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Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells

Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hubert Steger
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 221 Seiten
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0438-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Steger, Hubert Mai 2005: Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Vaterschaft, Elternzeit, Work Life Balance, Österreich, Betrieb

Diplomarbeit von Hubert Steger

Zusammenfassung:

Bisherige Studien mit dem Untersuchungsgegenstand „Väterkarenz“ haben sich hauptsächlich den Vätern gewidmet oder haben diese Thematik implizit in Zusammenhang mit Veränderungen hin zu einer neuen Väterlichkeit mit einbezogen. Nur wenige Untersuchungen sind über das Mikrosystem Familie hinausgegangen und haben versucht, außerhalb liegende Bereiche auf Basis eines integrativen Modells systematisch zu berücksichtigen.

Die vorliegende Arbeit hat nun auf zweifache Art versucht, die Karenzierung des Vaters in Verbindung mit der Arbeitswelt zu bringen. Zum einen erfolgte dies über den Aufbau der Untersuchung. Dazu wurden in einem ersten Schritt Interviews mit Karenzvätern geführt. Die resultierenden Ergebnisse flossen in die Erstellung eines eigenen Fragebogens ein, mit dem in einem zweiten Schritt die Einstellung zur Väterkarenz bei Personalverantwortlichen in Betrieben erhoben wurde. Zum anderen wurde die Verbindung zur Arbeitswelt auch inhaltlich hergestellt, indem bei beiden Untersuchungen die Umsetzbarkeit der Karenzzeit im Betrieb im Vordergrund stand. Beide Erhebungen sind nicht repräsentativ; die Interviews mit betroffenen Vätern haben sich fast ausschließlich auf solche beschränkt, die in der Privatwirtschaft beschäftigt waren, und die befragten Betriebe gelten größtenteils als besonders „frauen- und familienfreundliche“ Unternehmen.

Aus den Schlussfolgerungen der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit lassen sich Antworten auf die Frage finden, welchen Beitrag die betrieblichen Rahmenbedingungen bei der Aufrechterhaltung der Diskrepanz zwischen Wunsch nach Karenzzeit und der tatsächlichen Inanspruchnahme bei Vätern leisten. Selbst in Betrieben, die wahrscheinlich günstige Voraussetzungen für die Umsetzbarkeit einer Karenzierung bieten - wie die befragten frauen- und familienfreundlichen Unternehmen -, fokussieren Maßnahmen zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich auf die Situation der Frau. Auf Männer wird in der Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen nicht Bezug genommen, die Karenzierung männlicher Mitarbeiter wird aber positiv gesehen, und es werden ihnen keine Steine in den Weg gelegt. Leider werden aber auch kaum positive Effekte einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb erkannt. Es ist daher nahe liegend, dass karenzierungswillige Männer selbst in den frauen- und familienfreundlichen Unternehmen nur ein neutrales, nicht aber ein unterstützendes Umfeld für ihr Anliegen vorfinden.

Einleitung:

Im Zentrum dieser Arbeit steht die Väterkarenz als ein Weg für Männern, ihr Vatersein zu leben. Sie ist Ausdruck einer zunehmenden Bereitschaft, sich in der Familie auf egalitäre Formen des Zusammenlebens, der Übernahme von Verantwortung und Pflichten und der Aufteilung der Berufs- und Familienarbeit einzulassen. Wie aus diversen soziologischen und psychologischen Studien hervorgeht, hat bei Männern in den letzen Jahrzehnten in Wertbesetzung und Einstellung zu diesen Themen ein beachtlicher Wandel in Richtung einer zunehmenden Bedeutung stattgefunden.

Der Schnittpunkt zwischen Berufswelt und Familienwelt beim Vater wird in dieser Arbeit aus zwei Perspektiven betrachtet. Einmal aus der Sichtweise der Väter, die versuchen, ihre Karenzierung im Betrieb umzusetzen und darüber mit der/m Vorgesetzten eine Vereinbarung zu treffen; zum anderen aus der Perspektive von Personalverantwortlichen in Unternehmen, die mit einer (möglichen) Väterkarenz in ihrem Betrieb konfrontiert werden.

Inhaltsverzeichnis:

A. EINLEITUNG 9
B. DANKSAGUNG 11
C. THEORETISCHER TEIL 12
1. DARSTELLUNG DES PROBLEMZUSAMMENHANGS 12
2. GEGENSTANDSBEREICH UND BEGRIFFSDEFINITION 15
2.1 FAMILIE 15
2.1.1 Die psychologische Begriffsbestimmung von Familie 15
2.1.2 Der rechtliche Familienbegriff 17
2.2 VATERSCHAFT, VATERROLLE UND VATERARBEIT 17
2.2.1 Neue Väter 20
2.3 KARENZZEIT 21
2.4 KINDERBETREUUNGSGELD 21
2.5 BETRIEBLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 21
3. THEORETISCHE FAMILIENMODELLE 23
3.1 DIE FAMILIENENTWICKLUNGSTHEORIE 23
3.2 DIE FAMILIENSYSTEMTHEORIE 24
3.3 DAS SYSTEMISCH-ÖKOPSYCHOLOGISCHE MODELL DER FAMILIE 26
3.3.1 Kritische Lebensereignisse im systemisch-ökopsychologischen Modell 29
4. HISTORISCHER RÜCKBLICK 32
4.1 HISTORISCHE GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN 32
4.1.1 Die Industrialisierung 33
4.1.2 Die Frauenbewegung 33
4.1.3 Die Männerbewegung und Männerforschung 35
4.1.4 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Familie als Forschungsgegenstand 36
4.2 DIE ROLLE DES VATERS IN DER FAMILIE 38
4.2.1 Veränderung der Rollenstruktur in der Familie 38
4.2.2 Die Veränderung hin zur Liebesheirat und zur Emotionalisierung und Intimisierung der familialen Binnenstruktur 39
4.2.3 Die Veränderung der Beziehung zum Kind 39
4.2.4 Zusammenfassung 41
5. DAS ENTSTEHEN EINER NEUEN VÄTERLICHKEIT IN DEN LETZTEN JAHRZEHNTEN 43
6. DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT UND DIE ÜBERNAHME VON VATERARBEIT 48
6.1 THEORETISCHE MODELLE DES ÜBERGANGS ZUR VATERSCHAFT 49
6.2 DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT ALS ÖKOLOGISCHER ÜBERGANG 51
6.2.1 Methodologische Probleme bei der Erforschung von Übergängen 51
6.3 BISHERIGE FORSCHUNGSERGEBNISSE ÜBER DEN ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT 52
6.3.1 Prozesse und Bedingungen auf Mikrosystem- Ebene 52
6.3.2 Prozesse und Bedingungen auf Mesosystem-Ebene 56
6.3.3 Prozesse und Bedingungen auf Exo- und Makro- und Chronosystem-Ebene 58
6.4 EINE AUSZEIT IM BERUF - DIE KARENZZEIT ALS KRITISCHE PHASE IM ÜBERGANGSPROZESS 59
6.4.1 Motive einer beruflichen Auszeit für die Familie 60
6.4.2 Väter in Betreuungssituationen - die Veränderung des Selbstbildes 62
6.5 GRATIFIKATIONEN AUS EINER INTENSIVIERUNG DER VATERARBEIT DURCH DIE KARENZZEIT 63
7. DIE VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF 66
7.1 DIE ROLLE DES ARBEITSMARKTES 66
7.1.1 Die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes 66
7.1.2 Von der Rationalität der Entscheidungsprozesse auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite 67
7.2 DER EINFLUSS DER BETRIEBLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN AUF DIE FAMILIEN 69
7.2.1 Betriebliche Hürden einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter 69
7.2.2 Betriebliche Personalpolitik 71
8. FAMILIENPOLITIK IN ÖSTERREICH 76
8.1 ELTERNKARENZ IN ÖSTERREICH 79
8.1.1 Karenzregelungen bis 1990 79
8.1.2 Karenzregelungen ab 1990 - der Einbezug der Männer 80
8.2 BESONDERE MAßNAHMEN ÖSTERREICHISCHER FAMILIENPOLITIK ZUR VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF 81
8.2.1 Audit „Familie und Beruf“ 81
8.2.2 Wettbewerb „Frauen- und familienfreundlichster Betrieb“ 82
8.2.3 Darstellung des Projektes „Familienkompetenzen“ 84
D. EMPIRISCHER TEIL 86
9. QUALITATIVE UNTERSUCHUNG 86
9.1 UNTERSUCHUNGSKONZEPT 86
9.1.1 Ziel und Fragestellung der Untersuchung 86
9.1.2 Darstellung der verwendeten Messinstrumente und Materialien 87
9.1.3 Beschreibung der Durchführung 88
9.1.4 Zur Methodik der Auswertung des Datenmaterials 89
9.2 ERGEBNISSE 92
9.2.1 Ergebnis 1: Die Entscheidungsfindung für die Karenzierung basiert auf individuellen Hintergründen, wird von persönlichen Motiven geleitet und durch bestimmte persönliche Bedingungen erleichtert 92
9.2.2 Ergebnis 2: Ein hoher Frauenanteil im Unternehmen und bisherige Erfahrungen mit Väterkarenzen begünstigen neben anderen betrieblichen Merkmalen die Karenzierung 93
9.2.3 Ergebnis 3: Die Akzeptanz bei Vorgesetzten wird von ihrem Bewusstsein um die Problematik der Karenzierung von Männern positiv beeinflusst und sie treffen mit den Karenzvätern individuelle Vereinbarungen 94
9.2.4 Ergebnis 4: Die Reaktionen von ArbeitskollegInnen weisen ein Spektrum von eher seltenen negativen bis überwiegend positiven Rückmeldungen auf. 95
9.2.5 Ergebnis 5: Karenzierung mit Beschäftigung in reduziertem Ausmaß und kurze Karenzdauer bringt Vorteile für den Mitarbeiter und den Betrieb 96
9.2.6 Ergebnis 6: Eine Teilzeitkarenz führt zu erhöhten Anforderungen an den Mitarbeiter, deren Bewältigung durch eine Rücksichtnahme auf seine Betreuungspflichten erleichtert werden 97
9.2.7 Ergebnis 7: Die Karenzierung von Vätern fördert verschiedene Kompetenzen, führt zu einer Aufwertung des Privatlebens und bewirkt eine Veränderung im Bezug zur Arbeit 98
9.2.8 Ergebnis 8: Väterkarenzen fördern die Bewusstseinsbildung für die (neue) familiäre Werteorientierungvon männlichen Mitarbeitern im Betrieb; das Interesse, die Erfahrungen der Karenzväter betrieblich zu nutzen, ist aber gering. 99
9.2.9 Gesamtinterpretation 100
9.2.10 Diskussion und Kritik 102
10. VÄTERKARENZ AUS BETRIEBLICHER SICHT - EINE FRAGEBOGENERHEBUNG 104
10.1 HAUPTFRAGEN 104
10.2 AUSFÜHRLICHE DARSTELLUNG DER FRAGESTELLUNGEN UND DER ZU PRÜFENDEN HYPOTHESEN 105
10.2.1 Hypothesen zu Fragestellung 1 105
10.2.2 Hypothesen zu Fragestellung 2 107
10.3 UNTERSUCHUNGSDESIGN 109
10.3.1 Wahl der Methode der Datenerhebung 109
10.3.2 Darstellung des Fragebogens 110
10.3.3 Darstellung der teststatistischen Überprüfung 112
10.3.4 Durchführung der Untersuchung 114
10.3.5 Datenanalyse 114
10.4 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE 115
10.4.1 Stichprobengröße 115
10.4.2 Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote 115
10.4.3 Unternehmenskategorien und Branchen 116
10.4.4 Platzierung beim Landes- und Bundeswettbewerb 117
10.4.5 Frauenanteil 117
10.4.6 Anteil karenzierter Frauen und Männer 119
10.4.7 Arbeitszeiten im Betrieb 121
10.4.8 Soziodemographische Daten der Auskunftspersonen 124
10.5 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 1 126
10.5.1 Motive von Karenzvätern 126
10.5.2 Reaktionen im Betrieb 129
10.5.3 Möglichkeiten des Kontakthaltens mit dem Betrieb während der Karenzzeit 133
10.5.4 Erleichterung des Wiedereinstiegs nach der Karenzzeit 138
10.5.5 Die Veränderung von sozialen und Schlüsselkompetenzen durch die Karenzzeit 142
10.5.6 Nutzen einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb 146
10.5.7 Gründe für die geringe KV-Quote in Österreich 151
10.5.8 Mögliche Veränderungen bzw. Verbesserungen der derzeitigen Karenzregelung 154
10.6 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 2 158
10.6.1 Prüfung personen- und unternehmensspezifischer Unterschiede 158
10.6.2 Prüfung von Unterschieden in den einzelnen Skalen 159
10.6.3 Interpretation 160
10.7 GESAMTINTERPRETATION DER ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN UNTERSUCHUNG 163
11. DISKUSSION UND KRITIK 169
12. ZUSAMMENFASSUNG 172
E. LITERATURVERZEICHNIS 175
F. ANHANG 184
13. TESTSTATISTISCHE ÜBERPRÜFUNG DES FRAGEBOGENS – RELIABILITÄTS- FAKTOREN- UND CLUSTERANALYSEN 189
13.1 MOTIVE VON KARENZVÄTERN 189
13.2 REAKTIONEN IM BETRIEB 191
13.3 KONTAKTHALTEMÖGLICHKEITEN WÄHREND DER KARENZ 192
13.4 ERLEICHTERUNG DES WIEDEREINSTIEGES 194
13.5 VERÄNDERUNG VON KOMPETENZEN 196
13.6 NUTZEN EINER AKTIVEN FÖRDERUNG DER VÄTERKARENZ FÜR DEN BETRIEB 198
13.7 GRÜNDE FÜR GERINGE KARENZVÄTER- QUOTE IN ÖSTERREICH: ALLGEMEINE GRÜNDE 200
14. AUSWERTUNGSERGEBNISSE 201
14.1 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE 201
14.1.1 Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote 201
14.1.2 Unternehmenskategorien und Branchen 202
14.1.3 Anteil karenzierter Frauen und Männer 203
14.1.4 Arbeitszeiten im Betrieb 204
14.1.5 Soziodemographische Daten der Auskunftsperson 205
14.2 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 1 209
14.2.1 Motive von Karenzvätern 209
14.2.2 Kontakthaltemöglichkeiten während der Karenzzeit 212
14.2.3 Wiedereinstiegserleichterungen nach der Karenzzeit 214
14.3 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 2 216
14.3.1 Die Verteilung der Betriebe mit/ohne bisher karenzierte männliche Mitarbeiter je nach bestimmten personen- oder unternehmensspezifischen Kriterien 216

Inhaltsverzeichnis:

A. EINLEITUNG 9
B. DANKSAGUNG 11
C. THEORETISCHER TEIL 12
1. DARSTELLUNG DES PROBLEMZUSAMMENHANGS 12
2. GEGENSTANDSBEREICH UND BEGRIFFSDEFINITION 15
2.1 FAMILIE 15
2.1.1 Die psychologische Begriffsbestimmung von Familie 15
2.1.2 Der rechtliche Familienbegriff 17
2.2 VATERSCHAFT, VATERROLLE UND VATERARBEIT 17
2.2.1 Neue Väter 20
2.3 KARENZZEIT 21
2.4 KINDERBETREUUNGSGELD 21
2.5 BETRIEBLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 21
3. THEORETISCHE FAMILIENMODELLE 23
3.1 DIE FAMILIENENTWICKLUNGSTHEORIE 23
3.2 DIE FAMILIENSYSTEMTHEORIE 24
3.3 DAS SYSTEMISCH-ÖKOPSYCHOLOGISCHE MODELL DER FAMILIE 26
3.3.1 Kritische Lebensereignisse im systemisch-ökopsychologischen Modell 29
4. HISTORISCHER RÜCKBLICK 32
4.1 HISTORISCHE GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN 32
4.1.1 Die Industrialisierung 33
4.1.2 Die Frauenbewegung 33
4.1.3 Die Männerbewegung und Männerforschung 35
4.1.4 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Familie als Forschungsgegenstand 36
4.2 DIE ROLLE DES VATERS IN DER FAMILIE 38
4.2.1 Veränderung der Rollenstruktur in der Familie 38
4.2.2 Die Veränderung hin zur Liebesheirat und zur Emotionalisierung und Intimisierung der familialen Binnenstruktur 39
4.2.3 Die Veränderung der Beziehung zum Kind 39
4.2.4 Zusammenfassung 41
5. DAS ENTSTEHEN EINER NEUEN VÄTERLICHKEIT IN DEN LETZTEN JAHRZEHNTEN 43
6. DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT UND DIE ÜBERNAHME VON VATERARBEIT 48
6.1 THEORETISCHE MODELLE DES ÜBERGANGS ZUR VATERSCHAFT 49
6.2 DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT ALS ÖKOLOGISCHER ÜBERGANG 51
6.2.1 Methodologische Probleme bei der Erforschung von Übergängen 51
6.3 BISHERIGE FORSCHUNGSERGEBNISSE ÜBER DEN ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT 52
6.3.1 Prozesse und Bedingungen auf Mikrosystem- Ebene 52
6.3.2 Prozesse und Bedingungen auf Mesosystem-Ebene 56
6.3.3 Prozesse und Bedingungen auf Exo- und Makro- und Chronosystem-Ebene 58
6.4 EINE AUSZEIT IM BERUF - DIE KARENZZEIT ALS KRITISCHE PHASE IM ÜBERGANGSPROZESS 59
6.4.1 Motive einer beruflichen Auszeit für die Familie 60
6.4.2 Väter in Betreuungssituationen - die Veränderung des Selbstbildes 62
6.5 GRATIFIKATIONEN AUS EINER INTENSIVIERUNG DER VATERARBEIT DURCH DIE KARENZZEIT 63
7. DIE VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF 66
7.1 DIE ROLLE DES ARBEITSMARKTES 66
7.1.1 Die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes 66
7.1.2 Von der Rationalität der Entscheidungsprozesse auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite 67
7.2 DER EINFLUSS DER BETRIEBLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN AUF DIE FAMILIEN 69
7.2.1 Betriebliche Hürden einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter 69
7.2.2 Betriebliche Personalpolitik 71
8. FAMILIENPOLITIK IN ÖSTERREICH 76
8.1 ELTERNKARENZ IN ÖSTERREICH 79
8.1.1 Karenzregelungen bis 1990 79
8.1.2 Karenzregelungen ab 1990 - der Einbezug der Männer 80
8.2 BESONDERE MAßNAHMEN ÖSTERREICHISCHER FAMILIENPOLITIK ZUR VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF 81
8.2.1 Audit „Familie und Beruf“ 81
8.2.2 Wettbewerb „Frauen- und familienfreundlichster Betrieb“ 82
8.2.3 Darstellung des Projektes „Familienkompetenzen“ 84
D. EMPIRISCHER TEIL 86
9. QUALITATIVE UNTERSUCHUNG 86
9.1 UNTERSUCHUNGSKONZEPT 86
9.1.1 Ziel und Fragestellung der Untersuchung 86
9.1.2 Darstellung der verwendeten Messinstrumente und Materialien 87
9.1.3 Beschreibung der Durchführung 88
9.1.4 Zur Methodik der Auswertung des Datenmaterials 89
9.2 ERGEBNISSE 92
9.2.1 Ergebnis 1: Die Entscheidungsfindung für die Karenzierung basiert auf individuellen Hintergründen, wird von persönlichen Motiven geleitet und durch bestimmte persönliche Bedingungen erleichtert 92
9.2.2 Ergebnis 2: Ein hoher Frauenanteil im Unternehmen und bisherige Erfahrungen mit Väterkarenzen begünstigen neben anderen betrieblichen Merkmalen die Karenzierung 93
9.2.3 Ergebnis 3: Die Akzeptanz bei Vorgesetzten wird von ihrem Bewusstsein um die Problematik der Karenzierung von Männern positiv beeinflusst und sie treffen mit den Karenzvätern individuelle Vereinbarungen 94
9.2.4 Ergebnis 4: Die Reaktionen von ArbeitskollegInnen weisen ein Spektrum von eher seltenen negativen bis überwiegend positiven Rückmeldungen auf. 95
9.2.5 Ergebnis 5: Karenzierung mit Beschäftigung in reduziertem Ausmaß und kurze Karenzdauer bringt Vorteile für den Mitarbeiter und den Betrieb 96
9.2.6 Ergebnis 6: Eine Teilzeitkarenz führt zu erhöhten Anforderungen an den Mitarbeiter, deren Bewältigung durch eine Rücksichtnahme auf seine Betreuungspflichten erleichtert werden 97
9.2.7 Ergebnis 7: Die Karenzierung von Vätern fördert verschiedene Kompetenzen, führt zu einer Aufwertung des Privatlebens und bewirkt eine Veränderung im Bezug zur Arbeit 98
9.2.8 Ergebnis 8: Väterkarenzen fördern die Bewusstseinsbildung für die (neue) familiäre Werteorientierungvon männlichen Mitarbeitern im Betrieb; das Interesse, die Erfahrungen der Karenzväter betrieblich zu nutzen, ist aber gering. 99
9.2.9 Gesamtinterpretation 100
9.2.10 Diskussion und Kritik 102
10. VÄTERKARENZ AUS BETRIEBLICHER SICHT - EINE FRAGEBOGENERHEBUNG 104
10.1 HAUPTFRAGEN 104
10.2 AUSFÜHRLICHE DARSTELLUNG DER FRAGESTELLUNGEN UND DER ZU PRÜFENDEN HYPOTHESEN 105
10.2.1 Hypothesen zu Fragestellung 1 105
10.2.2 Hypothesen zu Fragestellung 2 107
10.3 UNTERSUCHUNGSDESIGN 109
10.3.1 Wahl der Methode der Datenerhebung 109
10.3.2 Darstellung des Fragebogens 110
10.3.3 Darstellung der teststatistischen Überprüfung 112
10.3.4 Durchführung der Untersuchung 114
10.3.5 Datenanalyse 114
10.4 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE 115
10.4.1 Stichprobengröße 115
10.4.2 Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote 115
10.4.3 Unternehmenskategorien und Branchen 116
10.4.4 Platzierung beim Landes- und Bundeswettbewerb 117
10.4.5 Frauenanteil 117
10.4.6 Anteil karenzierter Frauen und Männer 119
10.4.7 Arbeitszeiten im Betrieb 121
10.4.8 Soziodemographische Daten der Auskunftspersonen 124
10.5 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 1 126
10.5.1 Motive von Karenzvätern 126
10.5.2 Reaktionen im Betrieb 129
10.5.3 Möglichkeiten des Kontakthaltens mit dem Betrieb während der Karenzzeit 133
10.5.4 Erleichterung des Wiedereinstiegs nach der Karenzzeit 138
10.5.5 Die Veränderung von sozialen und Schlüsselkompetenzen durch die Karenzzeit 142
10.5.6 Nutzen einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb 146
10.5.7 Gründe für die geringe KV-Quote in Österreich 151
10.5.8 Mögliche Veränderungen bzw. Verbesserungen der derzeitigen Karenzregelung 154
10.6 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 2 158
10.6.1 Prüfung personen- und unternehmensspezifischer Unterschiede 158
10.6.2 Prüfung von Unterschieden in den einzelnen Skalen 159
10.6.3 Interpretation 160
10.7 GESAMTINTERPRETATION DER ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN UNTERSUCHUNG 163
11. DISKUSSION UND KRITIK 169
12. ZUSAMMENFASSUNG 172
E. LITERATURVERZEICHNIS 175
F. ANHANG 184
13. TESTSTATISTISCHE ÜBERPRÜFUNG DES FRAGEBOGENS – RELIABILITÄTS- FAKTOREN- UND CLUSTERANALYSEN 189
13.1 MOTIVE VON KARENZVÄTERN 189
13.2 REAKTIONEN IM BETRIEB 191
13.3 KONTAKTHALTEMÖGLICHKEITEN WÄHREND DER KARENZ 192
13.4 ERLEICHTERUNG DES WIEDEREINSTIEGES 194
13.5 VERÄNDERUNG VON KOMPETENZEN 196
13.6 NUTZEN EINER AKTIVEN FÖRDERUNG DER VÄTERKARENZ FÜR DEN BETRIEB 198
13.7 GRÜNDE FÜR GERINGE KARENZVÄTER- QUOTE IN ÖSTERREICH: ALLGEMEINE GRÜNDE 200
14. AUSWERTUNGSERGEBNISSE 201
14.1 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE 201
14.1.1 Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote 201
14.1.2 Unternehmenskategorien und Branchen 202
14.1.3 Anteil karenzierter Frauen und Männer 203
14.1.4 Arbeitszeiten im Betrieb 204
14.1.5 Soziodemographische Daten der Auskunftsperson 205
14.2 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 1 209
14.2.1 Motive von Karenzvätern 209
14.2.2 Kontakthaltemöglichkeiten während der Karenzzeit 212
14.2.3 Wiedereinstiegserleichterungen nach der Karenzzeit 214
14.3 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 2 216
14.3.1 Die Verteilung der Betriebe mit/ohne bisher karenzierte männliche Mitarbeiter je nach bestimmten personen- oder unternehmensspezifischen Kriterien 216

Textprobe:

Kapitel 5., Das Entstehen einer neuen Väterlichkeit in den letzten Jahrzehnten:

Wenn von neuer Väterlichkeit gesprochen wird, dann muss zunächst festgehalten werden, dass eine diesbezügliche Definition nur in Abgrenzung zu bisherigen Formen von Vaterschaft geschehen kann. Diese wiederum dürfen nur in einem begrenzten Kulturraum als vorherrschend und für die einzelnen Akteure als bindend angesehen werden. Beispielhaft sei hier Delaisi de Parseval genannt, die vor Augen führt, welche begrenzte Gültigkeit das in der westlich-industrialisierten Welt mit Vater und Vaterschaft Assoziierte besitzt und welche anderen Regelungen andere Kulturen in der Fürsorge für nachkommende Generationen, in der Weitergabe von Name, Besitz, Ansehen etc. eingeführt haben.

Für die westlichen Industrienationen als ein auf den ersten Blick relativ einheitliches Makrosystem lassen sich nach Nickel, Vetter und Quaiser-Pohl Gemeinsamkeiten in der Hinsicht feststellen, dass sich neben tief greifenden Veränderungen der ökonomischen Lebensgrundlagen ein Wandel grundlegender Einstellungen zur Familie, zu geschlechtsspezifischem Rollenverhalten usw. in den letzten Jahrzehnten eingestellt hat. Indikatoren dieses Wandels sind stark zurückgegangene Geburtenzahlen, veränderte Rolleneinstellungen (einschließlich Mutterschaft und Berufstätigkeit) und die Diskussion um die sog. neuen Väter. Darüber hinaus können diese Veränderungen in gleicher Weise auch bei sog. industriellen Entwicklungsländern, z.B. in manchen Ländern Ostasiens, registriert werden.

Im Zuge dieser übergeordneten Veränderungen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ist auch die Ausgestaltung der Vaterrolle bzw. die Übernahme von Vaterarbeit, welche im Wesentlichen im Mikrosystem Familie angesiedelt ist, einem wesentlichen Umgestaltungsprozess unterlegen gewesen. In einer Zusammenschau dementsprechender Untersuchungen (in verschiedenen Industrienationen) findet Werneck Hinweise für einen grundsätzlichen Einstellungswandel im Rollenverständnis von Männern bzw. Vätern hinsichtlich der Akzeptanz weiblicher Berufstätigkeit, partnerschaftlicher Haushaltsführung sowie Kindererziehung und einen Anstieg vor allem der Aspekte Kameradschaft und Intimität zwischen Vätern und ihren Kindern. Schon 1988 spricht Fthenakis aufgrund von Studien und Berichten aus Schweden, Australien, Norwegen, den Niederlanden und den USA von „Evidenz für einen Wandel in den Einstellungen und im Erziehungsverhalten von Vätern, die in die Richtung einer aktiveren Beteiligung des Vaters an der Kleinkindpflege weisen“. Von einer Veränderung väterlichen Erziehungsverhaltens in der Generationenfolge, welche sich durch einen Zuwachs an Zärtlichkeit und Verständnis charakterisieren und einem generellen Wandel von einem traditionellen zu einem partnerschaftlichen Rollenverständnis des Vaters zeugen auch die Ergebnisse einer familienbezogen angelegten österreichischen Studie von Eitler.

Rollett und Werneck betonen, dass „die Entwicklungslinien, die zu den Neuen Vätern führten, auf einen langen gesellschaftlichen Entwicklungsprozess zurückgehen, der entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt und auch heute noch nicht abgeschlossen ist“. Ein solcher Prozess muss als transaktional im Sinne eines Zusammenwirkens verschiedener, in unterschiedlichen Systemen angesiedelter Faktoren angesehen werden (vgl. Kap. 3.3). Der Vorgang der gesellschaftlichen Neukonstruktion eines Lebensabschnitts und darauf bezogener Neuorientierungen von Rollenvorschriften und Handlungserwartungen, wie ihn auch der Übergang zur Vaterschaft darstellt, wird von Hareven wie folgt beschrieben:

Individuen werden sich der veränderten Erfahrungen in ihrer privaten Lebenswelt bewusst. Fachleute beobachten diese Veränderungen und beginnen, die dafür verantwortlichen Bedingungen zu analysieren und zu dokumentieren.

Die Alltagskultur und die Massenmedien beginnen darauf öffentlich Bezug zu nehmen.

Die staatlichen Stellen entwickeln eine Rechtsprechung und gründen Institutionen, um mit den damit zusammenhängenden Problemen fertig zu werden und die Rechte der Betroffenen zu wahren.

Der Entwicklungskreislauf ist abgeschlossen, sobald durch diese gesellschaftlichen Initiativen ein entscheidender Einfluss auf die Betroffenen nachzuweisen ist, so dass Normen entstehen, die den adäquaten Zeitpunkt für den Eintritt in dieses Stadium und seinen Abschluss beschreiben.

Lediglich hinsichtlich Punkt 1 können Männer und Väter als aktiv handelnde Personen im Sinne des Konzeptes der Vaterarbeit verstanden werden. Alle weiteren, in den Punkten 2 – 5 genannten Ereignisse laufen im Exo- und Makrosystem ab, worauf die Betroffenen kaum Einfluss haben. Am Entstehen einer neuen Väterlichkeit ist in Verbindung mit Punkt 2 auch die Wissenschaft zu nennen. So hat Walter psychologische Forschungsberichte in den ersten Jahren einer deutschsprachigen, empirischen Väterforschung zusammenfassend dargestellt. Als hervorstechender Fokus lässt sich die Konzentration der Forschungsbemühungen auf den Zeitraum zwischen Schwangerschaft, Geburt und die ersten Monate danach erkennen; konkret geht es darum, welche Veränderungen stattfinden, wie sich die Vater-Kind-Beziehung ausformt und welchen Einfluss die Geburt des Kindes auf die Partnerschaft hat. Zeitlich fallen diese wissenschaftlichen Bemühungen mit der (von den Medien transportierten) Forderung nach einer humaneren und sanfteren, als von Technik, Hygiene und Organisationseffizienz dominierten Geburt zusammen.

Arbeit zitieren:
Steger, Hubert Mai 2005: Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Vaterschaft, Elternzeit, Work Life Balance, Österreich, Betrieb

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