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Der Einfluss der SED auf den Sport der DDR am Beispiel des Fußballvereins 1. FC Union Berlin

Der Einfluss der SED auf den Sport der DDR am Beispiel des Fußballvereins 1. FC Union Berlin
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Kannowski
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 518,2 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1922-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1922-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1922-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kannowski, Stephan Oktober 1999: Der Einfluss der SED auf den Sport der DDR am Beispiel des Fußballvereins 1. FC Union Berlin, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Union und Stasi, Aufbau und Ende der Stasi, Sportdokumente, Sportpolitik der DDR, Interviews

Diplomarbeit von Stephan Kannowski

Einleitung:

Das Diplomthema umfasst die Sportpolitik am Beispiel des Fußballsports im Fach Sozialwissenschaften auf dem Gebiet der politischen Wissenschaften im Bereich deutsche Politik und Verwaltungswissenschaften. Der Titel lautet: „Die Involvierung der SED in den Sport der DDR am Beispiel des Ostberliner Fußballklubs 1. FC Union Berlin.“ Der Verfasser setzt zwei Fragen seiner Arbeit in den Vordergrund:

1. Verstieß die SED gegen den fairen Wettkampfgedanken im Sport?

2. Wurden manche Sportvereine gefördert bzw. in ihrer Entwicklung behindert?

Anhand der beiden Fußballvereine 1. FC Union und BFC Dynamo ist es das Ziel, diese beiden Fragen zu beantworten.

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG 2
KAPITEL 1: ZIELSETZUNG UND METHODEN 3
KAPITEL 2: DIE SPORTPOLITIK DER DDR 9
2.1 GRUNDLAGEN DER DDR SPORTPOLITIK 9
2.2 ZIELE UND PERSPEKTIVEN DER DDR-SPORTPOLITIK 13
2.3 PRAKTISCHE UMSETZUNG 15
KAPITEL 3: DAS MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT 21
3.1 DER AUFBAU DER STAATSSICHERHEIT 21
3.2 DER EINFLUß DES MINISTERIUMS DER STAATSSICHERHEIT AUF DEN SPORT 28
A) DIE SPORTVEREINIGUNG DYNAMO ALS IMAGETRÄGER FÜR DAS MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT 28
B) DER BFC DYNAMO BERLIN 30
3.3 DIE ÜBERWEISUNG ÜBERHÖHTER GELDER UND MANIPULATIONEN IN DEN SPIELEN DER DDR-OBERLIGA 31
KAPITEL 4: DIE SPORTBERICHTERSTATTUNG IN DEN DDR-MEDIEN SPEZIELL IM ‘NEUES DEUTSCHLAND’ 35
KAPITEL 5: DIE INVOLVIERUNG DER DDR IN DEN SPORT AM BEISPIEL DES FUßBALLVEREINS 1. FC UNION 40
5.1 GRÜNDUNG DES 1. FC UNION 41
5.2 EINFLUßNAHME DER STAATSSICHERHEIT AUF DEN VEREIN DES 1. FC UNION 45
5.3 UNION UND SEINE ANHÄNGER 51
FAZIT 59
DOKUMENTENSAMMLUNG 62
DOKUMENTE 62
LITERATURVERZEICHNIS BZW. QUELLEN 68
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 77
ANHANG 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unter anderem an den Beispielen 1. FC Union Berlin und BFC Dynamo Berlin Berichterstattung allgemein: Alle Presseerzeugnisse der DDR unterlagen der Lenkung und Kontrolle des Zentralkomitees und des Politbüros. Die von den Blockparteien herausgegebenen Tageszeitungen und in ihrem Ansatz zuweilen auch Verfasser von gesellschaftskritischen Berichten (‘Der Morgen’, LPD; oder die ‘Neue Zeit’, CDU), besaßen nicht die Möglichkeit, ihre Auflage zu erhöhen. Auf Weisung des Politbüros wurde die Zahl der Zeitungen ständig überwacht und Papierzuteilungen limitiert, so daß eine Auflage von über 65.000 nicht erreicht werden konnte. Auf dem Pressemarkt der DDR rangierten drei von der SED herausgegebene Tageszeitungen. Dazwischen aber befanden sich auch zwei Zeitungen, welche nicht von der SED herausgegeben wurden: Die ‘Junge Welt’, Presseorgan der Freien Deutschen Jugend (FDJ), sowie die ‘Tribüne’, Tageszeitung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). Die fünf auflagenstärksten Tageszeitungen der DDR: Tageszeitungen Neues Deutschland Junge Welt Berliner Zeitung Tribüne BZ am Abend SED Partei SED FDJ SED FDGB Auflage 1.100.000 800.000 460.000 420.000 204.000 Erscheinungsweise täglich außer sonntags täglich außer sonntags täglich außer sonntags an allen Arbeitstagen [...]

Doch dies änderte nichts daran, daß die Skepsis bei Fans und Spielern anderer Vereine gegenüber dem BFC Dynamo Berlin, aber auch dem Ministerium für Staatssicherheit und des DFV wuchs. Durch die Lethargie der stets wiederkehrenden Meisterschaftsverläufe, in welchem der Verein von Polizei und Staatssicherheit seine Erfolge erzielen konnte, kam es schnell zu rückläufigen Zuschauerzahl in den Stadien der DDR.Oberliga. Die Willkür von wenigen, aber um so einflußreicheren Politikern (Erich Mielke und Heinz Hoffmann, Minister für die Armee) in den Fußballsport, ließ die DDR in einen Fußballskandal verwickeln. Galt der Bundesligaskandal Anfang der siebziger Jahre noch als Produkt imperialistischen Übels, so war die SED-Spitze selbst oft machtlos, wenn im Fußball illegale Entwicklungen überhand nahmen. [...]

Eine der Grundlagen für das manipulative Verhalten der Schiedsrichter lag jedoch in der Erkenntnis, Aussichten auf mögliche Reisen in den Westen zu erlangen. Die europäische Fußballvereinigung (UEFA) bestimmte in Übereinstimmung mit den nationalen Fußballverbänden für jedes Land einige Schiedsrichter. Vor allem Schiedsrichter der DDR und der Staaten des Warschauer Paktes waren bestrebt, bei konstant guter Leistung, Spiele im europäischen Ausland zu leiten, da diese mit überdurchschnittlichen Löhnen vergütet wurde. Nun war die Staatssicherheit zuständig für Reiseangelegenheiten. Dem BFC Dynamo dabei hilfreich unter die Arme zu greifen, erschien für einige Schiedsrichter nur eine logische Konsequenz für ihre Ziele zu sein. Manipulationsversuche seitens der Staatssicherheit in Europapokalspielen mit Beteiligung von DDR-Vereinen ist nach allen Recherchen dem Diplomand nicht bekannt und hat es wahrscheinlich auch nicht gegeben. Das Risiko einer aufgedeckten Spielverschiebung hätte dem Image des nach Frieden und Völkerverständigung geprägten DDR-Sports erheblich geschadet. Der DFV reagierte erst spät, Mitte der achtziger Jahre, auf die Vorwürfe von Vereinen und Zuschauern. In seiner Kritik erklärte der DFV schließlich, daß bestimmte Körperschaften der DDR bewußt Steuerungen von Spielen vornahmen.33 Damit war unter anderem das Ministerium für die Staatssicherheit gemeint. Die Manipulation von einigen Schiedsrichtern, welche den BFC Dynamo über Jahre unterstützten, schien das Ansehen des DDR-Sports derart zu gefährden, daß sich selbst das Politbüro mit den Vorwürfen auseinandersetzte. Als Ergebnis wurde es den Schiedsrichtern Stenzel, Prokop und Demme verboten, die Spiele des BFC Dynamo Berlin zu leiten. Die Manipulationsversuche für den BFC Dynamo Berlin sind gegen Ende der achtziger Jahre rapide zurückgegangen. Selbstverständlich versuchten die Mitglieder des Politbüros, diese negativen Einflüsse auf den Fußball der Öffentlichkeit vorzuenthalten. [...]

Arbeit zitieren:
Kannowski, Stephan Oktober 1999: Der Einfluss der SED auf den Sport der DDR am Beispiel des Fußballvereins 1. FC Union Berlin, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Union und Stasi, Aufbau und Ende der Stasi, Sportdokumente, Sportpolitik der DDR, Interviews

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