
7.4.1 Die Workshopbeurteilung 87
7.4.2 Das Informationsmanagement 90
7.4.3 Die Erwartungen 94
7.5 Die Diskussion der Instrumente 102
8. Abschließende Diskussion und Bewertung 105
Literatur 108

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die HA Wassergewinnung der Stadtwerke Hannover war ein Musterbeispiel einer durch langfristig stabile Rahmenbedingungen geprägten Organisationsform. Auf Jahre gesicherte Wasserrechte, ein stabiles Absatzmonopol und die Einbindung in ein Gesamtunternehmen, das durch ähnliche Rahmenbedingungen auf dem Energiemarkt prosperierte, führten zu einer Struktur, die von hoher Funktionsteilung und Spezialisierung, von ausgeprägter Hierarchie mit geringer Führungsspanne und der Tendenz zur Bürokratisierung geprägt war. Die Liberalisierung der Energiemärkte und der damit einsetzende Wettbewerb hat diese Stabilität jedoch ins Wanken gebracht. Durch flexiblere Vergabe der Konzessionen für die Wasserversorgung und deren indirekter Koppelung an Aufträge der Energieversorgungssparten, ist in den kommenden Jahren auch auf dem [...]

Um insbesondere den nicht in den Prozess involvierten Lesern einen Überblick über den Prozessverlauf zu vermitteln, sei dieser im folgenden grob skizziert. Dabei wird bewußt auf große Detailliertheit verzichtet und ein mehr dokumentierender Fokus gewählt. Die nun folgende Prozessbeschreibung umfaßt den Zeitraum von Oktober 97 bis September 98. Sie bezieht sich damit auf die Einführungsphase einer teamorientierten Arbeitsstruktur. Die Kontaktaufnahme des Verfassers erfolgte im Januar 98. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Verlauf durch teilnehmende Beobachtung begleitet. Weiterhin dienten Dokumentenanalysen, Workshopprotokolle und offene Interviews als Quellen zur Datensammlung. Der Verlauf war durch eine gewisse Diskontinuität gekennzeichnet, die durch einen Wechsel in der externen Prozessberatung bedingt wurde. Um dieser auch inhaltlichen Wende Rechnung zu tragen, werden der Verlauf bis Januar 98 (Phase I) und der Zeitraum Januar 98 bis September 98 (Phase II) getrennt dargestellt. Zunächst jedoch eine kurze Darstellung der die Umstrukturierung auslösenden Faktoren: [...]

Abbildung 5: Organigramm der HA Wassergewinnung vor der Umstrukturierung Die Abteilung Kfz ist von den beschriebenen Umstrukturierungsmaßnahmen nicht betroffen und wird daher im folgenden nicht mehr erwähnt. Übergeordnete Aufgabe der HA Wassergewinnung ist es, für die Einspeisung ins Wassernetz des Stadtgebietes Hannover und einiger umliegenden Städte und Gemeinden qualitätvolles Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Aufgabe waren, nach Abteilungen kategorisiert, folgende Ablaufprozesse verbunden: Wasserwerksbetrieb: • Betrieb, Wartung, Instandhaltung und Reparatur dreier Wasserwerke und den damit verbundenen Anlagen und Rohrleitungen • damit verbundene Planungs- und Logistikaufgaben Labor: • die chemische und mikrobiologische Überwachung des Wasseraufbereitungsprozesses und die Sicherung der notwendigen Wasserqualität durch die Empfehlung von Chemikalienzusatz [...]

Arbeit zitieren:
Andresen, Philipp Oktober 1998: Die Einführung von Teamstrukturen aus systemtheoretischer Perspektive, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Evaluation, Systemtheorie, Mitarbeiterbefragung, Teambildung, Konstruktivismus

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