Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen

Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Kruse
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 51 Seiten
  • Dateigröße: 636,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9823-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kruse, Thomas Mai 2006: Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltökonomie, Koalitionstheorie, Spieltheorie, Payoffs, R&D

Diplomarbeit von Thomas Kruse

Einleitung:

Aufgrund der in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer offener zu Tage tretenden globalen Umweltschäden, verursacht durch die zunehmende Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden durch eine immer weiter wachsende Weltwirtschaft und zunehmende Industrialisierung auch in Entwicklungsländern, nimmt die Bedeutung erfolgreicher internationaler Umweltabkommen, die zu einer deutlichen Entlastung der Umwelt führen, immer weiter zu.

Der Verursacherstaat einer global umweltbelastenden Aktivität verursacht nicht nur in seinem Land Schäden, sondern auch in anderen Staaten, die er aber bei der Entscheidung über sein Emissionsniveau nicht berücksichtigt. Wegen dieser Externalitäten führen die Emissionsentscheidungen der einzelnen Staaten nicht zu einem globalen Optimum im Spannungsfeld zwischen den Kosten der Umweltschäden einerseits und den Vorteilen umweltbelastender Aktivitäten andererseits, sondern zu einer übermäßigen Belastung und Zerstörung der Ressource Umwelt.

Durch internationale Umweltkooperation kann eine Internalisierung der externen Effekte erreicht werden, die zu einer Emissionsreduktion und damit zu einer Erhöhung der globalen Wohlfahrt führt. Dabei bilden die kooperationsbereiten Staaten eine Koalition und verpflichten sich in einem internationalen Umweltabkommen (engl.: International Environmental Agreement, IEA) zu einer Reduktion ihrer umweltbelastenden Aktivität. Bekannte Beispiele für internationale Umweltabkommen in der Realität sind das Montreal Abkommen von 1987 zur Reduktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und das Kyoto Protokoll von 1997 zur Reduktion von Treibhausgasen.

Häufig lassen sich jedoch entweder Umweltabkommen mit einer großen Anzahl beteiligter Staaten, aber nur geringen Verringerungsverpflichtungen, oder Umweltabkommen mit ehrgeizigen Verpflichtungen, aber nur geringer Beteiligung beobachten. Diese Tatsache weist darauf hin, dass sich die Umsetzung der internationalen Umweltzusammenarbeit mit erheblichen Problemen konfrontiert sieht, die durch Abbildung der Realität in einem abstrahierenden Modell einer wirtschaftstheoretischen Analyse zugänglich gemacht werden können.

Zwei dieser Probleme seien hier näher betrachtet: Erstens muss die Beteiligung an einem Umweltabkommen für alle Staaten profitabel sein, d. h. ihre individuelle Wohlfahrt muss sich durch die Beteiligung an dem Abkommen erhöhen. Geht man in der Modellwelt von symmetrischen Ländern aus, d. h. von Ländern, die ihre Grenzschäden gleich einschätzen und gleiche Grenzvermeidungskosten haben, ist dieses Problem in der Regel lösbar, denn jedes Land profitiert im Falle des Zustandekommens des Abkommens nicht nur von seiner eigenen Emissionsreduktion, für die ihm entsprechende Kosten entstehen, sondern auch kostenlos von der Emissionsreduktion aller anderen beteiligten Länder. Tatsächlich bestehen jedoch zwischen den Regionen der Welt große ökonomische und ökologische Assymmetrien, so dass viele Länder, z. B. aus der dritten Welt, die Kosten von Emissionsreduktionen höher bewerten und die Vorteile aus der Umweltverbesserung geringer schätzen als andere Länder, z. B. die meisten Industrieländer. Zweitens muss ein internationales Umweltabkommen selbstdurchsetzend sein, d. h. die betroffenen Länder müssen bereit sein, die in dem Umweltabkommen enthaltenen Verpflichtungen umzusetzen und einzuhalten.

Es gibt im inter-nationalen Bereich keine übergeordnete Institution, die Staaten dazu zwingen kann, sich an einem für sie profitablen Umweltabkommen zu beteiligen und die Emissionsziele einzuhalten. Vielmehr besteht ein Freifahreranreiz selbst dann, wenn das Abkommen für alle Länder profitabel ist: Durch die Umweltkooperation lässt sich zwar die individuelle Wohlfahrt eines einzelnen Staates erhöhen, aber noch weiter lässt sich dessen Wohlfahrt erhöhen, wenn er freifährt, d. h. sich entweder gar nicht erst beteiligt (Freifahrer des ersten Typs) oder sich zwar zu-nächst beteiligt, aber die vereinbarten Ziele nicht einhält (Freifahrer des zweiten Typs), während alle anderen Länder ihre Verpflichtungen umsetzen.

Der Grund dafür ist, dass die Vorteile internationaler Umweltzusammenarbeit nicht eingrenzbar sind, da globale Umweltqualität ein öffentliches Gut ist, von dem niemand ausgeschlossen werden kann. Der Freifahrer kommt in den Genuss der globalen Umweltverbesserung, ohne sich an den Kosten beteiligen zu müssen. Je größer die Anzahl der kooperierenden Staaten ist, desto größer ist dieser individuelle Freifahreranreiz, dem jedes Land gleichermaßen unterliegt. Daher ist die Kooperation, selbst wenn sie für alle individuell profitabel ist, ab einer bestimmten Anzahl beteiligter Staaten instabil. Das bedeutet, dass nur die so genannte LPS-Koalition die Umweltkooperation umsetzt. In der Realität ist, wie bereits erwähnt, zu beobachten, dass diese Koalition häufig klein ist.

Zur Überwindung der dargestellten Probleme der Umweltkooperation sind in der umweltökonomischen Literatur verschiedene Vertragsgestaltungselemente entwickelt und diskutiert worden. Ein mögliches Element wird als Issue Linkage bezeichnet; die Grundidee dieses Instruments zur Erhöhung der Beteiligung ist in Abschnitt 2 dargestellt. In Abschnitt 3.1 wird ein theoretisches Modell vorgestellt, mit dessen Hilfe der Effekt von Issue Linkage näher untersucht wird. Nach der Ein-ordnung des Modells innerhalb der Koalitionstheorie (Abschnitt 3.2) wird das Modell rekursiv gelöst (Abschnitt 3.3). In Abschnitt 4 werden die Auswirkungen von Issue Linkage auf die globale Wohlfahrt beispielhaft für drei Kombinationen von Parameterwerten dargestellt. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse werden in Abschnitt 5 zunächst die Externalitäten des Umweltabkommens und des R&D-Abkommens untersucht und dann ihr Einfluss auf die Entwicklung der globalen Wohlfahrt für die drei Beispiele dargestellt. Abschnitt 6 unterzieht das hier verwendete Modell einer kritischen Betrachtung und Abschnitt 7 gibt einige Anregungen für weiterführende Untersuchungen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1. Einführung 1
2. Die Grundidee von Issue Linkage 4
3. Das Modell von Carraro und Siniscalco (1997) 5
3.1 Die Modellannahmen 5
3.2 Einordnug des Modells innerhalb der Koalitionstheorie 8
3.3 Die Entscheidungsfolge des Modells 11
3.3.1 Die Höhe der Produktion und der R&D-Ausgaben 11
3.3.2 Die optimal Emissionsreduktion 15
3.3.3 Stabile Koalitionen 18
4. Beurteilung von Issue Linkage 25
4.1 Auswirkungen auf die globale Wohlfahrt 25
4.2 Die Welt ohne Issue Linkage 26
4.3 Die Welt mit Issue Linkage 30
5. Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage 32
5.1 Positive und negative Externalitäten bei der Koalitionsbildung 32
5.2 Die positive Externalität im reinen Umweltabkommen 33
5.3 Die Externalitäten im reinen R&D-Abkommen 34
5.4 Externalitäten und Issue Linkage 36
6. Bewertung des Modells 38
7. Schlussbemerkungen 40
Literaturverzeichnis 43
Eidesstattliche Versicherung 46

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abb. 1: Stabilitätsfunktion A(j) − A0(j – 1) für µ = 0,05 und χ = 2 Die Bedingung (31) ist also im Falle eines reinen Umweltabkommens unabhängig von den Parameterwerten für j1* = 3 erfüllt, d. h. die LPSKoalition besteht in diesem Fall also immer aus drei Signatarstaaten. Dieses Ergebnis findet sich in vielen Beiträgen der umweltökonomischen Literatur42 und deckt sich auch mit der Beobachtung in der Realität, dass reine Umweltabkommen mit ehrgeizigen Verpflichtungen in der Regel nur von wenigen Staaten umgesetzt werden43. Solche allgemein gültigen Aussagen lassen sich jedoch für die Profitabilitätsfunktion und die Stabilitätsfunktion des verbundenen Abkommens nicht machen. Wie in Abschnitt 2 bereits erläutert, liegt die Vermutung nahe, dass die LPS-Koalition des IEA durch die Verbindung mit dem R&DAbkommen vergrößert werden kann, weil ein Abkommen über ein öffentliches Gut mit großem Freifahrer-Anreiz mit einem Club-GutAbkommen, bei dem Nicht-Mitglieder von den Vorteilen ausgeschlossen werden können, verbunden wird, d. h. die Stabilität des Club-GutAbkommens wird quasi auf das Abkommen über das öffentliche Gut ausgedehnt. Außer dem Vermeidungseffekt A bzw. A0 bestehen die Profitabilitätsfunktionen im Fall eines verbundenen Abkommens noch [...]

wobei die Stabilitätsfunktion L(j) durch L(j) = P(j) − Q(j−1) gegeben ist. Diese Definition der Stabilitätsfunktion ist abgeleitet aus der Definition der internen und externen Stabilität in Abschnitt 3.2. Die Nullstelle der Stabilitätsfunktion ist erreicht, wenn weder ein Signatarstaat durch seinen Austritt aus der Koalition noch ein Nicht-Signatarstaat durch seinen Beitritt seine Profitabilität erhöhen kann. Die Komponente A(j) der Gleichung (24a) umfasst die Auswirkungen des reinen Umweltabkommens auf die Payoffs eines Signatarstaates, denn diese Komponente wäre für die Profitabilität und Stabilität einer Koalition bestimmend, wenn man ein reines IEA betrachten würde41. Betrachtet man nur die Komponente A(j) der Funktion Pi(j), erhält man unter Berücksichtigung der Gleichungen (26) als Profitabilitätsfunktion (32) A(j) = µ2(j2 − 2j + 2n)/2χ > 0 für alle 2 ≤ j ≤ n. Der Vermeidungseffekt wirkt also in jedem Fall positiv auf die Profitabilität der Signatarstaaten. Für die Stabilitätsfunktion erhält man A(j) − A0(j – 1) = ∆A(j) = µ2(4j − j2 − 3)/2χ, die unabhängig von n ist und die j-Achse, unabhängig von den angenommenen Werten für µ und χ, bei j1* = 3 von oben nach unten schneidet und dann nur noch negativ ist: [...]

operativ verhalten, innerhalb der Koalition aber die gemeinsame Wohlfahrt aller Signatarstaaten maximieren, während die Nicht-Signatarstaaten nur ihre individuelle Wohlfahrt maximieren. Daher ist in Gleichung (24b) zum Zweck der richtigen Differentiation nach der Emissionsreduktion im Land k qk und der Emissionsreduktion in jedem anderen Nicht-Signatarstaat qh zu unterscheiden. Man erhält für den Teil A0(j) von Qk(j): (25) A0(j) = − ½χ(qk)2 + µ(jqi + qk + (n − j −1)qh). Die bekannte39 Bedingung für die optimale Emissionsreduktion lautet also für Signatarstaaten individuelle Grenzvermeidungskosten gleich Summe der Grenzschäden der Signatarstaaten, und für Nicht-Signatarstaaten individuelle Grenzvermeidungskosten gleich individuelle Grenzschäden. Man erhält die optimale Emissionsreduktion in den Signatarstaaten (26a) (26b) qi = µj/χ qk = µ/χ. und die optimale Emissionsreduktion in den Nicht-Signatarstaaten Die Nicht-Signatarstaaten haben also hinsichtlich ihrer Emissionsreduktion eine dominante Strategie bezüglich der Anzahl der Signatarstaaten, während die Emissionsreduktion eines Signatarstaates mit der Anzahl der Signatarstaaten ansteigt. Um aussagekräftige Ergebnisse des Modells zu erhalten, sind noch zwei weitere Restriktionen zu beachten. Erstens dürfen die R&D-Bemühungen der Firmen nicht dazu führen, dass die Grenzkosten der Produktion negativ werden. Die Ableitung der Gleichung (2a) nach yi ergibt die Grenzkosten der Produktion einer Firma in einem Signatarstaat40: (27) (28) ci(xi,x-i) = c − xi − βΣhxh ≥ 0 c = a(1 + β(n − 1))/bg(n + 1). i,h ∈ S. Diese Bedingung kann durch folgende Normalisierung erfüllt werden: [...]

Arbeit zitieren:
Kruse, Thomas Mai 2006: Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltökonomie, Koalitionstheorie, Spieltheorie, Payoffs, R&D

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren