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Der Einfluss der Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität

Der Einfluss der Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Riekeles
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 590,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Konstanz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 61
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0179-5
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0179-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riekeles, Matthias August 2006: Der Einfluss der Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Globalisierung, Technischer Fortschritt, F&E, Innovation, Steady-State

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Diplomarbeit von Matthias Riekeles

Einleitung:

Die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern ist weltweit sehr unterschiedlich. In dem Zeitraum von 1985 bis 1995 lagen die jährlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in den Entwicklungsländern mit ca. 5 % deutlich über denen der Industrieländer (durchschnittlich 2 bis 3 %). Diese Beobachtung ist im Wesentlichen auf die hohen Wachstumsraten der südostasiatischen Entwicklungs- und Schwellenländern zurückzuführen („Tigerstaaten“) - die Entwicklungsländer in Lateinamerika, im Mittleren Osten und in Afrika liegen im Durchschnitt auf dem Niveau der Wachstumsraten der Industrieländer.

Da wirtschaftliches Wachstum von komplexen Zusammenhängen bestimmt wird ist eine einzelne Ursache hierfür schwer auszumachen. Eine der wichtigsten Determinanten ist aber ohne Zweifel technischer Fortschritt: durch Forschung und Entwicklung werden Innovationen entwickelt, anhand derer unter gegebenen Ressourcen (z.B. Arbeitskräfte und Kapital) die gesamtwirtschaftliche Produktivität steigt. Je nachdem wie stark sich die Produktivität verändert, wirkt sich dies auf die Wachstumsraten der Länder aus.

In Verbindung mit Entwicklungsländern ist Globalisierung ein häufig verwendetes Schlagwort. Die Meinungen über die Auswirkungen gehen weit auseinander. Gegner der Globalisierung führen an, dass arme Länder ausgebeutet werden. Fürsprecher der Globalisierung argumentieren, dass dadurch alle Beteiligten profitieren werden. Ob und für wen Globalisierung gut oder schlecht ist, lässt sich nicht allgemein sagen, sondern hängt von der jeweiligen Perspektive und der Betrachtung einzelner Auswirkungen ab. Ökonomisch wird unter Globalisierung die immer weiter fortschreitende Integration von Märkten verstanden. So zum Beispiel die Öffnung Chinas im Jahre 1978 für internationalen Handel. Die Auswirkungen waren in der weltweiten Wirtschaft deutlich zu spüren.

Generell ist zu beobachten, dass Innovationen hauptsächlich in den technologisch führenden Industrieländern entwickelt und hergestellt werden. Die kontinuierlich steigende Produktivität und der durch die Globalisierung vergrößerte Absatzmarkt führen zu einem relativ konstanten Wirtschaftswachstum in den Industrieländern. Im Gegensatz dazu ist in Entwicklungsländern hauptsächlich die Imitation von bereits bestehenden Innovationen, die bisher in Industrieländern hergestellt wurden, zu beobachten. Zu erklären ist dies durch den Technologietransfer, da ein Teil des technischen Wissens zur Herstellung der Innovationen nicht dem Ausschlussprinzip unterliegt. So sind die Imitationskosten im Vergleich zu den Innovationskosten geringer. Das dies Rückwirkungen auf die Innovationsentscheidungen in den Industrieländern hat, ist offensichtlich.

Sobald das Produkt imitiert ist und (aufgrund der billigeren Arbeitskräfte in Entwicklungsländern) billiger angeboten wird, kommt es zu enormen Ertragsrückgängen der Innovatoren, bis hin zu deren Verdrängung vom Markt. Die Auswirkungen von Globalisierung auf den technischen Fortschritt sind demnach in die Prozesse der Neuentwicklung einer Innovation bzw. der Imitation zu unterscheiden. Die Darstellung dieser Prozesse und die Auswirkungen der Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit.

Die Erklärung unterschiedlicher Wachstumsraten zwischen armen und reichen Ländern ist eines der grundlegenden Ziele der Wirtschaftstheorie. So wird das Wirtschaftswachstum in der Neoklassischen Wachstumstheorie u.a. durch technischen Fortschritt erklärt – allerdings nur exogen. Die endogene Erklärung von technischem Fortschritt wird in die Modell der endogenen Wachstumstheorie mit einbezogen. Werden diese Modelle um Aspekte der Außenhandelstheorie erweitert, entstehen Nord-Süd-Modelle – diese sind die Grundlage der folgenden Analysen.

Gang der Untersuchung:

Zunächst werden in Abschnitt 1.2 die wesentlichen Begriffe „Globalisierung“ und „Innovationsaktivität“ genauer abgegrenzt.

In Abschnitt 1.3 folgt ein Literaturüberblick, der die später behandelten Modelle in die bisherige Literatur der Wirtschaftstheorie eingliedern lässt und die Veränderungen der Modelle aufzeigt.

Um diese Prozesse näher zu untersuchen, wird in Kapitel 2 mit einem Zwei-Länder-Modell von Barro und Sala-i-Martin (1997) unter stark vereinfachenden Annahmen der Imitationsprozess und dessen Auswirkungen auf die Wachstumsraten zweier unterschiedlicher Länder untersucht.

In Kapitel 3 folgt dann ein komplexeres Nord-Süd-Modell, in dem sowohl der Innovationsprozess und die Rückwirkungen der Imitation auf diesen, als auch die Auswirkungen von Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität untersucht werden. Auf dieses Modell aufbauend, folgen zudem eine Kritik und ein Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsarbeit.

Die Arbeit endet in Kapitel 4 mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und einem Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Variablenverzeichnis iii
Abbildungsverzeichnis vi
1 Einführung 1
1.1 Motivation und Problemstellung 1
1.2 Begriffsabgrenzungen 3
1.2.1 Globalisierung 3
1.2.2 Innovationsaktivität 4
1.3 Literatureinordnung 6
1.3.1 Neoklassische Wachstumstheorie 7
1.3.2 Endogene Wachstumstheorie 8
1.3.3 Endogene Wachstumstheorie mit Außenhandel 10
2. Diffusion 12
2.1 Modellstruktur 13
2.1.1 Endproduktsektor 14
2.1.2 Zwischenproduktsektor 14
2.1.3 F&E-Optimierung 16
2.1.4 Nutzenmaximierung der Konsumenten 19
2.2 Steady-State 19
2.3 Verlauf der Imitationskosten 21
2.3.1 Steigende Imitationskosten 21
2.3.2 Konstante Imitationskosten 24
2.3.3 Über die Innovationskosten hinaus steigende Imitationskosten 26
2.4 Ausländische Direktinvestitionen und geistige Eigentumsrechte 27
2.5 Reduzierung der Monopolmacht 29
2.6 Zwischenfazit 29
3. Innovationsaktivität 30
3.1 Modellstruktur 30
3.1.1 Nutzenmaximierung der Haushalte 32
3.1.2 Konsumgutsektor 35
3.1.3 F&E-Sektor 37
3.1.4 Wertpapiermarkt 40
3.1.5 Steady-State-Bedingungen für F&E 42
3.1.6 Qualitätsdynamik 44
3.1.7 Arbeitsmarkt 46
3.2 Steady-State 48
3.2.1 Existenz eines Steady-State Gleichgewichts 48
3.2.2 Haupteigenschaften des Steady-State 51
3.2.3 Geistige Eigentumsrechte 53
3.3 Zwischenfazit 54
3.4 Kritik und Ausblick 55
4. Zusammenfassung und Fazit 57
Literaturverzeichnis 58

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Variablenverzeichnis iii
Abbildungsverzeichnis vi
1 Einführung 1
1.1 Motivation und Problemstellung 1
1.2 Begriffsabgrenzungen 3
1.2.1 Globalisierung 3
1.2.2 Innovationsaktivität 4
1.3 Literatureinordnung 6
1.3.1 Neoklassische Wachstumstheorie 7
1.3.2 Endogene Wachstumstheorie 8
1.3.3 Endogene Wachstumstheorie mit Außenhandel 10
2. Diffusion 12
2.1 Modellstruktur 13
2.1.1 Endproduktsektor 14
2.1.2 Zwischenproduktsektor 14
2.1.3 F&E-Optimierung 16
2.1.4 Nutzenmaximierung der Konsumenten 19
2.2 Steady-State 19
2.3 Verlauf der Imitationskosten 21
2.3.1 Steigende Imitationskosten 21
2.3.2 Konstante Imitationskosten 24
2.3.3 Über die Innovationskosten hinaus steigende Imitationskosten 26
2.4 Ausländische Direktinvestitionen und geistige Eigentumsrechte 27
2.5 Reduzierung der Monopolmacht 29
2.6 Zwischenfazit 29
3. Innovationsaktivität 30
3.1 Modellstruktur 30
3.1.1 Nutzenmaximierung der Haushalte 32
3.1.2 Konsumgutsektor 35
3.1.3 F&E-Sektor 37
3.1.4 Wertpapiermarkt 40
3.1.5 Steady-State-Bedingungen für F&E 42
3.1.6 Qualitätsdynamik 44
3.1.7 Arbeitsmarkt 46
3.2 Steady-State 48
3.2.1 Existenz eines Steady-State Gleichgewichts 48
3.2.2 Haupteigenschaften des Steady-State 51
3.2.3 Geistige Eigentumsrechte 53
3.3 Zwischenfazit 54
3.4 Kritik und Ausblick 55
4. Zusammenfassung und Fazit 57
Literaturverzeichnis 58

Textprobe:

Kapitel 1.3.3, Endogene Wachstumstheorie mit Außenhandel: Die Außenhandelstheorie führt zu der Erkenntnis, dass internationaler Handel durch Arbeitsteilung im Vergleich zur Autarkie für alle beteiligten Volkswirtschaften Vorteile bringt. Jedes Land spezialisiert sich auf die Tätigkeiten, bei denen es im Vergleich zu anderen Ländern einen komparativen Vorteil hat. Die Vorteile sind aber immer von statischer Art. Veränderungen von Wachstumsraten können durch die Außenhandelstheorie daher nicht erklärt werden. Die Hypothese, dass sich internationaler Handel zwischen offenen Ländern im Vergleich zu geschlossenen Ländern positiv auf deren Wirtschaftswachstum auswirkt, wurde dagegen zahlreich empirisch bestätigt.

Um dies theoretisch zu hinterlegen, wurden die oben genannten Modelle der endogenen Wachstumstheorie um Außenhandel erweitert. Im Unterschied zu Erweiterungen der neoklassischen Wachstumstheorie wird vor allem der Einfluss einer Öffnung von Volkswirtschaften auf den technischen Fortschritt untersucht. Die Erweiterung eines Modells mit variablem Technologieparameter bietet sich an, da Produktinnovationen ein wesentlicher Faktor von Wachstum sind. Zunächst haben Rivera-Batiz und Romer (1991) das Variety-Modell von Romer (1990) um Außenhandel zwischen zwei absolut identischen Ländern erweitert. Um Effekte einer Marktintegration technisch zurückliegender Ländern zu untersuchen sind zusätzliche Erweiterungen nötig.

Diese Modelle werden als Nord-Süd-Handelsmodelle bezeichnet. Die Unterscheidung in die zwei Regionen „Norden“ und „Süden“ lag bei der Einteilung von Ländern nach ihrem (technischen) Entwicklungsstand nahe. Je nach Betrachtungsweise wären heute die Regionen besser mit „Westen“ und „Osten“ zu bezeichnen. Um die Modelle weiterhin einheitlich zu halten werden aber die alten Begriffe weiter verwendet. Grossman und Helpman haben gezeigt, dass internationaler Freihandel zu einer Verlagerung von bisher in F&E Beschäftigten hin zur Produktion führen kann. Daraus folgt offensichtlich ein verlangsamter technischer Fortschritt. Handelsliberalisierung führt allerdings in der Regel auch zu einem höheren Wettbewerb auf den Produktmärkten.

Dieser Wettbewerbseffekt hängt eng mit der Imitations-Problematik zusammen. Es stellt sich die Frage, wie die Anreize für Innovationen in entwickelten Ländern davon beeinflusst werden, wenn sie mit weniger entwickelten Ländern (die versuchen deren Produkte zu imitieren) Handel betreiben. So wurde beobachtet, dass Produkte zuerst im Norden hergestellt werden und die Produktion später in den Süden verlagert wird. Dies war die Grundlage für Vernons (1966) Theorie über den Produkt-zyklus im internationalen Handel. In einem Modell formalisiert wurde Vernons Theorie erstmals von Krugman (1979), bei dem die Innovationsrate im Norden und die Imitati-onsrate im Süden exogen sind. Das Modell wurde schrittweise erweitert: Grossman und Helpman (1991a bzw. 1991d, Kapitel 11 und 12) und Segerstrom (1991) entwickelten ein Modell mit endogener Innovation und endogener Imitation.

Das Modell von Dinopoulos und Segerstrom (2005) baut auf das Modell von Grossman und Helpman (1991a) auf, verbessert dies aber in einigen Annahmen und vereinfacht die mathemati-sche Lösung deutlich. Sie folgen dem Modell von Segerstrom (1998), der gezeigt hat, dass Skaleneffekte aus Qualitätsleiter-Modellen beseitigt werden können, indem eine über die Zeit ansteigende F&E-Schwierigkeit angenommen wird. Das Modell weist die typischen Eigenschaften des oben genannten Produktlebenszyklus auf: Zuerst werden im technisch führenden Norden durch innovative F&E neue oder verbesserte Produkte entwickelt, hergestellt und in den Süden exportiert. Sobald im Süden durch imitative F&E die Produkte hergestellt werden können, verlagert sich die Produktion aufgrund des komparativen Vorteils beim Faktor Arbeit komplett in den Süden und wird in den Norden exportiert. Die nun folgende Analyse des Einflusses von Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität findet in dem soeben beschriebenen Rahmen von Nord-Süd-Handelsmodellen statt.

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Arbeit zitieren:
Riekeles, Matthias August 2006: Der Einfluss der Globalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsaktivität, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Globalisierung, Technischer Fortschritt, F&E, Innovation, Steady-State

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