Die Einführung von Hedge Fonds in Deutschland vor dem Hintergrund des Investmentmodernisierungsgesetzes 2004 und der Entwicklung des Fondswesens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susanne Steimel
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 106 Seiten
- Dateigröße: 858,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7984-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7984-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7984-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Steimel, Susanne Februar 2004: Die Einführung von Hedge Fonds in Deutschland vor dem Hintergrund des Investmentmodernisierungsgesetzes 2004 und der Entwicklung des Fondswesens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: deutsches Recht, Kapitalanlagegesellschaften, Investmentfonds, Alternative Investments, Empirische Untersuchung
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Diplomarbeit von Susanne Steimel
Einleitung:
Der Finanzplatz Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten – auch im internationalen Vergleich – eine positive Entwicklung genommen und ist heute durch ein breites Angebot an unterschiedlichen Finanzprodukten sowie ein hohes Maß an Sicherheit für die Anleger (Anlegerschutz) gekennzeichnet. Diese Attraktivität ist nicht zuletzt auf die rechtlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen, wie sie durch die Finanzmarktgesetzgebung, insbesondere durch die seit 1990 erlassenen Finanzmarktförderungsgesetze, geschaffen wurden.
Wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch steht Deutschland im Finanzbereich in einem starken Wettbewerb zu anderen europäischen und außereuropäischen Ländern, der bereits heute durch ein hohes Maß an Globalisierung gekennzeichnet ist. Insoweit ist es zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und im Interesse der Anleger im Inland immer wieder erforderlich, die nationale Finanzmarktgesetzgebung fortzuentwickeln. Im Zuge der Fortentwicklung sind von Beginn an insbesondere auch die Voraussetzungen für Investmentfonds in Deutschland geschaffen und kontinuierlich ergänzt worden. Hierdurch hat sich auch in unserem Land – vor allem seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts – zunehmend eine Fondskultur entwickelt, die durch eine stetig steigende Zahl an Fondsgesellschaften und von ihnen angebotenen Produkten sowie beträchtlichen Anlagen in diesen Produkten gekennzeichnet ist. Dennoch ist das Investmentvermögen pro Kopf in Deutschland – gemessen an der volkswirtschaftlichen Stärke – im Vergleich zum Ausland noch deutlich entwicklungsfähig, denn nach wie vor werden Ersparnisse in Deutschland vornehmlich in festverzinsliche Geldanlagen (Sparbuch, Festgeld usw.) investiert.
Seit längerer Zeit werden im Ausland Hedge Fonds angeboten. Diese Fondsart, die dem Anleger ein attraktives Risiko-/Rendite-Profil bietet, wird von den dortigen Banken und Investmentgesellschaften mit beträchtlichem Erfolg vertrieben. Zwar war es auch deutschen Anlegern in der Vergangenheit schon möglich, in ausländische Hedge Fonds zu investieren; diese Anlage war jedoch unter steuerlichen Aspekten unattraktiv. Aus diesem Grunde wurde bisher versucht, diese Anlageklasse über Hedge Fonds Zertifikate abzudecken. Im Interesse der Förderung des Finanzplatzes Deutschland und damit der Stärkung seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit hat der Gesetzgeber nunmehr mit dem Investmentmodernisierungsgesetz 2004 der Kapitalanlage in Hedge Fonds auch in unserem Land die Tür geöffnet. Er trägt damit dem zunehmenden Interesse nach sogenannten „alternativen Investmentanlagen“ Rechnung, das sich – nicht zuletzt auf Grund der in den letzten Jahren negativen Entwicklung an den Weltbörsen – herausgebildet hat.
Zielsetzung:
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Neuerungen, welche sich durch das Investmentmodernisierungsgesetz 2004 für den Finanzplatz Deutschland ergeben, herauszuarbeiten, wobei der Fokus auf die neu zugelassene Anlageklasse der Hedge Fonds gelegt wird. Zur Verdeutlichung der Besonderheiten von Hedge Fonds wird diese Anlageklasse in den Kontext der Investmentfonds im Allgemeinen gestellt. Da bisher keine detaillierten Ausführungen über die Vorhaben der in Deutschland tätigen Investmentgesellschaften hinsichtlich der Auflegung von Hedge Fonds vorliegen und die Produkte ab Anfang 2004 erst nach und nach auf dem Markt erscheinen werden, wurde eine Marktuntersuchung bei ausgewählten deutschen und internationalen Gesellschaften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen Tendenzen der Investmentbranche in Deutschland bezüglich der Beurteilung des Investmentmodernisierungsgesetzes im Allgemeinen und der Absicht, Hedge Fonds aufzulegen, im Besonderen auf.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit ist wie folgt strukturiert: Nach einer Einleitung in Kapitel 1 beschreibt Kapitel 2 die Entwicklung des Finanzplatzes Deutschland vor dem Hintergrund der Änderungen des deutschen Rechts der Kapitalanlagegesellschaften. Ein besonderer Fokus wird in diesem Zusammenhang auf das im Januar 2004 in Kraft getretene neue Investmentmodernisierungsgesetz und die damit verbundene Zulassung der Hedge Fonds in Deutschland gelegt. In Kapitel 3 wird daran anschließend das Thema Investmentfonds behandelt, um die genannten Hedge Fonds besser einordnen zu können. Mit deren Besonderheiten befasst sich Kapitel 4 im Rahmen der alternativen Investmentanlagen. Dabei werden sowohl die Historie beleuchtet als auch Charakteristika, Zielgruppen und die wichtigsten Strategien der Hedge Fonds dargestellt. Nach den theoretischen Grundlagen der vorangegangenen Ausführungen erfolgt in Kapitel 5 eine Darlegung der in dieser Arbeit durchgeführten empirischen Untersuchung und deren Ergebnisse, bevor abschließend in Kapitel 6 ein Fazit aus den vorangegangenen Darlegungen gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | AUFGABENSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 1.1 | Ausgangssituation | 2 |
| 1.2 | Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 3 |
| 1.4 | Begriffsbestimmungen | 4 |
| 2. | ENTWICKLUNG DES DEUTSCHEN RECHTS DER KAPITALANLAGEGESELLSCHAFTEN | 5 |
| 2.1 | Der Finanzplatz Deutschland | 5 |
| 2.2 | Das Erste Finanzmarktförderungsgesetz (FMFG) | 7 |
| 2.2.1 | Entstehung und Inhalt | 7 |
| 2.2.2 | Zielsetzung | 8 |
| 2.3 | Das Zweite Finanzmarktförderungsgesetz | 8 |
| 2.3.1 | Entstehung und Inhalt | 8 |
| 2.3.2 | Zielsetzung | 9 |
| 2.4 | Das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz | 9 |
| 2.4.1 | Entstehung und Inhalt | 9 |
| 2.4.2 | Zielsetzung | 11 |
| 2.5 | Das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz | 11 |
| 2.5.1 | Entstehung und Inhalt | 11 |
| 2.5.2 | Zielsetzung | 12 |
| 2.6 | Der Finanzmarktförderplan 2006 | 12 |
| 2.6.1 | Elemente des Finanzmarktförderplans 2006 | 12 |
| 2.6.2 | Das Investmentmodernisierungsgesetz (InvMG) | 14 |
| 2.6.2.1 | Inhalte des Investmentgesetzes (InvG) | 15 |
| 2.6.2.2 | Inhalte des Investmentsteuergesetzes (InvStG) | 21 |
| 3. | KAPITALANLAGE INVESTMENTFONDS | 23 |
| 3.1 | Das Investmentsparen | 23 |
| 3.1.1 | Die Investmentidee | 23 |
| 3.1.2 | Geschichtliche Entwicklung | 25 |
| 3.1.3 | Volkswirtschaftliche Funktionen des Investmentsparens | 28 |
| 3.1.4 | Hauptziele und Risiken | 30 |
| 3.1.5 | Risikominimierung durch Streuung | 30 |
| 3.2 | Investmentfonds | 33 |
| 3.2.1 | Der Investmentfondsbegriff | 33 |
| 3.2.2 | Rechtliche Grundlagen | 33 |
| 3.2.3 | Artenvielfalt von Investmentfonds | 34 |
| 3.2.4 | Interessenkonflikte bei Investmentanlagen | 38 |
| 3.2.4.1 | Interessen der Anleger | 38 |
| 3.2.4.2 | Interessen der Investmentgesellschaft | 39 |
| 3.2.5 | Vertrieb von Investmentfonds | 39 |
| 3.3 | Ausblick auf den künftigen Investmentmarkt in Deutschland | 41 |
| 4. | ALTERNATIVE INVESTMENTANLAGEN - INSBESONDERE HEDGE FONDS | 43 |
| 4.1 | Alternative Investmentanlagen | 43 |
| 4.1.1 | Abgrenzung zu traditionellen Anlagen | 43 |
| 4.1.1.1 | Rechtliche Abgrenzungen | 44 |
| 4.1.1.2 | Rechtsformen | 45 |
| 4.2 | Historische Entwicklung und Bedeutung von Hedge Fonds | 46 |
| 4.3 | Definition und charakteristische Merkmale der Hedge Fonds | 49 |
| 4.3.1 | Definition „Hedge Fonds“ | 49 |
| 4.3.2 | Charakteristika | 50 |
| 4.3.2.1 | Anlageziele | 50 |
| 4.3.2.2 | Anlagetechniken/-instrumente | 51 |
| 4.3.2.3 | Ein- und Austrittsbarrieren | 51 |
| 4.3.2.4 | Managervergütungen/Gebühren | 52 |
| 4.3.2.5 | Geringe Korrelation zu traditionellen Anlagen | 53 |
| 4.3.2.6 | Risiko-/Rendite-Profil | 53 |
| 4.4 | Hedge Fonds Zielgruppen | 55 |
| 4.5 | Hedge Fonds Strategien | 56 |
| 4.5.1 | Global Macro | 56 |
| 4.5.2 | Long/Short-Equity | 57 |
| 4.5.3 | Arbitrage/Relative Value | 57 |
| 4.5.4 | Event Driven | 59 |
| 4.6 | Wertentwicklung bei unterschiedlichen Hedge Fonds Strategien | 61 |
| 4.7 | Funds of Hedge Funds | 62 |
| 4.8 | Portfoliodiversifizierung mit Hedge Fonds | 63 |
| 4.9 | Zusammenfassung der Vor- und Nachteile einer Investition in Hedge Fonds | 64 |
| 5. | EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZUR EINFÜHRUNG VON HEDGE FONDS IN DEUTSCHLAND | 67 |
| 5.1 | Ziel der empirischen Untersuchung | 67 |
| 5.2 | Grundlage der Untersuchung | 67 |
| 5.2.1 | Art der Erhebung | 67 |
| 5.2.2 | Fragebogenkonzeption und Durchführung der Datenerhebung | 69 |
| 5.3 | Ergebnisse der Untersuchung | 71 |
| 5.3.1 | Auswertung der offenen Fragen | 71 |
| 5.3.2 | Auswertung der geschlossenen Fragen | 74 |
| 5.4 | Interpretation der Ergebnisse | 81 |
| 6. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 85 |
| ANHANG | 86 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | VII |
3.2.4.1. Interessen der Anleger Der Anleger, auch Investmentsparer genannt, kann eine natürliche Person oder eine juristische Person sein. Die Interessen, die diese beiden Personengruppen verfolgen, sind jedoch weitgehend gleich. Zunächst ist das Werterhaltungsinteresse als Grunderwartung von großer Bedeutung. Der Anleger möchte zumindest das eingesetzte Kapital zurückerhalten. Demzufolge möchte er sein Geld so anlegen, dass es einem (möglichst) geringen Risiko ausgesetzt ist. „Risiko“ wird als das Gegenteil von „Chance“ definiert und ist als Gefahr zu verstehen, dass eine Abweichung von einer Erwartung eintritt. Diese gilt es zu minimieren. Vor allem Aktienfonds bergen ein vergleichsweise großes Risiko, auf der anderen Seite jedoch auch große Chancen. Das Informationsrisiko, welches der durchschnittliche Investor hat, kann durch die Investition in Investmentfonds minimiert werden, denn die Fondsexperten verfügen über aktuellste Nachrichten und sehr gutes Know-how. Weiterhin kann das Risiko auch durch eine gestreute Anlage in mehrere Fonds verringert werden. Darüber hinaus möchte der Anleger an Chancen partizipieren, die seinen Ertrag über die Werterhaltung hinaus maximieren. Um dies zu erreichen, sollten effiziente Portfolios gebildet werden. Zudem sollten die Kosten minimal gehalten bzw. solche Kosten vermieden werden, die keinerlei Ertragswirkung schaffen. Für den Anleger ist weiterhin von Bedeutung, dass er die angelegten Beträge jederzeit wieder entnehmen kann, wenn er über das investierte Geld verfügen möchte.149 [...]
geobjekte zu differenzieren. Bei der dargestellten Einteilung der Hedge Fonds werden nur die in dieser Arbeit behandelten Typen aufgeführt. Auf diese wird in Kapitel 4 genauer eingegangen. Aktienfonds Der erste Aktienfonds wurde in Deutschland 1950 dem Publikum angeboten. Über 10 Jahre waren die Aktienfonds die einzige Investmentfondsgruppe.143 Diese Fondsgruppe lässt sich in viele Unterkategorien einteilen, wie z.B. Sektorfonds (Automobile, Biotechnologie, Telekommunikation usw.), Länderfonds (Lateinamerika, Asien, Osteuropa usw.) und Themenfonds (Ökologiefonds oder Small Cap Fonds (Investition in Nebenwerte)).144 Rentenfonds Rentenfonds weisen im Vergleich zu den Aktienfonds üblicherweise eine niedrigere Kursschwankungsbreite auf. Sie sind primär abhängig vom Zinsumfeld und von der Zahlungsmoral der Emittenten. Diese können ebenfalls unterschiedliche geographische Ausrichtung haben. Meist ist hierbei das Währungsrisiko zu beachten, welches durch Absicherungen (Hedging) gemindert werden kann. Hinsichtlich des Anlagehorizontes kann eine Einteilung in Laufzeitfonds, die für eine begrenzte Laufzeit aufgelegt werden, und Kurzläuferfonds mit Anleihen, die eine Restlaufzeit unter 4 Jahren beinhalten, vorgenommen werden. Zudem gibt es bei den Rentenfonds die Abgrenzung nach der Bonität der Schuldner, d.h. es gibt Fonds mit Papieren, wo die Emittenten ein höheres Rückzahlungsrisiko aufweisen und im Extremfall ein Zahlungsausfall eintreten könnte. Entsprechend wird dieses hohe Risiko durch höhere Zinszahlungen vergütet. Fonds mit solchen Anleihen werden High Yield Fonds oder Junk Bond Fonds genannt.145 Nicht zu vergessen bei dieser Aufzählung sind die Geldmarktfonds als Spezialitätenfonds im Rentenbereich, die vor allem in den letzten Jahren als flexible „Geldparkmöglichkeit“ – alternativ zum Sparbuch oder Festgeld – großen Zuspruch gefunden haben.146 Diese Fonds investieren in kurzfristige Papiere (bis zu einem Jahr) und ermöglichen dem Anleger den Zugang zum Geldmarkt. Auf diesem [...]
Zunächst wird nach dem Anlegerkreis bzw. der Zielgruppe unterschieden. Diese Einteilung ist notwendig, da natürliche und juristische Personen rechtlich unterschiedlich behandelt werden. Hier gibt es zum einen die Spezialfonds, welche den institutionellen Anlegern (juristische Personen) vorbehalten sind, und zum anderen die Publikumsfonds, welche von Privatanlegern (natürliche Personen) und institutionellen Anlegern erworben werden können. Zielgruppe der Spezialfonds sind z.B. Versicherungen und Pensionskassen, die in Wertpapier- und Immobilienspezialfonds investieren können.142 Die weitere Unterteilung in Wertpapier- und Immobilienfonds findet sich auch bei den Publikumsfonds wieder. Zudem ist eine Einteilung der Wertpapierfonds in Aktienfonds, Rentenfonds, gemischte Fonds und – im Hinblick auf den Themenschwerpunkt dieser Arbeit – Hedge Fonds sinnvoll, um die verschiedenen Anla- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832479848
Arbeit zitieren:
Steimel, Susanne Februar 2004: Die Einführung von Hedge Fonds in Deutschland vor dem Hintergrund des Investmentmodernisierungsgesetzes 2004 und der Entwicklung des Fondswesens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
deutsches Recht, Kapitalanlagegesellschaften, Investmentfonds, Alternative Investments, Empirische Untersuchung



