Die Einführung der Bachelor- und Master-Grade an deutschen Hochschulen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sascha Kraus
- Abgabedatum: Oktober 2001
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 709,5 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4854-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4854-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4854-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kraus, Sascha Oktober 2001: Die Einführung der Bachelor- und Master-Grade an deutschen Hochschulen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marketing, Wirtschaft, MBA
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Diplomarbeit von Sascha Kraus
Einleitung:
Seit einigen Jahren herrscht in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eine anhaltende Debatte über die Einführung der Bachelor- und Master-Grade an deutschen Hochschulen, die ihren Ursprung in dem Bestreben hat, diese für ausländische Bewerber interessanter zu machen. Das seit über 100 Jahren verliehene deutsche Diplom ist trotz seines auf vielen Gebieten hervorragenden Rufes im Ausland nur schwer einzuordnen. Beim FH-Diplom ergibt sich noch grössere Erklärungsnot. Experten schätzen, dass mehr als drei Viertel der Staaten dieser Erde den Bachelor, der im Vergleich zum deutschen Diplom deutlich kürzer und weniger akademisch ausgerichtet ist, als ersten Hochschulabschluss anbieten. Einzig Europa mit seinen unterschiedlichen Hochschulsystemen bildet eine Ausnahme.
Die Mobilität der Studenten in beide Richtungen ist häufig nicht gewährleistet. Oft werden ausländische Bachelor-Absolventen von deutschen Prüfungsämtern nur in das Grundstudium eingestuft. Eine Internationalisierung von Abschlüssen und Studiensystemen scheint verstärkt notwendig.
Daher steht derzeit die Debatte im Raum, den Studienaufbau nach angelsächsischem Vorbild zu reformieren und ein zweistufiges System einzuführen: nach ca. sechs bis sieben Semestern Erwerb des Bachelor-, nach weiteren zwei bis vier Semestern Erwerb des Master-Grades. Der Bachelor soll zum neuen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss werden, mit dem zwischen direktem Einstieg in den Arbeitsmarkt oder Weiterstudium im In- oder Ausland entschieden werden kann. Die neue Abfolge soll das Studienangebot flexibilisieren, die internationale Kompatibilität der deutschen Abschlüsse verbessern und als Folge Auslandsmobilität und Nachfrage ausländischer Bewerber nach Studienplätzen in Deutschland erhöhen.
Diese Arbeit durchleuchtet das Bachelor- und Master-System, geht auf seine Ursprünge und seine derzeitige Verwendung, vor allem in den anglo-amerikanischen Ländern ein, und zeigt insbesondere am Beispiel der Wirtschaftswissenschaften, wie die Titel (vor allem der MBA als geplantes Equivalent zum Diplom-Kaufmann) in Deutschland eingeführt werden könnten, sofern sie sich als notwendig erweisen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Einführung | 1 |
| 1.2 | Geschichte | 3 |
| 2. | HOCHSCHULSYSTEME | 5 |
| 2.1 | Die Hochschulsysteme Europas | 5 |
| 2.1.1 | Einteilung | 5 |
| 2.1.2 | Kompatibilität | 6 |
| 2.1.3 | Erfahrungen | 7 |
| 2.2 | Das anglo-amerikanische System | 8 |
| 2.2.1 | Studienberechtigung und Studentenprofil | 9 |
| 2.2.2 | Ablauf, Dauer und Kosten des Studiums | 10 |
| 2.2.3 | Das britische System | 11 |
| 2.2.4 | Das amerikanische System | 13 |
| 2.3 | Das deutsche System | 17 |
| 2.3.1 | Studienberechtigung und Studentenprofil | 17 |
| 2.3.2 | Ablauf, Dauer und Kosten des Studiums | 18 |
| 2.3.3 | Studienabbruch und Studienunterbrechung | 20 |
| 2.3.4 | Integrierte / Gestufte Studiengänge | 22 |
| 2.3.5 | Fachhochschulen | 23 |
| 3. | POLITISCHE UND RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN | 25 |
| 3.1 | Sorbonne-Erklärung | 25 |
| 3.2 | Bologna-Erklärung | 25 |
| 3.3 | Hochschulrektorenkonferenz (HRK) | 26 |
| 3.4 | Wissenschaftsrat | 26 |
| 3.5 | Hochschulrahmengesetz | 27 |
| 4. | AKKREDITIERUNG UND QUALITÄTSSICHERUNG | 30 |
| 4.1 | Akkreditierung in den USA | 31 |
| 4.2 | Akkreditierung in Grossbritannien | 31 |
| 4.3 | Akkreditierung in Deutschland | 32 |
| 5. | UMSETZUNG | 34 |
| 5.1 | Studierbarkeit | 34 |
| 5.1.1 | Diploma Supplement | 35 |
| 5.1.2 | Leistungspunkte | 35 |
| 5.1.3 | Teilzeitstudium | 36 |
| 5.2 | Studiengänge | 37 |
| 5.2.1 | Naturwissenschaften | 38 |
| 5.2.2 | Geisteswissenschaften | 38 |
| 5.2.3 | Wirtschaftswissenschaften | 39 |
| 5.3 | Wandel | 41 |
| 5.4 | Berufsbefähigung | 43 |
| 5.5 | Akzeptanz | 44 |
| 5.5.1 | Unternehmen / Wirtschaft | 44 |
| 5.5.2 | Studenten | 46 |
| 5.5.3 | Konkrete Umsetzung | 46 |
| 5.6 | Finanzierung | 47 |
| 6. | RESUMÉ | 49 |
| 6.1 | Interne Reform | 49 |
| 6.1.1 | Akzeptanz und Berufsbefähigung | 49 |
| 6.1.2 | Studienzeitverkürzung und Abbrecherquoten | 50 |
| 6.1.3 | Fachhochschulen | 51 |
| 6.1.4 | Akkreditierung | 53 |
| 6.1.5 | Finanzierung | 54 |
| 6.2 | Externe Kompatibilität | 54 |
| 6.2.1 | Mobilität | 54 |
| 6.2.2 | Internationalisierung | 56 |
| 6.3 | Ausblick | 67 |
Mit dem Ziel, die Sicherung der Qualität in Lehre und Studium zu garantieren sowie Studenten, Arbeitgebern und Hochschulen eine verlässliche und transparente Orientierung über die vermittelten Qualifikationen zu bieten, haben sich im Dezember 1998 Hochschulrektoren- und Kultusministerkonferenz darauf geeinigt, für probeweise drei Jahre einen gemeinsamen „Akkreditierungsrat“ für die neuen Bachelorund Master-Studiengänge einzurichten. Dieser soll aus Wissenschaftlern, Berufspraktikern, Studenten, Ländervertretern sowie Universitätsund Fachhochschulrektoren bestehen.76 Aufgabe des Akkreditierungsrates ist die Koordinierung, Qualitätssicherung und Überwachung der fachlich-inhaltlichen Begutachtung der neuen Studiengänge sowie der Akkreditierungsagenturen. Zwar darf der Rat in Ausnahmefällen selbst das Akkreditierungssiegel vergeben, hauptsächlich beschränkt er sich aber auf die Kontrolle der privaten Agenturen. Der Akkreditierungsrat gibt diesen Agenturen Rahmenvorgaben, nach denen sie Mindeststandards für die einzelnen Studiengänge festlegen.77 Neben höherer Vielfalt, Flexibilität und Qualität werden durch die Akkreditierung transparentere und aussagekräftigere Angaben über die deutschen Studiengänge und somit eine deutliche Erleichterung der internationalen Zusammenarbeit und Mobilität erwartet.78 Die fachlich-inhaltliche Akkreditierung von Studiengängen bezüglich Studienaufbau und Studiendauer, Zugangsvoraussetzungen, Übergängen, Abschlüssen und Abschlussbezeichnungen, Credit Points und Modularisierung übernimmt die jeweilige Akkreditierungsagentur. Es entsteht eine funktionale Trennung zwischen staatlicher Genehmigung und Akkreditierung.79 Für den Nachweis und die Sicherung der Qualität eines Studiums ist fortan die Akkreditierung der einzelnen Hochschule und des Studienganges ausschlaggebend. [...]
In den USA herrscht ein Nebeneinander der Zuständigkeiten. Die staatliche CHEA akkreditiert die Hochschulen über ihre sechs autonomem regionalen Kommissionen und sichert so ein Mindestmass an Qualität. Dennoch gibt es selbst unter dieser akkreditierten Universitäten zum Teil erhebliche Qualitätsunterschiede. Sogar ein Abschluss einer nicht akkreditierten Universität darf in den USA geführt werden. Der Träger des Grades macht sich nicht wegen Titelmissbrauchs strafbar, hat allerdings mit negativen Konsequenzen bezüglich des Erfolges bei Vorstellungsgesprächen oder der Bewerbung für höherwertige Studiengänge (Ph.D., Master) zu rechnen. Die Studiengänge selbst werden von privaten Agenturen, die sich auf berufsfeldbezogene Fächer wie Wirtschaft, Medizin, Jura, Ingenieurwissenschaften oder Architektur spezialisieren, akkreditiert. Diese zusätzliche „professionelle“ Akkreditierung ist freiwillig und kostenpflichtig (im Durchschnitt 250 000 US-Dollar), wird jährlich überprüft und ist maximal zehn Jahre gültig. Professionelle Akkreditierung setzt sich verstärkt durch und bestimmt die neuen Qualitätsstandards. Ein Master einer AACSB73akkreditierten Universität gilt seitens Qualität, Quantität und Renommée höherwertiger als ein Master einer nur regional akkreditierten Hochschule. Dennoch sind nur ca. 300 der insgesamt 900 amerikanischen Business Schools AACSB-akkreditiert, der Rest regional oder durch eine andere von CHEA und DOE zugelassene Agentur74. [...]
Für den Bachelor werden sechs und für den nachfolgenden Master zwei Semester Studienzeit vorgesehen. Die Vermittlung eines akademischen Grundwissens in sechs Semestern wird allgemein als möglich betrachtet, eine wissenschaftliche Vertiefung innerhalb von nur zwei Folgesemestern erscheint jedoch zweifelhaft.67 Aus Gründen der Akkreditierung dürfen die bestehenden Diplomstudiengänge nicht gleichzeitig als Masterstudiengänge angeboten oder schlicht umbenannt werden, was für die Hochschulen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet. Pro Studiengang darf nur ein Abschlussgrad verliehen werden, allerdings sind Gleichwertigkeitsbescheinigungen möglich. Eine Abwertung der bisherigen Diplome ist zu vermeiden. Das HRG erlaubt es neben den Universitäten auch Fachhochschulen, die neuen Studiengänge zu erproben, was in universitären Kreisen wenig Zustimmung findet. Aus diesem Grund betonen die Vorgaben der KMK, dass die unterschiedlichen Bildungsziele der beiden Hochschultypen auch weiterhin erhalten bleiben müssten. Die Novelle des HRG regelt zudem die Einführung von Leistungspunktsystemen zum Zwecke der „Verbesserung der gegenseitigen Anerkennung von Studienabschnitten und -gängen, Stärkung der Mobilität der Studenten, Verbesserung der internationalen Attraktivität deutscher Hochschulen und Studiengestaltung, Intensivierung der Kooperation zwischen Hochschulen, Verkürzung der Studiendauer, Erhöhung der Transparenz von Studien- und Prüfungsanforderungen“.68 Die KMK weist den neuen Diplomen die Abschlussbezeichnungen Bachelor/ Master of Arts (Bakkalaureus/Magister Artium) und Bachelor/Master of Science (Bakkalaureus/Magister Scientiarum) zu. Die stärker theorieorientierten Studiengänge werden den Grad ohne und die stärker anwendungsorientierten Studiengänge den Grad mit Fachzusätzen entsprechend den jeweiligen Fächergruppen tragen. Gemäss § 19 Absatz 6 HRG dürfen die neuen Diplome sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache ausgestellt werden. In nächster Zeit ist von einer Anpassung der Universitätsgesetze auf Länderebene an das neue HRG auszugehen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448547
Arbeit zitieren:
Kraus, Sascha Oktober 2001: Die Einführung der Bachelor- und Master-Grade an deutschen Hochschulen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Marketing, Wirtschaft, MBA



