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Die Eignung von Peer-to-Peer- und Client-Server-Konzepten im Rahmen der Mehrfachverwertung von Medieninhalten

Die Eignung von Peer-to-Peer- und Client-Server-Konzepten im Rahmen der Mehrfachverwertung von Medieninhalten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: York Sebastian Szantyr
  • Abgabedatum: November 2002
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 595,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6787-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6787-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6787-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Szantyr, York Sebastian November 2002: Die Eignung von Peer-to-Peer- und Client-Server-Konzepten im Rahmen der Mehrfachverwertung von Medieninhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: MP3, Video-on-Demand, Wertschöpfungskette, Praxisbewertung, Medienbranche

Diplomarbeit von York Sebastian Szantyr

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ausgehend von den Eigenschaften des Client-Server- und Peer-to-Peer-Konzepts und den Anforderungen der Mehrfachverwertung von Medieninhalten Hypothesen auf Basis der Transaktionskosten-Theorie zu gewinnen, die Anhaltspunkte für die Eignung der Konzepte in konkreten Einsatzsituationen bieten. Dabei werden sowohl die technischen als auch die aktuellen betriebswirtschaftlichen Aspekte detailliert mit einbezogen.

Zunächst werden in Teil 2 die notwendigen Grundlagen vorgestellt: die Eigenschaften digitaler Medieninhalte, die Mehrfachverwertung dieser Inhalte und die Netz-Konzepte Peer-to-Peer und Client-Server. Daraus werden in Teil 3 die Möglichkeiten für einen P2P-Einsatz bei der Mehrfachverwertung abgeleitet, sowie Kriterien zur genaueren Erfassung der Unterschiede zu Client-Server vorgestellt. Im vierten Teil werden diese Kriterien anhand dreier auf die Einsatzmöglichkeiten von P2P abgestellter Szenarien mit einer bzgl. der Medienwertschöpfungskette unterschiedlichen Reichweite ausgewertet. Diesem Teil fällt besondere Bedeutung zu, da die späteren Empfehlungen hierauf basieren und bisher keine zusammenhängende Untersuchung der Unterschiede von C/S zu P2P unter dem Gesichtspunkt der Mehrfachverwertung existiert. Teil 5 nutzt diese Ergebnisse in Verbindung mit den Akteurseigenschaften und den Anforderungen der verschiedenen Inhaltearten an ein Träger- bzw. Verbreitungsmedium, um unter Verwendung der Transaktionskosten-Theorie Hypothesen für die Eignung von Peer-to-Peer bei der Mehrfachverwertung von Medieninhalten zu erlauben.

Eine Stellungnahme der Praxis ermöglicht eine erste Abschätzung von deren Tragfähigkeit. Die gewonnenen Erkenntnisse und künftige, noch weiter anzustellende vertiefende Untersuchungen werden im Fazit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 1
2. Grundlagen 3
2.1 Digitale Medieninhalte 3
2.2 Mehrfachverwertung von Medieninhalten 4
2.2.1 Beteiligte und Märkte 5
2.2.2 Darstellung der Mehrfachverwertung ausgehend von der Wertschöpfungskette der Medienbranche 8
2.3 Peer-to-Peer- und Client-Server-Konzept 10
2.3.1 Client-Server-Konzept 11
2.3.2 Peer-to-Peer-Konzept 14
2.3.3 Hybrides Peer-to-Peer 19
3. Einsatzmöglichkeiten und Bewertungskriterien des P2P-Konzeptes bei der Mehrfachverwertung 20
3.1 Betrachtung der C/S-geprägten Mehrfachverwertung als Ausgangspunkt 20
3.2 Determinanten und Einsatzbereiche von Peer-to-Peer bei der Mehrfachverwertung 22
3.2.1 Aggregationsgrad 22
3.2.2 Reichweite 24
3.3 Beurteilungskriterien von Peer-to-Peer bei der Mehrfachverwertung 28
3.3.1 Ökonomische Dimension 28
3.3.2 Technische Dimension 31
3.3.3 Rechtliche Dimension 33
3.3.4 Auswahl der betrachteten Kriterien 34
4. Betrachtung der Beurteilungskriterien anhand dreier Szenarien unterschiedlicher Reichweite 36
4.1 Beurteilung der Konzepte auf der Distributionsstufe 37
4.2 Beurteilung der Konzepte auf der Distributions- und Syndikationsstufe 47
4.3 Beurteilung der Konzepte bei Einsatz auf der gesamten Wertschöpfungskette 54
5. Ableitung von Hypothesen auf Basis der Transaktionskosten-Theorie 62
5.1 Relevante Eigenschaften ausgewählter Inhaltearten 62
5.2 Relevante Eigenschaften der Akteure 65
5.3 Grundzüge der Transaktionskosten-Theorie 66
5.4 Ableitung der Hypothesen 67
5.5 Stellungnahme der Praxis 75
6. Fazit 77

Automatisiert erstellter Textauszug:

41 einen Server bzw. ein Unternehmen durchgeführt werden kann. Dies bedeutet einen (u.U. prohibitiv) hohen Suchaufwand für eine vollständige Suche über alle Anbieter161. Peer-to-Peer ermöglicht nicht nur Endkonsumenten als Kunden, es können auch andere Unternehmen der Distributionsstufe Inhalte nachfragen. Beim hybriden Peerto-Peer würde eine zentrale Instanz die Suche über alle Netzinhalte ermöglichen. Da alle Teilnehmer sich dort anmelden und ihre „Inhaltsverzeichnisse“ übergeben, ist eine vollständige Suche ohne großen Aufwand möglich. Diese ist der ClientServer-Suche in Bezug auf Effektivität ebenbürtig und bzgl. der Relevanz der Ergebnisse überlegen: es ist möglich alle Teilnehmer zu durchsuchen, Metadaten zu nutzen162 und Vorteile bzgl. der Aktualität der Ergebnisse zu gewinnen, da der Index die tatsächlich vorhandenen Peers und Inhalte enthält und nicht – wie bei C/S-Suchmaschinen – auf in der Vergangenheit erhobenen Daten beruht. Serverloses P2P stellt bzgl. der Sucheigenschaften eine nur geringfügig bessere Lösung als C/S dar, da es die höchste Netzwerkbelastung und den größten Zeitaufwand verursacht; die notwendige Einführung eines Suchhorizonts führt u.U. zu unvollständigen Suchergebnissen, auch wenn theoretisch Suchen über alle anwesenden Peers möglich sind. Standards sind aus technischer Sicht definierte Schnittstellen, die es z.B. erlauben Software „von der Stange“ zu verwenden, sofern diese die festgelegten Spezifikationen unterstützt163. Beim C/S-Paradigma kann auf eine Reihe technischer Standards für Übertragung, Formatierung und Verarbeitung zurückgegriffen werden, die ihre Leistungsfähigkeit z.B. im Internet unter Beweis gestellt haben. Endkunden haben diese akzeptiert und besitzen mit Internet-Browsern bereits Programme, die Inhalte dieser Standards verarbeiten können. Daher sind bei C/S alle die Distribution betreffenden Aktivitäten technisch standardisiert und damit die Transaktionskosten minimiert. Bei Peer-to-Peer konnte bisher noch kein einheitlicher Standard gefunden werden. Für die Distribution sind zahlreiche File Sharing-Applikationen verbreitet, die jedoch untereinander weitgehend inkompatibel sind164. Die fehlenden Standards beziehen sich auf mehrere Ebenen: die Plattform, auf der die P2P-Anwendung aufsetzt, die Übertragung, die Suche etc. Dies bietet andererseits auch die Chance für maßgeschneiderte de-iure- oder de-facto-Standards, bspw. mit umfangreichen [...]

39 Die Skalierungskosten für die Distributionsleistung im Client-Server-Fall können auf zwei Arten entstehen: durch das Hinzutreten neuer Unternehmen oder durch den Ausbau der Ressourcen vorhandener Unternehmen. Dabei gilt im ersten Fall, dass jedes hinzukommende Unternehmen seine eigene, bewusst überdimensionierte Leistung selbst bereitstellt. Diese zusätzlichen Ressourcen kommen nicht einer Steigerung der Netzleistung zugute, sondern lediglich der Unternehmensleistung im Netz, d.h. die Menge verfügbarer Ressourcen des Netzes wird durch eine Erhöhung der Zahl teilnehmender Unternehmen nicht gesteigert. Ähnliches gilt für den Ausbau vorhandener Ressourcen der Unternehmen, da diese ausschließlich von dem Akteur genutzt werden können, der sie besitzt. Damit gilt insgesamt, dass eine Skalierung größer angelegt werden muss als sachlich begründet, und dass diese in jedem Unternehmen durchgeführt werden muss, da ein Transfer freier Kapazitäten nicht möglich ist. Da bei Peer-to-Peer Inhalte und Abrufort nicht aneinander gekoppelt sind, werden innerhalb des Netzes verfügbare Ressourcen153 nutzbar. Dies geschieht, auf Netzebene betrachtet, ohne neue Kosten, da bereits vorhandene Hardware besser genutzt wird154. Geht die Skalierungsanforderung über die bereits im Netz vorhandenen Ressourcen hinaus, so kann eine Erweiterung derjenigen Peers, bei denen dies am günstigsten möglich ist, erfolgen; dies sind i.d.R. jene mit der niedrigsten Leistung (s.o.). Weiterhin bringt jedes zusätzliche Unternehmen auch zusätzliche Leistung für das Netz; da ungenutzte Ressourcen automatisch dem Netz zur Verfügung stehen, kann dies aber zu einer Free-Rider-Problematik führen155. Dieser Problematik könnte monetär, über ein entsprechendes Abrechnungssystem, oder technisch, bspw. über eine bevorzugte Behandlung der Abfragen jener Peers, die viele Ressourcen beitragen, begegnet werden. Im hybriden Fall muss zusätzlich die Erweiterung der zentralen Instanz beachtet werden. Diese fällt jedoch relativ gering aus, da diese Instanz „lediglich“ eine größere Zahl an Peers verwalten muss bzw. mehr Suchanfragen auf die Peers verteilen muss; im Vergleich zur Größe der zu übertragenden Inhalte eine untergeordnete Belastung. Bereitstellungskosten werden durch die Verteilung der Inhalte im Netz beeinflusst: da ein Inhalt i.d.R. auf mehreren Peers existiert, ist keine ständige Verbindung aller Peers der Distributoren zum Netz notwendig, um auf deren Inhalte zugreifen zu können. Weiterhin wird eine volatile Nachfrage über einen Ausgleich innerhalb des Netzes „abgefedert“; durch dieses Konzept-inhärente Load-Balancing ist es möglich [...]

38 auszulegen, dass kurzzeitige Spitzenbelastungen bewältigt werden können; dies führt zu einer Überdimensionierung146. Dies gilt für jeden Distributor – es kommt insgesamt zu einer groß dimensionierten, aber inflexiblen IT-Struktur, da freie Kapazitäten ungenutzt bleiben statt für belastete Netzbereiche147 zur Verfügung zu stehen. Da die Kosten für eine zentralisierte Leistungssteigerung mit steigender vorhandener Leistung zunehmen148, hat eine Überdimensionierung um den Faktor zwei mehr als eine Verdoppelung der Kosten zur Folge. Angesichts der stetigen Leistungssteigerung im IT-Bereich könnte argumentiert werden, dass sich diese Überdimensionierung nicht dauerhaft in hohen Kosten niederschlagen wird; dem ist jedoch einerseits entgegen zu halten, dass die Konsumentenanforderungen an Inhalte sowohl bzgl. der Anzahl, als auch der Größe der einzelnen Inhalte ebenfalls ansteigen149; zum anderen ist die Überdimensionierung konzeptionell bedingt und bleibt daher im Vergleich zu P2P auch künftig bestehen. Da bei Peer-to-Peer jedes Distributionsunternehmen einen Peer darstellt, können die zu distribuierenden Inhalte zwischen diesen diffundieren; sie sind nicht auf den unternehmenseigenen Server festgelegt. Aufgrund dieser größeren Flexibilität ergeben sich so wesentlich geringere Anforderungen an jeden einzelnen Peer: Inhalte verteilen sich, je nach aktueller Belastungssituation, auf eine unterschiedliche Zahl von Peers und werden von diesen distribuiert. Werden die Konsumenten in das Netz hinzugenommen, so verbessern diese die Wertung weiter, da sie auch als Distributoren der Inhalte dienen, indem sie diese konsumieren150. Über die höhere Flexibilität lässt sich auch eine niedrigere Anforderung bei normaler Nutzung folgern: eine Anzahl Peers mit jeweils geringer Leistung ist kostengünstiger realisierbar als ein einzelner hoch leistungsfähiger Server je Unternehmen151. Im Falle von serverbasiertem Peer-to-Peer sind zusätzliche Kosten der zentralen Instanz zu berücksichtigen. Da diese Einheit jedoch nicht die Inhalte distribuieren muss, sondern lediglich Suche und Verbindungen unterstützt, ist ihre Leistungsanforderung moderat. Die Kosten sind damit höher als bei serverlosem Peer-to-Peer, jedoch niedriger als bei Client-Server152. [...]

Arbeit zitieren:
Szantyr, York Sebastian November 2002: Die Eignung von Peer-to-Peer- und Client-Server-Konzepten im Rahmen der Mehrfachverwertung von Medieninhalten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
MP3, Video-on-Demand, Wertschöpfungskette, Praxisbewertung, Medienbranche

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