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Der Einfluß des institutionellen Kontextes auf die Corporate Level-Strategien der Chaebols und den Markteintritt in Korea

Der Einfluß des institutionellen Kontextes auf die Corporate Level-Strategien der Chaebols und den Markteintritt in Korea
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ho-Shik Lim
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 667,5 KB
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4715-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4715-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4715-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lim, Ho-Shik Juli 1999: Der Einfluß des institutionellen Kontextes auf die Corporate Level-Strategien der Chaebols und den Markteintritt in Korea, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strategie, Regime, Markteintritt, Korea, Asien

Diplomarbeit von Ho-Shik Lim

Einleitung:

In jüngster Zeit ist das Interesse an Korea nicht nur wegen der Währungs- und Finanzkrise Ende 1997 und Anfang 1998 sondern auch wegen der wachsenden Konkurrenz durch die koreanischen Mischkonzerne auf den Weltmärkten gestiegen.

Desweiteren gewinnt Korea durch seine Stellung als elftgrößte Volkswirtschaft der Welt, die von den deutschen Unternehmen weitgehend im Gegensatz zu den Japanern und Amerikanern unberücksichtigt wurde, als potentiell attraktiver Markt an strategischer Bedeutung. Der pro Kopf BIP-Anstieg von $ 2.500 auf über $ 10.000 zwischen den Jahren 1970 und 1995 und der Beitritt in die OECD Ende 1996 belegen eindrucksvoll Koreas Wirtschaftsaufschwung. Dieses sogenannte „miracle of the Han River“ hat in der wissenschaftlichen Literatur unter makroökonomischen und wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten ein starkes Interesse gefunden.

Ein besonderes Merkmal der koreanischen Wirtschaft sind die koreanischen Konglomerate, die sog. Chaebols. Bezüglich der Analyse der Strategien der Chaebols besteht weiterhin ein großer Erklärungsbedarf, obwohl der Umsatz der Top 5 bzw. Top 30 Mischkonzerne 54,1 % bzw. 80 % des koreanischen BIPs entspricht. Unter dem Begriff des Chaebols, das wörtlich übersetzt „Vermögens-Clique“ heißt, wird in dieser Arbeit eine sich im Familienbesitz befindende stark diversifizierte Unternehmung verstanden.

Der Fokus der Betrachtung liegt auf den gemessen am Umsatz oder an der Bilanzsumme 30 oder 50 größten Chaebols. Zu den bekanntesten Chaebols zählen Hyundai, Samsung, LG, Daewoo und Sunkyung. Das de facto von „ships bis chips“ umfassende Produkt- und Dienstleistungsangebot der Top 5 Chaebols ist in dieser Breite weltweit einmalig.

Ein Angestellter von Hyundai wohnt im Hyundai Hochhaus, schickt seine Kinder auf Hyundai Schulen oder Kindergärten, erledigt sämtliche Finanztransaktionen über die Hyundai Bank, geht im Hyundai Kaufhaus seinen Hyundai PC kaufen und fährt selbstverständlich mit seinem Hyundai Grandeur zu einem Spiel der Hyundai Basketball- oder Fußballmannschaft. Diese Entwicklung der Chaebols zu einer in unverbundene Geschäftsfelder stark diversifizierten Unternehmung steht im krassen Gegensatz zu der in den USA seit den 80er Jahren zu beobachtenden Dekonglomeration.

Die Zerschlagung der Mischkonzerne in kleinere Einheiten wird in der Strategieliteratur v.a. durch den „Resource-based View“ (RBV), der eine Unternehmung als ein Bündel unternehmensintern akkumulierter Ressourcen betrachtet, erklärt. Das diversifizierte Unternehmen rechtfertigt seine Existenz nur dann, wenn es mindestens die Kosten, welche die Diversifikation und die Administration zwangsläufig aufwerfen, durch die Realisierung von Synergien aus dem Teilen oder dem Transfer von Ressourcen, erwirtschaftet. Da stark in unverbundene Geschäftsfelder diversifizierte Konzerne weniger Synergien realisieren, ist die Aufspaltung dieser die Konsequenz. Dies wirft die Frage auf, wieso in Korea im Gegensatz zu den USA die Konzerne weiterhin stark diversifiziert sind bzw. weiter neue Geschäftsfelder erschließen.

Wie die Analyse in dieser Arbeit zeigt, sind die Unternehmensstrategien von ihrem institutionellen Kontext bzw. Regime im Quer- und Längsschnitt abhängig.

Institutionen sind die „von Menschen erdachten Beschränkungen menschlicher Interaktion“.

Sie spezifizieren die passenden Strategien. Bei der Betrachtung Koreas erweckt der sich von westlichen Industrieländern unterscheidende institutionelle Kontext unser Interesse. Im Rahmen einer Analyse der Strategien koreanischer Chaebols erscheint es daher sinnvoll den RBV mit der Regimetheorie zu integrieren, um den Einfluß des Regimes auf die Unternehmensstrategie zu erforschen. Desweiteren ist die Beantwortung dieser Frage am Beispiel der Chaebols adäquat, weil sich Korea im Zeitablauf durch drei unterschiedlich ausgeprägte Regimes kennzeichnen läßt, die ihrerseits verschiedene effektive Strategien implizieren.

Die Überlegungen zu den Chaebols haben auch weitreichende Konsequenzen für ausländische Unternehmen, die sich für den Markteintritt in Korea entschließen. In der Vergangenheit war es von Vorteil, sich einem Chaebol anzuschließen, da nur die Chaebols über die notwendigen Ressourcen verfügten. Vor dem Hintergrund der aktuellen strukturellen Wandlungsprozesse der koreanischen Wirtschaft und Gesellschaft, ergeben sich für ausländische Unternehmen neue Perspektiven für den Markteintritt. Es wird systematisch der Einfluß des Regimes auf die Markteintrittsstrategien ausländischer Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung der optimalen Markteintrittsform und der notwendigen Erfolgsfaktoren aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

TABELLENVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung 3
2. THEORIE DER CORPORATE LEVEL-STRATEGIE 5
2.1 Industrial Organisation vs. Resource-based View 5
2.2 Modell einer Corporate Level-Strategie 6
2.2.1 Ressourcen 8
2.2.2 Business 10
2.2.3 Organisationsdesign 11
2.2.4 Corporate Advantage 13
2.3. Die Regimetheorie 14
2.4 Integration der Theorie der CL-Strategie mit der Regimetheorie 17
3. ANALYSE DES REGIMES IN KOREA 18
3.1 Das alte Regime 18
3.2 Das Pre-IMF-Regime 22
3.3 Das Post-IMF Regime 24
3.4 Zusammenfassung 25
4. CORPORATE LEVEL-STRATEGIE DER CHAEBOLS 27
4.1 Ressourcen der Chaebols 27
4.1.1 Staatliche Unterstützung 28
4.1.1.1 Staatliche Unterstützung im alten Regime 29
4.1.1.2 Staatliche Unterstützung im Pre-IMF Regime 30
4.1.1.3 Implikationen 30
4.1.2 Finanzressource 31
4.1.2.1 Finanzressource im alten Regime 31
4.1.2.2 Finanzressource im Pre-IMF Regime 33
4.1.2.3 Implikationen 36
4.1.3 Managementressource 37
4.1.3.1 Managementressource im alten Regime 37
4.1.3.2 Managementressource im Pre-IMF Regime 40
4.1.3.3 Implikationen 40
4.1.4 Industriespezifische Ressourcen 41
4.1.5 Fähigkeit für den wiederholten Markteintritt 41
4.1.6 Empirische Ergebnisse 43
4.1.7 Ergebnis 45
4.2 Business der Chaebols 47
4.2.1 Diversifikation der Chaebols in Abhängigkeit des Regimes 47
4.2.2 Empirische Ergebnisse 48
4.2.3 Fallbeispiel: Samsungs Vorstoß in die Automobilbranche 49
4.2.4 Ergebnis 50
4.3 Organisationsdesign der Chaebols 51
4.3.1 Das Organisationsdesign im alten Regime 51
4.3.1.1 Entscheidungs- und Verfügungsrechte 51
4.3.1.2 Anreizsystem 56
4.3.1.3 Leistungsmessung 58
4.3.1.4 Implikationen 58
4.3.2 Das Organisationsdesign im Pre-IMF Regime 59
4.3.2.1 Entscheidungs- und Verfügungsrechte 59
4.3.2.2 Anreizsystem 59
4.3.2.3 Leistungsmessung 63
4.3.2.4 Implikationen 63
4.4 Corporate Advantage der Chaebols 64
4.5 Implikationen 68
4.5.1 Folgerungen für die Corporate Level-Strategien der Chaebols 68
4.5.2 Rückschlüsse für die Theorie der Corporate Level-Strategie 74
5. MARKTEINTRITT IN KOREA 76
5.1 Einführung 76
5.2 Rahmenbedingungen für den Markteintritt in Korea 76
5.2.1 Rahmenbedingungen im Pre-IMF Regime 76
5.2.2 Veränderungen der Rahmenbedingungen im Post-IMF-Regime 80
5.3 Die Markteintrittsform in Abhängigkeit des Regimes 82
5.3.1 Das alte Regime 84
5.3.2 Das Pre-IMF-Regime 84
5.3.3 Das Post-IMF-Regime 85
5.3.4 Zukunft 88
5.3.5 Zusammenfassung 88
5.4 Erfolgsfaktoren im Post-IMF-Regime für den Markteintritt 90
5.4.1 Rechtzeitige Positionierung 90
5.4.2 Wahl des Partners / Übernahmekandidaten 91
5.4.3 Kulturelle Kongruenz (Fallstudie: KorAm und Shinan Bank) 92
5.4.4 Aufbau von Beziehungen 93
5.4.5 Veränderung der Spielregeln 94
5.5 Implikationen für internationale Business Level-Strategien 95
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 97
ANHANG VIII
LITERATURVERZEICHNIS XVI

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.2.4 Ergebnis Die Effektivität genereller Ressourcen im alten und Pre-IMF-Regime begründet für beide Regimes einen hohen Diversifikationsgrad. Basierend auf der Spezifizierung der wertvollen Ressourcen durch das Regime sind Aussagen über den optimalen Diversifikationsgrad möglich. Der Einfluß des Regimes auf die Business-Seite des Corporate Triangle ist im Normalfall indirekter Natur. Im alten und Pre-IMF-Regime ermöglichten Ineffizienzen bezüglich der formalen Dimension des Regimes Werte durch das Imitieren von Intermediärfunktionen zu schaffen. Das Regime beeinflußt durch die Wirksamkeit der drei generellen Ressourcen die Diversifikation der Chaebols. Im Post-IMF-Regime sind die „Big Deals“ jedoch ein Beispiel wie die Konfiguration der Geschäftsfelder durch das Regime in Form der staatlichen Regulierung direkt beeinflußt wird. Obige Ausführungen haben gezeigt, daß die Chaebols im Pre-IMF-Regime konsequent in unverbundene Geschäftsbereiche ohne Beachtung der Profitabilität ihrer Investitionen diversifiziert sind. Verschiedene empirische Studien beweisen den wertvernichtenden Charakter ihrer Diversifikationsstrategie. Die Fallstudie zur Fehlentscheidung der Samsung Gruppe, in das Automobilgeschäft einzutreten, wirft Fragen nach der Effektivität und Effizienz bezüglich des Organisationsdesigns der Chaebols auf. [...]

4.2.3 Fallbeispiel: Samsungs Vorstoß in die Automobilbranche Ein in der Öffentlichkeit heftig kritisiertes Beispiel für eine wertvernichtende Diversifikation ist der Eintritt der Samsung Gruppe in den ohnehin mit 4 lokalen Autoproduzenten unter Überkapazität leidenden Automarkt im Jahre 1995.177 Die von Samsung Motors in Zusammenarbeit mit Nissan in Produktionsstätten investierte Summe von $ 3,04 Mrd., hätte sogar zur Akquisition von Nissan Motors ausgereicht. Auf Druck der Öffentlichkeit und der Regierung sollte Samsung im Dezember 1998 nur 9 Monate nach dem Verkaufsbeginn seiner Autos im Rahmen der „Big Deals“ seine Autosparte gegen die Elektroniksparte von Daewoo tauschen. Wegen den hohen Verbindlichkeiten bei Samsung Motors in Höhe von DM 6 Mrd. scheiterten die Verkaufsverhandlungen mit der Folge, daß Samsung Motors Konkurs anmeldete.178 Bei den Chaebols zeigt sich allgemein das Phänomen, wonach die Unternehmer ihren Interessen entsprechend diversifizieren.179 Im Falle von Samsung ist der jetzige [...]

-49Park et al. (1999) untersuchen in der o. g. Studie die group-effects, die anzeigen inwieweit ein Mehrwert auf die Zugehörigkeit zu einem Chaebol zurückzuführen ist. Es wird festgestellt, daß die Zugehörigkeit zu einem Chaebol im alten Regime einen statistisch signifikant negativen Einfluß auf die Profitabilität der Chaebols ausübte (r = -0,015; p< 0,01). Mitte der 90er Jahre treten keine signifikanten Ergebnisse auf. Verschiedene empirische Studien zu der Diversifikationsstrategie der Chaebols führen zu dem Ergebnis, daß die Diversifikation einen positiven Einfluß auf das Umsatzwachstum hatte, aber gemessen als ROA oder ROE negativ auf die Profitabilität einwirkte.175 Bspw. zeigt Huh (1998) in der in Kap. 4.1.6 beschriebenen Studie für den Zeitraum von 1993 bis 1995, daß der Entropyindex für unverbundene Diversifikation DU negativ mit dem ROA bzw. ROS korreliert (r = 0,07 bzw. r= -0,052).176 Diese Ergebnisse stimmen mit der empirischen Arbeit von Cho (1994) überein, der ebenfalls einen negativen Zusammenhang zwischen dem Grad der Diversifikation und der Profitabilität festgestellt hat. [...]

Arbeit zitieren:
Lim, Ho-Shik Juli 1999: Der Einfluß des institutionellen Kontextes auf die Corporate Level-Strategien der Chaebols und den Markteintritt in Korea, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strategie, Regime, Markteintritt, Korea, Asien

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