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Einfluß der Stadtstruktur auf die Fernverkehrsmittelwahl

Eine Betrachtung der Wirkung räumlicher und sozialer Differenzierung einer Stadt auf Angebot und Nachfrage im Fernverkehr am Beispiel der Deutschen Bahn AG

Einfluß der Stadtstruktur auf die Fernverkehrsmittelwahl
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bodo Schwieger
  • Abgabedatum: Mai 1998
  • Umfang: 139 Seiten
  • Dateigröße: 15,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2808-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2808-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2808-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schwieger, Bodo Mai 1998: Einfluß der Stadtstruktur auf die Fernverkehrsmittelwahl, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Stadtstruktur, Kundengruppen, Fahrtzwecke, Fernverkehr, Verkehrsplanung

Diplomarbeit von Bodo Schwieger

Einleitung:

Übergeordnetes Ziel der Diplomarbeit war, einen Beitrag zur Verbesserung der Kundenorientierung der Deutschen Bahn AG zu leisten. Es wurde ein neuer Ansatz zur Betrachtung der Fernverkehrsmittelwahl eingeführt, der sich von der technischen Betrachtung von Reisezeit und Reisekosten löst und auf gruppenspezifisches Verhalten eingeht.

Die Hypothesen des Ansatzes wurden anhand einer Reisendenbefragung in ICE-Zügen am Beispiel des Ballungsraumes Berlin überprüft. Die Auswertung zeigte eine sehr ungleichmäßige räumliche Verteilung des Reisendenaufkommens. Eine Überprüfung ergab die zu erwartenden Abhängigkeit von der Anreiseweite und als besonders interessantes Ergebnis einen Zusammenhang mit der politischen Situation der jeweiligen Berliner Stadtteile! Als Erklärung für dieses Phänomen wird eine Erklärung mit Hilfe der Theorie der „Sozialen Milieus“ herangezogen: Bestimmte soziale Gruppen reagieren besonders positiv auf die Angebote der Bahn und daher sind die Stadtbezirke überrepräsentiert, in denen diese Gruppen in der Wohnbevölkerung vertreten sind.

Eine Überprüfung der Wahlmöglichkeiten der befragten Kunden ergab, dass 40% der Fahrgäste bei der Wahl des Fernverkehrsmittels als sehr flexibel einzuschätzen sind. Dies ist im Kanon mit oben genannten Ergebnissen als Signal für die Bedeutung einer notwendigen Verbesserung der Kundenbindung zu werten.

Fazit: Aufgrund der subjektiven Sichtweisen der (potentiellen) Kunden ist eine rein technische Betrachtung des Wahlverhaltens unangebracht. Vielversprechender ist die Betrachtung des Einzelnen als Mitglied einer sozialen Gruppe, die wiederum ein charakteristisches Verhalten aufweist. Daher wird erst der Zugriff auf das gesamte Mobilitätsverhalten eine effektive Kundenbindung ermöglichen. Das erfordert eine neue Art Fernfahrkarten, eine deutlich verbesserte Kundenbetreuung zur Verringerung des Organisationsaufwandes durch den Kunden und schließlich die Einbeziehung der Zu- und Abgangswege in ein Gesamtkonzept.

Diese Diplomarbeit wurde für den Bahnpreis 1998 der Deutschen Bahn AG vorgeschlagen und platzierte sich unter den ersten vier Arbeiten bei mehr als 70 Einsendungen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Übersicht 1
1.1 Problematik 1
1.2 Theoretischer Ansatz 2
1.3 Zielsetzung 3
1.4 Methodik 4
2. Grundlagentheorie der Stadtstruktur 6
2.1 Dimensionalanalyse 6
2.2 Differenzierung 7
2.3 Folge der Differenzierung: Ungleichheiten 9
2.4 Folgerungen für Verkehrsangebot und -nachfrage 10
3. Verkehrssysteme als Folge räumlicher Differenzierung 13
3.1 Was sind Charakteristika eines Verkehrsmittels? 13
3.2 Abgrenzung Fernverkehr 15
3.3 Charakteristika der Fernverkehrssysteme 16
3.4 Entwicklung Verkehrsaufkommen und -leistung 18
3.5 Anbieter und Konkurrenzsituation 20
4. Kundengruppen als Folge sozialer Differenzierung 25
4.1 Gruppe oder Individuum? 25
4.2 Fahrtzwecke und Kundengruppen 26
4.3 Die Logik individueller Verkehrsmittelwahl 28
4.4 Mobilitätsverhalten sozialer Gruppen 32
4.4.1 Soziale Milieus nach Sinus GmbH 32
4.4.2 Mobilitätsgruppen 33
4.4.3 Zusammenführen der Untersuchungen 34
5. Neuer Ansatz und aktuelle Untersuchungen 37
5.1 Beschreibung des „soziologischen Ansatzes“ 37
5.2 Regionale Struktur des Personenverkehrs in der BRD 1995 („Matrix 1995“) 40
5.3 Mobility 42
5.4 ReisendenErfassungsSystem 43
5.5 Neubewertung des Verkehrsaufkommens Berliner Bahnhöfe für das Jahr 2002 43
5.6 Fluggastbefragung an den Berliner Flughäfen 44
5.7 Fazit zu den bestehenden Untersuchungen 46
6. Vorbereitungen zur Fahrgastbefragung 48
6.1 Anforderungen und Grenzen 48
6.2 Untersuchungsraum 51
6.2.1 Berlin 51
6.2.2 Ruhrgebiet 52
6.2.3 Fernverkehrsmittel auf der Relation Berlin - Ruhrgebiet 53
6.3 Reisendenbefragung 56
6.3.1 Stichprobenarten 56
6.3.2 Durchführung der Befragung 56
6.3.3 Gestaltung des Fragebogens 59
6.3.4 Absicherung gegen Befragungsfehler 60
7. Auswertung der Befragung 62
7.1 Vergleich mit Angaben aus der Matrix 95 62
7.2 Analyse der Befragungsdaten zur Situation in Berlin 63
7.2.1 Ziele der Reisenden nach Reisezwecken 64
7.2.2 Verteilung der Reisenden in der Stadt 65
7.2.3 Zusammenfassung 68
7.3 Analyse der Befragungsdaten zur Situation im Ruhrgebiet 68
8. Erklärungsansätze zu den Ergebnissen 69
8.1 Grundsätzliche Überlegungen zu Erklärungsversuchen 69
8.2 Befragungsergebnis zur Verkehrsmittelwahl 70
8.3 Konventionelle Erklärungsansätze 73
8.3.1 Einzugsbereiche 73
8.3.2 Zu- und Abgangszeiten 75
8.3.3 Einkommensabhängigkeit 78
8.3.4 Pkw-Besitz 79
8.4 Soziologische Erklärungsansätze 81
8.4.1 Analyse der Fahrgaststruktur 82
8.4.2 Der „typische Fernbahnfahrer“ 86
8.4.3 Bestimmung sozialer Gruppen in den Bezirken 91
8.5 Ergebnisdiskussion 93
9. Schlussbetrachtung 95
9.1 Zusammenfassung 95
9.2 Folgerungen für die Marktanalyse der DB AG 96
9.3 Folgerungen für die Fernverkehrsmittelzugänge 97
9.3.1 Lage der Zugänge 97
9.3.2 Stärkung Zu- und Abgangsverkehrsmittel 98
9.4 Folgerungen für das Fahrkartenangebot der DB AG 100
9.4.1 Verstärkung Kundenbindung 100
9.4.2 Aufbau Mobilitätszentrale 100
9.4.3 Trennung Kundengruppen 101
9.5 Fazit und Ausblick 102
10. Literatur und Gesprächspartner 104

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den bisherigen Kapiteln wurde die Grundlage für einen neuen Erklärungsansatz zur Verkehrsmittelwahl gelegt. In Kapitel 5.1 wird dieser Ansatz vollständig dargestellt, um in den darauf folgenden Kapiteln mit aktuellen Untersuchungen verglichen zu werden. Dem Autor ist keine Forschungsarbeit bekannt geworden, die sich mit dem hier verfolgten Ansatz der sozialen Typisierung der Verkehrsmittelwahl genähert hat. Daher werden in den Abschnitten 5.2 bis 5.6 Untersuchungen dargestellt, die sich im weiteren Umfeld des hier behandelten Themas befinden. Gleichwohl können Teile der Untersuchungen als wichtige Grundlage für diese Arbeit herangezogen werden. Die Reihenfolge entspricht in etwa der räumlichen Bedeutung: Begonnen wird mit umfassenden, überregionalen Ausarbeitungen wie z.B. der Matrix 1995, die dann übergehen in immer enger begrenzte Räume wie z.B. den Berliner Raum als Nachfrageraum für Fernbahnhöfe und Flughäfen. [...]

Zusammenfassung Tabelle 3 schließt die umfangreiche Herleitung der auf sozialen Milieus beruhenden Kundengruppen. Es wurde gezeigt, daß soziale Gruppen die Grundlage der Gesellschaft sind und sich durch zahlreiche Charakteristika auszeichnen, zu denen auch die Mobilität gehört. Die Gruppenzugehörigkeit beeinflußt die Verkehrsmittelwahl in ganz entscheidender Weise. Aus dieser Grundlage entstand durch Zusammenführung von drei unterschiedlichen Untersuchungen eine Matrix zur Mobilität sozialer Gruppen. Diese Matrix erlaubt die Zuordnung bestimmter Personen oder Gruppen zu Lebensstilen, Haltung zur Mobilität sowie IV/ÖV-Nutzung und wird daher in Kapitel 8.4.2 zur Identifikation der Kundengruppen der Bahn genutzt. Auch der umgekehrte Weg ist theoretisch möglich.31 Die Betrachtung von Fahrtzwecken zur Untersuchung der Gründe einer Entscheidung ist als unzureichend beschrieben worden. Mit Hilfe der gezeigten Zusammenhänge kann im nächsten Kapitel ein neuer Ansatz zur Erklärung der Verkehrsmittelwahl formuliert werden. [...]

4.4.3 Zusammenführen der Untersuchungen Erst durch das Zusammenführen der unterschiedlichen Kategorisierungen entsteht das Bild der Mobilitätscharakteristika der einzelnen Gruppen bzw. Milieus. Sehr detaillierte Untersuchungen sind zu diesem Thema zwar von der Sinus GmbH durchgeführt worden. Sie sind aber - außer der bereits erwähnten SPIEGEL-Dokumentation - nicht am Markt erhältlich. Aus diesem Grund müssen Aussagen über die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen bisher angesprochenen Analyseebenen getroffen werden. Der Kausalzusammenhang zwischen Einstellung gegenüber der Mobilität und Einstellung gegenüber Auto und ÖV ist eindeutig. Es kann ferner davon ausgegangen werden, daß die Einstellung zur Mobilität ausschlaggebend ist für die Meinung über IV und ÖV. Beispiel: Ein unter Zeitdruck stehender Manager kann es sich kaum leisten, sein Verkehrsmittel nach seinem Umweltbewußtsein zu bestimmen. Seine Orientierung an der eigenen Flexibilität führt zur Wahl des jeweils geeigneten Verkehrsmittels. Anders sieht es bei Auszubildenden und Schülern aus, die ihr Verkehrsmittel eher nach verfügbarem Geld auswählen und daher grundsätzlich für alle Alternativen offen sind. Tabelle 2 bringt beide Ebenen in Bezug und zeigt mögliche Schnittmengen. Ein freies Feld kennzeichnet fehlenden Zusammenhang. Wenn jener erkennbar ist, wird das jeweilige Feld mit einer Zahl zwischen 0 und 100 gefüllt. Die Angabe ist eine Abschät- [...]

Arbeit zitieren:
Schwieger, Bodo Mai 1998: Einfluß der Stadtstruktur auf die Fernverkehrsmittelwahl, Hamburg: Diplomica Verlag

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Stadtstruktur, Kundengruppen, Fahrtzwecke, Fernverkehr, Verkehrsplanung

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