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Das Eigenkapital im Jahresabschluss nach IFRS

Das Eigenkapital im Jahresabschluss nach IFRS
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Kraus
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 115 Seiten
  • Dateigröße: 605,0 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9020-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9020-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9020-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kraus, Florian Juli 2005: Das Eigenkapital im Jahresabschluss nach IFRS, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzinstrumente, IFRS 32, Mezzanine-Kapital, Eigenkapitalveränderung, Eigenkapitalspiegel

Diplomarbeit von Florian Kraus

Einleitung:

„Der Siegeszug der IFRS scheint unaufhaltsam. Die Schlacht in Europa ist durch die Anerkennung der EU-Kommission gewonnen.“ Neben der gesetzlichen Pflicht zur Konzernabschlusserstellung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für kapitalmarktorientierte Gesellschaften mit Sitz in einem Mitgliedstaat der EU ab 2005 bzw. spätestens ab 2007 besteht für die Mitgliedstaaten auch die Möglichkeit die Erstellung von Einzel- und Konzernabschlüssen zuzulassen bzw. verpflichtend erstellen zu lassen. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass durch Kapitalbeschaffung auf internationalen Kapitalmärkten aus dem Wahlrecht zur Jahresabschlusserstellung eine Pflicht zur Anwendung dieser kommt, ebenso möglich ist eine faktische Anwendungspflicht z.B. durch Rating-Agenturen im Zusammenhang mit Bonitätsprüfungen.

„Seit dem Zeitpunkt als Luca Pacioli […] 1494 als erster die doppelte Buchführung beschrieb, hat das Finanzberichtswesen keine so tief greifende und weit reichende Veränderung erlebt, wie durch die Anforderungen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Weltweit unterliegt die Rechnungslegung enormen Veränderungen, so sind international anerkannte Rechnungslegungsgrundsätze u.a. für den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten und für die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen zwingend notwendig. Da die Rechnungslegungsstandards des IASB noch eine Fülle von Schwächen und Unklarheiten beinhalten war u.a. die Darstellung des Eigenkapitals in der internationalen Rechnungslegung bereits in den letzten Jahren wiederholt zentraler Punkt von Diskussionen.

Nach Darstellung der Bedeutung und der Elemente eines Jahresabschlusses nach den IFRS wird detailliert auf das Eigenkapital, dessen Eigenschaften sowie die einzelnen Komponenten eingegangen. Darauf folgend wird die Behandlung des Rückkaufs eigener Aktien in der IFRS-Rechnungslegung betrachtet.

Kapitel 4 befasst sich ausführlich mit der Untersuchung, unter welchen Bedingungen Finanzinstrumente als Fremdkapital oder als Eigenkapital in einem Jahresabschluss nach den IFRS auszuweisen sind, sowie der Erläuterung mit Beispielen zum Mezzanine-Kapital. Auf erfolgsneutrale wie auch erfolgswirksame Änderungen des Eigenkapitals geht Kapitel 5 ein. In Kapitel 6 wird die Eigenkapitalveränderungsrechnung als eigenständiger Bestandteil des IFRS-Jahresabschlusses dargestellt.

Als Abschluss der Arbeit wird in Kapitel 7 ein zusammenfassender kritischer Ausblick gegeben und auf einzelne Schwachstellen der Eigenkapitalbilanzierung im Rahmen der IFRS-Abschlusserstellung eingegangen.

Für gesellschaftsrechtliche Fragestellungen bzw. Vorschriften werden dieser Arbeit die entsprechenden Gesetze der Bundesrepublik Deutschland in ihrer jeweils gültigen Fassung zugrunde gelegt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis X
1. Einleitung 1
2. Jahresabschluss nach IFRS 3
2.1 Zweck und Zielsetzung 3
2.2 Bestandteile des Jahresabschlusses nach IFRS 3
3. Eigenkapital im Jahresabschluss 6
3.1 Begriff des Eigenkapitals 6
3.2 Funktionen des Eigenkapitals 6
3.3 Quellen des Eigenkapitals 8
3.3.1 Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung 8
3.3.2 Selbstfinanzierung 9
3.4 Eigenkapital vs. Fremdkapital – Charakteristika 9
3.5 Die Bilanzposition Eigenkapital in der IFRS-Rechnungslegung 10
3.6 Komponenten des Eigenkapitals 11
3.6.1 Allgemein 11
3.6.2 Gezeichnetes Kapital 13
3.6.3 Rücklagen 14
3.6.3.1 Vorbemerkungen 14
3.6.3.2 Kapitalrücklage 16
3.6.3.3 Gewinnrücklagen 17
3.6.3.4 Sonstige Rücklagen 19
3.7 Eigene Anteile 19
3.7.1 Charakteristika eigener Anteile 19
3.7.2 Ziele und Zwecksetzung des Rückkaufs eigener Anteile 20
3.7.3 Bewertung eigener Anteile im IFRS-Jahresabschluss 21
3.7.3.1 Anschaffungskostenmethode 22
3.7.3.2 Nennwertmethode 22
3.7.4 Bilanzielle Auswirkungen aufgrund der Bewertung 23
3.7.5 Erneute Ausgabe eigener Anteile 24
4. Finanzinstrumente – Eigenkapital oder Fremdkapital 24
4.1 Finanzinstrumente nach IFRS 24
4.1.1 Finanzielle Vermögenswerte 26
4.1.2 Finanzielle Verbindlichkeiten 27
4.1.3 Eigenkapitalinstrumente 28
4.2 Zuordnungsproblematik: Eigenkapital vs. Fremdkapital 29
4.2.1 Kriterien der Zuordnung als Eigen- oder Fremdkapitalinstrument nach dem Grundsatz „substance over form“ 29
4.2.2 Rechtsformspezifische Besonderheiten 30
4.2.3 Konsequenzen aus der Zuordnung im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses 32
4.2.4 Besonderheiten im Fall von Kreditinstituten 34
4.2.5 Ein Lösungsansatz für die Problematik: IFRIC 2 34
4.2.5.1 Vormerkungen 34
4.2.5.2 Regelungen des IFRIC 2 35
4.2.5.3 Folgen des Kapitalausweises durch IFRIC 2 36
4.2.6 Klassifizierungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem FASB 37
4.2.6.1 Vorbemerkungen 37
4.2.6.2 Klassifizierung von Finanzinstrumenten 37
4.2.6.3 Bewertung der Finanzinstrumente 38
4.3 Mezzanine-Kapital: Eine Kapitalmischform 39
4.3.1 Charakteristika des Mezzanine-Kapitals 39
4.3.2 Kernelemente des Mezzanine-Kapitals 41
4.3.3 Beispiele für die Bilanzierung von Mezzanine-Kaptial 41
4.3.3.1 Vorzugsaktien 41
4.3.3.1.1 Charakteristika 41
4.3.3.1.2 Hybrider Charakter der Vorzugsaktien 41
4.3.3.1.3 Behandlung der Vorzugsaktien im IFRS 42
4.3.3.2 Genussrechte 42
4.3.3.2.1 Charakteristika 42
4.3.3.2.2 Behandlung von Genussrechten in den IFRS 43
4.3.3.3 Wandelschuldverschreibungen 44
4.3.3.3.1 Charakteristika 44
4.3.3.3.2 Die Wandelschuldverschreibung als zusammengesetztes Finanzinstrument 45
4.3.3.3.3 Bewertung der Wandelschuldverschreibung nach IFRS 46
4.4 Anhangangaben zu den Finanzinstrumenten 47
5. Änderungen des Eigenkapitals 47
5.1 Vorbemerkungen 47
5.2 Erfolgswirksame Eigenkapitaländerungen am Beispiel der Bewertung von Finanzinstrumenten 48
5.2.1 Kategorien von Finanzinstrumenten 48
5.2.2 Bewertung von Finanzinstrumenten 51
5.2.2.1 Bewertung im Zeitpunkt der Anschaffung 51
5.2.2.2 Folgebewertung 51
5.2.2.3 ED „Fair Value Option“ 53
5.3 Erfolgsneutrale Eigenkapitaländerungen 53
5.3.1 Korrektur wesentlicher Bilanzierungsfehler und Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 53
5.3.1.1 Vorbemerkungen 53
5.3.1.2 Korrektur wesentlicher Bilanzierungsfehler 54
5.3.1.3 Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 55
5.3.2 Neubewertungsrücklage und Neubewertungsmethode 56
5.3.2.1 Wesen der Neubewertungsrücklagen 56
5.3.2.2 Anwendungsbereiche einer Neubewertung 58
5.3.2.3 Anhangangaben in Zusammenhang mit der Neubewertung 60
5.3.2.4 Bilanzielle Konsequenzen aus der Neubewertung 60
5.3.3 Eigenkapitalbeschaffungskosten 61
6. Eigenkapitalveränderungsrechnung 62
6.1 Die Eigenkapitalveränderungsrechnung als Bestandteil des Jahresabschlusses nach IFRS 62
6.2 Aufbau bzw. Gliederung der Eigenkapitalveränderungsrechnung 64
6.3 Die Eigenkapitalveränderungsrechnung bei Nicht-Kapital-gesellschaften 65
7. Ausblick und Fazit 67
Literaturverzeichnis 68
Eidesstattliche Erklärung 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Regelungen des IFRIC 2319 führen für deutsche Unternehmen in der Rechtsform einer Genossenschaft zu keinen Neuerungen, da die gesetzlich garantierten Kündigungsrechte der Genossen in den §§ 65 und 73 GenG weiterhin rechtsgültig sind und somit erst eine Änderung des nationalen Genossenschaftsgesetzes notwendig wäre.320 Für Personengesellschaften, bei denen das Kündigungsrecht der Gesellschafter auch nicht komplett ausgeschlossen werden kann, ergeben sich aus IFRIC 2 ebenfalls keine Neuerungen, die Auseinandersetzung mit den sich hieraus ergebenden Ausweisproblemen wurde sogar letztendlich bei Verabschiedung von IFRIC 2 ausgeklammert.321 HOFFMANN und LÜDENBACH nennen dies auch das „absurde Theater“322, da nach spätem Erkennen der Problematik eine Aufnahme auf die offizielle Agenda des IFRIC D8 erfolgte und es schließlich doch zu keinen Neuerungen kam.323 Auch das IDW kritisierte, dass die vom IFRIC im November 2004 herausgegebene Interpretation lediglich einen gesonderten Ausweis des gesellschaftsrechtlichen Eigenkapitals im Fremdkapital regelt und es der Praxis hierdurch nicht leichter gemacht wird, die Problematik zu lösen.324 [...]

Im Rahmen dieser Interpretation ist das zentrale Kriterium für die Klassifizierung eines Finanzinstruments die Bedingungen, die für Rücknahme und Rückzahlung an den Genossen erfüllt sein müssen.312 Mit IFRIC 2.5 führt nicht zwangsläufig jedes vertragliche Recht des Inhabers eines Finanzinstruments dessen Rücknahme verlangen zu können zu einem Ausweis als finanzielle Verbindlichkeit, es sind in diesem Falle alle Vertragsbedingungen zu betrachten.313 Sollte die Genossenschaft die in IFRIC 2.7 genannte Möglichkeit besitzen, sich der Rücknahme des Anteils eines Genossen zu entziehen, stellt dieses Finanzinstrument Eigenkapital dar,314 etwaige Dividendenzahlungen in diesem Fall dürfen nach IAS 32.35 nicht als Aufwand erfasst werden.315 Hierzu gehören z.B. die Wahrung eines bestimmten Mindestkapitals der Genossenschaft (IFRIC 2.9), eventuelle gesetzliche Verbote oder Satzungsregelungen, die der Genossenschaft nach IFRIC 2.8 die Rücknahme der Anteile verbieten.316 Sind diese Gründe zum Versagen der Anteilsrücknahme allerdings an gewisse Bedingungen wie z.B. Erfüllung von Li307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 [...]

Ebenso wie öffentlich-rechtliche und private Kreditinstitute, die sich z.B. über stille Einlagen oder aber auch Kapitalanteilen persönlich haftender Gesellschafter finanzieren,299 sind Genossenschaftsbanken durch die Zuordnungsproblematik, ob nach den Regelungen der IFRS Eigen- oder Fremdkapital vorliegt, im internationalen Geschäftsverkehr benachteiligt.300 Die beiden wesentlichen Säulen des Eigenkapitals von Genossenschaftsbanken, die Genossenschaftsanteile und Genussrechte sind nach den Regelungen der IFRS beide als finanzielle Verbindlichkeiten zu klassifizieren.301 Die Genossenschaft ist weder beim Geschäftsguthaben noch bei den Sichteinlagen in der Lage, sich einer Rückzahlung zu entziehen, somit liegt in beiden Fällen nach IAS 32.18 bilanzielles Fremdkapital vor.302 Dies führt u.a. zu steigenden Refinanzierungskosten der Institute.303 Die jeweiligen Bestimmungen zur Eigenmittelausstattung304 der Kreditinstitute richten sich weiterhin nach den nationalen Jahresabschlüssen und nicht nach den IFRS.305 Sollten in Zukunft hierfür auch IFRS-Jahresabschlüsse maßgeblich sein, so wird dies nach LEUSCHNER und WELLER zu einer Reduzierung des Kreditgeschäfts führen und eine damit einhergehende eingeschränkte allgemeine Kreditversorgung wäre möglich.306 [...]

Arbeit zitieren:
Kraus, Florian Juli 2005: Das Eigenkapital im Jahresabschluss nach IFRS, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzinstrumente, IFRS 32, Mezzanine-Kapital, Eigenkapitalveränderung, Eigenkapitalspiegel

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