Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Der Einfluss der Medien auf das Wählerverhalten

Der Einfluss der Medien auf das Wählerverhalten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Doris Roitner
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9242-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9242-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9242-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Roitner, Doris Oktober 2005: Der Einfluss der Medien auf das Wählerverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wahlforschung, Nationalratswahl, Agenda-Setting, Umfrage, Wahlkampf

Diplomarbeit von Doris Roitner

Einleitung:

Die Lieblingsbeschäftigung der Österreicher und Österreicherinnen ist das Fernsehen. Danach erst kommen andere Freizeitaktivitäten wie Sport, Lesen, Musik usw. Wir leben in einer Mediengesellschaft und Medien sind aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Morgens schalten viele Menschen als erstes entweder Radio oder Fernseher ein, noch bevor sie ihren Mitmenschen einen guten Morgen wünschen. Können wir überhaupt noch ohne Medien leben? Eine berechtigte Frage und für viele Österreicher lautet die Antwort wahrscheinlich nein.

Auch im politischen Leben sind die Medien ein wichtiger Bestandteil. Politik ohne Medien kann man sich in unserer heutigen Zeit nicht mehr vorstellen. Wie sonst sollen sich die Wähler und Wählerinnen über das politische Geschehen informieren? Das persönliche Gespräch zwischen Bürger und Politiker gibt es immer weniger, die Bedeutung der interpersonellen Kommunikation ist – wohl auch auf Grund der starken Medienpräsenz – stark zurückgegangen. Besonders für die politische Informationsbeschaffung, nützen die Menschen verstärkt die Medien. Somit ist es eine sehr interessante und auch berechtigte Frage, ob und in welcher Weise die Medien einen Einfluss auf das Verhalten der österreichischen Wählerschaft ausüben. Diese Frage näher zu beleuchten und eine Antwort darauf zu finden, steht im Mittelpunkt dieser Diplomarbeit.

Problemstellung:

Wenn man das politische Geschehen der letzten Jahrzehnte im Allgemeinen und den Wahlkampf im Besonderen betrachtet, merkt man sofort, dass sich vieles verändert hat. Politik wird immer mehr "vermarktet" wie ein Produkt oder eine Dienstleistung. Viele Werbe- und Marketingfachleute sind stets darum bemüht, dass sich Parteien und Politiker in einem guten Licht präsentieren. Die Kompetenz eines Politikers alleine reicht nicht mehr aus, um erfolgreich zu sein.

Viel mehr muss er oder sie wissen, wie man sich in der Öffentlichkeit bzw. in den Medien präsentiert. Der Grund dafür ist, dass sich Menschen immer mehr über das Fernsehen informieren, weil es einfacher ist Bilder wahrzunehmen als Texte zu verstehen. Man muss Politik und deren Vertreter in "Szene setzen", um die Menschen anzusprechen. Ein einfacher Bericht über irgendein Sachthema zieht das Interesse der Bevölkerung wohl kaum auf sich, Menschen interessieren sich mehr für Geschichten und Skandale. Um sich richtig in Szene zu setzen, brauchen die Politiker die Medien, denn sie sind der "Überbringer der politischen Botschaft".

Es herrscht somit eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Politik und Medien. Politiker brauchen die Medien, um sich und ihre Interessen der Öffentlichkeit näher bringen zu können und die Medien brauchen die Parteien und deren Politiker, um ihre Auflagen bzw. Quoten zu steigern. Dort, wo eine gewisse Abhängigkeit zwischen zwei Akteuren besteht, kommt es immer wieder zu Konflikten. Der britische Publizist Hugh Greene sagte dazu: "Nennen Sie mir ein Land, in dem Journalisten und Politiker sich vertragen, und ich sage Ihnen, da ist keine Demokratie." Diese Abhängigkeit der Parteien und Politiker nutzen die Medien natürlich in gewisser Weise für ihre Zwecke aus.

Jeder Journalist weiß genau, wo der Schwachpunkt eines Politikers ist und je nach Belieben kann er dann den Politiker entweder bloß stellen oder ihn aber besonders gut darstellen. Der Wähler zu Hause sieht den Politiker natürlich so, wie er im Fernsehen dargestellt wird. In Zeiten, wo es immer weniger Stammwähler gibt, das heißt, wo sich immer weniger Personen einer Partei zugehörig fühlen und daher ihre Stimme immer der gleichen Partei geben, ist es für die Medien besonders leicht, Einfluss auf die Wähler auszuüben. Vor jeder Wahl gibt es eine Menge unentschlossener Wähler und die Zahl derer, die sich erst unmittelbar vor der Wahl entscheiden, wird wahrscheinlich auch noch weiter ansteigen. Somit ist das Einflusspotential für die Medien besonders hoch.

Menschen die sich unsicher sind, welcher Partei oder welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben sollen, nutzen verstärkt die Medien, um sich eine Meinung zu bilden. Da die politischen Informationen aber (fast) nie direkt von den Parteien zu den Wählern gelangen, sondern immer über die Medien, sind die Informationen gefiltert. Die Funktion der Medien – nämlich Informationen zu den Wählern zu transportieren – wird leider auch oft missbraucht, indem manche Informationen verändert oder bewusst nicht weitergegeben werden oder indem die Informationen mit Kommentaren des jeweiligen Journalisten vermischt werden. Die Wähler, die meist rational handeln und sich Informationen mit möglichst wenig Aufwand beschaffen wollen, differenzieren nicht zwischen Bericht und Kommentar bzw. können sie dies meist auch gar nicht.

Gang der Untersuchung:

Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es – wie der Titel schon sagt – den Einfluss der Medien auf das Wählerverhalten zu analysieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Verhalten aller daran beteiligten Personen und Institutionen näher betrachtet werden. Sowohl die Wähler und ihr Verhalten, als auch die Medien und deren Wirkungen sowie die Parteien selbst, stehen im Mittelpunkt dieser Analyse. Es werden u. a. folgende Fragen detailliert behandelt:

- Wie bzw. aus welchen Gründen werden Wahlentscheidungen getroffen?

- Wie wirken Medien auf die Bevölkerung? In welcher Art und Weise können Medien beeinflussen?

- Wie hat sich der Wahlkampf im Medienzeitalter verändert?

- Was denken Experten über die Medien und ihre Rolle für die politische Informationsbeschaffung?

Um all diese Fragen beantworten zu können, wird in einem ersten Schritt eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Nach Verfassen des theoretischen Teils folgt anschließend eine Expertenbefragung, um mögliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Theorie und Praxis zu erörtern.

Diese Arbeit gliedert sich in fünf Teile. Im ersten Teil der Arbeit werden alle in Österreich wichtigen Medien vorgestellt, sowie das allgemeine Wählerverhalten näher betrachtet. Das heißt, alle in der Literatur als wichtig erachteten Ansätze zur Erklärung des Wählerverhaltens werden beschrieben und analysiert.

Daran anschließend werden im zweiten Teil der Arbeit die Wirkungen der Medien detaillierter betrachtet. Die bedeutendsten Medienwirkungsansätze werden erklärt, sowie alle Arten von Medienwirkungen näher betrachtet. Ferner beschäftigt sich diese Diplomarbeit mit den Rezipienten der Medienwirkungen. Es wird somit analysiert, auf wen Medien wirken. Auch der Einfluss von Umfrageergebnisse auf das Verhalten der österreichischen Wählerschaft wird in diesem Teil der Arbeit diskutiert.

Nachdem in den ersten drei Teilen der Diplomarbeit alle theoretischen Aspekte zum Thema Politik, Medien und Wählerverhalten beschrieben und analysiert werden, folgt im vierten Teil der Arbeit eine Expertenbefragung. Personen, die auf diesem Gebiet besondere Erfahrung haben, werden in einem qualitativen Interview um ihre Meinung gebeten.

Der fünfte und letzte Teil dieser Arbeit beinhaltet abschließende Betrachtungen. Noch einmal werden alle wichtigen Aspekte in Erinnerung gerufen, sowie mögliche Erkenntnisse näher erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abstract II
II. Inhaltsverzeichnis III
III. Abbildungsverzeichnis VI
IV. Tabellenverzeichnis VII
Einleitung 1
1. Problemstellung 1
2. Zielsetzung 3
3. Gliederung 4
Teil A. Allgemeines Wählerverhalten 5
1. Medienstruktur in Österreich 5
1.1. Fernsehen 6
1.2 Printmedien 8
1.3 Radio 9
1.4 Internet 9
2. Erklärungsmodelle des Wahlverhaltens 12
2.1 Der sozialstrukturelle Ansatz 13
2.1.1 Religion 14
2.1.2 Alter 16
2.1.3 Beruf 17
2.1.5 Geschlecht 19
2.2 Der sozialpsychologische Ansatz 23
2.2.1 Parteiidentifikation 24
2.2.2 Kandidatenorientierung 26
2.2.3 Themenorientierung 28
2.3 Rational-Choice-Ansatz 30
2.4 Résumée 33
Teil B. Medienwirkungen 34
1. Medienwirkungsansätze 35
1.1 Der Agenda-Setting-Ansatz 36
1.1.1 Definition 36
1.1.2 Empirische Umsetzung - die Chapel-Hill-Studie 37
1.1.3 Weiterentwicklung des Ansatzes 39
1.1.3.1 Agenda-Building 40
1.1.3.2 Priming 41
1.2 Die Theorie der Schweigespirale 43
2. Arten von Medienwirkungen 46
2.1 Meta-Theorien der Medienwirkung 47
2.2 Veränderung des Wissens 48
2.3 Veränderung der Einstellung 51
2.4 Veränderung des Verhaltens 54
3. Rezipienten der Medienwirkungen 55
3.1 Konzept der Meinungsführung 56
3.2 Persönlichkeitsmerkmale der Rezipienten 60
3.3 Entscheidungszeitpunkt der Rezipienten 62
4. Wahlumfragen und Prognosen 65
4.1 Entstehung der Umfrageberichterstattung 65
4.2 Die Sonntagsfrage 66
4.3 Auswirkungen von Wahlumfragen 68
5. Résumée 73
Teil C. Der Wahlkampf im Medienzeitalter 75
1. Veränderungen im Wahlkampf 75
1.1 Personalisierung der Politik 77
1.2 Die De-Thematisierung der Politik 81
2. Medien im Wahlkampf 85
2.1 Informationsquellen im Wahlkampf 86
2.2 Politikverdrossenheit durch die Medien 88
3. Die TV-Konfrontation 92
4. Résumée 96
Teil D. Expertenbefragung 98
1. Methodik 98
2. Oberösterreichische Landtagswahl 2003 100
3. Ergebnisse der Expertenbefragung 102
3.1 Allgemeines Wählerverhalten 102
3.2 Landtagswahl 2003 in Oberösterreich 106
4. Résumée 114
Teil E. Abschließende Betrachtungen 116
V. Abkürzungsverzeichnis 119
VI. Literaturverzeichnis 120
1. Bücher 120
2. Internet 128
3. Sonstige 129
VII. Anhang 131
1. Interviewleitfaden für Journalisten 131
2. Interviewleitfaden für Politiker 132

Automatisiert erstellter Textauszug:

Medien können eine Änderung bzw. Vermehrung des Wissensstandes über ein bestimmtes Thema hervorrufen. Studien hierzu stellen immer wieder fest, dass diese Form der Wirkung besonders stark ist. Veränderungen des Wissenstandes beziehen sich auf verschiedene Gegenstandsbereiche, wie beispielsweise das politische Wissen.131 Woher aber beziehen Personen ihr Wissen über Politik? Neue Studien zur Selektivität politischen Wissens zeigen einen engen Zusammenhang mit der ökonomischen Theorie nach Downs (Siehe Teil A, Kapitel 2.3, S. 30). Hier wird ein rationaler Bürger unterstellt, der sein politisches Verhalten auf der Basis von Kosten-Nutzen-Kalkülen trifft. Um die Kosten zur Informationsbeschaffung möglichst gering zu halten, wird er sich auf unentgeltliche Informationen stützen. Die Massenmedien sind daher die wichtigste Quelle politischer Information, weil Politik für den Bürger nur in den wenigsten Fällen direkt erfahrbar ist.132 [...]

vorhandener Meinungen führt als zu einer Veränderung der Meinung. Eine Veränderung der Meinung fand Lazarsfeld nur in acht Prozent der untersuchten Fälle.128 Die dritte Theorie der selektiven Medienwirkungen besagt folgendes: „Manche Medienbotschaften führen bei manchen Rezipienten unter bestimmten Umständen und zu gewissen Zeiten zu einer Wirkung.“129 Ob eine Medienwirkung auftritt oder nicht hängt also von der Art der Botschaft, dem Medium, der Art der Präsentation, den Voreinstellungen der Rezipienten und den zeitlichen Umständen ab. Auf Grund des gewachsenen Wissensstands über Medienwirkungsprozesse steht also nicht mehr die Frage im Mittelpunkt, ob es Medienwirkungen gibt oder nicht, sondern unter welchen Bedingungen es zu Wirkungen kommt.130 Meta-Theorien beschreiben also das Ausmaß der Medienwirkung und in welcher Stärke und unter welchen Bedingungen die Medien Personen beeinflussen können. [...]

Um die Stärke bzw. das Ausmaß der Medienwirkung zu bestimmen, lassen sich drei Meta-Theorien unterscheiden: Theorien der starken, der schwachen und der selektiven Medienwirkung, die im Folgenden kurz erläutert werden. Die Theorie der starken Medienwirkung hat relativ wenig empirische Unterstützung gefunden. Die meisten Studien, die starke Medienwirkungen untersucht haben, zeigen bei einer genauen Betrachtung der Ergebnisse gar nicht so starke Wirkungen. Medienwirkungen werden dann als stark bezeichnet, wenn Personen sich durch die Berichterstattung stark beeinflussen lassen.126 Als ein Beispiel für starke Medienwirkungen wird immer wieder das Hörspiel „The invasion from Mars“ von Orson Welles, das 1938 in den USA im Hörfunk ausgestrahlt wurde, genannt. Im Anschluss an dieses Hörspiel kam es auf Grund einer Verkettung von unglücklichen Umständen bei manchen Zuhörern zu einer Panik. Hörer, die erst während des Hörspiels eingeschaltet haben, hielten dieses Hörspiel für Realität. Schätzungen haben ergeben, dass mehr als eine Million Menschen in Amerika damals Furcht empfunden haben und sich somit durch den Hörfunk stark beeinflussen ließen. Wenn man allerdings bedenkt, dass dieses Hörspiel von 12 Millionen Zuhörern gehört worden war, dann haben sich „nur“ zehn Prozent davon gefürchtet und nur ein winziger Bruchteil ist in echte Panik ausgebrochen. Unter Berücksichtigung der hohen Reichweite ist dies somit nicht als starke, sondern als schwache Medienwirkung zu bezeichnen.127 Die zweite Meta-Theorie der schwachen Medienwirkungen wird häufig auf die Studie von Lazarsfeld, Berelson und Gaudet (1944) zurückgeführt. Diese Studie besagte, dass Personen, die bei der amerikanischen Präsidentenwahl 1940 viel darüber in der Zeitung lasen oder im Radio hörten, mit größerer Wahrscheinlichkeit zur Wahl gingen, als andere. Das Modell der schwachen Medienwirkungen besagt also, dass die Medienberichterstattung eher zu einer Verstärkung bereits [...]

Arbeit zitieren:
Roitner, Doris Oktober 2005: Der Einfluss der Medien auf das Wählerverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wahlforschung, Nationalratswahl, Agenda-Setting, Umfrage, Wahlkampf

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren