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Der Einfluß institutionenökonomischer Ansätze auf das Marketing von Finanzdienstleistungen

Der Einfluß institutionenökonomischer Ansätze auf das Marketing von Finanzdienstleistungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Peter Köntges
  • Abgabedatum: Januar 1999
  • Umfang: 72 Seiten
  • Dateigröße: 365,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2166-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2166-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2166-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köntges, Peter Januar 1999: Der Einfluß institutionenökonomischer Ansätze auf das Marketing von Finanzdienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketinginstrumente, Marketing, Institutionenökonomie, Finanzdienstleistung

Diplomarbeit von Peter Köntges

Einleitung:

Die neoklassische Mikroökonomie konnte die Herausbildung bestimmter Marktphänomene und Institutionen nicht erklären. Der Austausch von Gütern und Dienstleistungen über den Markt war und ist nicht mehr die ausschließliche Form des Güter- und Dienstleistungsaustausches. Vielmehr haben sich Institutionen herausgebildet. Diese ermöglichen erst den Absatz bestimmter Güter und Dienstleistungen, da sie die Unsicherheit auf Seiten der Marktakteure reduzieren helfen. Diese Unsicherheit auf Seiten der Marktakteure ist Folge opportunistischer Verhaltensweisen und begrenzt rationalem Verhaltens. Hiermit weicht man vom neoklassischen Ansatz deutlich ab.

In Abhängigkeit vom nachgefragten Gut oder Dienstleistung ist die Unsicherheit in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Standardprodukte können aufgrund eher geringer Unsicherheit nach wie vor über den anonymen Markt abgewickelt werden. Beratungsinstensive Produkte und Dienstleistungen erfordern spezifische Investitionen, schaffen Abhängigkeiten und bieten Informationsvorsprünge. Die Unsicherheit ist entsprechend hoch.

Aus diesem Grund sind spezielle Marketinginstrumente notwendig, die den Absatz derartiger beratungsintensiver und komplexer Produkte ermöglichen. Im Mittelpunkt dieser Marketinginstrumente steht die Überwindung der Unsicherheit.

Zur Unsicherheitsreduktion geeignete Marketinginstrumente werden im Rahmen der Arbeit systematisiert und erläutert. Sie bieten auch Einblicke in Marktstrukturen bei komplexen Dienstleistungen. Folge kann ein verbesserter Absatz von Dienstleistungen sein.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Theoretische Konzepte der Institutionenökonomie 2
2.1 Begriffe und Grundlagen 2
2.2 Neoklassische Mikroökonomie, verhaltenswissenschaftlich orientierter Marketingansatz und Institutionenökonomie 2
2.3 Theoretische Konzepte der Institutionenökonomie 5
2.3.1 Property Rights-Theorie 6
2.3.2 Transaktionskostenansatz 8
2.3.3 Principal-Agent-Theorie 11
2.3.4 Informationsökonomie 13
3. Marketing und Institutionenökonomie 15
3.1 Marketingdefinition und Marketingziele 15
3.2 Auswirkungen der theoretischen Konzepte auf das Marketing 16
3.2.1 Abgrenzung Sachgüter und Dienstleistungen 16
3.2.2 Informationsökonomische Auswirkungen auf das Marketing 19
3.2.3 Informationsökonomische Leistungstypologie 21
3.2.3.1 Austauschgut 21
3.2.3.2 Kontraktgut 22
3.2.3.3 Geschäftsbeziehung 26
3.3 Marketingaufgaben 28
4. Institutionenökonomische Ansätze bei Finanzdienstleistungen 30
4.1 Definition Finanzdienstleistung und Finanzdienstleister 30
4.2 Besonderheiten der Finanzdienstleistungen und Einordnung in den institutionenökonomischen Zusammenhang 32
4.2.1 Potentialdimension 34
4.2.2 Prozeßdimension 35
4.2.3 Ergebnisdimension 36
4.3 Finanzdienstleistungen und asymmetrische Information 36
5. Marketinginstrumente für Finanzdienstleistungen 38
5.1 Inhalt verschiedener Marketinginstrumente 40
5.1.1 Reputation 41
5.1.2 Selbstbindungen 42
5.1.3 Informationspolitik 44
5.1.4 Anreize und Kontrollen 46
5.2 Systematisierung der Marketinginstrumente 47
5.2.1 Systematisierung nach der Transaktionstypologie 48
5.2.1.1 Austauschgüter 48
5.2.1.2 Kontraktgüter 48
5.2.1.3 Geschäftsbeziehungen 50
5.2.2 Systematisierung nach der Informationsasymmetrie 52
5.2.3 Systematisierung nach der Möglichkeit der Erfahrungsbildung 52
5.2.3.1 Anonyme (Inspektions-) Märkte 53
5.2.3.2 Personalisierte (Erfahrungs-) Märkte 53
5.2.4 Systematisierung nach dem Informationsverhalten der Nachfrager 54
6. Schlußbemerkungen 54
Literaturverzeichnis 57
Schlußerklärung 64

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abschließend sollen in diesem Abschnitt, nach der Abgrenzung der neuen Transaktionstypologie und den am Anfang des 3. Abschnitts erwähnten Marketingzielen im Rahmen der Institutionenökonomie, die besonderen Aufgaben des Marketings erläutert werden. Die beiden wesentlichen Aufgaben des Marketings auf unvollkommenen Märkten mit unterschiedlichen Informationsständen ist die Informationsgewinnung und die Informationsübertragung. Informationsökonomisch handelt es sich um Screening- und Signalingaktivitäten111. Die Funktion der Informationsgewinnung (oder auch Leistungsfindung genannt) besteht darin, daß durch Marktbeobachtung und Marktforschung112, Informationen vom Anbieter als uninformiertere Marktseite gesammelt werden, die Aufschluß über die Konsumentenwünsche und das Verhalten der Wettbewerber geben. Diese Informationen sollen dann in Produkte mit einem höheren Produkt- und/oder Transaktionsnutzen bzw. geringere Produktund/oder Transaktionskosten umgesetzt werden113. Es ergeben sich entweder bessere Produkte im Vergleich zu den Wettbewerbern oder vergleichbare Angebote werden zu einem günstigeren Preis angeboten. Der "Beschaffungspreis" setzt sich hierbei aus dem Verkaufspreis für die Leistung und den Transaktionskosten zusammen114. Die Informationsgewinnung ist als eine ständige Aufgabe anzusehen, d.h. es sind laufend die potentiellen Kunden und Konkurrenten zu beobachten und entsprechende Konsequenzen für das eigene Angebot zu ziehen. In dieser [...]

vorübergehende Unzufriedenheit nicht direkt zu einem Anbieterwechsel führen. Geschäftsbeziehungen vollziehen sich im Rahmen von "Beziehungsverträgen" ("relational contracts"), wobei diese weniger auf rechtlichen, als vielmehr auf "stillschweigenden, nicht explizit festgeschriebenen Übereinkünften der Vertragsparteien"106 beruhen. Bei der Geschäftsbeziehung handelt es sich um einen auf längere Zeit geschlossenen "impliziten Kontrakt"107. Notwendig ist aus diesem Grund eine mehrperiode Betrachtung (historisch-ganzheitlich108), wobei die Langfristigkeit, die Möglichkeit eines längeren Amortisationszeitraumes bietet. Nicht die einzelne Transaktion ist entscheidend, sondern die Betrachtung der gesamten Beziehung ist für die Beurteilung von Erfolg oder Mißerfolg notwendig. Die Langfristigkeit ermöglicht auch, Erfahrungen miteinander zu machen (keine Einbahnstraße) und zu lernen. Positive Erfahrungen können in die Zukunft projeziert werden und lassen die Fortsetzung der Kooperation wahrscheinlicher werden. Spezifische Investitionen bewirken einen geringeren Anreiz zum opportunistischen Ausnutzen von Informationsasymmetrien (Aneignung der "QuasiRente") und führen zu niedrigeren Transaktions- und Produktionskosten, welches zusätzlich zur Beziehungsstabilität beiträgt. Markt und Wettbewerb werden durch die Geschäftsbeziehung zurückgedrängt. Die Geschäftsbeziehung wird dann zur Markteintrittsbarriere für "out-supplier"109 (das ist der "Herausforderer", im Gegensatz zum "in-supplier", der mit einem Kunden bereits in Geschäftsbeziehung stehende Anbieter). Die Geschäftsbeziehung, als spezieller institutioneller Rahmen, ist besonders für solche Transaktionen geeignet, wo beiderseitig spezifische Investitionen notwendig sind. Nach Diller/Kusterer110 können verschiedene Interaktionsebenen der Beziehung unterschieden werden. Auf der Sachebene findet die inhaltliche Ausgestaltung der Transaktion statt. Hierzu zählt Leistung und Gegenleistung, die fachliche Qualifikation und die Problemlösungskraft. Auf der Organisationsebene geht es um die formale Seite der Geschäftsbeziehung. Neben den "Spielregeln" bezüglich des Ablaufes der [...]

Zusammenhang. Je stärker das Vertrauen der Kooperationspartner ist, desto geringer ist auch der notwendige Regelungsgrad. Vertrauen und der Regelungsgrad hängen eng mit den anfallenden Transaktionskosten zusammen. Mehr Vertrauen führt, aufgrund der weniger notwendigen Vorkehrungen gegen opportunistische Angriffe auf die Quasirente, zu einem geringeren Regelungsgrad und zu entsprechend niedrigeren Vertragsabschlußkosten. Der Bindungsgrad ist in engem Zusammenhang mit den spezifischen Investitionen zu sehen. Je spezifischer die Investitionen sind, desto stärker kann die Bindung ausfallen, da keiner den Verlust seiner Quasirente riskieren möchte. Ebenso ist bei nur einseitig erbrachten spezifischen Investitionen ein höherer Regelungsgrad zur entsprechenden Absicherung notwendig. 3.2.3.3 Geschäftsbeziehung Bei der Geschätsbeziehung handelt es sich um die dritte Leistungstypologie. Während man bei einem Kontraktgut "als von einem für die Dauer eines Projektes begrenzte Vertragsbeziehung"101 spricht, versteht man unter einer Geschäftsbeziehung "jeden von ökonomischen Zielen zweier Organisationen geleiteten Interaktionsprozeß zwischen zwei und mehr Personen ab dem ersten Geschäftsabschluß"102. Es handelt sich um die Abfolge mehrerer Transaktionen, die in einem inneren Zusammenhang stehen103. Diese Transaktionen können Austausch- oder Kontraktgüter sein104. Hierbei muß nicht zu Beginn der ersten Transaktion feststehen, ob dies der Beginn einer Geschäftsbeziehung ist. Diese kann sich erst im Zeitablauf entwickeln. Wichtigste Voraussetzung für die Entstehung und Stabilität der Beziehung ist die gegenseitige ökonomische Abhängigkeit durch beiderseitig erbrachte spezifische Investitionen. Die Bindungssymmetrie wird ggf. erst im Laufe der Beziehung in Form von Personal-, Sach- oder Zeitaufwand hergestellt. Neben den spezifischen Investitionen tragen die im Fall eines Wechsels des Partners entstehenden Wechselkosten [...]

Arbeit zitieren:
Köntges, Peter Januar 1999: Der Einfluß institutionenökonomischer Ansätze auf das Marketing von Finanzdienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketinginstrumente, Marketing, Institutionenökonomie, Finanzdienstleistung

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