Einfluss der Nachbehandlung auf die Gefügeausbildung der Randzone von CEM II/ B-S-Systemen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carsten Jäger
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bauhaus-Universität Weimar Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9752-1
- ISBN (CD) :978-3-8324-9752-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jäger, Carsten September 2004: Einfluss der Nachbehandlung auf die Gefügeausbildung der Randzone von CEM II/ B-S-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Straßenbeton, Portlandhüttenzement, Hüttensand, Klimabedingung, Porosität
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Diplomarbeit von Carsten Jäger
Einleitung:
Der Baustoff Beton findet im Bereich des Verkehrswegebaus seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Anwendung. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind Fahrbahndecken aus Beton konstruktiv, baustofflich und technologisch weiterentwickelt worden und werden aufgrund ihrer bei sachgerechter Herstellung gegenüber anderen Bauweisen vorteilhaften Eigenschaften vorrangig für Straßen mit hoher Verkehrsbelastung eingesetzt. Ein intaktes und leistungsfähiges Straßennetz, das allen Anforderungen sowohl an dessen Dauerhaftigkeit als auch aus dem Transportaufkommen der heutigen Zeit gerecht wird, ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherstellung der erforderlichen Mobilität.
Die Gewährleistung der sich aus nutzungsspezifischen und expositionsbedingten Beanspruchungen ergebenden Gebrauchseigenschaften, der Dauerhaftigkeit und der Wirtschaftlichkeit von Fahrbahndecken aus Beton wurde in der Vergangenheit nahezu ausschließlich von der Verwendung von Portlandzementen abhängig gemacht. So legt das für den Betonstraßenbau maßgebende technische Regelwerk, die ZTV Beton- StB 01, fest, dass für die Herstellung von Fahrbahndecken aus Beton in der Regel ein Portlandzement, in Abstimmung mit dem Auftraggeber auch Hochofenzement CEM III/A und bestimmte Portlandkompositzemente, unter anderem Portlandhüttenzement CEM II/B-S, verwendet werden können. Diese Regelung führt in der Praxis jedoch äußerst selten zur Zustimmung für den Einsatz von CEM II/B-S. Als Argument wird die angeblich ungenügende praktische Erfahrung mit diesem Zement angeführt.
Die Entwicklung von Zementen, die in ihrer Zusammensetzung einem heutigen CEM II/S entsprechen, setzte bereits kurz nach der Produktion von Portlandzementen mit der Herstellung von Eisenportlandzementen ein, womit diese Zemente seit mehr als 100 Jahren im Bauwesen, einschließlich Straßenbau, verwendet werden. Da die damaligen praktischen Erfahrungen nicht oder nur in sehr geringem Umfang dokumentiert sind und infolge des erst in den letzten Jahren zunehmenden Einsatzes von Portlandhüttenzement CEM II/B-S im Straßenbau noch keine Erkenntnisse zur Dauerhaftigkeit von mit diesen Zementen hergestellten Referenzstrecken des modernen Straßenbaues vorliegen, wird dessen Verwendung in diesem Bereich sehr kontrovers diskutiert.
Ein aktueller Schadensfall belegt, dass bezüglich der Anwendungssicherheit und der Einschätzung der Leistungsfähigkeit von CEM II/B-S- Zementen noch immer Defizite vorliegen und demzufolge Forschungsbedarf besteht. Zielstellung der vorliegenden Arbeit ist, Portlandhüttenzemente CEM II/B-S hinsichtlich ihres Dauerhaftigkeitspotentials zu charakterisieren und eine Einordnung in Bezug auf Portland- und Hochofenzement vorzunehmen.
Fahrbahndecken aus Beton müssen der kombinierten Beanspruchung aus Verkehrsbelastung, Frost- und Taumitteleinwirkung, Feuchte und Temperaturgradienten widerstehen. Für die Gewährleistung der Dauerhaftigkeit und der Gebrauchseigenschaften eines Straßenbetons nimmt die Randzone im Gesamtsystem des Betons eine zentrale Stellung ein. Das Porensystem, über das praktisch alle Transportmechanismen ablaufen, kann auf vielfältige Weise beeinflusst und somit gezielt optimiert werden. Demzufolge soll mit der Variation innerer und äußerer Faktoren der Einfluss üblicher Nachbehandlungsverfahren im Straßenbau, der umgebenden Klimabedingungen und der Zementart, unter besonderer Berücksichtigung des enthaltenen Hüttensandanteils, auf die Ausbildung des Gefüges der Betonrandzone untersucht werden.
Da einerseits die Einflussnahme zu variierender Parameter nur am idealisierten Modellsystem möglichst störgrößenfrei untersucht werden kann, auf der anderen Seite jedoch die Übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf die Praxis die Anwendung praxisnaher Betonuntersuchungen erfordert, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen zu arbeiten. Schwerpunkt der Arbeit ist deshalb die Charakterisierung des Porensystems am Zementstein. Im Rahmen von Untersuchungen zur Dauerhaftigkeit wie Bestimmung des Frost- Tausalz- Widerstandes, des Wasseraufnahmeverhaltens und der Gaspermeabilität soll geklärt werden, ob die am Zementsteinsystem erlangten Erkenntnisse auf das Verhalten von Laborbetonen angewendet werden können.
Schlussfolgernd sollen Aussagen zur Eignung hüttensandhaltiger Zemente für den Straßenbau sowie zu den Auswirkungen der Nachbehandlungsverfahren und der Klimabedingungen auf die Gefügeentwicklung getroffen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung und Zielstellung der Arbeit | 6 |
| 2. | Fahrbahndecken aus Beton | 8 |
| 2.1 | Anforderungen und Eigenschaften | 8 |
| 2.2 | Ausgangsstoffe, Zusammensetzung, Herstellung und Einbau | 9 |
| 2.2.1 | Ausgangsstoffe | 10 |
| 2.2.2 | Zusammensetzung | 12 |
| 2.2.3 | Herstellung und Einbau | 13 |
| 2.3 | Nachbehandlung von Betondecken | 15 |
| 2.3.1 | Bedeutung der Nachbehandlung | 15 |
| 2.3.2 | Austrocknungsverhalten von Beton | 18 |
| 2.3.3 | Nachbehandlungsmethoden und deren Effizienz | 23 |
| 2.4 | CEM II/B-S- Zemente für den Straßenbau | 27 |
| 2.4.1 | Aspekte des Einsatzes | 27 |
| 2.4.2 | Eigenschaften und Leistungsfähigkeit von Betonen mit CEM II/B-S | 27 |
| 2.4.3 | Praxiserfahrungen | 31 |
| 3. | Problemstellung und Versuchsprogramm | 34 |
| 4. | Experimentelle Untersuchungen | 38 |
| 4.1 | Charakterisierung der Ausgangsstoffe | 38 |
| 4.1.1 | Zement | 38 |
| 4.1.2 | Methylcellulose | 39 |
| 4.1.3 | Nachbehandlungsmittel | 39 |
| 4.1.4 | Luftporenbildner | 40 |
| 4.1.5 | Gesteinskörnung | 40 |
| 4.1.6 | Wasser | 40 |
| 4.2 | Untersuchungsmethoden | 41 |
| 4.2.1 | Quecksilberhochdruckporosimetrie | 41 |
| 4.2.2 | Röntgendiffraktometrie | 43 |
| 4.2.3 | CDF- Verfahren | 44 |
| 4.2.4 | Messung der Gaspermeabilität | 46 |
| 4.3 | Untersuchungen an Zementsteinsystemen | 49 |
| 4.3.1 | Voruntersuchungen | 49 |
| 4.3.2 | Zusammensetzung, Herstellung und Lagerung der Zementsteinproben | 50 |
| 4.3.3 | Charakterisierung des Porensystems | 53 |
| 4.3.3.1 | Portlandzement | 54 |
| 4.3.3.2 | Portlandhüttenzement | 60 |
| 4.3.3.3 | Hochofenzement | 65 |
| 4.3.3.4 | Vergleich der Zementsteinsysteme | 70 |
| 4.3.3.5 | Inhomogenität der Randzone | 77 |
| 4.3.4 | Phasenanalytische Untersuchungen | 80 |
| 4.4 | Untersuchungen an Laborbetonen | 83 |
| 4.4.1 | Betonzusammensetzung, Herstellung und Lagerung | 83 |
| 4.4.2 | Frisch- und Festbetoneigenschaften | 84 |
| 4.4.3 | Karbonatisierung | 85 |
| 4.4.4 | Frost- Tausalz- Widerstand | 86 |
| 4.4.4.1 | Lösungsaufnahme | 87 |
| 4.4.4.2 | Oberflächenabwitterungen | 91 |
| 4.4.4.3 | Innere Gefügeschädigung | 95 |
| 4.4.5 | Austrocknungsverhalten | 96 |
| 4.4.6 | Permeabilitätskoeffizienten | 97 |
| 5. | Zusammenfassung und Schlussfolgerungen | 104 |
| 5.1 | Untersuchungen an Zementsteinsystemen | 104 |
| 5.2 | Untersuchungen an Laborbetonen | 110 |
| 5.3 | Fazit | 114 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 115 |
| 7. | Verzeichnisse der Abbildungen und Tabellen | 123 |
| 8. | Anlagen | 127 |
Bei der Probenpräparation für die systematischen Untersuchungen mittels Quecksilberhochdruckporosimetrie (Kapitel 4.2.1) wurde versucht, Bruchstücke ähnlicher Größe mit gleichartigen Bruchflächen zu erzeugen, um möglichst gleiche Eindringungsbedingungen für das Quecksilber zu schaffen. Für die grafische Auswertung der gemessenen Porengrößenverteilungen (PGV) wurde ausschließlich die logarithmisch- differentielle Darstellungsweise genutzt. Sie ist für Relativbetrachtungen zwischen verschiedenen Zementsteinen wesentlich besser geeignet als die kumulative Darstellung der Porengrößenverteilung (Summenkurve), da sich bei ihr Unterschiede, die in den einzelnen Porenbereichen auftreten, genauer ablesen lassen. Weiterhin wurden die erhaltenen Messwerte quantitativ ausgewertet. Dies geschah durch prozentuale Errechnung der einzelnen Porenklassenanteile (PKA) bezogen auf das Gesamtprobenvolumen, deren Summe den mit dem Messverfahren erfassbaren Gesamtporenraum ergibt. Der quantitativen Auswertung der Messungen liegt die von SETZER entwickelte Porenklassifikation, die sich auf rechnerische Lösungsansätze zur Radius- Gefrierpunkt- Beziehung (RGB) stützt, zugrunde [1, 44, 62]. Diese Porengrößeneinteilung, die auf einem hydraulischen Radius rh aufbaut, für den unter Annahme zylinderförmiger Poren rh= r/ 2 (r= Porenradius, gemessen mittels Quecksilberhochdruckporosimetrie) gilt, gibt Tabelle 7 wieder. Außerdem sind die Porenradienspektren in den gemessenen PGV angegeben, deren Poren diesen Porenklassen zufallen. Hintergrund für den Bezug auf diese Porenklassifikation in der vorliegenden Arbeit ist der in Kapitel 2.4.3 erwähnte Schadensfall, bei dem es zur Schädigung der oberflächennahen Bereiche eines Betons durch Frost- Tausalz- Belastung kam. [...]
dingt. Nach dem Mischvorgang wurde der Zementleim in zylindrische Probengefäße mit einem Durchmesser von 10 cm und einer Höhe von 2 cm gefüllt und durch Stocken entlüftet. Zu der sich anschließenden Nachbehandlung und Lagerung der Zementsteinproben gibt Tabelle 2 (Kapitel 3) einen Überblick. Der sich aufgrund des Zementsteinschwindens und -schrumpfens ausbildende Randspalt zwischen Probenbehältnis und Probe wurde mit einer Acryl- Dichtungsmasse (Möglichkeit des Auftrages auf feuchte Oberflächen, Temperatur- und Feuchtebeständigkeit) abgedichtet um sicherzustellen, dass eine Wasserabgabe über die Seitenflächen der Proben verhindert wird und eine Austrocknung nur über die Oberfläche stattfindet. Die flüssigen Nachbehandlungsmittel wurden 1,5 h nach Herstellung der Prüfkörper mittels Labor- Sprayer in der erforderlichen Menge aufgebracht. Dabei entspricht 100 % der von den Herstellern beider Nachbehandlungsmittel empfohlenen, d. h. der in den technischen Merkblättern angegebenen Auftragsmenge von 150 g/m². Die Proben wurden einheitlich bis zum 28. Tag nach der Herstellung unter den jeweils geltenden Bedingungen gelagert und dann für die nachfolgenden Untersuchungen aufbereitet. Die Normlagerung umfasste die Lagerung für 1 d im Feuchtkasten, für 6 d unter Wasser und für 21 d bei 20 °C und 65 % rel. Luftfeuchte. Die Klimalagerung begann jeweils so frühzeitig wie möglich, bei den Proben ohne Nachbehandlung sofort nach der Herstellung, bei den mit Nachbehandlungsmittel behandelten Proben sofort nach dessen Auftrag. Aus versuchstechnischen Gründen konnte mit der zusätzlichen Nassnachbehandlung, die 3 d dauerte, erst am Tag nach der Herstellung begonnen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die entsprechenden Proben ersatzweise bei 30 °C und 100 % rel. Luftfeuchte gelagert. Die konstante Windbelastung wurde von einem im Klimaschrank integrierten Ventilator erzeugt, wobei die Proben einer Windgeschwindigkeit von 2 m/s (= 7,2 km/h), gemessen mit dem Strömungsmessgerät (Messprinzip: Prandtlsches Rohr) der Fa. Lambrecht (Göttingen), ausgesetzt waren. Im Zuge der Probenpräparation erfolgte die Vorzerkleinerung der Zementsteinproben unter Berücksichtigung der anzuwendenden Untersuchungsmethoden, wobei das Material im äußeren Bereich der zylindrischen Proben großzügig verworfen wurde, um einen eventuellen „Randzoneneinfluss“ auszuschalten. Die gewonnenen Probenstücke wurden zum Abstoppen der Hydratationsvorgänge für 24 h in Isopropanol gelagert und dann für 24 h bei einer Temperatur von 40 °C getrocknet. Um die bei Einzelproben u. U. auftretenden Auswirkungen von Fehlern bei deren Herstellung, Probenpräparation, Messung usw. auf die Messergebnisse zu reduzieren und damit deren Aussagekraft zu erhöhen, wurden von jeder Variante 2 Proben hergestellt, aus denen für die folgenden Untersuchungen jeweils eine Durchschnittsprobe gewonnen wurde. Dabei wurde eine Unterteilung der Proben in Randzone (0- 5 mm) und Kernbereich (10- 15 mm), jeweils gemessen von der Oberfläche, vor- [...]
ein weitaus geringeres Bluten aufweisenden Zemente hergestellten Zementleime nicht negativ beeinflussen. Als optimale, auf jeden der verwendeten Zemente abgestimmte Zugabemenge wurde ein Wert von 0,15 M.-% bezogen auf den Zement bei einem w/ z- Wert von 0,40 bestimmt. Auftragszeitpunkt und Sperrkoeffizienten der Nachbehandlungsmittel Der Auftrag der verwendeten Nachbehandlungsmittel hat entsprechend ihrer Bezeichnung nach TL NBM- StB 96 auf die mattfeuchte Oberfläche zu erfolgen. Der mattfeuchte Zustand der Oberfläche hat sich bei den Zementleimproben mit CEM I ca. 1,5 h, bei den Zementleimproben mit CEM II/B-S und CEM III/A ca. 1 h nach deren Herstellung eingestellt. In Abhängigkeit davon wurde ein einheitlicher Auftragszeitpunkt von 1,5 h nach Herstellung festgelegt. Da die Festlegung des Zeitpunktes, ab dem der mattfeuchte Zustand der Probenoberfläche erreicht wird, sehr subjektiv ist, wurden von FRENTZEL Untersuchungen zur Bestimmung des Sperrkoeffizienten nach TL NBM- StB 96 vorgenommen [19]. Zusammensetzung und Abmessungen der Prüfkörper sind in dieser Vorschrift festgelegt und weichen von den im Rahmen dieser Arbeit hergestellten ab. Es stellte sich heraus, dass die Feuchteabgabe der Betone und damit der erreichte Sperrkoeffizient von Nachbehandlungsmitteln u. a. stark vom Auftragszeitpunkt des Nachbehandlungsmittels und vom verwendeten Zement abhängt und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse eingeschränkt ist. Bei einem Auftragszeitpunkt von 2 h nach Herstellung der Prüfkörper ergaben sich den Herstellerangaben entsprechende Sperrkoeffizienten für NBM1 von 94 % und für NBM2 von 90 %. Da bei der Betrachtung der Wiederholpräzision dieser Prüfungen die Variationskoeffizienten bei 7 % lagen, sind Unterschiede bezüglich des ermittelten Sperrkoeffizienten von 4 % nicht signifikant. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497521
Arbeit zitieren:
Jäger, Carsten September 2004: Einfluss der Nachbehandlung auf die Gefügeausbildung der Randzone von CEM II/ B-S-Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Straßenbeton, Portlandhüttenzement, Hüttensand, Klimabedingung, Porosität



