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Einfluss der Steuerzeiten, der Brennraumgeometrie und des Brennverfahrens auf den Wirkungsgrad eines Gasmotors

Einfluss der Steuerzeiten, der Brennraumgeometrie und des Brennverfahrens auf den Wirkungsgrad eines Gasmotors
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Stumpf
  • Abgabedatum: Juli 2000
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 4,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Kaiserslautern Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5930-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5930-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5930-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stumpf, Markus Juli 2000: Einfluss der Steuerzeiten, der Brennraumgeometrie und des Brennverfahrens auf den Wirkungsgrad eines Gasmotors, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verbrennungsmotor, Miller-Steuerzahlen, Kolbenformen, Erdgas

Diplomarbeit von Markus Stumpf

Einleitung:

Die Bedeutung des Gasmotors als Stationärantrieb unterlag in den letzten Jahrzehnten deutlichen Veränderungen.

Während des zweiten Weltkrieges kam es in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern verstärkt zu Umstellungen von Dieselmotoren auf Gasbetrieb. Die mangelnde Verfügbarkeit von Destillatkraftstoffen und ihre Substitution durch heimische Brenngase waren die eigentlichen Gründe zu dieser Entwicklung. Zum Einsatz kamen vor allem Generatorgas aus Anthrazit, Koks oder Holz, daneben noch Flüssiggas, Leuchtgas, Erdgas und Klärgas.

Als Anfang der fünfziger Jahre kein Mangel an billigen Kraftstoffen auf Erdölbasis mehr bestand, büßten die Gasmotoren an Bedeutung ein. Erst mit der Verteuerung des Erdöles, verstärkt durch den Energieschock des Winters 1973/74, wurden Gasmotorenanlagen im Bereich der dezentralen Energieversorgung mit Kraftwärmekopplung auch in der Bundesrepublik Deutschland wirtschaftlich wieder interessant, zumal hier ein gut ausgebautes Erdgasversorgungsnetz vorhanden ist.

Vorteil dieser meist aus Nutzfahrzeug- oder Schiffsdieselmotoren hergeleiteten Gasmotoren gegenüber konventionellen Dieselaggregaten ist die geringere Geräusch- und günstigere Abgasemission und in vielen Fällen auch ein kostengünstigerer Kraftstoff.

Neben dem Erdgas werden heute verstärkt Klär-, Bio-, Deponie- und Kokereigase verwendet um Gasmotorenanlagen zu betreiben.

Mit Verabschiedung der TA-Luft im Frühjahr 1986 sind erstmals in der Bundesrepublik Deutschland strenge Grenzwerte für die Abgasemission von stationären Verbrennungsmotorenanlagen in Kraft getreten. Damit ist ein günstiges Schadstoffverhalten bei wirtschaftlichem Motorbetrieb zu einem der wichtigsten Entwicklungsziele der Motorenforschung und -entwicklung geworden.

In der vorliegenden Arbeit soll insbesondere die Wirtschaftlichkeit eines Gasmotors unter Einsatz besonderer Einlaß-Steuerzeiten, verschiedener Verdichtungsverhältnisse und Kolbengeometrien sowie zweier Brennverfahren getestet werden.

Das Ziel dabei ist es, eine Bauvariante zu finden, die einen möglichst hohen effektiven Wirkungsgrad bei Einhaltung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte besitzt.

Als Versuchsträger dient ein 12 Zylinder 4-Takt-Gas-Otto-Motor der Baureihe Deutz TBG 620.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Der Gasmotor 3
2.1 Allgemeines und Historisches 3
2.2 Arbeitsprozeß des Hubkolbenmotors 3
2.3 Arbeitsverfahren des Gasmotors 5
2.4 Aufladung 6
2.5 Regelung und Gemischaufbereitung 7
2.6 Kraftstoffe für Gasmotoren 8
2.7 Klopfen 9
2.8 Abgasemissionen 10
2.8.1 Schadstoffarten 10
2.8.2 Schadstoffgrenzwerte 13
2.9 Kenngrößen des Verbrennungsmotors 14
2.9.1 Indizierter Mitteldruck 14
2.9.2 Leistungen 14
2.9.3 Wirkungsgrade 16
2.9.4 Spezielle Gleichungen für den Gasmotor 18
3. Der Versuchsmotor TBG 620 20
3.1 Typenbezeichnung und Benennungen 20
3.2 Technische Daten des Serienmotors 22
3.3 Konstruktiver Aufbau 23
3.4 Gas-Luft-Mischer zur Gemischbildung 24
3.5 Zündung 26
3.6 Die Regelung des Motors 26
4. Prüfstand und Messtechnik 29
4.1 Aufbau des Prüfstand 29
4.2 Leistungsbremse 30
4.3 Temperaturmeßeinrichtungen 31
4.4 Druckmeßeinrichtungen 32
4.5 Gasmengenmessung 33
4.6 Schadstoffmeßeinrichtungen 35
4.7 Auswertung der Messdaten 36
4.7.1 Druckindizierung 36
4.7.2 Meßwertverarbeitung 36
4.7.3 Kreisprozeßrechnung 37
5. Veränderungen am Versuchsmotor im Gegensatz zur Serie 39
5.1 Hintergründe 39
5.2 Das Miller-Verfahren 40
5.3 Änderungen am Versuchsmotor 41
5.3.1 Steuerzeiten/Nockenwelle 41
5.3.2 Kolben/Verdichtungsverhältnis 46
5.3.2.1 Allgemeines 46
5.3.2.2 Kolbenformen 48
5.3.3 Turbolader 49
5.3.4 Ventilstößel 52
5.3.5 Zündkerzen 53
6. Versuchsdurchführung, Auswertung und Ergebnisse 56
6.1 Versuchsprogramm 56
6.2 Versuchsziel und Durchführung 57
6.2.1 Miller-Steuerzeiten (Schritt 1) 57
6.2.2 Verdichtungsverhältnis e 14 (Schritt 2) 58
6.2.3 Kolbenformen (Schritt 3) 59
6.3 Randbedingungen zu den Versuchen 59
6.4 Voruntersuchung 61
6.5 Auswertung und Ergebnisse 63
7. Zusammenfassung und Ausblick 74
8. Anhang 76
9. Literaturverzeichnis 101

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den beiden Abbildungen ist deutlich der Unterschied zwischen dem Serien- und dem Millernocken zu erkennen. Das Profil des Millernockens und damit respektive die Stößelhub- bzw. die Ventilhubkurve ist wesentlich schmaler. Damit wird der oben beschriebene Effekt des ‚Frühen Einlaß schließt‘ erreicht. Durch das Schließen des Einlaßventils vor UT nimmt die Temperatur der Ladung im unteren Totpunkt und bei Verbrennungsbeginn ab. Diese Temperaturabnahme wirkt sich einerseits positiv auf die NOxEntstehung aus, andererseits entfernt man sich damit von der Klopfgrenze. Dies wiederum eröffnet einem die Möglichkeit, Kolben mit einem höheren Verdichtungsverhältnis ε einsetzen zu können und man kommt damit bei annähernd gleicher Brennraumgeometrie wieder in den Bereich der alten Verdichtungsendtemperaturen und der alten Klopfgrenze, allerdings bei gesteigerter Leistung und erwartet geringerem Kraftstoffverbrauch. [...]

Zur genauen Bestimmung des Einlaß-Schließzeitpunktes kann man die Tabellenwerte der Nockenerhebungskurve verwenden. Diese Zahlenwerte sind identisch mit der Stößelbewegung bzw. dem Stößelhub, da der Stößel die Nockenform ‚abfährt’. Mit Hilfe eines Diagramms, in dem der Stößelhub über dem Kurbelwinkel dargestellt ist (siehe Abb. 5-1), kann man unter Berücksichtigung des Ventilspiels (VS) und des Kipphebelverhältnisses den Schließzeitpunkt des Einlaßventils ziemlich genau bestimmen. Aus der Division des VS durch das Kipphebelverhältnis ergibt sich der Stößelhub, der noch vorhanden ist, wenn das Ventil schließt, da das VS durch den restlichen Stößelhub erst noch aufgebaut werden muß (respektive abgebaut beim Öffnen des Ventils). Im Motorbetrieb wird ein VS von 0,3 mm verwendet, was einen Rest-Stößelhub von 0,189 mm ergibt. Das zusätzlich dargestellte VS von 3,2 mm dient lediglich zur Vereinfachung des Meßvorgangs am Motor, da das Messen der Steuerzeiten bei kleinem VS aufgrund der in diesem Bereich noch sehr geringen Formänderung des Nockens sehr schwierig ist. [...]

Das Verfahren beruht auf der Idee, die Steuerzeiten des Einlaßventils eines Viertaktmotors überdurchschnittlich kurz zu gestalten. Im Gegensatz zu einem ‚normalen‘ Motor ist der Schließzeitpunkt des Einlaßventils nach vorne verschoben, d.h. bis über 90° KW vor dem unteren Totpunkt (UT) des Kolbens. Das hat zur Folge, daß die Ladung im Zylinder aufgrund der noch andauernden Abwärtsbewegung des Kolbens entspannt wird und dadurch ihre Temperatur sinkt. Aufgrund der niedrigeren Temperatur zu Beginn der Verdichtung folgt bei gleichem Verdichtungsverhältnis ε eine entsprechend niedrigere Kompressionsendtemperatur. Dieser Effekt kann ausgenutzt werden, um bei gleicher Klopfneigung des Motors das Verdichtungsverhältnis zu erhöhen. Ein höheres ε führt erfahrungsgemäß aufgrund höherer Zünddrücke zu einer deutlichen Verbrauchsverbesserung und demnach zu einer Wirkungsgradsteigerung. Man muß allerdings beachten, daß aufgrund der kurzen Öffnungszeiten des Einlaßventils die Füllung im Zylinder drastisch absinkt. Dieser nachteilige Effekt kann und muß über einen Turbolader mit einem hohen Druckverhältnis und gutem Wirkungsgrad ausgeglichen werden. Man könnte ansonsten mit einem Millernocken niemals denselben Mitteldruck fahren wie mit einem normalen Einlaßnocken. Des weiteren wird ein wesentlicher Anteil des Ladedrucks aufgrund von Strömungsverlusten am Einlaßventil abgebaut. Diese Verluste sind um so größer, je schmaler der Nocken ist, d.h. je früher das Einlaßventil schließt. Allerdings ist der Effekt des Millernockens entsprechend größer, da die Temperaturabsenkung der Zylinderfül- [...]

Arbeit zitieren:
Stumpf, Markus Juli 2000: Einfluss der Steuerzeiten, der Brennraumgeometrie und des Brennverfahrens auf den Wirkungsgrad eines Gasmotors, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verbrennungsmotor, Miller-Steuerzahlen, Kolbenformen, Erdgas

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