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Der Einfluss des muttersprachlichen Aspekt-Tempus-Systems auf die fremdsprachliche Konzeptualisierung

Eine empirische konstrastive Studie zum Russischen und Deutschen

Der Einfluss des muttersprachlichen Aspekt-Tempus-Systems auf die fremdsprachliche Konzeptualisierung
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Julia Hantschel
  • Abgabedatum: Februar 2007
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3111-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hantschel, Julia Februar 2007: Der Einfluss des muttersprachlichen Aspekt-Tempus-Systems auf die fremdsprachliche Konzeptualisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Psycholinguistik, Konzeptualisierung, Russisch, L-Perspektivierung, Aspekt-Tempus-System

Magisterarbeit von Julia Hantschel

Einleitung:

Die russischen, bzw. deutschen Sprecher der Studie, die hier vorgestellt wird, brauchen für die Produktion von 100 Wörtern durchschnittlich eine Minute. In dieser Minute müssen sie aus ihrem mentalen Lexikon, das für den aktiven Gebrauch etwa 50.000 Wörter schon allein für die Erstsprache gespeichert hat und aus den Informationen, die zur Grammatik und Syntax gespeichert sind, Wahlen treffen, von denen sie meinen, sie würden der Aufgabe der Nacherzählung des Stummfilms Quest dienlich sein. Bevor ihre Äußerungen aber überhaupt grammatische und syntaktische Form erhalten, sind diese bereits in einem Konzeptualisierungsprozess (conceptual preparation bei Levelt 1999) auf mikro- und makrostruktureller Ebene, selektiert, segmentiert, strukturiert und linearisiert worden. Des weiteren wurde ein bestimmter Blickwinkel gewählt, die sog. L-Perspektivierung, d.h. es wurden bestimmte Einheiten des Films ausgewählt, die dem Sprecher wert sind, nacherzählt zu werden und dadurch die Aufgabe zu erfüllen, die den Probanden gestellt wurde.

Für die Untersuchung wurden von jeweils 16 russischen und deutschen Testpersonen Filmnacherzählungen analysiert, die in Heidelberg, bzw. Moskau erhoben wurden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Testpersonen bei der enormen Rechenleistung der Versprachlichung der Ereignisse des Films auf vorhandene Automatisierungen zurückgegriffen haben. Da aus der Studie außerdem ersichtlich wird, dass die Nacherzählungen russischer Sprecher anders als die deutscher Sprecher aufgebaut sind, liegt die Vermutung nahe, dass das Wissen über den Aufbau eines zusammenhängenden Textes ebenso von Sprache zu Sprache divergiert. Der Planungsprozess im Kopf, die Denkarbeit, die von Sprechern geleistet wird, um Kohärenz des Textes im Zusammenspiel mit der jeweiligen Grammatik zu erzeugen, scheint von Sprache zu Sprache unterschiedlich sein. Diese Erkenntnis, die bereits durch unterschiedliche Studien geprüft werden konnte, knüpft an die Hypothese eines thinking for speaking, wie sie durch Slobin (1996) vorliegt, an. Die kognitive Repräsentation eines Sachverhalts unterliegt demnach, aufgrund der von Sprache zu Sprache unterschiedlichen Grammatikalisierung konzeptueller Kategorien, sprachabhängigen Konzeptualisierungsmechanismen. Umfassende Studien zur Rolle des Konzeptualisierers, d.h. seiner wechselseitigen Abhängigkeit von den Prozessen im Formulator liegen durch die Mitglieder der Heidelberger Forschungsgruppe vor.

Die Frage, die an das vorliegende empirische Material gestellt wird, lautet, ob russische Muttersprachler in der Lernersprache Deutsch auf ihr gelerntes Sprechmodell zurückgreifen oder sich problemlos der Zielsprache anpassen, bzw. ob vielleicht sogar ganz andere Muster der Sprachproduktion zu beobachten sind.

Die vorliegende Studie stellt mit dieser Fragestellung keineswegs Pionierarbeit dar. Aus den bisherigen Ergebnissen kann geschlossen werden, dass eine Sprachspezifik im Planungsprozess vorhanden ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass ähnliche Strategien bei der Versprachlichung von Ereignissen in der Muttersprache auch in der Zweitsprache verwendet werden, da die bisherigen Studien der Heidelberger Forschungsgruppe bereits Beweise dafür bieten.

Deshalb versteht sich die vorliegende Arbeit als ein Beitrag, zur Erforschung der Frage, wie sprachspezifisch der Konzeptualisierer des Menschen funktioniert und ob sich die Idee einer L-Perspektivierung empirisch im Planungsprozess zeitlicher Referenzen belegen lässt. Wenn eine Sprache komplexe kognitive Prozesse, wie den Aufbau von Kohärenz in einer Nacherzählung beeinflusst, dann kann durch die Untersuchung der Ereignisdomäne, der Einfluss auf die Art und Weise der Informationsorganisation getestet werden. Bisher wurde eine Reihe von Sprachen untersucht, die sich darin unterscheiden, ob ein grammatikalisiertes Verbalaspektsystem vorliegt oder nicht. Eine Studie zum Russischen, das eine grammatikalisierte Unterscheidung zwischen perfektivem und imperfektivem Aspekt aufweist, im Vergleich mit der Lernersprache Deutsch, für die der Unterschied nicht vorhanden ist, liegt meines Wissens jedoch nicht vor.

Wenn sich auch hier feststellen lässt, dass linguistische Informationen sprachspezifisch unterschiedlich organisiert sind, wäre ein weiterer Beweis dafür geschaffen, dass die Prozesse während der Konzeptualisierung durch die Einzelsprache beeinflusst werden. Dies hieße, dass bei der Übertragung eines Gedankens in einen Satz, und sogar noch mehr, in einen kohärenten Text, sprachspezifische Unterschiede bestehen, so dass man von Konzeptualisierungskonventionen sprechen kann, die für jede einzelne Sprache zu sprachspezifischen Textaufbaumustern führen.

Ziel dieser Magisterarbeit ist es daher, durch die Analyse der Filmnacherzählungen russischer Muttersprachler und der deutschen lernersprachigen Daten, einen weiteren Anhaltspunkt für das Einwirken muttersprachlicher Konzeptualisierungsmuster bei der Produktion des fremdsprachigen Texts zu gewinnen. Im folgenden soll der Aufbau der Arbeit kurz geschildert werden.

Zu Beginn der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Dazu ist ein kurzer Blick in die Geschichte der Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Sprache und Denken notwendig, wobei zu sehen sein wird, dass von diesen beiden statischen Begriffen zu einem thinking for speaking übergegangen wird, der darin mündet, dass ‘mehrere Ebenen kognitiver Verarbeitung’ unterschieden werden. Dazu wird das Sprachproduktionsmodell Levelts vorgestellt, um die Leistungen des Konzeptualisierers skizzieren zu können. Des weiteren soll die L-Perspektivierungskonzeption beleuchtet werden, sowie der textlinguistische Quaestio-Ansatz, der besagt, dass die Filmnacherzählungen als Antwort auf die explizit gestellte Frage was ist (im Film) passiert? verstanden werden. Dabei werden die Äußerungen untersucht, die direkt auf die gestellte Frage antworten. Die Ergebnisse der bereits durchgeführten Studien der Heidelberger Forschungsgruppe werden vorgestellt, außerdem das zeitsemantische Beschreibungsinstrumentarium Kleins, das der temporalen Analyse der Daten diente. Die kontrastive Untersuchung, bzw. Darstellung der Daten der Ausgangssprachen Deutsch und Russisch und der Lernervarietät Deutsch (der russischen Sprecher) beschreibt die temporale Perspektivierung, die in einem Ergebnisteil gegenübergestellt wird. Hier erfolgt die Einbettung der Ergebnisse dieser Studie in den Gesamtzusammenhang bisheriger Ergebnisse.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
1.1 Fragestellung 5
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 8
2.1 Sprache und Denken, Sprechen und Denken 8
2.1.1 Ein kurzer Blick in die Geschichte 8
2.1.2 Thinking for speaking 13
2.2 Forschungsstand 15
2.2.1 Der Konzeptualisierer im Sprachmodell 15
2.2.2 L-Perspektivierung und Quaestio-Theorie 18
2.2.3 Die Heidelberger Gruppe - Empirische Befunde 22
2.2.4 Beschreibungsinstrumentarium für Tempus und Aspekt nach Klein (1994) 30
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 38
3.1 Fragestellung 38
3.2 Datendokumentation Empirisches Vorgehen 39
3.2.1 Die Heidelberger Daten 41
3.2.2 Die selbst erhobenen Daten 42
3.3 Analyseverfahren und Analyserahmen 45
3.3.1 Zeitsemantische Analyse in sieben Schritten 45
3.4 Vergleich der deutschen und russischen Ausgangsdaten - zwei unterschiedliche Strategien 47
3.4.1 Der temporale Rahmen Deutsch 47
3.4.2 Der temporale Rahmen Russisch im Vergleich mit dem Deutschen 49
3.4.2.1 Tempus und Aspekt 49
3.4.2.2 Inhärente lexikalische Bedeutung der Verben 53
3.4.2.3 Inchoative Konstruktionen 55
3.4.2.4 Zeitadverbien 57
3.4.2.5 Grenzbezogenheit der Ereignisse 58
3.4.3 Zusammenfassung 61
3.5 Lernersprache Deutsch 62
3.5.1 Tempus 63
3.5.2 Inhärente lexikalische Bedeutung der Verben 63
3.5.3 Inchoative Konstruktionen 65
3.5.4 Zeitadverbien 67
3.5.5 Grenzbezogenheit der Ereignisse 68
3.5.6 Zusammenfassung 70
4. ERGEBNISSE 72
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse der empirischen Studie 72
5. LITERATUR 75
6. ANHANG 82

Textprobe:

3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG:

Fragestellung:

Im ersten Teil der Arbeit wurden die theoretischen Grundlagen und Hintergründe für das empirische Vorgehen dargestellt. Im Folgenden soll erläutert werden, welches Stimulusmaterial verwendet wurde und welche Methoden bei der Analyse eingesetzt wurden. Es werden das Erhebungsverfahren von Daten dynamischer Sachverhalte und die Unterschiede der L-Perspektivierung der Sprecher der Ausgangs, -Ziel und- Lernersprache beschrieben und diskutiert.

Das sprachliche Material, auf das sich die Untersuchung stützt, sind Erzähltexte, d.h. Nacherzählungen des Films Quest. Die untersuchten Sprachen sind Deutsch und Russisch und die Lernersprache Deutsch.

Für das Sprachenpaar Deutsch – Englisch konnte in der für meine Untersuchung relevanten Domäne Ereignisreferenz für die Bereiche Informationsauswahl (Verbalisierung von Endpunkten, phasale Zerlegung), temporale Perspektive (holistisch, phasal) und Kohärenzstrategie (anaphorische, deiktische temporale Anbindung) sowie einzelsprachlich verschiedene Ausprägungen festgestellt werden. Die entsprechende unterschiedliche Grammatikalisierung der temporalen Konzepte Tempus und Aspekt wurde als Ursachen benannt.

Unterschiede in der Ereignisrepräsentation sind folglich für das Sprachenpaar, das ich untersuche, also Deutsch und Russisch, anzunehmen, da im Gegensatz zum Deutschen Verbalaspekt im Russischen grammatikalisiert ist. Es ist zu erwarten, dass der Einfluss der Muttersprache Russisch sich auch auf die Sprechplanung der Lernersprache Deutsch niederschlägt.

Daraus ergeben sich folgende zwei Fragen an die empirische Untersuchung:

Durch welche Unterschiede ist der temporale Rahmen deutscher und russischer Filmnacherzählungen gekennzeichnet?

Zunächst werden dazu die Ergebnisse der Untersuchungen zur temporalen Perspektivierung des Deutschen zusammengefasst. Von einer Überprüfung der Befunde wird abgesehen, da bereits über mehrere Studien und Analysen hinweg die gleichen Resultate gewonnen werden konnten (s.u.). Es wird beschrieben, wie deutsche Sprecher beim Aufbau temporaler Kohärenz vorgehen. Entsprechend werden daraufhin die russischen Daten analysiert, dargestellt und mit den Ergebnissen der Analyse der deutschen Sprachdaten quantitativ und qualitativ verglichen. Aufgrund des Vorhandenseins unterschiedlicher grammatischer (Aspekt, Tempus) und sprachlicher Mittel (Zeitadverbien, Verbinhärenz) werden sprachspezifisch unterschiedliche Strategien bei der Planung eines übergeordneten temporalen Referenzrahmens erwartet.

Bleiben die sprachspezifischen Muster der Ereignisplanung in der Zweitsprache erhalten? Ist also ein Einfluss der Muttersprache auf die Lernersprache zu erkennen?

Obwohl Probanden vorheriger Studien aufgrund fortgeschrittener Zielsprachenbeherrschung, Texte erzeugten, die im Wesentlichen grammatisch und auch lexikalisch richtig sind, fällt doch auf, dass die Sprecher Unsicherheiten in der globalen Informationsplanung aufweisen. Es werden keine idiomatisch einwandfreien Texte in der Fremdsprache produziert. Aus dieser bekannten Feststellung leite ich die Erwartung ab, dass die russischen Lerner des Deutschen, ebenfalls nicht idiomatisch einwandfreie Texte erzeugen, so dass ein sprachspezifischer Einfluss der Muttersprache auf die Zweitsprache zu erwarten ist. Daraus ergibt sich die Frage, welche grammatischen und syntaktischen Mittel verwendet werden. Welches Tempus benutzen die Sprecher beim Aufbau des temporalen Rahmens der Zielsprache? Welche Zeitadverbien werden verwendet? Gibt es eine Tendenz Aspekt, der im Deutschen nicht mit formalen Mitteln am Verb zu markieren ist, durch lexikalische Mittel auszudrücken? Wie wird Kohärenz im Diskurs erzeugt?

Datendokumentation und Empirisches Vorgehen:

Die folgende Grafik bietet einleitend einen Überblick über die verwendete Analysemethode und Analyseschritte.

- Erhebung der Daten mit dem Film Quest.

- Zeigen des Films, digitale Aufzeichnung der offline-Nacherzählungen, Transkription, Übersetzung, Segmentierung in einzelne Propositionen.

- Analyse der demographischen Daten der russischsprachigen Informanten für die Gewährleistung der Homogenität der Lerner und der Lernersprache Fragebogenerhebung, C-Test.

- Auswahl von relevanten Szenen des Films für die eigene Analyse: Wüstenszene und Steinszene.

- Darstellung der bereits ausgewerteten Daten der Heidelberger Forschergruppe Deutsch Ausgangssprache.

- Zeitsemantische Analyse der ziel und- lernersprachigen Daten.

- qualitative und quantitative Untersuchung Russisch L1 und Deutsch L2.

- Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.

Da die oben gemachten Fragestellungen auf den bisherigen Untersuchungen, bzw. dargelegten Annahmen fußen, bietet es sich an, dasselbe Stimulusmaterial zu benutzen. Zumal nur so der Vergleich der Ziel- und Lernersprache mit der Ausgangssprache Deutsch möglich ist. Um für die Untersuchung auf vergleichbare Daten zurückgreifen zu können, basieren alle Nacherzählungen auf dem etwa zehnminütigen Stummfilm Quest, der 1996 von Thomas Stellmach produziert wurde. Hier ist ein Sandmännchen zu beobachten, das sich in fünf Episoden auf der Suche nach Wasser befindet. Es beginnt in einer Sandwelt, kommt dann in eine Papierwelt, gefolgt von einer Steinwelt, um endlich auch in zwei Maschinenwelten nach Wasser zu suchen.

Die deutschen muttersprachigen Daten stammen aus dem Korpus von Frau von Stutterheim aus der ‘Heidelberger Forschungsgruppe’, die russischen muttersprachigen Daten und die Daten der Lernersprache habe ich selbst im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes an der MGU in Moskau (Russland) erhoben. Die Besonderheit des Erhebungsverfahrens mit dem Film Quest ist, dass alle Informanten mit dem gleichen Wissen ausgestattet werden können, so dass an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten entsprechende Daten erstellt werden können.

Zudem ist das Stimulusmaterial leicht zu rezipieren. Da keiner der Probanden den Film vorher gesehen hat, und außerdem Szenen einer fiktiven Welt gezeigt werden, konnten die Messbedingungen für alle Informanten konstant gehalten werden, wodurch das Kriterium der Vergleichbarkeit erfüllt ist. Dies entspricht den Bedingungen, wie sie Grotjahn (2003) für Methoden bei der Erforschung fremder Sprachen empfiehlt. Für ihn ist neben der Validität (Gültigkeit) und Reliabilität, (Genauigkeit) Objektivität eines der bedeutsamsten Kriterien, ‘d.h. prinzipielle Nachvollziehbarkeit und Replizierbarkeit von Forschung’.

Allen Sprechern wurde mit ein und der selben Quaestio dieselbe kommunikative Aufgabe gestellt, nämlich was ist passiert?, bzw. cto slucilos’? (was passierte?). Die Person, die die Daten aufgenommen hat, in Moskau ich selbst, vermied Reaktionen auf den Film, bzw. auf Kommentare des Probanden. So wurde zum Beispiel die Frage einer russischsprachigen Probandin, welches Tempus sie für die Erzählung benutzen solle, nicht beantwortet. Die Wahl blieb ihr selbst überlassen. Für die Analyse wurden zwei relevante Szenen genutzt, die Wüstenszene und die Steinszene, die als in sich inhaltlich abgeschlossene Teilabschnitte präsentiert werden und Teil der Gesamtgeschichte sind. Da das Sandmännchen in beiden Szenen etwa die gleichen Handlungen wiederholen muss, das Aufwachen, der Beginn der Suche nach dem Wasser, die Konfrontation mit einem Problem dabei und beim vermeintlichen Auffinden des Wassers, schließlich das Abrutschen, bzw. Springen in die nächste Ebene, kann von den Nacherzählungen erwartet werden, dass die Unterschiede in der Ereignisrepräsentation, wie sie in der Hypothese zugrunde gelegt werden, ihre Entsprechungen finden. In der Wüstenszene folgen das Graben und Fallen ohne klare Grenzen vorzugeben, aufeinander. Die Situationen gehen ineinander über und eignen sich deshalb zur imperfektivischen Darstellung.

Arbeit zitieren:
Hantschel, Julia Februar 2007: Der Einfluss des muttersprachlichen Aspekt-Tempus-Systems auf die fremdsprachliche Konzeptualisierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Psycholinguistik, Konzeptualisierung, Russisch, L-Perspektivierung, Aspekt-Tempus-System

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