Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems
Durchführung einer partizipativen Systemanalyse bei einem Unternehmen der Kleinserienfertigung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ernst von Petersdorff
- Abgabedatum: Februar 1997
- Umfang: 121 Seiten
- Dateigröße: 776,4 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4902-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4902-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4902-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: von Petersdorff, Ernst Februar 1997: Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualitätsmanagement, Systemanalyse, Prozeßanalyse, KMU, DIN ISO 9000
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Diplomarbeit von Ernst von Petersdorff
Einleitung:
Inhalt dieser Arbeit ist es, für Unternehmen der Kleinserienfertigung (am Beispiel der SLM) Qualitätsmanagementgedanken auszuwählen und für die Umsetzung Konzepte zu entwerfen.
Die DIN EN ISO 9000 ff. stellt relativ allgemeingültige Voraussetzungen auf, die erfüllt sein müssen, um ein Qualitätsmanagement zu etablieren. Es wurde versucht, nur die unmittelbar relevanten Elemente der DIN ISO einzubeziehen und deren Umsetzungsmöglichkeiten mit den dafür notwendigen Voraussetzungen am Beispiel der SÄCHSISCHEN LEDERWAREN MANUFACTUR schrittweise aufzuzeigen.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 2 wird zunächst die derzeitige Bedeutung von Qualität eines Produktes geklärt, die weit über seine reine Funktionalität hinausgeht. Zudem werden die wesentlichen Gedanken und Vorteile eines modernen Qualitätsmanagements herausgestellt und zur Verdeutlichung mit den bisherigen Vorstellungen von Qualitätssicherung verglichen. Es ist herauszufinden, wie für das Unternehmen ein sinnvolles System geschaffen werden kann, wobei dazu die Vorgehensweise der partizipativen Systemanalyse gewählt und erläutert wird.
Gemäß dieser Vorgehensweise wird in Kapitel 3 eine Istaufnahme der auftragsbezogenen Lederwarenherstellung vorgenommen. Nach Darstellung der Aufbauorganisation erfolgt eine Funktions- und anschließend eine Prozeßbeschreibung. Schon bei der Istaufnahme erfolgte eine Orientierung an den Elementen der DIN EN ISO 9000 ff., um rechtzeitig die Betrach-tungsweise hinsichtlich der Voraussetzungen für ein Qualitätsmanagement-System anzunehmen.
Der Istaufnahme schließt sich die Schwachstellenanalyse in Kapitel 4 an, wo die gefundenen Schwachstellen, nach Prüfung auf Richtigkeit und Vollständigkeit, mit den Betroffenen, ge-gliedert erläutert sind. Am Schluß der Schwachstellenanalyse steht ein Maßnahmenkatalog, der zur Behebung der Schwachstellen und Beachtung der Wünsche der Geschäftsleitung er-stellt wurde.
Der Katalog bildet die Grundlage für die sich in Kapitel 5 anschließenden Konzepte zur Durchsetzung der Maßnahmen. Um eine schnelle Implementierung der Konzepte zu ermögli-chen, wurden diese nach dringenden sowie kostengünstigen Maßnahmen (Sofortkonzept), nach ganzheitlichen Maßnahmenpaketen (Sollkonzept) und aufwendigen, zukunftsorientier-ten Lösungen (Kannkonzept) gegliedert. Von der Istaufnahme bis hin zur Entwicklung der Konzepte stehen die prozeßorientierte Betrachtung und die Mitarbeiterorientierung im Vordergrund.
Diese beiden Aspekte sind zwei Prinzipien des Total Quality Managements, dessen Grundgedanken in das Konzept einfließen. Die Mitarbeiterorientierung ist von besonderer Bedeutung, denn ein Qualitätsmanagement-System baut auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter auf, da sie der Ursprung von Verbesserun-gen, von Qualität im erweiterten Sinne (siehe 2.1 Der erweiterte Qualitätsbegriff) und eines hohen Unternehmensstandards sind. Mit Motivationskonzepten, wie zum Beispiel dem der Eigenverantwortlichkeit und Selbstkontrolle sowie mit einem systematischen Vorschlagswesen, wird versucht, diese Fähigkeiten und Potentiale der Mitarbeiter auszuschöpfen.
Die Prozeßorientierung fordert zunächst eine analytische Betrachtung der betrieblichen Abläufe. Schwachstellen an Schnittstellen werden ersichtlich, und es lassen sich die Punkte bzw. Stellen finden, wo QM-Maßnahmen ansetzen können und effektiv unterstützend wirken. Auch die Auslagerung einiger Prozesse kann schneller und einfacher erfolgen.
Insgesamt soll aufgezeigt werden, wie sich ein Unternehmen schrittweise den Grundsätzen und Ideen eines modernen Qualitätsmanagements hinwenden kann, ohne den unmittelbaren Nutzen außer Acht zu lassen, so daß das System von wertvoller Dauer für das Unternehmen sein wird.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Qualitätsmanagement | 5 |
| 2.1 | Der erweiterte Qualitätsbegriff | 5 |
| 2.2 | Prinzipien des Total Quality Management (TQM) | |
| 2.2.1 | Kaizen | 6 |
| 2.2.2 | Modernes Qualitätsmanagement gegenüber traditioneller Qualitätssicherung | 7 |
| 2.2.3 | Voraussetzungen und Vorteile des TQM | 7 |
| 2.2.4 | Relevanz der DIN ISO 9000 ff. für Unternehmen unterschiedlicher Größe und Struktur | 8 |
| 2.3 | Vorgehensweise beim Aufbau eines Qualitätsmanagements | 10 |
| 2.3.1 | Grundlagen und Vorgehensmodell der Systemanalyse | 10 |
| 2.3.1.1 | Der Ansatz der partizipativen Systemanalyse | 11 |
| 2.3.1.2 | Projektbegründung | 12 |
| 2.3.1.3 | Istanalyse | 13 |
| 2.3.1.4 | Konzepte | 17 |
| 2.3.1.5 | Umsetzung | 18 |
| 2.3.1.6 | Projektcontrolling | 18 |
| 2.3.2 | Schritte bei der Einführung eines QM-Systems | 18 |
| 3. | Istaufnahme | 20 |
| 3.1 | Aufbauorganisation | 20 |
| 3.1.1 | Geschäftsführung | 21 |
| 3.1.2 | Abteilungen | 21 |
| 3.1.3 | Stellen | 22 |
| 3.2 | Funktionsbeschreibung Lederwarenherstellung | 24 |
| 3.2.1 | Auftragsabwicklung | 24 |
| 3.2.2 | Einkauf - Beschaffung | 25 |
| 3.2.3 | Materialzuschnitt | 27 |
| 3.2.3.1 | Aufträge einlasten und disponieren | 27 |
| 3.2.3.2 | Stanzen | 27 |
| 3.2.3.3 | Spalten | 27 |
| 3.2.3.4 | Schärfen | 28 |
| 3.2.3.5 | Schneiden | 28 |
| 3.2.4 | Montage | 29 |
| 3.2.4.1 | Kleben | 29 |
| 3.2.4.2 | Nähen | 29 |
| 3.2.4.3 | Färben | 31 |
| 3.2.4.4 | Prüfvorgänge während der Produktion | 31 |
| 3.2.5 | Warenausgang | 32 |
| 3.3 | Prozeßorientierte Beschreibung | 32 |
| 3.3.1 | Auftragsabwicklungsprozeß | 33 |
| 3.3.2 | Beschaffungsprozeß | 36 |
| 3.3.2.1 | Materialdisposition | 36 |
| 3.3.2.2 | Beschaffung | 38 |
| 3.3.2.3 | Einlagerung | 38 |
| 3.3.3 | Materialzuschnittsprozeß | 39 |
| 3.3.4 | Montageprozeß | 46 |
| 3.3.5 | Prozeßmodell Warenausgang | 53 |
| 4. | Schwachstellenanalyse | 56 |
| 4.1 | Allgemeine Schwachstellen | 57 |
| 4.1.1 | Organisatorische Schwachstellen | 57 |
| 4.1.1.1 | Aufbauorganisation | 57 |
| 4.1.1.2 | Ablauforganisation | 58 |
| 4.1.2 | Personelle Schwachstellen | 59 |
| 4.1.3 | Informationelle Schwachstellen | 60 |
| 4.1.4 | Technische Schwachstellen | 61 |
| 4.2 | Prozeßorientierte Schwachstellen | 63 |
| 4.2.1 | Auftragsabwicklung | 63 |
| 4.2.2 | Einkauf und Beschaffung | 64 |
| 4.2.3 | Materialzuschnitt | 65 |
| 4.2.4 | Montage | 65 |
| 4.3 | Schlußfolgerungen aus der Schwachstellenanalyse | 69 |
| 5. | Konzepte | 71 |
| 5.1 | Sofortkonzept | 73 |
| 5.1.1 | Organisatorische Maßnahmen | 73 |
| 5.1.2 | Aufbau einer qualitätsrelevanten Dokumentation | 75 |
| 5.1.3 | Personelle Maßnahmen | 79 |
| 5.2 | Sollkonzept | 80 |
| 5.2.1 | Transparenz der Unternehmenspolitik | 80 |
| 5.2.2 | Erweiterung der qualitätsrelevanten Dokumentation | 81 |
| 5.2.2.1 | Die qualitätsrelevante Dokumentation bzgl. Verwaltung und Maschinenpark | 83 |
| 5.2.2.2 | Aufbau der technischen Dokumentation | 85 |
| 5.2.3 | Mitarbeiterorientiertes Qualitätsmanagement | 87 |
| 5.2.3.1 | Vorschläge für ein Qualifikations-/Leistungsorientiertes Lohnsystem | 87 |
| 5.2.3.2 | Stellenbeschreibungen | 88 |
| 5.2.3.3 | Qualitätsförderung durch Eigenverantwortlichkeit und Selbstkontrolle | 88 |
| 5.2.3.4 | Organisatorische Maßnahmen, Qualitätszirkel bei SLM | 90 |
| 5.2.3.5 | Qualitätsteam | 93 |
| 5.2.3.6 | Kosten-/Nutzen-Verhältnis für von Qualitätsteams/-zirkeln geführte Projekte | 94 |
| 5.2.4 | Prozeßorientierung des Total Quality Managements | 96 |
| 5.2.4.1 | Prozeßorientierunginnerhalb des TQM | 96 |
| 5.2.4.2 | Qualitätscontrolling | 98 |
| 5.2.4.3 | Schnittstellenkoordination und mit Hilfe von Verfahrensanweisungen | 101 |
| 5.2.5 | Überprüfung des QM-Systems | 103 |
| 5.2.6 | Schulung und Weiterbildung | 104 |
| 6. | Ausblick und kritische Anmerkungen | 105 |
| 6.1 | Quality Function Deployment zur Übertragung der Qualitätsanforderungen auf Produkte | |
| 6.2 | Vergleich mit anderen Unternehmen durch Benchmarking | 105 |
| 6.3 | Zertifizierung | 106 |
| 6.4 | Projektergebnis | 106 |
| 6.5 | Fazit | 107 |
Anzahl der Mitarbeiter zu gering. Durch die fehlende Abzugsanlage geht von den verwendeten Klebstoffen in der Näherei eine stete Gesundheitsgefährdung für die Mitarbeiter aus. Lange Wege über steile enge Treppen zwischen den Bereichen erschweren die Kommunikation zwischen und bedeuten körperliche Belastung. Transportwege mit Stufen führen dazu, daß Materialrollen teilweise getragen werden müssen. Auch schwere Abfallkörbe, die getragen werden müssen, da es keinen rollbaren Untersatz gibt, führen besonders bei den Mitarbeiterinnen zu starker Rückenbelastung. 4.1.3 Informationelle Schwachstellen Ziel der betrieblichen Informationsverarbeitung ist es, die in vielfacher Form erfaßten und ausgetauschten Daten zu Informationen werden zu lassen. Denn nur wenn Daten zum Zeitpunkt der Nachfrage in geeigneter Aussagekraft am entsprechenden Ort zur Verfügung stehen, werden sie zur Information. Neben der Aufbereitung der internen Daten spielt auch zunehmend die Verfügbarkeit von externen Daten eine wichtige Rolle. Informationelle Schwachstellen ergeben sich aus einem unzureichenden Informationsumfang, durch einen nicht durchgängigen Informationsfluß sowie aufgrund mangelhafter Kommunikation. Sie hängen häufig mit organisatorischen Schwachstellen zusammen. Allgemein ist festzustellen, daß im Bereich der kaufmännischen Verwaltung kein durchgängiges Informationssystem bzw. Warenwirtschaftssystem existiert, in dem Aufträge, Lagerbestände, Produktionsfortschrittskennzahlen und weitere Informationen des betrieblichen Wertschöpfungsprozesses dokumentiert werden. Dadurch ist keine Übersicht über die aktuellen Betriebszustände, wie zum Beispiel Kapazitätsauslastung etc. gegeben. Eine Planung und Steuerung der Produktion ist somit unweigerlich umständlich und suboptimal, auch wenn die zu verarbeitenden Datenmengen in Bezug auf die Betriebsgröße als übersichtlich erscheinen mögen. Zu der mangelnden Information über die betriebsinterne Situation kommt die fast nicht vorhandene Speicherung und Verarbeitung von Informationen aus externen Quellen hinzu. So existieren keine Daten über Mitbewerber und der Branche insgesamt. Aber auch die Kunden- und Lieferantendaten sind nicht ausdifferenziert genug, um ohne das Wissen des jeweiligen Mitarbeiters einen qualitativ umfassenden Überblick zu bekommen. Sofern Datenbestände geführt werden, sind diese häufig unvollständig bzw. inkonsistent. Folge davon sind längere Abstimm- und Suchzeiten oder der Effekt, daß nur eine bestimmte Person mit zusätzlichen Informationen diese Daten auswerten kann. Somit werden Daten nie zu erfolgsrelevanten Informationen, sondern bleiben sogenannte Datenfriedhöfe. Bei der Informationsverarbeitung tritt die häufig zu beobachtende Schwachstelle „Medienbrüche“ auf, die dazu führt, daß bereits im Computer erfaßte Daten nochmals in Listen und Büchern umgetragen werden. So kommt es zu einer Mehrfacherfassung und somit zu kostentreibenden, unproduktiven Arbeitszeiten. [...]
In der Montage sind die Mitarbeiter auf meist wenige Aufgaben eingearbeitet. Hier wird zwar angestrebt, daß die Mitarbeiter möglichst viele Aufgaben ausführen können und sich bereichsübergreifend auskennen (Basiskompetenz), doch das Anlernen an verschiedenen Arbeitsplätzen wurde bisher weniger konsequent durchgeführt. Es ist jedoch von der Geschäftsleitung sowie von der Bandleiterin als notwendig erkannt worden, daß die Mitarbeiter die Tätigkeiten der Kollegen kennenlernen, um bereichsübergreifende Probleme zu verstehen, an Verbesserungen mitzuwirken und um die Flexibilität bei Auftragsschwankungen zu erhöhen. Bisher ist unklar, ob für alle Mitarbeiter ein bereichsübergreifendes Arbeiten von Vorteil ist oder ob die Vorteile der Spezialisierung in einigen Aufgaben (zum Beispiel Stanzen oder Schärfen) überwiegen. Allerdings ist durch die Entlassung unzureichend ausgebildeter Mitarbeiter, die nur für wenige Aufgaben einsetzbar waren, die Voraussetzung für eine flexible Organisation mit engagierten Mitarbeitern geschaffen worden. [...]
bende Ausführungsqualität bei Übergabe des Auftrages. Dies ist auf fehlende Verfahrensanweisungen zurückzuführen, die unter anderem genau die Ausführungsqualtiät vorgeben. Die Ablauforganisation bei SLM führt bei erhöhtem Auftragsvolumen zu Stoßbelastungen. Einzelne Ressourcen erreichen dann schnell ihre Kapazitätsgrenzen, es kommt hier zu Warteschlangen und Arbeitsrückständen bei höchst unterschiedlicher Arbeitsbelastung für einzelne Mitarbeiter. 4.1.2 Personelle Schwachstellen Im Personalbereich sind quantitative und qualitative Überlastung zu vermeiden. Sowohl ein mengenmäßig zu hoher Arbeitsumfang als auch die inhaltliche Überforderung führen beim Mitarbeiter zu Streß und damit zu Leistungsabfall. Dieser schlägt sich in geringerer produzierter Qualität, einem höheren Zeitbedarf und somit langfristig in Motivationsabfall nieder. Ebenfalls sind hohe gegenseitige Abhängigkeiten zu vermeiden und eine bereichsübergreifende Kompetenz der Mitarbeiter zu schaffen, um die Flexibilität des Unternehmens zu erhöhen. Es fällt auf, daß aufgrund der Überlastung und fehlender fester Einplanung die organisatorische Arbeit oft vom Tagesgeschäft verdrängt wird. Bei spontaner Erledigung organisatorischer Aufgaben kommt es zu Engpässen bei den Abteilungsleitern/Bandleitern, wenn diese gleichzeitig an anderer Stelle benötigt werden. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832449025
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von Petersdorff, Ernst Februar 1997: Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Qualitätsmanagement, Systemanalyse, Prozeßanalyse, KMU, DIN ISO 9000



