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Einführung der Maut in Deutschland

Auswirkung auf das Speditions- und Transportgewerbe sowie die verladende Wirtschaft

Einführung der Maut in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcus Heinke
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 68 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 1,9
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7337-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7337-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7337-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heinke, Marcus August 2003: Einführung der Maut in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Modal-Split, Transit, EU-Osterweiterung, Transportkosten-Analyse, Logistik

Diplomarbeit von Marcus Heinke

Einleitung:

Die Einführung der Maut war absehbar. Wie hoch sie sein wird, ab wann sie eingeführt wird, auf welcher Technik die Maut basiert, dagegen nicht. Je näher der Stichtag 31. August 2003 rückt, umso mehr Licht fällt ins Dunkel der streckenabhängigen Straßennutzungsgebühr. Trotz aller Versuche die Lkw-Maut durchsichtig zu gestalten, existieren immer noch genug Fragezeichen seitens Speditionen, Fuhrbetrieben, verladender Wirtschaft und Endverbrauchern.

So ist die Frage der Maut-Kompensation durch die Anrechnung der in Deutschland gezahlten Mineralölsteuer immer noch ungeklärt. Ebenso sorgen die geplanten Quersubventionen pro Schiene und Binnenschiff für Zündstoff. Verlader und Verbraucher sind immer noch nicht sicher, wie sehr sich die Nutzungsgebühr auf die Transportkosten und somit unmittelbar auf die Preise für Konsum- und Investitionsgüter auswirken wird.

Auch Themen, die weniger im direkten Zusammenhang mit der finanziellen Belastung durch die Maut stehen, beschäftigen das Transportgewerbe. In welchem Maße werden die Einnahmen dem Straßenverkehr, insbesondere der Infrastruktur, zugeführt? Ist wirklich eine Veränderung des Modal-Splits, also eine Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene, bzw. Binnenwasserstraße zu erwarten? Behindert die zusätzliche Kostenbelastung die Entwicklung des Wirtschafts-Standortes Bundesrepublik Deutschland?

Aufgrund der Meinungsvielfalt dieses komplexen und umfangreichen Themas versucht der Autor, die Problematik von allen Standpunkten aus zu betrachten, das heißt sowohl aus den Augen des Speditions- und Transportgewerbes, der verladenden Wirtschaft, als auch vom Standpunkt der Bundesregierung.

Zum besseren Verständnis und zur Analyse des tatsächlichen Umgestaltungspotentials der Maut werden auch einige Transportkalkulationen in die Arbeit einfließen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Politische Hintergründe der Maut 2
2.1 Ziele der Bundesregierung durch Einführung der Maut 2
2.1.1 Von der Steuer- zur Nutzerfinanzierung 2
2.1.2 Nachhaltige Beeinflussung des Modal Split zugunsten der Bahn 2
2.1.3 Erschließung zusätzlicher Einnahmen- Quellen, um Kosten der Infrastruktur zu decken 3
2.1.3.1 Kosten für Instandhaltung und Investition und deren Auswirkung auf die Mauthöhe 3
2.1.3.2 Problematische Erfassung der externen Kosten 5
2.2 Aufteilung der Maut- Einnahmen 6
2.3 Kritikpunkte am Maut-Konzept 7
2.4 Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Konkurrenzsituation national 9
2.5 Möglichkeiten der europaweiten Wettbewerbsangleichung im Zuge der Maut- Erhebung 10
3. Deutschlands Bedeutung als Transitland 13
3.1 Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart 13
3.2 Bedeutung im Zuge der EU – Osterweiterung 16
3.3 Auswirkungen der Maut auf die Bedeutung Deutschlands als Transitland 20
4. Die verschiedenen Maut-Systeme 22
4.1 Kurzüberblick über die mauter- hebenden Ländern Europas 22
4.2 Teilautomatische Flächenmaut am Beispiel Schweiz 23
4.3 Teilautomatische Streckenmaut am Beispiel Deutschland 25
4.3.1 Allgemeine Informationen zum ETC-Konsortium 25
4.3.2 Das duale System der ETC – Mauterhebung 25
4.3.2.1 Manuelle Einbuchung 26
4.3.2.2 Automatische Einbuchung 28
4.4 Kompatibilität der verschiedenen Systeme 30
4.5 Erweiterungsmöglichkeiten in der Zukunft 31
5. Auswirkungen der Maut auf die verladende Wirtschaft 33
5.1 Kostenveränderungen für bestehende Straßenfrachten 33
5.1.1 Ohne Übernahme der Mautkosten 33
5.1.2 Mit prozentualer Übernahme der echten Mautkosten 33
5.1.3 Mit der Übernahme der echten Mautkosten Eins – zu – Eins 34
5.1.4 Mit der Übernahme von Maut- und Mautzusatzkosten 35
5.2 Ansätze zur Erschließung von Synergie-Effekten zwischen Verlader und Logistikdienstleister 38
5.2.1 Vergrößerung der Zeitdifferenz zwischen Auftragseingang und –durchführung 38
5.2.2 Vergrößerung der Zeitdifferenz zwischen Laden und Liefern 39
5.2.3 Reduzierung des Zahlungsziels 39
5.2.4 Nutzung von vertikalen und horizontalen Kooperationen 39
5.3 Möglichkeiten der Umstellung reiner Straßentransporte auf kombinierte Transporte 40
6. Auswirkungen der Maut auf den Modal Split 42
6.1 Definition und Erklärung 42
6.2 Aktuelle Situation 43
6.3 Wahrscheinliche Auswirkung auf den prozentualen Anteil der Verkehrsträger am Transportaufkommen 44
6.4 Vergleichende Transport -Analyse ausgewählter Relationen unter Bezugnahme von Kosten, Zeit, Schadensanfälligkeit und Verfügbarkeit 48
6.4.1 Straße 48
6.4.2 Schiene 50
6.4.3 Binnenschiff 53
6.4.4 Fazit aus Kostensicht
7. Zusammenfassung und Fazit 56

Automatisiert erstellter Textauszug:

In beinahe jedem europäischen Land besteht bereits eine Straßennutzungsgebühr in Verbindung mit einem bordeigenen Erfassungsgerät. Um die Windschutzscheibe nicht zur Sammelstelle für diverse Tat’s, Obus oder andere Erfassungsgeräte zu machen (siehe Abb. 4.12), sind sowohl die Europäische Union, als auch die einzelnen Mitgliedsstaaten bestrebt, eine gewisse Interoperabilität bzw. Kompatibilität zu erreichen. Abb. 4.12: Auswirkung geringer Interoperabilität Quelle: http://www.zoll.admin. ch/steuern+abgaben/lsva Das erste Problem ist die Unterscheidung zwischen Strecken und Flächenmaut. Beide erfordern unterschiedliche Erfassungstechniken, die sich nur mühsam angleichen lassen. Des Weiteren kann man nicht davon ausgehen, dass in den frühen 90er Jahren implementierte Systeme zu den gegenwärtig Eingeführten kompatibel sind. Deshalb muss es das Bestreben aller Beteiligten, also Politik, Speditionen, Fuhrunternehmer, Hersteller der Bordgeräte etc. sein, Mautsysteme einzuführen und zu unterstützen, die interoperabel sind oder zumindest die Möglichkeit der Erweiterung bieten. Wichtig ist hierbei nicht nur die technische Leistungsfähigkeit, sondern auch die rechtliche Sicherheit. Nicht jedes Erfassungsgerät ist in jedem Land erlaubt. Zurzeit ist „TRIPON“ neben der ETC- OBU das einzige Gerät, welches die deutsche ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) besitzt. 47 Augenblicklich muss jeder Fahrzeughalter mit dem entsprechenden Land einen separaten Vertrag zur Bezahlung der fälligen Gebühren unterzeichnen. Deshalb sind die Anforderungen an neue Erfassungsgeräte relativ anspruchsvoll: die unabhängige Handhabung mehrerer Nutzerverträge muss gewährleistet sein. Nur so lässt sich die Zeit, bis ein einheitliches europäisches System zur Mautabrechnung implementiert wird, überbrücken. Voraussetzung ist, dass es die Mitglieder der EU schaffen, die verschiedenen Anforderungen, beispielsweise die mit der Maut verfolgten Ziele (Umwelt- und/ oder Finanzierungsaspekt), Mauthöhe (echte Kosten der Infrastruktur oder „Abschreckungspreise“ um den Modal - Split zu beeinflussen usw.) zu liberalisieren. [...]

Das heranfahrende Kraftfahrzeug wird per Videokamera aufgenommen. Laut Tollcollect ist das Kontrollsystem so leistungsfähig, dass es das entsprechende Kennzeichen problemlos aus dem Bild herausfiltert. Dies gilt sowohl für ausländische, als auch für unüblich angebrachte Kennzeichen. Nach dem Auslesen wird das Kennzeichen mit den Mautzahlern verglichen. Wird erkannt, dass es sich um einen Mautpreller handelt, wird die nächste mobile Kontrollstreife informiert und das Fahrzeug ausgeleitet. Ebenso funktioniert es, wenn ein Fahrer seine OBU während der Fahrt ausschaltet. Die automatische Kontrolle erkennt ihn als manuellen Bucher, vergleicht die Kennzeichen, erkennt, dass es sich um einen Mautpreller handelt und informiert die nächste mobile Einheit. Von diesen mobilen Kontrollstreifen wird es 400 geben, d.h. ca. 1000 Kontrolleure, die ihre Aufgabe im Auftrag des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) [...]

Zusätzlich werden, ähnlich dem schweizerischen System, Funkbaken am Fahrbahnrand aufgestellt, um bei eventuellen Problemen mit dem amerikanischen GPS einen Zusammenbruch der Technik zu vermeiden. Die Kosten für den Einbau- je Fahrzeug zwischen 300 und 500 Euro- plus Erlösausfall für die Zeit des Einbaus, trägt das Fuhrunternehmen. Die Kosten für die OBU werden ebenfalls vom Unternehmer getragen, später jedoch mit den Mautgebühren verrechnet (Pfandsystem) 44 Die häufig gesehenen Geräte, die an eigens dafür errichteten Autobahnbrücken befestigt sind, haben nichts mit der Mauterfassung zu tun. Sie sind vielmehr nötig, um die Einhaltung der Mautpflicht zu kontrollieren und Mautpreller zu identifizieren. Es wird zum 31.8.03 ca. 300 solcher automatischer Kontrollen geben. siehe (Abb. 4.8 und 4.9) [...]

Arbeit zitieren:
Heinke, Marcus August 2003: Einführung der Maut in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Modal-Split, Transit, EU-Osterweiterung, Transportkosten-Analyse, Logistik

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