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Die Eignung von Stock-Option-Plänen als internes Anreiz- und Überwachungsinstrument der Unternehmungsleitung in deutschen Aktiengesellschaften

Die Eignung von Stock-Option-Plänen als internes Anreiz- und Überwachungsinstrument der Unternehmungsleitung in deutschen Aktiengesellschaften
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Roland Knieps
  • Abgabedatum: Januar 2000
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2397-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2397-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2397-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Knieps, Roland Januar 2000: Die Eignung von Stock-Option-Plänen als internes Anreiz- und Überwachungsinstrument der Unternehmungsleitung in deutschen Aktiengesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: wertorientierte Unternehmensführung, variable Führungskräfte, Managemententlohnung, Stock-Option-Pläne, Aktienoptionsplan

Diplomarbeit von Roland Knieps

Einleitung:

Die Suche nach Instrumenten und Mechanismen zur verbesserten Anreizgestaltung und Überwachung in Aktiengesellschaften ist nicht neu und basiert auf der Annahme, daß die Interessen des Managements nicht unbedingt mit denen der anderen beteiligten Interessengruppen übereinstimmen müssen. Es wird aus diesem Grund versucht, das Verhalten der Unternehmungsleitung durch den Einsatz geeigneter Kontrollmechanismen zu steuern. In die gleiche Richtung zielt eine Verhaltenssteuerung durch Anreizsysteme, mit deren Hilfe die Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen aneinander angeglichen werden sollen. Speziell wertorientierte Anreizkonzepte, die auf der Grundlage der Shareholder-Value-Theorie entwickelt wurden, haben dabei in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Nachdem diese Theorie zunächst in den USA auf breite Zustimmung traf, gibt es mittlerweile auch in Deutschland kaum mehr Aktiengesellschaften, die nicht von sich behaupten würden, eine wertorientierte Strategie zu verfolgen.

Ein bedeutendes Instrument wertorientierter Anreizsysteme sind Stock-Option-Pläne für die Unternehmungsleitung. Deren Einführung ist in Publikumsaktiengesellschaften mit der Hoffnung verbunden, daß durch eine Kopplung der Managementvergütung an den Marktwert der Gesellschaft die Interessendivergenz zwischen Eigentümern und Management reduziert und dadurch die Gefahr von Unternehmenskrisen minimiert werden kann. Die Eignung des Instruments ist dabei in der Wirtschaftswissenschaft durchaus umstritten. Der praktischen Ausgestaltung von Stock-Option-Plänen wird mitunter vorgeworfen, den Grundsatz der Wertorientierung nicht tatsächlich zu verfolgen, sondern dem Management lediglich ungerechtfertigt hohe Gehälter zu bescheren. Im Rahmen dieser Arbeit wird auf Grundlage dieser widersprüchlichen Einschätzungen diskutiert, unter welchen Voraussetzungen Stock-Option-Pläne eine Interessenangleichung in Aktiengesellschaften bewirken und damit einen Beitrag zur Überwachung der Unternehmungsleitung leisten können. Ergebnis der Ausarbeitung ist die Formulierung von Gestaltungsempfehlungen für Stock-Option-Pläne als sinnvolles Instrument der Überwachung in Publikumsaktiengesellschaften.

Gang der Untersuchung:

Den thematischen Einstieg in die Arbeit bildet ein grundlegender Überblick über das System der internen und externen Überwachung von Publikumsaktiengesellschaften in Deutschland. Es werden in der Folge Ansätze vorgestellt, die darauf abzielen, bestehende Kontrollfunktionen zu optimieren. Ausgehend von der Forderung nach einer effizienten Überwachung der Unternehmungsleitung wird auf die Bedeutung von Anreizsystemen als Instrument der Unternehmungssteuerung eingegangen.

Nach der Einführung in die theoretischen Grundlagen von Anreizsystemen zu Beginn des dritten Kapitels erfolgt eine begriffliche Definition wertorientierter Entlohnung. In einem nächsten Schritt werden die wichtigsten Funktionen wertorientierter Anreizsysteme (Personalselektion und -bindung, die nachhaltige Unternehmenswertsteigerung und die Funktion der optimalen Risikoallokation) definiert und beschrieben sowie die grundlegenden Anforderungen an wertorientierte Anreizsysteme am Beispiel des Stock-Option-Plans (Akzeptanz und Operationalität, Beeinflußbarkeit und Manipulationsresistenz sowie Anreizkompatibilität) spezifiziert.

Kapitel vier beginnt mit einem Überblick über den Stand der Managemententlohnung in Deutschland und einer Charakterisierung des Instruments der Stock Options. Im Anschluß an diese einleitende Beschreibung wird auf allgemeine Problemfelder (z.B. Free-Rider-Verhalten und insiderrechtliche Probleme) beim Einsatz von Stock-Option-Plänen eingegangen und geäußerte Kritik an bestehenden Aktienoptionsplänen wird untersucht. Den Schwerpunkt der Arbeit bilden die abschließenden Gestaltungsempfehlungen für Stock-Option-Pläne auf Basis der erarbeiteten Funktionen und Anforderungen sowie unter Berücksichtigung der untersuchten Problemfelder.

Inhaltsverzeichnis:

I. INHALTSVERZEICHNIS
II. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS II
III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Überwachung der Unternehmungsleitung von Aktiengesellschaften im System der deutschen Unternehmungsverfassung 3
2.1 Begriffliche Grundlagen 3
2.2 Überwachungsstrukturen in Deutschland 4
2.2.1 Externe Marktmechanismen 5
2.2.2 Interne gesetzliche Formen der Überwachung 7
2.2.3 Interne vertragliche Formen der Überwachung 10
3. Steuerung der Unternehmungsleitung von Aktiengesellschaften durch die Implementierung wertorientierter Anreizsysteme 11
3.1 Ökonomische Theorie von Anreizsystemen 11
3.2 Grundlagen und Formen wertorientierter Anreizsysteme 16
3.3 Funktionen wertorientierter Anreizsysteme 19
3.3.1 Personalselektion und Personalbindung 19
3.3.2 Nachhaltige Wertsteigerung 21
3.3.3 Optimale Risikoallokation 23
3.4 Anforderungen an wertorientierte Anreizsysteme am Beispiel von Stock-Option-Plänen 25
3.4.1 Akzeptanz und Operationalität 26
3.4.2 Beeinflußbarkeit und Manipulationsresistenz 27
3.4.3 Anreizkompatibilität 30
4. Stock-Option-Pläne als Form wertorientierter Entlohnung 33
4.1 Managemententlohnung in Deutschland 33
4.2 Stock-Option-Pläne 36
4.2.1 Charakteristika von Stock-Option-Plänen 36
4.2.2 Allgemeine Problemfelder 39
4.2.3 Kritik an bestehenden Stock-Option-Plänen 42
4.3 Gestaltungsempfehlungen für die Implementierung von Stock-Option-Plänen 47
4.3.1 Transparenz im Innen- und Außenverhältnis 47
4.3.2 Definition einer geeigneten Ausübungshürde 51
4.3.3 Langfristorientierung 54
5. Schlußbetrachtung 59
IV. LITERATURVERZEICHNIS IV
V. ANHANG V

Automatisiert erstellter Textauszug:

effizienz nur eingeschränkt und zumindest kurzfristig ist mit nicht erklärbaren Kursentwicklungen zu rechnen. Unter der Prämisse eines schnellen Informationsflusses und einer hohen Transparenz ist allerdings davon auszugehen, daß sich solche Fehlbewertungen nur kurzfristig im Markt halten. Kursmanipulationen werden aufgedeckt und eine Bestrafung in Form von Kursverlusten tritt ein. Schwetzler argumentiert, daß die Gefahr einer systematischen Fehlbewertung zumindest für große Publikumsgesellschaften, deren Aktien auf breiten und liquiden Märkten gehandelt werden, vernachlässigbar sei. Kurzfristig könne daher die Effizienz der Kapitalmärkte angezweifelt werden, langfristig jedoch würde der reale Unternehmenswert durch den Aktienkurs verhältnismäßig gut abgebildet.145 Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch Brealey/Myers, die den Aktienkurs für ein geeignetes Erfolgsmaß für Geschäftsführer halten, da er nicht nur die gegenwärtigen sondern auch alle erwarteten zukünftigen Erträge der Unternehmung widerspiegelt.146 Sie gehen davon aus, daß es darüber hinaus für die Effizienz einer Verhaltenssteuerung nicht von entscheidender Bedeutung ist, daß der Aktienkurs den fundamentalen Wert der Unternehmung widerspiegelt. Vielmehr genügt eine Informationseffizienz in dem Sinne, daß die Kurse schnell neue Marktinformationen wiedergeben. Unter diesen Umständen sei die Erzielung von Überrenditen unmöglich.147 In Anbetracht der kurzfristigen Gefahr zufälliger Kursentwicklungen scheint es angebracht, den Betrachtungszeitraum für die Bemessungsgrundlage auf mehrere Perioden auszudehnen.148 Für eine solche Wahl spricht zusätzlich, daß an kurzfristig realisierbaren Größen orientierte Performancemaße Manager zur kurzfristigen Realisierung operativer Gewinne zu Lasten langfristiger strategischer Entscheidungen animieren. Aus den in diesem Kapitel formulierten Anforderungen an wertorientierte Anreizsysteme und deren konkreten Anwendung auf Stock-Option-Pläne lassen sich nun erste Schlußfolgerungen ziehen. Wesentliche Erkenntnis ist dabei, daß vor Formulierung eines wie auch immer gearteten Anreizsystems die Entscheidung über das zu erreichende Unternehmungsziel zu treffen ist. Für die hier betrachteten Publikumsaktiengesellschaften wird das Ziel der nachhaltigen Wertsteigerung unterstellt. Unter diesem Gesichtspunkt lassen sich zunächst allgemeine Anweisungen für Stock-Option-Pläne ableiten: Zur Steigerung der Akzeptanz im Kreise der Unternehmungsleitung erscheint es sinnvoll, die Begünstigten aktiv in den Gestaltungsprozeß miteinzubeziehen. Zu achten ist auf eine für alle Beteiligten [...]

determiniert werden. So kann es dazu kommen, daß sich unterdurchschnittliche unternehmerische Leistungen aufgrund positiver Umwelteinflüsse nicht im Marktindikator widerspiegeln und zu Unrecht belohnt werden; denkbar ist auch, daß es durch negative externe Entwicklungen zu ungerechtfertigt niedrigen Vergütungen kommt. Als Beispiele für Umwelteinflüsse, die zwar den absoluten Wert des Marktindikatoren verändern, nicht aber von der Unternehmungsleitung beeinflußbar sind, seien hier das Zinsniveau, Konjunkturzyklen, allgemeine Branchenentwicklungen, die Kunden-, Konkurrenz- und Preisstruktur, politische Entscheidungen (z.B. Embargos), Wechselkurse und Übernahmeangebote angeführt.138 Die Beeinflußbarkeit einer rein an absoluten Ergebnissen orientierten Bemessungsgrundlage ist daher eher kritisch einzuschätzen. Ein Performancemaß, daß dem Kriterium der Beeinflußbarkeit gerecht wird, muß externe Umweltfaktoren weitgehend eliminieren. Sollte dies nicht gelingen, so besteht die Gefahr, daß das Management in den Genuß von Zufallsgewinnen (Windfall Profits) gelangt oder ungerechtfertigte Zufallsverluste (Windfall Losses) erleidet.139 Als Lösung dieser Problematik wird für Stock-Option-Pläne die Anwendung eines relativen Marktindikators vorgeschlagen. Hinter einer relativen Bewertung steht die Idee, die Höhe der Bemessungsgrundlage an einen geeigneten Vergleichsindikator zu binden. Dadurch entsteht eine variable Ausübungshürde, die auf externe Änderungen flexibel reagiert. Der Indikator kann dabei ein frei zusammengestellter oder bereits bestehender Branchen- oder Marktindex sein.140 Es ist anzunehmen, daß mit einer Indizierung die vom Management nicht zu verantwortenden Einflüsse auf die Wertentwicklung der Unternehmung zum großen Teil eliminiert werden und die Beeinflußbarkeit der Bemessungsgrundlage signifikant ansteigt. Tendenziell kann dann an der relativen Unternehmungsentwicklung die tatsächliche Managementleistung gemessen werden. Weil ein Marktindex auch direkt die Vermögensentwicklung der Eigentümer wiedergibt, ist auch die gewünschte Steuerungswirkung im Hinblick auf eine Wertsteigerung gegeben.141 3.4.3 Anreizkompatibilität [...]

werden unter dem Aspekt der Manipulationsresistenz häufig als nicht zielführend bewertet.132 Indikatoren aus dem Rechnungswesen sind in nicht unerheblichem Maße vom Vorstand durch bilanzpolitische Maßnahmen wie z.B. die Wahl des Buchhaltungsverfahrens, die Höhe der ausgezahlten Dividende oder die Höhe der stillen Reserven manipulierbar. Wird nun eine Erfolgsbeteiligung vereinbart, die auf bilanziellen Überschußgrößen basiert, so kann das Management durch die Ausübung bilanzieller Bewertungswahlrechte die eigene Vergütungshöhe unmittelbar selbst beeinflussen.133 Aus dem Rechnungswesen abgeleitete Performancemaßstäbe werden deshalb unter dem Aspekt der Manipulationsresistenz zumeist kritisch gesehen. Sinnvolle Einsatzfelder für buchhalterische Maße verbleiben bei der kurzfristigen variablen Vergütung.134 Im Zuge der Verbreitung des Shareholder-Value-Gedankens in Europa gewannen Bemessungsgrundlagen an Bedeutung, die statt auf Plangrößen auf internen bzw. externen Marktgrößen basieren. Während interne Wertmaße zumeist in den unteren und mittleren Hierarchieebenen Anwendung finden, werden externe Marktgrößen häufig als Vergleichsmaßstab für die Unternehmungsleitung herangezogen.135 Solche externen Performanceparameter sind auch Grundlage der hier betrachteten Stock-Option-Pläne. Innerhalb der externen Marktgrößen muß zwischen solchen Parametern unterschieden werden, die auf absoluten und solchen, die auf relativen Indikatoren beruhen. Die Überlegung hinter absoluten Marktindikatoren ist, daß sich die langfristige Ertragsstärke einer Unternehmung bei funktionierendem Kapitalmarkt im Börsenkurs der Unternehmung widerspiegelt und dieser wiederum entscheidend von den Handlungen des Managements abhängt. Die Entwicklung des Börsenkurses ist für die Unternehmungsleitung kaum manipulierbar und somit eine verläßliche und objektive Größe. Daher erscheinen absolute Marktwerte grundsätzlich angemessen, um die Leistung der Unternehmungsleitung zu bewerten.136 Dennoch bestehen auch Vorbehalte gegenüber der Beeinflußbarkeit von absoluten Marktwerten. Ausgehend von der Gleichung [...]

Arbeit zitieren:
Knieps, Roland Januar 2000: Die Eignung von Stock-Option-Plänen als internes Anreiz- und Überwachungsinstrument der Unternehmungsleitung in deutschen Aktiengesellschaften, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
wertorientierte Unternehmensführung, variable Führungskräfte, Managemententlohnung, Stock-Option-Pläne, Aktienoptionsplan

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