Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hubert Steger
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 221 Seiten
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (CD) :978-3-8366-0438-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Steger, Hubert Mai 2005: Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Vaterschaft, Elternzeit, Work Life Balance, Österreich, Betrieb
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Diplomarbeit von Hubert Steger
Zusammenfassung:
Bisherige Studien mit dem Untersuchungsgegenstand „Väterkarenz“ haben sich hauptsächlich den Vätern gewidmet oder haben diese Thematik implizit in Zusammenhang mit Veränderungen hin zu einer neuen Väterlichkeit mit einbezogen. Nur wenige Untersuchungen sind über das Mikrosystem Familie hinausgegangen und haben versucht, außerhalb liegende Bereiche auf Basis eines integrativen Modells systematisch zu berücksichtigen.
Die vorliegende Arbeit hat nun auf zweifache Art versucht, die Karenzierung des Vaters in Verbindung mit der Arbeitswelt zu bringen. Zum einen erfolgte dies über den Aufbau der Untersuchung. Dazu wurden in einem ersten Schritt Interviews mit Karenzvätern geführt. Die resultierenden Ergebnisse flossen in die Erstellung eines eigenen Fragebogens ein, mit dem in einem zweiten Schritt die Einstellung zur Väterkarenz bei Personalverantwortlichen in Betrieben erhoben wurde. Zum anderen wurde die Verbindung zur Arbeitswelt auch inhaltlich hergestellt, indem bei beiden Untersuchungen die Umsetzbarkeit der Karenzzeit im Betrieb im Vordergrund stand. Beide Erhebungen sind nicht repräsentativ; die Interviews mit betroffenen Vätern haben sich fast ausschließlich auf solche beschränkt, die in der Privatwirtschaft beschäftigt waren, und die befragten Betriebe gelten größtenteils als besonders „frauen- und familienfreundliche“ Unternehmen.
Aus den Schlussfolgerungen der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit lassen sich Antworten auf die Frage finden, welchen Beitrag die betrieblichen Rahmenbedingungen bei der Aufrechterhaltung der Diskrepanz zwischen Wunsch nach Karenzzeit und der tatsächlichen Inanspruchnahme bei Vätern leisten. Selbst in Betrieben, die wahrscheinlich günstige Voraussetzungen für die Umsetzbarkeit einer Karenzierung bieten - wie die befragten frauen- und familienfreundlichen Unternehmen -, fokussieren Maßnahmen zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich auf die Situation der Frau. Auf Männer wird in der Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen nicht Bezug genommen, die Karenzierung männlicher Mitarbeiter wird aber positiv gesehen, und es werden ihnen keine Steine in den Weg gelegt. Leider werden aber auch kaum positive Effekte einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb erkannt. Es ist daher nahe liegend, dass karenzierungswillige Männer selbst in den frauen- und familienfreundlichen Unternehmen nur ein neutrales, nicht aber ein unterstützendes Umfeld für ihr Anliegen vorfinden.
Einleitung:
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Väterkarenz als ein Weg für Männern, ihr Vatersein zu leben. Sie ist Ausdruck einer zunehmenden Bereitschaft, sich in der Familie auf egalitäre Formen des Zusammenlebens, der Übernahme von Verantwortung und Pflichten und der Aufteilung der Berufs- und Familienarbeit einzulassen. Wie aus diversen soziologischen und psychologischen Studien hervorgeht, hat bei Männern in den letzen Jahrzehnten in Wertbesetzung und Einstellung zu diesen Themen ein beachtlicher Wandel in Richtung einer zunehmenden Bedeutung stattgefunden.
Der Schnittpunkt zwischen Berufswelt und Familienwelt beim Vater wird in dieser Arbeit aus zwei Perspektiven betrachtet. Einmal aus der Sichtweise der Väter, die versuchen, ihre Karenzierung im Betrieb umzusetzen und darüber mit der/m Vorgesetzten eine Vereinbarung zu treffen; zum anderen aus der Perspektive von Personalverantwortlichen in Unternehmen, die mit einer (möglichen) Väterkarenz in ihrem Betrieb konfrontiert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | EINLEITUNG | 9 |
| B. | DANKSAGUNG | 11 |
| C. | THEORETISCHER TEIL | 12 |
| 1. | DARSTELLUNG DES PROBLEMZUSAMMENHANGS | 12 |
| 2. | GEGENSTANDSBEREICH UND BEGRIFFSDEFINITION | 15 |
| 2.1 | FAMILIE | 15 |
| 2.1.1 | Die psychologische Begriffsbestimmung von Familie | 15 |
| 2.1.2 | Der rechtliche Familienbegriff | 17 |
| 2.2 | VATERSCHAFT, VATERROLLE UND VATERARBEIT | 17 |
| 2.2.1 | Neue Väter | 20 |
| 2.3 | KARENZZEIT | 21 |
| 2.4 | KINDERBETREUUNGSGELD | 21 |
| 2.5 | BETRIEBLICHE RAHMENBEDINGUNGEN | 21 |
| 3. | THEORETISCHE FAMILIENMODELLE | 23 |
| 3.1 | DIE FAMILIENENTWICKLUNGSTHEORIE | 23 |
| 3.2 | DIE FAMILIENSYSTEMTHEORIE | 24 |
| 3.3 | DAS SYSTEMISCH-ÖKOPSYCHOLOGISCHE MODELL DER FAMILIE | 26 |
| 3.3.1 | Kritische Lebensereignisse im systemisch-ökopsychologischen Modell | 29 |
| 4. | HISTORISCHER RÜCKBLICK | 32 |
| 4.1 | HISTORISCHE GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN | 32 |
| 4.1.1 | Die Industrialisierung | 33 |
| 4.1.2 | Die Frauenbewegung | 33 |
| 4.1.3 | Die Männerbewegung und Männerforschung | 35 |
| 4.1.4 | Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Familie als Forschungsgegenstand | 36 |
| 4.2 | DIE ROLLE DES VATERS IN DER FAMILIE | 38 |
| 4.2.1 | Veränderung der Rollenstruktur in der Familie | 38 |
| 4.2.2 | Die Veränderung hin zur Liebesheirat und zur Emotionalisierung und Intimisierung der familialen Binnenstruktur | 39 |
| 4.2.3 | Die Veränderung der Beziehung zum Kind | 39 |
| 4.2.4 | Zusammenfassung | 41 |
| 5. | DAS ENTSTEHEN EINER NEUEN VÄTERLICHKEIT IN DEN LETZTEN JAHRZEHNTEN | 43 |
| 6. | DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT UND DIE ÜBERNAHME VON VATERARBEIT | 48 |
| 6.1 | THEORETISCHE MODELLE DES ÜBERGANGS ZUR VATERSCHAFT | 49 |
| 6.2 | DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT ALS ÖKOLOGISCHER ÜBERGANG | 51 |
| 6.2.1 | Methodologische Probleme bei der Erforschung von Übergängen | 51 |
| 6.3 | BISHERIGE FORSCHUNGSERGEBNISSE ÜBER DEN ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT | 52 |
| 6.3.1 | Prozesse und Bedingungen auf Mikrosystem- Ebene | 52 |
| 6.3.2 | Prozesse und Bedingungen auf Mesosystem-Ebene | 56 |
| 6.3.3 | Prozesse und Bedingungen auf Exo- und Makro- und Chronosystem-Ebene | 58 |
| 6.4 | EINE AUSZEIT IM BERUF - DIE KARENZZEIT ALS KRITISCHE PHASE IM ÜBERGANGSPROZESS | 59 |
| 6.4.1 | Motive einer beruflichen Auszeit für die Familie | 60 |
| 6.4.2 | Väter in Betreuungssituationen - die Veränderung des Selbstbildes | 62 |
| 6.5 | GRATIFIKATIONEN AUS EINER INTENSIVIERUNG DER VATERARBEIT DURCH DIE KARENZZEIT | 63 |
| 7. | DIE VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF | 66 |
| 7.1 | DIE ROLLE DES ARBEITSMARKTES | 66 |
| 7.1.1 | Die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes | 66 |
| 7.1.2 | Von der Rationalität der Entscheidungsprozesse auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite | 67 |
| 7.2 | DER EINFLUSS DER BETRIEBLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN AUF DIE FAMILIEN | 69 |
| 7.2.1 | Betriebliche Hürden einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter | 69 |
| 7.2.2 | Betriebliche Personalpolitik | 71 |
| 8. | FAMILIENPOLITIK IN ÖSTERREICH | 76 |
| 8.1 | ELTERNKARENZ IN ÖSTERREICH | 79 |
| 8.1.1 | Karenzregelungen bis 1990 | 79 |
| 8.1.2 | Karenzregelungen ab 1990 - der Einbezug der Männer | 80 |
| 8.2 | BESONDERE MAßNAHMEN ÖSTERREICHISCHER FAMILIENPOLITIK ZUR VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF | 81 |
| 8.2.1 | Audit „Familie und Beruf“ | 81 |
| 8.2.2 | Wettbewerb „Frauen- und familienfreundlichster Betrieb“ | 82 |
| 8.2.3 | Darstellung des Projektes „Familienkompetenzen“ | 84 |
| D. | EMPIRISCHER TEIL | 86 |
| 9. | QUALITATIVE UNTERSUCHUNG | 86 |
| 9.1 | UNTERSUCHUNGSKONZEPT | 86 |
| 9.1.1 | Ziel und Fragestellung der Untersuchung | 86 |
| 9.1.2 | Darstellung der verwendeten Messinstrumente und Materialien | 87 |
| 9.1.3 | Beschreibung der Durchführung | 88 |
| 9.1.4 | Zur Methodik der Auswertung des Datenmaterials | 89 |
| 9.2 | ERGEBNISSE | 92 |
| 9.2.1 | Ergebnis 1: Die Entscheidungsfindung für die Karenzierung basiert auf individuellen Hintergründen, wird von persönlichen Motiven geleitet und durch bestimmte persönliche Bedingungen erleichtert | 92 |
| 9.2.2 | Ergebnis 2: Ein hoher Frauenanteil im Unternehmen und bisherige Erfahrungen mit Väterkarenzen begünstigen neben anderen betrieblichen Merkmalen die Karenzierung | 93 |
| 9.2.3 | Ergebnis 3: Die Akzeptanz bei Vorgesetzten wird von ihrem Bewusstsein um die Problematik der Karenzierung von Männern positiv beeinflusst und sie treffen mit den Karenzvätern individuelle Vereinbarungen | 94 |
| 9.2.4 | Ergebnis 4: Die Reaktionen von ArbeitskollegInnen weisen ein Spektrum von eher seltenen negativen bis überwiegend positiven Rückmeldungen auf. | 95 |
| 9.2.5 | Ergebnis 5: Karenzierung mit Beschäftigung in reduziertem Ausmaß und kurze Karenzdauer bringt Vorteile für den Mitarbeiter und den Betrieb | 96 |
| 9.2.6 | Ergebnis 6: Eine Teilzeitkarenz führt zu erhöhten Anforderungen an den Mitarbeiter, deren Bewältigung durch eine Rücksichtnahme auf seine Betreuungspflichten erleichtert werden | 97 |
| 9.2.7 | Ergebnis 7: Die Karenzierung von Vätern fördert verschiedene Kompetenzen, führt zu einer Aufwertung des Privatlebens und bewirkt eine Veränderung im Bezug zur Arbeit | 98 |
| 9.2.8 | Ergebnis 8: Väterkarenzen fördern die Bewusstseinsbildung für die (neue) familiäre Werteorientierungvon männlichen Mitarbeitern im Betrieb; das Interesse, die Erfahrungen der Karenzväter betrieblich zu nutzen, ist aber gering. | 99 |
| 9.2.9 | Gesamtinterpretation | 100 |
| 9.2.10 | Diskussion und Kritik | 102 |
| 10. | VÄTERKARENZ AUS BETRIEBLICHER SICHT - EINE FRAGEBOGENERHEBUNG | 104 |
| 10.1 | HAUPTFRAGEN | 104 |
| 10.2 | AUSFÜHRLICHE DARSTELLUNG DER FRAGESTELLUNGEN UND DER ZU PRÜFENDEN HYPOTHESEN | 105 |
| 10.2.1 | Hypothesen zu Fragestellung 1 | 105 |
| 10.2.2 | Hypothesen zu Fragestellung 2 | 107 |
| 10.3 | UNTERSUCHUNGSDESIGN | 109 |
| 10.3.1 | Wahl der Methode der Datenerhebung | 109 |
| 10.3.2 | Darstellung des Fragebogens | 110 |
| 10.3.3 | Darstellung der teststatistischen Überprüfung | 112 |
| 10.3.4 | Durchführung der Untersuchung | 114 |
| 10.3.5 | Datenanalyse | 114 |
| 10.4 | BESCHREIBUNG DER STICHPROBE | 115 |
| 10.4.1 | Stichprobengröße | 115 |
| 10.4.2 | Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote | 115 |
| 10.4.3 | Unternehmenskategorien und Branchen | 116 |
| 10.4.4 | Platzierung beim Landes- und Bundeswettbewerb | 117 |
| 10.4.5 | Frauenanteil | 117 |
| 10.4.6 | Anteil karenzierter Frauen und Männer | 119 |
| 10.4.7 | Arbeitszeiten im Betrieb | 121 |
| 10.4.8 | Soziodemographische Daten der Auskunftspersonen | 124 |
| 10.5 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 1 | 126 |
| 10.5.1 | Motive von Karenzvätern | 126 |
| 10.5.2 | Reaktionen im Betrieb | 129 |
| 10.5.3 | Möglichkeiten des Kontakthaltens mit dem Betrieb während der Karenzzeit | 133 |
| 10.5.4 | Erleichterung des Wiedereinstiegs nach der Karenzzeit | 138 |
| 10.5.5 | Die Veränderung von sozialen und Schlüsselkompetenzen durch die Karenzzeit | 142 |
| 10.5.6 | Nutzen einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb | 146 |
| 10.5.7 | Gründe für die geringe KV-Quote in Österreich | 151 |
| 10.5.8 | Mögliche Veränderungen bzw. Verbesserungen der derzeitigen Karenzregelung | 154 |
| 10.6 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 2 | 158 |
| 10.6.1 | Prüfung personen- und unternehmensspezifischer Unterschiede | 158 |
| 10.6.2 | Prüfung von Unterschieden in den einzelnen Skalen | 159 |
| 10.6.3 | Interpretation | 160 |
| 10.7 | GESAMTINTERPRETATION DER ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN UNTERSUCHUNG | 163 |
| 11. | DISKUSSION UND KRITIK | 169 |
| 12. | ZUSAMMENFASSUNG | 172 |
| E. | LITERATURVERZEICHNIS | 175 |
| F. | ANHANG | 184 |
| 13. | TESTSTATISTISCHE ÜBERPRÜFUNG DES FRAGEBOGENS – RELIABILITÄTS- FAKTOREN- UND CLUSTERANALYSEN | 189 |
| 13.1 | MOTIVE VON KARENZVÄTERN | 189 |
| 13.2 | REAKTIONEN IM BETRIEB | 191 |
| 13.3 | KONTAKTHALTEMÖGLICHKEITEN WÄHREND DER KARENZ | 192 |
| 13.4 | ERLEICHTERUNG DES WIEDEREINSTIEGES | 194 |
| 13.5 | VERÄNDERUNG VON KOMPETENZEN | 196 |
| 13.6 | NUTZEN EINER AKTIVEN FÖRDERUNG DER VÄTERKARENZ FÜR DEN BETRIEB | 198 |
| 13.7 | GRÜNDE FÜR GERINGE KARENZVÄTER- QUOTE IN ÖSTERREICH: ALLGEMEINE GRÜNDE | 200 |
| 14. | AUSWERTUNGSERGEBNISSE | 201 |
| 14.1 | BESCHREIBUNG DER STICHPROBE | 201 |
| 14.1.1 | Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote | 201 |
| 14.1.2 | Unternehmenskategorien und Branchen | 202 |
| 14.1.3 | Anteil karenzierter Frauen und Männer | 203 |
| 14.1.4 | Arbeitszeiten im Betrieb | 204 |
| 14.1.5 | Soziodemographische Daten der Auskunftsperson | 205 |
| 14.2 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 1 | 209 |
| 14.2.1 | Motive von Karenzvätern | 209 |
| 14.2.2 | Kontakthaltemöglichkeiten während der Karenzzeit | 212 |
| 14.2.3 | Wiedereinstiegserleichterungen nach der Karenzzeit | 214 |
| 14.3 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 2 | 216 |
| 14.3.1 | Die Verteilung der Betriebe mit/ohne bisher karenzierte männliche Mitarbeiter je nach bestimmten personen- oder unternehmensspezifischen Kriterien | 216 |
Inhaltsverzeichnis:
| A. | EINLEITUNG | 9 |
| B. | DANKSAGUNG | 11 |
| C. | THEORETISCHER TEIL | 12 |
| 1. | DARSTELLUNG DES PROBLEMZUSAMMENHANGS | 12 |
| 2. | GEGENSTANDSBEREICH UND BEGRIFFSDEFINITION | 15 |
| 2.1 | FAMILIE | 15 |
| 2.1.1 | Die psychologische Begriffsbestimmung von Familie | 15 |
| 2.1.2 | Der rechtliche Familienbegriff | 17 |
| 2.2 | VATERSCHAFT, VATERROLLE UND VATERARBEIT | 17 |
| 2.2.1 | Neue Väter | 20 |
| 2.3 | KARENZZEIT | 21 |
| 2.4 | KINDERBETREUUNGSGELD | 21 |
| 2.5 | BETRIEBLICHE RAHMENBEDINGUNGEN | 21 |
| 3. | THEORETISCHE FAMILIENMODELLE | 23 |
| 3.1 | DIE FAMILIENENTWICKLUNGSTHEORIE | 23 |
| 3.2 | DIE FAMILIENSYSTEMTHEORIE | 24 |
| 3.3 | DAS SYSTEMISCH-ÖKOPSYCHOLOGISCHE MODELL DER FAMILIE | 26 |
| 3.3.1 | Kritische Lebensereignisse im systemisch-ökopsychologischen Modell | 29 |
| 4. | HISTORISCHER RÜCKBLICK | 32 |
| 4.1 | HISTORISCHE GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN | 32 |
| 4.1.1 | Die Industrialisierung | 33 |
| 4.1.2 | Die Frauenbewegung | 33 |
| 4.1.3 | Die Männerbewegung und Männerforschung | 35 |
| 4.1.4 | Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Familie als Forschungsgegenstand | 36 |
| 4.2 | DIE ROLLE DES VATERS IN DER FAMILIE | 38 |
| 4.2.1 | Veränderung der Rollenstruktur in der Familie | 38 |
| 4.2.2 | Die Veränderung hin zur Liebesheirat und zur Emotionalisierung und Intimisierung der familialen Binnenstruktur | 39 |
| 4.2.3 | Die Veränderung der Beziehung zum Kind | 39 |
| 4.2.4 | Zusammenfassung | 41 |
| 5. | DAS ENTSTEHEN EINER NEUEN VÄTERLICHKEIT IN DEN LETZTEN JAHRZEHNTEN | 43 |
| 6. | DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT UND DIE ÜBERNAHME VON VATERARBEIT | 48 |
| 6.1 | THEORETISCHE MODELLE DES ÜBERGANGS ZUR VATERSCHAFT | 49 |
| 6.2 | DER ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT ALS ÖKOLOGISCHER ÜBERGANG | 51 |
| 6.2.1 | Methodologische Probleme bei der Erforschung von Übergängen | 51 |
| 6.3 | BISHERIGE FORSCHUNGSERGEBNISSE ÜBER DEN ÜBERGANG ZUR VATERSCHAFT | 52 |
| 6.3.1 | Prozesse und Bedingungen auf Mikrosystem- Ebene | 52 |
| 6.3.2 | Prozesse und Bedingungen auf Mesosystem-Ebene | 56 |
| 6.3.3 | Prozesse und Bedingungen auf Exo- und Makro- und Chronosystem-Ebene | 58 |
| 6.4 | EINE AUSZEIT IM BERUF - DIE KARENZZEIT ALS KRITISCHE PHASE IM ÜBERGANGSPROZESS | 59 |
| 6.4.1 | Motive einer beruflichen Auszeit für die Familie | 60 |
| 6.4.2 | Väter in Betreuungssituationen - die Veränderung des Selbstbildes | 62 |
| 6.5 | GRATIFIKATIONEN AUS EINER INTENSIVIERUNG DER VATERARBEIT DURCH DIE KARENZZEIT | 63 |
| 7. | DIE VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF | 66 |
| 7.1 | DIE ROLLE DES ARBEITSMARKTES | 66 |
| 7.1.1 | Die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes | 66 |
| 7.1.2 | Von der Rationalität der Entscheidungsprozesse auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite | 67 |
| 7.2 | DER EINFLUSS DER BETRIEBLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN AUF DIE FAMILIEN | 69 |
| 7.2.1 | Betriebliche Hürden einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter | 69 |
| 7.2.2 | Betriebliche Personalpolitik | 71 |
| 8. | FAMILIENPOLITIK IN ÖSTERREICH | 76 |
| 8.1 | ELTERNKARENZ IN ÖSTERREICH | 79 |
| 8.1.1 | Karenzregelungen bis 1990 | 79 |
| 8.1.2 | Karenzregelungen ab 1990 - der Einbezug der Männer | 80 |
| 8.2 | BESONDERE MAßNAHMEN ÖSTERREICHISCHER FAMILIENPOLITIK ZUR VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF | 81 |
| 8.2.1 | Audit „Familie und Beruf“ | 81 |
| 8.2.2 | Wettbewerb „Frauen- und familienfreundlichster Betrieb“ | 82 |
| 8.2.3 | Darstellung des Projektes „Familienkompetenzen“ | 84 |
| D. | EMPIRISCHER TEIL | 86 |
| 9. | QUALITATIVE UNTERSUCHUNG | 86 |
| 9.1 | UNTERSUCHUNGSKONZEPT | 86 |
| 9.1.1 | Ziel und Fragestellung der Untersuchung | 86 |
| 9.1.2 | Darstellung der verwendeten Messinstrumente und Materialien | 87 |
| 9.1.3 | Beschreibung der Durchführung | 88 |
| 9.1.4 | Zur Methodik der Auswertung des Datenmaterials | 89 |
| 9.2 | ERGEBNISSE | 92 |
| 9.2.1 | Ergebnis 1: Die Entscheidungsfindung für die Karenzierung basiert auf individuellen Hintergründen, wird von persönlichen Motiven geleitet und durch bestimmte persönliche Bedingungen erleichtert | 92 |
| 9.2.2 | Ergebnis 2: Ein hoher Frauenanteil im Unternehmen und bisherige Erfahrungen mit Väterkarenzen begünstigen neben anderen betrieblichen Merkmalen die Karenzierung | 93 |
| 9.2.3 | Ergebnis 3: Die Akzeptanz bei Vorgesetzten wird von ihrem Bewusstsein um die Problematik der Karenzierung von Männern positiv beeinflusst und sie treffen mit den Karenzvätern individuelle Vereinbarungen | 94 |
| 9.2.4 | Ergebnis 4: Die Reaktionen von ArbeitskollegInnen weisen ein Spektrum von eher seltenen negativen bis überwiegend positiven Rückmeldungen auf. | 95 |
| 9.2.5 | Ergebnis 5: Karenzierung mit Beschäftigung in reduziertem Ausmaß und kurze Karenzdauer bringt Vorteile für den Mitarbeiter und den Betrieb | 96 |
| 9.2.6 | Ergebnis 6: Eine Teilzeitkarenz führt zu erhöhten Anforderungen an den Mitarbeiter, deren Bewältigung durch eine Rücksichtnahme auf seine Betreuungspflichten erleichtert werden | 97 |
| 9.2.7 | Ergebnis 7: Die Karenzierung von Vätern fördert verschiedene Kompetenzen, führt zu einer Aufwertung des Privatlebens und bewirkt eine Veränderung im Bezug zur Arbeit | 98 |
| 9.2.8 | Ergebnis 8: Väterkarenzen fördern die Bewusstseinsbildung für die (neue) familiäre Werteorientierungvon männlichen Mitarbeitern im Betrieb; das Interesse, die Erfahrungen der Karenzväter betrieblich zu nutzen, ist aber gering. | 99 |
| 9.2.9 | Gesamtinterpretation | 100 |
| 9.2.10 | Diskussion und Kritik | 102 |
| 10. | VÄTERKARENZ AUS BETRIEBLICHER SICHT - EINE FRAGEBOGENERHEBUNG | 104 |
| 10.1 | HAUPTFRAGEN | 104 |
| 10.2 | AUSFÜHRLICHE DARSTELLUNG DER FRAGESTELLUNGEN UND DER ZU PRÜFENDEN HYPOTHESEN | 105 |
| 10.2.1 | Hypothesen zu Fragestellung 1 | 105 |
| 10.2.2 | Hypothesen zu Fragestellung 2 | 107 |
| 10.3 | UNTERSUCHUNGSDESIGN | 109 |
| 10.3.1 | Wahl der Methode der Datenerhebung | 109 |
| 10.3.2 | Darstellung des Fragebogens | 110 |
| 10.3.3 | Darstellung der teststatistischen Überprüfung | 112 |
| 10.3.4 | Durchführung der Untersuchung | 114 |
| 10.3.5 | Datenanalyse | 114 |
| 10.4 | BESCHREIBUNG DER STICHPROBE | 115 |
| 10.4.1 | Stichprobengröße | 115 |
| 10.4.2 | Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote | 115 |
| 10.4.3 | Unternehmenskategorien und Branchen | 116 |
| 10.4.4 | Platzierung beim Landes- und Bundeswettbewerb | 117 |
| 10.4.5 | Frauenanteil | 117 |
| 10.4.6 | Anteil karenzierter Frauen und Männer | 119 |
| 10.4.7 | Arbeitszeiten im Betrieb | 121 |
| 10.4.8 | Soziodemographische Daten der Auskunftspersonen | 124 |
| 10.5 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 1 | 126 |
| 10.5.1 | Motive von Karenzvätern | 126 |
| 10.5.2 | Reaktionen im Betrieb | 129 |
| 10.5.3 | Möglichkeiten des Kontakthaltens mit dem Betrieb während der Karenzzeit | 133 |
| 10.5.4 | Erleichterung des Wiedereinstiegs nach der Karenzzeit | 138 |
| 10.5.5 | Die Veränderung von sozialen und Schlüsselkompetenzen durch die Karenzzeit | 142 |
| 10.5.6 | Nutzen einer aktiven Förderung der Väterkarenz für den Betrieb | 146 |
| 10.5.7 | Gründe für die geringe KV-Quote in Österreich | 151 |
| 10.5.8 | Mögliche Veränderungen bzw. Verbesserungen der derzeitigen Karenzregelung | 154 |
| 10.6 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZU FRAGESTELLUNG 2 | 158 |
| 10.6.1 | Prüfung personen- und unternehmensspezifischer Unterschiede | 158 |
| 10.6.2 | Prüfung von Unterschieden in den einzelnen Skalen | 159 |
| 10.6.3 | Interpretation | 160 |
| 10.7 | GESAMTINTERPRETATION DER ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN UNTERSUCHUNG | 163 |
| 11. | DISKUSSION UND KRITIK | 169 |
| 12. | ZUSAMMENFASSUNG | 172 |
| E. | LITERATURVERZEICHNIS | 175 |
| F. | ANHANG | 184 |
| 13. | TESTSTATISTISCHE ÜBERPRÜFUNG DES FRAGEBOGENS – RELIABILITÄTS- FAKTOREN- UND CLUSTERANALYSEN | 189 |
| 13.1 | MOTIVE VON KARENZVÄTERN | 189 |
| 13.2 | REAKTIONEN IM BETRIEB | 191 |
| 13.3 | KONTAKTHALTEMÖGLICHKEITEN WÄHREND DER KARENZ | 192 |
| 13.4 | ERLEICHTERUNG DES WIEDEREINSTIEGES | 194 |
| 13.5 | VERÄNDERUNG VON KOMPETENZEN | 196 |
| 13.6 | NUTZEN EINER AKTIVEN FÖRDERUNG DER VÄTERKARENZ FÜR DEN BETRIEB | 198 |
| 13.7 | GRÜNDE FÜR GERINGE KARENZVÄTER- QUOTE IN ÖSTERREICH: ALLGEMEINE GRÜNDE | 200 |
| 14. | AUSWERTUNGSERGEBNISSE | 201 |
| 14.1 | BESCHREIBUNG DER STICHPROBE | 201 |
| 14.1.1 | Verteilung nach Bundesland und Rücklaufquote | 201 |
| 14.1.2 | Unternehmenskategorien und Branchen | 202 |
| 14.1.3 | Anteil karenzierter Frauen und Männer | 203 |
| 14.1.4 | Arbeitszeiten im Betrieb | 204 |
| 14.1.5 | Soziodemographische Daten der Auskunftsperson | 205 |
| 14.2 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 1 | 209 |
| 14.2.1 | Motive von Karenzvätern | 209 |
| 14.2.2 | Kontakthaltemöglichkeiten während der Karenzzeit | 212 |
| 14.2.3 | Wiedereinstiegserleichterungen nach der Karenzzeit | 214 |
| 14.3 | UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE FRAGESTELLUNG 2 | 216 |
| 14.3.1 | Die Verteilung der Betriebe mit/ohne bisher karenzierte männliche Mitarbeiter je nach bestimmten personen- oder unternehmensspezifischen Kriterien | 216 |
Textprobe:
Kapitel 5., Das Entstehen einer neuen Väterlichkeit in den letzten Jahrzehnten:
Wenn von neuer Väterlichkeit gesprochen wird, dann muss zunächst festgehalten werden, dass eine diesbezügliche Definition nur in Abgrenzung zu bisherigen Formen von Vaterschaft geschehen kann. Diese wiederum dürfen nur in einem begrenzten Kulturraum als vorherrschend und für die einzelnen Akteure als bindend angesehen werden. Beispielhaft sei hier Delaisi de Parseval genannt, die vor Augen führt, welche begrenzte Gültigkeit das in der westlich-industrialisierten Welt mit Vater und Vaterschaft Assoziierte besitzt und welche anderen Regelungen andere Kulturen in der Fürsorge für nachkommende Generationen, in der Weitergabe von Name, Besitz, Ansehen etc. eingeführt haben.
Für die westlichen Industrienationen als ein auf den ersten Blick relativ einheitliches Makrosystem lassen sich nach Nickel, Vetter und Quaiser-Pohl Gemeinsamkeiten in der Hinsicht feststellen, dass sich neben tief greifenden Veränderungen der ökonomischen Lebensgrundlagen ein Wandel grundlegender Einstellungen zur Familie, zu geschlechtsspezifischem Rollenverhalten usw. in den letzten Jahrzehnten eingestellt hat. Indikatoren dieses Wandels sind stark zurückgegangene Geburtenzahlen, veränderte Rolleneinstellungen (einschließlich Mutterschaft und Berufstätigkeit) und die Diskussion um die sog. neuen Väter. Darüber hinaus können diese Veränderungen in gleicher Weise auch bei sog. industriellen Entwicklungsländern, z.B. in manchen Ländern Ostasiens, registriert werden.
Im Zuge dieser übergeordneten Veränderungen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ist auch die Ausgestaltung der Vaterrolle bzw. die Übernahme von Vaterarbeit, welche im Wesentlichen im Mikrosystem Familie angesiedelt ist, einem wesentlichen Umgestaltungsprozess unterlegen gewesen. In einer Zusammenschau dementsprechender Untersuchungen (in verschiedenen Industrienationen) findet Werneck Hinweise für einen grundsätzlichen Einstellungswandel im Rollenverständnis von Männern bzw. Vätern hinsichtlich der Akzeptanz weiblicher Berufstätigkeit, partnerschaftlicher Haushaltsführung sowie Kindererziehung und einen Anstieg vor allem der Aspekte Kameradschaft und Intimität zwischen Vätern und ihren Kindern. Schon 1988 spricht Fthenakis aufgrund von Studien und Berichten aus Schweden, Australien, Norwegen, den Niederlanden und den USA von „Evidenz für einen Wandel in den Einstellungen und im Erziehungsverhalten von Vätern, die in die Richtung einer aktiveren Beteiligung des Vaters an der Kleinkindpflege weisen“. Von einer Veränderung väterlichen Erziehungsverhaltens in der Generationenfolge, welche sich durch einen Zuwachs an Zärtlichkeit und Verständnis charakterisieren und einem generellen Wandel von einem traditionellen zu einem partnerschaftlichen Rollenverständnis des Vaters zeugen auch die Ergebnisse einer familienbezogen angelegten österreichischen Studie von Eitler.
Rollett und Werneck betonen, dass „die Entwicklungslinien, die zu den Neuen Vätern führten, auf einen langen gesellschaftlichen Entwicklungsprozess zurückgehen, der entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt und auch heute noch nicht abgeschlossen ist“. Ein solcher Prozess muss als transaktional im Sinne eines Zusammenwirkens verschiedener, in unterschiedlichen Systemen angesiedelter Faktoren angesehen werden (vgl. Kap. 3.3). Der Vorgang der gesellschaftlichen Neukonstruktion eines Lebensabschnitts und darauf bezogener Neuorientierungen von Rollenvorschriften und Handlungserwartungen, wie ihn auch der Übergang zur Vaterschaft darstellt, wird von Hareven wie folgt beschrieben:
Individuen werden sich der veränderten Erfahrungen in ihrer privaten Lebenswelt bewusst. Fachleute beobachten diese Veränderungen und beginnen, die dafür verantwortlichen Bedingungen zu analysieren und zu dokumentieren.
Die Alltagskultur und die Massenmedien beginnen darauf öffentlich Bezug zu nehmen.
Die staatlichen Stellen entwickeln eine Rechtsprechung und gründen Institutionen, um mit den damit zusammenhängenden Problemen fertig zu werden und die Rechte der Betroffenen zu wahren.
Der Entwicklungskreislauf ist abgeschlossen, sobald durch diese gesellschaftlichen Initiativen ein entscheidender Einfluss auf die Betroffenen nachzuweisen ist, so dass Normen entstehen, die den adäquaten Zeitpunkt für den Eintritt in dieses Stadium und seinen Abschluss beschreiben.
Lediglich hinsichtlich Punkt 1 können Männer und Väter als aktiv handelnde Personen im Sinne des Konzeptes der Vaterarbeit verstanden werden. Alle weiteren, in den Punkten 2 – 5 genannten Ereignisse laufen im Exo- und Makrosystem ab, worauf die Betroffenen kaum Einfluss haben. Am Entstehen einer neuen Väterlichkeit ist in Verbindung mit Punkt 2 auch die Wissenschaft zu nennen. So hat Walter psychologische Forschungsberichte in den ersten Jahren einer deutschsprachigen, empirischen Väterforschung zusammenfassend dargestellt. Als hervorstechender Fokus lässt sich die Konzentration der Forschungsbemühungen auf den Zeitraum zwischen Schwangerschaft, Geburt und die ersten Monate danach erkennen; konkret geht es darum, welche Veränderungen stattfinden, wie sich die Vater-Kind-Beziehung ausformt und welchen Einfluss die Geburt des Kindes auf die Partnerschaft hat. Zeitlich fallen diese wissenschaftlichen Bemühungen mit der (von den Medien transportierten) Forderung nach einer humaneren und sanfteren, als von Technik, Hygiene und Organisationseffizienz dominierten Geburt zusammen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836604383
Arbeit zitieren:
Steger, Hubert Mai 2005: Der Einfluss der betrieblichen Rahmenbedingungen auf die Inanspruchnahme der Väterkarenz in Österreich auf Basis eines systemisch-ökopsychologischen Familienmodells, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Vaterschaft, Elternzeit, Work Life Balance, Österreich, Betrieb



