Einführung eines Bildungsqualitätsmanagementsystems in das Arbeitswissenschaftliche Institut Bremen (AIB) unter Verwendung der Vorgehensweise NELOD (Neuroenergetic Leadership and Organisational Development)
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ilker Demir
- Abgabedatum: April 2010
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 8,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- Bibliografie: ca. 43
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4998-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Demir, Ilker April 2010: Einführung eines Bildungsqualitätsmanagementsystems in das Arbeitswissenschaftliche Institut Bremen (AIB) unter Verwendung der Vorgehensweise NELOD (Neuroenergetic Leadership and Organisational Development), Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bildungsqualitätsmanagement, Systemanalyse, Veränderungsmanagement, NELOD, Zertifizierung
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Diplomarbeit von Ilker Demir
Einleitung:
Lebenslanges Lernen ist für ein Individuum unverzichtbar, das beabsichtigt hat, sich sowohl in seinen beruflichen als auch persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln „48 Prozent der Deutschen zwischen 19 und 64 Jahren nehmen jährlich an Weiterbildungsveranstaltungen teil; die meisten, um sich für berufliche Aufgaben zu qualifizieren“ [WUP06; S.7]. Diese Weiterbildung erfolgt entweder freiwillig oder im Rahmen der Mitarbeiterschulung und des Mitarbeitertrainings durch die Förderung von Unternehmen. Dabei bleibt das Ziel gleich, nämlich, das Können, die Fähigkeiten und die Kenntnisse zu erhöhen bzw. zu verbessern. Egal, ob es dabei private oder unternehmerische Aspekte geht, die Investition in die berufliche Weiterbildung muss sich lohnen, wobei die Weiterbildungsträger ihre Dienstleistungen in der geforderten Form und Qualität anbieten müssen [WUP06; S.7]. Bereits in den 1970er Jahren wurden vom Staat die qualitätsrelevanten Kriterien definiert, um die entsprechende Qualität in der Weiterbildung zu sichern. Mit dem Weiterbildungsboom in 1990er Jahren sind viele Anbieter neu in den Markt eingetreten, was zur Gründung zahlreicher regionaler und branchenspezifischer Vereine zur Qualitätssicherung geführt hat [BEC05; S.30f]. Von diesen Vereinen bzw. „fachkundigen Stellen“ wurden unterschiedliche Qualitätsmodelle, die auf die Qualitätsmanagementsystemen „DIN EN ISO (International Organization for Standardization) 9001“ und „EFQM (European Foundation for Quality Management)“ basieren, entwickelt [WUP06; S.20f]. Diese Qualitätsmodelle werden von den Weiterbildungsträgern aufgenommen und eingeführt. Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in der Weiterbildung wird in der Regel mit einer Zertifizierung durch eine Zertifizierungsgesellschaft beendet, wodurch die Weiterbildungsorganisationen ihre Qualitätsfähigkeiten nach außen hin beweisen können. Darüber hinaus können sie durch die Einführung des Qualitätsmanagementsystems:
- die Kundenanforderungen besser ermitteln; - die Arbeitsabläufe und Organisationstruktur optimieren und effektiv gestalten; - und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Aus diesen und weiteren Gründen wird der Bildungsträger „das Arbeitswissenschaftliche Institut Bremen“, mit der Abkürzung „AIB“ bezeichnet, das Qualitätsmanagementmodell „Bildungs-Qualitäts-Management-System (BQMS)“, das von dem Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) entwickelt wurde, einführen, um die Vorteile des Qualitätsmanagementsystems zu nutzen. Hier stellt sich jetzt die Frage, wie das AIB das BQMS eingeführt hat.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Diplomarbeit gliedert sich in die folgenden acht Hauptkapitel, die in der Abbildung 1-2 auch schematisch dargestellt werden: Nach der Einführung werden im zweiten Kapitel die historischen Hintergründe der Qualitätsentwicklungen in der Weiterbildung und die daraus hervorgegangenen Qualitätsmanagementmodelle verdeutlicht. In einem Unterkapitel wird die Relevanz von Prozessbeschreibungen, die den zentralen Bereich der Qualitätsmanagementsysteme bilden, in einer Weiterbildungsorganisation aufgezeigt. Nachdem die Bedeutung und der Nutzen der Qualität für die Weiterbildungsträger erläutert wurden, werden am Ende die Strategien, Methoden und Schritte zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems erklärt. Im dritten Kapitel geht es um die Erläuterung des systemischen Denkens in lebenden Systemen, wie Unternehmen oder Organisationen. Dies ist wichtig, um das Qualitätsmanagementsystem erfolgreich einführen zu können, da man vor allem mit dem organisatorischen System arbeitet. Hier werden zuerst das System und das systemische Denken neben der Erläuterung des geschichtlichen Hintergrundes definiert. Dann wird die Bedeutung des Systemverständnisses für die betrieblichen Organisationen verdeutlicht.
Zum Schluss wird die Methode zur Analyse eines Systems erklärt . Diese Methode bildet auch die zentralen Schritte der NELOD Vorgehensweise, die bei der Einführung des BQMS im AIB angewendet wird. Im vierten Kapitel wird die Vorgehensweise NELOD mit ihren Entwicklungsgründen und -schritten aufgezeigt. Das fünfte Kapitel umfasst das Hauptziel dieser Arbeit. Hier werden unter Verwendung der Vorgehensweise NELOD die Strategien und Maßnahmen zur Einführung des BQMS im AIB entwickelt. Dabei werden die Anforderungen des BQMS mit den gegebenen Implementierungsstrategien aus dem Kapitel 2 berücksichtigt. Hier wird auch die Reflexion bzgl. des Vorgehens durchgeführt. Im sechsten Kapitel wird der Entwurf für das Qualitätsmanagementhandbuch, welches das zentrale Element der Qualitätsdokumentation ist, dargestellt. Bei dem siebten Kapitel handelt sich um die Erläuterung der Zertifizierungsverfahren, die sich auf die internen und externen Audits bezieht. In dem letzten Kapitel werden die Hauptergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und die wichtigsten Einsichten vorgestellt. Darüber hinaus wird ein Ausblick auf den weiteren Aufgaben gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Danksagung | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Vorstellung des Unternehmens | 5 |
| 2. | Qualität in der Weiterbildung | 6 |
| 2.1 | Stand der Qualitätsdiskussion | 7 |
| 2.2 | Qualitätsmanagementmodelle | 10 |
| 2.2.1 | DIN EN ISO 9001:2000 | 12 |
| 2.2.2 | EFQM (European Foundation for Quality Management) | 15 |
| 2.2.3 | BQM (Das Bildungs-Qualitäts-Managementsystem) | 17 |
| 2.3 | Prozessverständnis in dem Bildungsqualitätsmanagementsystem | 20 |
| 2.4 | Bedeutung und Nutzen der Qualität | 24 |
| 2.5 | Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems | 27 |
| 3. | Systemisches Denken | 33 |
| 3.1 | Vom System zum systemischen Denken | 34 |
| 3.2 | Geschichtlicher Hintergrund und Vorteile des systemischen Denkens | 37 |
| 3.3 | Systemverständnis in der betrieblichen Organisation | 40 |
| 3.4 | Wirkungsanalyse | 43 |
| 4. | NELOD (Neuroenergetic Leadership and Organisational Development) | 49 |
| 5. | Einführung des BQMS in das Arbeitswissenschaftliche Institut Bremen | 63 |
| 6. | Entwurf eines Qualitätsmanagementhandbuches | 85 |
| 7. | Zertifizierung | 89 |
| 8. | Zusammenfassung und Ausblick | 94 |
| Literaturverzeichnis | 96 | |
| Anhang | 101 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Geschichtlicher Hintergrund und Vorteile des systemischen Denkens:
Das Denken in Systemen existiert eigentlich schon seit der antiken griechischen Zeit. Damals hat Aristoteles in der Metaphysik beschrieben: „Nun hat alles, was aus einer Vielzahl von Teilen besteht, aber nicht nur die Summe seiner Teile ist - wie ein willkürlicher Haufen - sondern als Gefüge über seine Teile hinaus existiert, unweigerlich eine Ursache“. Dies wird in der modernen Zeit als „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ ausgelegt, wie am Anfang des vorherigen Kapitels erwähnt wurde. Das systemische Denken hat in der Technik mit der Durchführung von Regelkreisen zur Steuerung von Maschinen begonnen. Unter anderem hat James Watt zusammen mit Matthew Boulton im 18. Jahrhundert insbesondere die Geschwindigkeit der Dampfmaschinen geregelt. Das 20. Jahrhundert stellt zeitlich einen wichtigen Entwicklungsschritt für das systemische Denken dar, da nun angefangen wurde, die Systeme eigenständig zu erforschen . Das Werk „Kybernetik“ aus dem Jahr 1948 von Norbert Wiener, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), dient als wichtigste theoretische Grundlage der heutigen Steuerungs- und Regelungslehre.
In den 1950er Jahren begann Joy Forrester, der beruflich Elektroingenieur war und auch beim MIT arbeitete, diese theoretische Grundlage von Norbert Wiener für die Anwendung zu konzipieren. Er hat sich mit den verschiedenen Themen aus der Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt und Werke, wie Industrial Dynamics, Urban Dynamics und World Dynamics publiziert. In diesen Arbeiten hat er die Entwicklungen der komplexen Probleme, wie beispielsweise die Entscheidungsfindung, das Bevölkerungswachstum und die Umweltverschmutzungen im Zeitverlauf, mithilfe der Anwendung von Computersimulationen analysiert. Diese Methode wurde von Forrester „System Dynamics“ genannt. Des Weiteren hat eine Entwicklung im biologischen Bereich stattgefunden. Der Österreicher Ludwig von Bertalanffy hat das Verhalten und die Vernetztheit der lebenden Organismen mit ihrer Umgebung analysiert und diese in seinem Werk „General System Theory“ zusammengefasst. Diese Arbeit formulierte viele Regeln und erklärt, wie sich die komplexeren Systeme verhalten. Diese Entwicklung eröffnete etliche neue Richtungen in der Systemforschung, wie beispielsweise das Systems Engineering, die Soft Systems Methodology (SSM), die Komplexitätstheorie/Chaostheorie, die Managementkybernetik usw. Heutzutage gilt die System Dynamics Group des MIT, die von Jay Forrester gegründet wurde, weltweit als das bekannteste und anerkannteste Forschungszentrum im Arbeitsbereich des systemischen Denkens.
Systemisches Denken bietet den Problemlösungsansatz, die Komplexität des Systems erkennen und das System als Ganzes sehen zu lassen, um die Vernetztheit der einzelnen Teile besser verstehen zu können. Alle oben definierten Disziplinen, Methoden, Verfahren und Werkzeuge wurden entwickelt, damit man die Erkenntnisse über das kollektive und dynamische Verhalten von Teilen eines Systems einfach ermitteln und die Ergebnisse besser dokumentieren kann. Folglich hat das systemische Denken folgende Vorteile:
- Menschen können in ihrem Leben wichtige Faktoren, die beispielsweise in dem Bildungs-, Gesundheits- und Wirtschaftssystem eine wichtige Rolle spielen, mit ihren Beziehungen untereinander besser erkennen und steuern. Dadurch können sie die möglichen zukünftigen Änderungen vorhersehen.
- Die Probleme können strategisch und effektiver gelöst werden, wobei auch unterschiedliche Einsichten berücksichtigt werden.
- Durch das systemische Denken kann man die Probleme durch sehr einfache Handlungen lösen, statt sich mehr anstrengen zu müssen.
- Das Denken wird weniger vom mentalen Modell beeinflusst, was mehr zur Objektivität und zu unterschiedlichen Perspektiven führt.
- Für den Erfolg ist nicht die persönliche Anstrengung entscheidend, sondern die Struktur des Systems. Das systemische Denken verhindert Schuldzuweisungen sowohl an sich selbst als auch an andere.
- Mithilfe des systemischen Denkens kann man mit den Problemen im Geschäftsleben besser umgehen und die Veränderungen optimal und effektiver gestalten. Teamarbeit und Teamaufbau sind eine Art von System, wobei das systemische Denken auch hilfreich ist. Dies wird im nächsten Unterkapitel detailliert behandelt.
- Mit den Wirkungsdiagrammen, die ein wichtiges Instrument im systemischen Denken sind, kann die Komplexität eines Systems besser begreiflich gemacht und aus den unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert werden.
- Wirkungsdiagramme können helfen, eine gute Entscheidung zu treffen.
- Mithilfe der auf einer Computersimulation basierenden Systemdynamikmodelle kann man die Änderungen eines komplexen Systems je nach den Maßnahmen und Entscheidungen darstellen und analysieren, wie sich das System in der Zukunft entwickeln wird.
Diese und weitere nicht aufgezählte Vorteile des systemischen Denkens sind für die betrieblichen Organisationen nutzbar, da die Unternehmen auch eigene Systeme besitzen. Daher würden sie, abhängig von den Anforderungen des Marktes, die Veränderungen in ihren Systemen einführen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, speziell auf das betriebliche Systemverständnis einzugehen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836649988
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Demir, Ilker April 2010: Einführung eines Bildungsqualitätsmanagementsystems in das Arbeitswissenschaftliche Institut Bremen (AIB) unter Verwendung der Vorgehensweise NELOD (Neuroenergetic Leadership and Organisational Development), Hamburg: Diplomica Verlag
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Bildungsqualitätsmanagement, Systemanalyse, Veränderungsmanagement, NELOD, Zertifizierung



