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Die Eignung gängiger Indikatoren der Technischen Analyse zur Performancesteigerung

Eine theoretische Analyse und empirische Untersuchung mit ausgewählten Dax-Werten

Die Eignung gängiger Indikatoren der Technischen Analyse zur Performancesteigerung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulrich Tebert
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 624,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
  • Bibliografie: ca. 30
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0017-0
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0017-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tebert, Ulrich Juni 2006: Die Eignung gängiger Indikatoren der Technischen Analyse zur Performancesteigerung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitalmarkt, Börse, Aktien, Indikatoren, Finanzwirtschaft

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Diplomarbeit von Ulrich Tebert

Einleitung:

Die Wirtschaftspresse vergleicht regelmäßig unterschiedliche Kapitalanlageformen. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass die Aktienanlage unter Renditegesichtspunkten langfristig die attraktivste Kapitalanlagemöglichkeit darstellt. Auch der „Altmeister der Börse“ André Kostolany propagierte Aktien zu kaufen, diese über viele Jahre im Depot zu verwahren und sich anschließend von der positiven Wertentwicklung überraschen zu lassen. Dass diese, auch als Buy-and-Hold-Strategie (B&H-Strategie) bezeichnete Vorgehensweise nicht immer die beste Möglichkeit darstellt, investiertes Kapital an der Börse maximal zu verzinsen, zeigt die Erfahrung aus den Jahren 1994 bis 2003. Die Mehrzahl der im Deutschen Aktienindex (DAX-Index) notierten Werte brach nach einem mehrjährigen Kursanstieg so stark ein, dass diese letztlich zum Ende des 9-Jahres-Zeitraumes keine positive Rendite vorweisen konnten.

Im Gegensatz zur B&H-Strategie versuchen Aktienanalyseverfahren die Schwankungen des allgemeinen Markttrends durch die Bestimmung spezifischer Kauf- und Verkaufzeitpunkte profitabel auszunutzen. Das Ziel der Aktienanalyse besteht grundsätzlich darin, die Performance der Gesamtmarktentwicklung (entsprechend der B&H-Strategie) zu übertreffen. In Banken und Investmenthäusern wird die Aktienanalyse primär in Form zweier vollkommen unterschiedlicher Ansätze praktiziert: der Fundamentalanalyse (FA) und der Technischen Analyse (TA), wobei die FA das am weitesten verbreitete Konzept darstellt.

Die FA ist der Auffassung, dass Aktienkursentwicklungen maßgeblich von der Entwicklung gesamtwirtschaftlicher und unternehmensbezogener Größen bestimmt wird. Sie versucht durch die Auswertung von internen und externen Unternehmensdaten den „inneren Wert“ eines Unternehmens zu ermitteln, da sie diesen als kursbestimmenden Faktor betrachtet. Aufgrund der aufwändigen Beschaffung und Analyse einer Vielzahl aktueller Daten bleibt diese Analyse-methode jedoch vorwiegend den professionellen Analysten vorbehalten.

Die Technische Aktienanalyse (TAA) beschränkt sich hinsichtlich der Bestimmung lukrativer Kauf- und Verkaufsignale dagegen ausschließlich auf die Analyse des Börsenkurses. Ihrem Konzept liegt die Annahme zugrunde, dass sich aus den Kursbewegungen der Vergangenheit zukünftige Kursentwicklungen bestimmen lassen. Durch die Verbreitung des Internets und dem großen Angebot an Börsensoftware bleibt die Beschaffung und die Auswertung von Kursdaten heute nicht mehr nur den professionellen Analysten vorbehalten.

Die Beschränkung auf historische Kursdaten ermöglicht jedem Kapitalanleger die Nutzung dieses Aktienanalyseverfahrens, wirft aber auch die Frage auf, ob Börsenschwankungen tatsächlich so lukrativ ausgenutzt werden können, dass Performancesteigerungen gegenüber einer B&H-Strategie erzielbar sind.

Die TAA lässt sich grundsätzlich unterteilen in „Charttechnik“ und „Markttechnik“ („Indikatorentechnik“). Der Charttechniker nutzt als primäres Analyseinstrument den Kurschart. Zur Bestimmung zukünftiger Aktienkursverläufe zeichnet er z.B. Trendlinien oder Formationen ein. Durch den Mangel an standardisierten Kursausprägungen impliziert die Anwendung der Chartanalyse ein großes Maß an Subjektivität. Die fehlende Operationalisierbarkeit dieser Methodik lässt diesen Teilbereich der TAA ungeeignet erscheinen, nachvollziehbare Untersuchungen hinsichtlich ihrer Eignung zur Performancesteigerung durchzuführen.

Die Markttechnik dagegen verwendet im Rahmen der computergestützten Auswertung mathematische Berechnungen für die Generierung von Handelssignalen. Es wird z.B. ein Indikator basierend auf Kursveränderungen berechnet, der die Kraft oder Schwäche einer laufenden Kursbewegung misst. Nur dieser objektive Bestandteil der TAA erlaubt, empirische, eindeutig nachvollziehbare Untersuchungen durchzuführen, die Anhaltspunkte dafür liefern können, ob sich mit dieser Methodik Überrenditen erzielen lassen.

Die Markttechnik verfügt heute über eine immense Anzahl an Indikatoren, die für die Aktienanalyse verwendet werden können. Wegen des eingeschränkten Umfanges der Arbeit kommt nur eine selektive Auswahl an Indikatoren für eine Untersuchung in Form eines empirischen Tests in Betracht, die sich an den Angaben der einschlägigen Literatur orientiert. Indikatoren, die als weit verbreitet angesehen werden, fließen in die Untersuchung mit ein.

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, herauszuarbeiten, ob sich eine Auswahl gängiger Indikatoren der TAA eignet eine Performancesteigerung gegenüber einer B&H-Strategie zu erzielen.

Gang der Untersuchung:

Die Auseinandersetzung mit der Problemstellung erfolgt zu Beginn unter dem Aspekt, ob die TA grundsätzlich geeignet erscheint, Aktienanalyse gewinnbringend zu betreiben. Die Darstellung der Grundannahmen der TA vermittelt zunächst das grundlegende Verständnis ihrer Philosophie, das für ihren erfolgreichen Einsatz unverzichtbar ist. Der anschließende Vergleich von Ansätzen der FA mit der TA und die Herausarbeitung der jeweiligen Stärken und Schwächen der Analyseverfahren sollen Anhaltspunkte dafür liefern, inwiefern der zur FA grundlegend verschiedene Ansatz der TA geeignet erscheint, Aktienanalyse effizient einzusetzen. Ferner wird die Philosophie der TA vor dem Hintergrund der Random-Walk-Hypothese und der Markteffizienzhypothese kritisch betrachtet. Ein Beweis gegen die Validität der Hypothesen würde die grundsätzliche Eignung der TA zur Performancesteigerung untermauern.

Im dritten Kapitel erfolgt eine ausführliche Darstellung der Berechnung und der Interpretation gängiger Indikatoren, die später in den Performancetests verwendet werden. Die Analysemethoden werden hinsichtlich ihres spezifischen Einsatzes gegliedert dargestellt und bezüglich ihrer Anwendungsmöglichkeiten kritisch beurteilt.

In Kapitel 4 sind eingangs die Ergebnisse einer Befragung von Banken und Brokerhäusern dargestellt, die Aufschluss über den aktuellen Stellenwert der TA und über die in der Praxis am häufigsten verwendeten Indikatoren liefern soll. Die im Anschluss dargestellten Tests liefern empirische Hinweise dafür, ob die jeweiligen Indikatoren zur Performancesteigerung geeignet sind.

Das fünfte Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf Entwicklungsmöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 3
2. Aktienanalyseverfahren und deren Legitimation 4
2.1 Die Technische Aktienanalyse 4
2.1.1 Grundannahmen und Prämissen der Technischen Aktienanalyse 4
2.1.2 Zielsetzung und Einteilung der Technischen Analyse 7
2.1.2.1 Elemente der Charttechnik 8
2.1.2.2 Einführung in die Indikatorentechnik 10
2.2 Die Fundamentalanalyse 12
2.3 Gegenüberstellung und kritische Betrachtung der technischen und fundamentalen Aktienanalyse 13
2.4 Die Existenzberechtigung der Aktienanalyse vor dem Hintergrund der Random-Walk-Hypothese und der Markteffizienz 16
3. Instrumente der Indikatorenanalyse 21
3.1 Trendfolgeindikatoren 21
3.1.1 Gleitende Durchschnitte 21
3.1.2 Moving Average Convergence/Divergence System (MACD) 25
3.2 Oszillatoren 28
3.2.1 Das Konzept der Oszillatoren 28
3.2.2 Momentum 30
3.2.3 Relative Strength Index (RSI) 33
3.3 Trendbestimmungsindikatoren 37
3.3.1 Directional Movement Index (DMI) 37
3.3.2 Average Directional Movement Index (ADX) 40
3.4 Kritische Betrachtung der Indikatorenanalyse 41
4. Empirische Untersuchung gängiger Indikatoren 43
4.1 Erhebung zur Anwendung der Technischen Analyse und insbesondere der Indikatorenanalyse in der Praxis 43
4.1.1 Stellenwert der Technischen Analyse in der Praxis 43
4.1.2 Anwendung technischer Analyseinstrumente in der Praxis 44
4.2 Testbedingungen und Systemeinstellungen zum Performancetest 45
4.2.1 Auswahl der Untersuchungsobjekte 46
4.2.2 Die Testsoftware 47
4.2.3 Festlegung der Testbedingungen 48
4.3 Testergebnisse 50
4.3.1 Gleitende Durchschnitte 50
4.3.1.1 Ein Gleitender Durchschnitt 50
4.3.1.2 Zwei Gleitende Durchschnitte 53
4.3.1.3 Drei Gleitende Durchschnitte 54
4.3.1.4 Fazit Gleitende Durchschnitte 56
4.3.2 MACD 57
4.3.3 Momentum 58
4.3.4 RSI 60
4.3.5 Kombination des ADX mit einem Oszillator und einem Trendfolgemodell 62
5. Zusammenfassung und Ausblick 65
Anhang 69
Literaturverzeichnis 76

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 3
2. Aktienanalyseverfahren und deren Legitimation 4
2.1 Die Technische Aktienanalyse 4
2.1.1 Grundannahmen und Prämissen der Technischen Aktienanalyse 4
2.1.2 Zielsetzung und Einteilung der Technischen Analyse 7
2.1.2.1 Elemente der Charttechnik 8
2.1.2.2 Einführung in die Indikatorentechnik 10
2.2 Die Fundamentalanalyse 12
2.3 Gegenüberstellung und kritische Betrachtung der technischen und fundamentalen Aktienanalyse 13
2.4 Die Existenzberechtigung der Aktienanalyse vor dem Hintergrund der Random-Walk-Hypothese und der Markteffizienz 16
3. Instrumente der Indikatorenanalyse 21
3.1 Trendfolgeindikatoren 21
3.1.1 Gleitende Durchschnitte 21
3.1.2 Moving Average Convergence/Divergence System (MACD) 25
3.2 Oszillatoren 28
3.2.1 Das Konzept der Oszillatoren 28
3.2.2 Momentum 30
3.2.3 Relative Strength Index (RSI) 33
3.3 Trendbestimmungsindikatoren 37
3.3.1 Directional Movement Index (DMI) 37
3.3.2 Average Directional Movement Index (ADX) 40
3.4 Kritische Betrachtung der Indikatorenanalyse 41
4. Empirische Untersuchung gängiger Indikatoren 43
4.1 Erhebung zur Anwendung der Technischen Analyse und insbesondere der Indikatorenanalyse in der Praxis 43
4.1.1 Stellenwert der Technischen Analyse in der Praxis 43
4.1.2 Anwendung technischer Analyseinstrumente in der Praxis 44
4.2 Testbedingungen und Systemeinstellungen zum Performancetest 45
4.2.1 Auswahl der Untersuchungsobjekte 46
4.2.2 Die Testsoftware 47
4.2.3 Festlegung der Testbedingungen 48
4.3 Testergebnisse 50
4.3.1 Gleitende Durchschnitte 50
4.3.1.1 Ein Gleitender Durchschnitt 50
4.3.1.2 Zwei Gleitende Durchschnitte 53
4.3.1.3 Drei Gleitende Durchschnitte 54
4.3.1.4 Fazit Gleitende Durchschnitte 56
4.3.2 MACD 57
4.3.3 Momentum 58
4.3.4 RSI 60
4.3.5 Kombination des ADX mit einem Oszillator und einem Trendfolgemodell 62
5. Zusammenfassung und Ausblick 65
Anhang 69
Literaturverzeichnis 76

Textprobe:

Kapitel 4.3.1.2, Zwei Gleitende Durchschnitte: Das Modell mit zwei GD erzeugte Handelssignale, wie in Kapitel 4.2.1 beschrieben, durch Kreuzen der GD. Drei Glättungseinstellungen wurden entsprechend den Literaturangaben übernommen.

Die Kombination von zwei GD erzielt deutlich bessere Renditen als das Modell mit einem GD. Die Kreuzung von zwei GD erfolgt grundsätzlich deutlich träger als der Verlauf eines GD, wodurch weniger kapitalzehrende Fehlsignale ausgelöst werden. Bedeutend mehr Einzelergebnisse resultieren positiv. In insgesamt sechs Fällen erzielte das Modell höhere Renditen als B&H. Nicht nur die Aktien, die ausgeprägte Trends aufweisen, auch die volatileren Kursverläufe performen mit diesem Modell vergleichsweise deutlich besser.

Auffällig ist, dass bei der Mehrzahl der Aktien die Erträge mit steigender Glättungseinstellung besser ausfallen. Die kurze Glättungseinstellung (10/50) ist für die langfristige Aktienanalyse ungeeignet. Die offensichtlich zu schnelle Reaktionsfähigkeit dieser Einstellung zeigt sich auch in der hohen Anzahl der Trades (32).

Die in der Literatur am häufigsten genannte Standardeinstellung von 38/200 führt im Durchschnitt zu relativ guten Resultaten. Besonders hervorzuheben ist das positive Ergebnis der Allianz-Aktie. Die Partizipation am erwähnten Abwärtstrend wurde mit dieser Strategie offensichtlich noch besser verhindert. Der wesentlich volatilere, fünf Jahre andauernde Abwärtstrend der Daimler-Chrysler Aktie konnte mit dieser Einstellung jedoch nicht entsprechend gut abgefangen werden.

Eine generell gute Verwendbarkeit kann dieser Test der 38/200-Einstellung jedoch nicht bescheinigen. Die ermittelten optimierten Werte (30/153) weichen von der Standardeinstellung stark ab und führen bei fast allen Aktien zu den höchsten Gewinnen, auch wenn der Durchschnitt noch leicht unterhalb der Performance von B&H liegt. Ein sehr gutes Ergebnis liefert diese Einstellung am Test des DAX-Indexes. Seine Anwendung hätte nicht nur die 38/200-Ergebnisse deutlich übertroffen, sogar das Resultat der B&H-Strategie wurde über den 24-Jahres-Zeitraum überboten. Die Einstellung ist somit offensichtlich für die langfristige Analyse zweckmäßiger als die zitierte Standardeinstellung.

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Arbeit zitieren:
Tebert, Ulrich Juni 2006: Die Eignung gängiger Indikatoren der Technischen Analyse zur Performancesteigerung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitalmarkt, Börse, Aktien, Indikatoren, Finanzwirtschaft

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