Neues Eigenkapital durch Beteiligungsfinanzierung bei mittelständischen Unternehmen vor dem Hintergrund von Basel II
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Wimmer
- Abgabedatum: März 2006
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 588,4 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Deggendorf Deutschland
- Bibliografie: ca. 88
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0639-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wimmer, Michael März 2006: Neues Eigenkapital durch Beteiligungsfinanzierung bei mittelständischen Unternehmen vor dem Hintergrund von Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Eigenkapitalfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, Mittelständische Unternehmen, KMU, Basel II
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Diplomarbeit von Michael Wimmer
Einleitung:
Die Kapitalversorgung der deutschen Unternehmen befindet sich in einem gravierenden Veränderungsprozess. Von dieser Entwicklung werden ganz besonders kleinere und mittlere Betriebe, die in Deutschland 99,7 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen ausmachen und rund 70 Prozent aller Arbeitnehmer beschäftigen, betroffen. In nur wenigen anderen Volkswirtschaften wird dieser Unternehmensgruppe eine ähnlich hohe gesamt-wirtschaftliche Bedeutung zugeschrieben wie in Deutschland. Der relativ stark über Bankkredite finanzierte Mittelstand sieht sich jedoch einem signifikanten Strukturwandel in der Kreditwirtschaft gegenüber.
Gemäß der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) muss ab dem Jahr 2007 jeder Kreditnehmer mittels eines Ratings seine Bonität prüfen lassen. Dessen Ergebnis wird bei den Kreditinstituten für die Höhe der Eigenkapitalunterlegung von Krediten und für den vom Unternehmen zu zahlenden Kreditzins ausschlaggebend sein. Für viele mittelständische Unternehmen bedeutet dies, dass ihre Kreditfinanzierung teurer wird und unter Umständen nicht oder nur noch bedingt zur Verfügung steht.
Die ersten Auswirkungen der Basel II-Reform sind bereits heute erkennbar. Vor allem mittelständische Unternehmen sehen sich oftmals einer Verteuerung ihrer Kredite gegenüber. Ein wesentlicher Grund ist, dass sie in ihrer Unternehmensbilanz eine im europäischen wie internationalen Vergleich geringere Eigenkapitalquote ausweisen. Ausreichend vorhandenes Eigenkapital ist aber eine Vorraussetzung dafür, zusätzliches Fremdkapital überhaupt aufnehmen zu können. Über Jahrzehnte hinweg war die Kreditversorgung mittelständischer Unternehmen durch enge Hausbankbeziehungen gesichert. Heute ziehen sich jedoch die Kreditinstitute mehr und mehr aus der Kreditfinanzierung kleiner und mittelgroßer Unternehmen zurück. Als Hauptgrund hierfür wird ein sich intensivierender, internationaler Wettbewerb genannt, der die üblichen Margen bei Kreditgeschäften nicht mehr zulässt. Die zahlreichen Kreditausfälle in jüngster Vergangenheit tun angesichts der schleppenden Konjunkturerholung ein Übriges.
Eine Unternehmensbefragung der KfW Bankengruppe im September 2005 kam zu dem Ergebnis, dass bei 24 Prozent der Unternehmen, die zur Finanzierung anstehender Investitionen einen Bankkredit beantragt hatten, der Kreditantrag abgelehnt wurde. Für 42 Prozent der Unternehmen ist die Kreditaufnahme spürbar schwieriger geworden. Nur knapp 7 Prozent sprechen von einer Verbesserung. Als die bedeutendsten Gründe für abgelehnte Kreditwünsche wurden dabei eine unzureichende Eigenkapitalquote, mangelnde Offenlegung von Informationen und fehlende zusätzliche Sicherheiten angeführt.
Viele Unternehmen leiden unter den zunehmend schlechteren Kreditbedingungen, ohne jedoch andere Wege der Finanzierung anzugehen. Nicht selten ist eine restriktive Kreditvergabe der Banken erst der Anfang vom Ende. Die schwache Konjunktur und die Entwicklung der Insolvenzzahlen, die in den letzten Jahren neue Rekordhöhen erreichten, verdeutlichen dass das niedrige Eigenkapital vieler deutscher Mittelständler in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld unzureichend ist. Die Diskussionen um Basel II scheinen folglich das in Deutschland häufig vorzufindende Merkmal der Eigenkapitalschwäche des Mittelstands aufzudecken.
Auch in Zukunft wird der Kredit eine zentrale Finanzierungsquelle für den Mittelstand bleiben. Der Eigenkapitalquote wird allerdings – bei der für die Zinsgestaltung so wichtigen Bonitätsbeurteilung – eine noch wichtigere Rolle zukommen als bisher. In den letzten Jahren war in Deutschland aufgrund der konjunkturellen Lage eine Stärkung der Eigenkapitalbasis im Wege der Gewinnthesaurierung kaum möglich. Deshalb haben sich mittelständische Unternehmen verstärkt der Zuführung von externem Eigenkapital zu öffnen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit möchte Handlungsbedarf bei den mittelständischen Unternehmen im Bereich der Unternehmensfinanzierung aufzeigen und Denkansätze bezüglich alternativer Finanzierungsvarianten anstoßen. Insbesondere will sie eine Hilfestellung bei der Suche nach einer geeigneten Form der Eigenkapitalfinanzierung geben und als Informationsquelle für weitere Ansprechpartner im Bereich der Beteiligungsfinanzierung dienen. Dazu erfolgt zunächst eine definitorische Abgrenzung und Typisierung mittelständischer Unternehmen, bevor auf deren gesamtwirtschaftlichen Stellenwert und die Besonderheiten bei der Finanzierung dieses Segments eingegangen wird.
Im dritten Kapitel werden Änderungen der Rahmenbedingungen in der Mittelstandsfinanzierung hinsichtlich Kreditvergabebereitschaft der Banken sowie die Ratingthematik erläutert. Dabei werden vor dem Hintergrund von Basel II die Auswirkungen auf Unternehmen und deren Finanzierung untersucht. Unter anderem wird auch notwendiger Handlungsbedarf in Finanzabteilungen bzw. auf strategischer Managementebene aufgezeigt.
Das vierte Kapitel befasst sich ausführlich mit den Möglichkeiten der Beteiligungskapitalbeschaffung. Dabei werden zunächst die Vorgaben durch das deutsche Gesellschaftsrecht abgesteckt und die Eignung einer Kapitalerhöhung bei den verschiedenen Gesellschaftsformen untersucht. Das wesentliche Ziel der Ausführungen liegt anschließend darin, in einer systematischen Vorgehensweise verschiedene Möglichkeiten einer Beteiligungskapitalbeschaffung zu kennzeichnen. Außerdem sollen diese auf deren Relevanz für mittelständische Unternehmen hin überprüft und beurteilt werden. Dazu zählen die Kapitalbeteiligung durch Mitarbeiter, die verschiedenen Ausgestaltungsformen einer Private Equity-Finanzierung sowie die Eigenkapitalbeschaffung durch einen Börsengang.
Das letzte Kapitel dient schließlich der Zusammenfassung gewonnener Erkenntnisse und bietet einen Ausblick auf künftige Anforderungen und Finanzierungskonzeptionen für mittelständische Unternehmen.
Um eine Untersuchung zu dem vorliegenden Thema überhaupt durchführen zu können, ist es zuallererst notwendig, den Begriff der mittelständischen Unternehmen zu definieren. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Arbeit die Begriffe Mittelstand oder mittelständisch als Synonyme für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) verwendet werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | Mittelstandsfinanzierung im Wandel | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) - Rückgrat der deutschen Wirtschaft? | 4 |
| 2.1 | Definitorische Abgrenzung | 4 |
| 2.2 | Bedeutung für den Standort Deutschland | 6 |
| 2.3 | Finanzierungssituation | 7 |
| 2.4 | Eigenkapitalausstattung | 9 |
| 3. | Basel II - Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 11 |
| 3.1 | Konzept und Bestandteile | 11 |
| 3.2 | Erleichterungen für den Mittelstand | 13 |
| 3.3 | Rating mittelständischer Unternehmen | 14 |
| 3.4 | Auswirkungen und Konsequenzen für den Mittelstand | 17 |
| 3.5 | Beurteilung | 19 |
| 4. | Möglichkeiten der Beteiligungskapitalbeschaffung | 22 |
| 4.1 | Kapitalerhöhung durch bestehende Gesellschafter | 22 |
| 4.2 | Kapitalerhöhung durch Aufnahme neuer Gesellschafter | 23 |
| 4.2.1 | Eignung einer Direktbeteiligung | 23 |
| 4.2.1.1 | Einzelunternehmen | 23 |
| 4.2.1.2 | Personengesellschaften | 23 |
| 4.2.1.3 | Kapitalgesellschaften | 24 |
| 4.2.1.4 | Beurteilung | 24 |
| 4.2.2 | Eignung einer stillen Beteiligung | 26 |
| 4.2.2.1 | Begriffliche Klärung | 26 |
| 4.2.2.2 | Praxisrelevanz | 26 |
| 4.2.2.3 | Beurteilung | 27 |
| 4.3 | Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung (MAKB) | 28 |
| 4.3.1 | Begriffliche Einordnung und Überblick | 28 |
| 4.3.2 | Finanzwirtschaftliche Ziele und Auswirkungen | 30 |
| 4.3.3 | Personalpolitische Ziele und Auswirkungen | 31 |
| 4.3.4 | Staatliche Förderung der Vermögensbeteiligung | 32 |
| 4.3.5 | Mögliche Beteiligungsformen | 32 |
| 4.3.5.1 | Direktbeteiligung | 32 |
| 4.3.5.2 | Indirekte Beteiligung | 34 |
| 4.3.5.3 | Stille Beteiligung | 35 |
| 4.3.6 | Kosten | 35 |
| 4.3.7 | Kritische Würdigung | 36 |
| 4.4 | Private Equity-Finanzierung | 38 |
| 4.4.1 | Begriffliche Einordnung und Überblick | 38 |
| 4.4.2 | Renditeorientierte Beteiligungsgesellschaften | 39 |
| 4.4.2.1 | Private Equity (PE)-Gesellschaften | 39 |
| 4.4.2.2 | Venture Capital (VC)-Gesellschaften | 42 |
| 4.4.2.3 | Corporate Venture Capital (CVC)-Gesellschaften | 42 |
| 4.4.2.4 | Kritische Würdigung | 43 |
| 4.4.3 | Informelles Beteiligungskapital | 45 |
| 4.4.3.1 | Privatplatzierung (Private Placement) | 45 |
| 4.4.3.2 | Business Angels | 47 |
| 4.4.4 | Förderorientiertes Beteiligungskapital | 48 |
| 4.4.4.1 | Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG) | 48 |
| 4.4.4.2 | Staatliche Förderung | 49 |
| 4.5 | Börsengang / Initial Public Offering (IPO) | 50 |
| 4.5.1 | Kennzeichnung und Überblick | 50 |
| 4.5.2 | Vorbereitungsphase und Ablauf eines IPO´s | 51 |
| 4.5.3 | Ausgewählte Börsensegmente für KMU | 53 |
| 4.5.3.1 | Entry Standard (Frankfurter Wertpapierbörse) | 53 |
| 4.5.3.2 | M:access (Bayerische Börse München) | 55 |
| 4.5.4 | Kosten | 56 |
| 4.5.5 | Vor- und Nachteile | 57 |
| 4.5.6 | Kritische Würdigung | 59 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 61 |
| 5.1 | Relevanz der Beteiligungsfinanzierung für KMU | 61 |
| 5.2 | Fazit | 63 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 66 | |
| ERKLÄRUNG | 73 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Erleichterungen für den Mittelstand: Im Verlauf der Diskussionen über das Regelwerk von Basel II konnten durch die deutschen Vertreter im Baseler Ausschuss eine Reihe von Verbesserungen für Kredite an KMU erzielt werden. Bereits im Jahr 2000 setzten sie die Methode des vereinfachten internen Ratings für Banken durch. Im Juli 2002 erreichten sie, dass bei langfristigen Krediten an Firmen, deren Jahresumsatz oder Bilanzsumme 500 Mio. EURO nicht übersteigt, auf Laufzeitenzuschläge bei der Eigenkapitalunterlegung verzichtet werden kann.
Ein bedeutender Schritt war, dass Kredite deren Höhe 1 Mio. EURO nicht übersteigen, wie Kredite an Privatkunden aus dem Massengeschäft (=Retailgeschäft) behandelt werden können. Hierbei werden die Kredite ohne ein Einzelrating in sog. Retailportfolios zusammengefasst. Wegen dem darin enthaltenen Risikogewicht von 75 % führt dies zu einer Eigenkapitalunterlegung von nur noch 6 %. Neben der Anerkennung von zusätzlichen, mittelstandsspezifischen Sicherheiten wie Sicherungsübereignung und Forderungsabtretung wurden auch die bei den Banken anzusetzenden Risikogewichte für KMU abgesenkt. So ist für Kredite an Unternehmen, die einen Umsatz von bis zu 50 Mio. EURO haben, aber eine Zuordnung zum Retailportfolio nicht mehr möglich ist, ein Abschlag des Risikogewichts in Höhe von bis zu 20 % möglich. Hierbei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto größer der Abschlag. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass sich die Kreditkonditionen für einzelne Unternehmen in einer ungünstigen wirtschaftlichen Lage deutlich erhöhen werden.
Kapitel 3.3, Rating mittelständischer Unternehmen: Im Zusammenhang mit den Mindesteigenkapitalanforderungen spielt die Risikomessung durch ein Rating des Kreditnehmers eine besondere Rolle. Unter einem Rating versteht man eine Einschätzung über die künftige Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen Zins- und Tilgungsverpflichtungen termingerecht und vollständig nachzukommen. Ein Rating beruht dabei nicht auf einer einmaligen Durchführung, sondern ist als Prozess zu sehen und spätestens nach einem Jahr zu erneuern, um Veränderungen abbilden zu können.
Die Kreditinstitute haben bei der Messung des Kreditrisikos eines Schuldners die Wahl zwischen zwei Methoden. Sie können sich auf die Einschätzung einer anerkannten Ratingagentur (externes Rating) verlassen oder sie bauen ein eigenes internes Ratingsystem auf. Beim internen Ratingsystem lassen sich zwei Komplexitätsstufen unterscheiden: Der IRB (Internal Ratings Based Approach)-Basisansatz verwendet standardisierte Vorgaben für Risikokriterien, wonach mit grundsätzlich mehr Eigenkapitalunterlegung zu rechnen ist. Beim ausgefeilteren, fortgeschrittenen IRB-Ansatz, der Risikokriterien bankintern festlegt und alle Daten aufgrund eines umfangreichen Datenpools ermittelt, ist mit weniger Eigenkapitalunterlegung zu rechnen.
Der im Zuge von Basel II modifizierte Ratingansatz geht wesentlich weiter als die bisherige Kreditwürdigkeitsprüfung. Bislang wurden im Wesentlichen das Vorhandensein guter Sicherheiten und wenige finanzwirtschaftliche Kennzahlen (Vergangenheitsdaten, die in erster Linie aus dem Jahresabschluss gewonnen werden) berücksichtigt. Künftig beschäftigt sich ein Rating erheblich mehr mit den Finanzkennzahlen (quantitative Analyse) und ergänzend dazu mit den Entwicklungen und zukünftigen Chancen eines Unternehmens in der jeweiligen Branche (qualitative Analyse). Besonders auf die sog. weichen Faktoren wird zunehmend ein besonderes Gewicht gelegt.
Gegenstand der Bonitätsuntersuchungen sind hauptsächlich: die Branchen-, Markt- und Wettbewerbssituation, die Auswertung von Jahresabschlüssen (Finanzanalyse), die Unternehmensentwicklung über einen längeren Zeitraum unter besonderer Berücksichtigung von Zukunftsperspektiven (Plausibilität der Prognosen), die Unternehmensstrategie, die Qualität des Managements, die Qualität der Organisation, des Rechnungswesens und Controllings, die Bewertung der Kontenbeziehungen zur Bank, die Analyse des Besicherungspotentials.
Die Ratingnote ergibt sich aus der Kombination und Gewichtung einzelner Informationen. Die quantitative Note bildet sich aus den Bilanzkennzahlen (Anteil ca. 40-70 %) und gegebenenfalls den privaten Vermögensverhältnissen (ca. 15 %). Die qualitative Note beinhaltet die weichen Faktoren (ca. 30-60 %) Beispiele hierfür sind die Qualität des Managements, Marktposition, Unternehmensstrategie, Nachfolgeregelung).
International haben sich relativ einheitliche Ratingeinstufungen durchgesetzt. Dabei bringt ein definiertes Ratingsymbol die jeweilige Ansicht über die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredites zum Ausdruck. Die Symbole AAA bis BBB stellen einen noch akzeptablen Bereich dar, während BB schon in den für Zahlungsverzug anfälligen Bereich fällt und bei CCC bis D ein substantielles Risiko besteht.
Analysen zeigen, dass ein durchschnittliches Portfolio einer mittelstandsorientierten Bank zu 37 Prozent im Investment-Grade-Bereich (Ratingklasse AAA bis BBB-) liegt. In diesen Kategorien wird sich für das Kreditinstitut eine niedrigere Eigenkapitalunterlegung ergeben. Die kritische Grenze, bei der für Unternehmen im Vergleich zu heute eine höhere Eigenkapitalunterlegung vorgesehen ist, beginnt ab Ratingklasse BB. Der in Abbildung 8 ersichtliche höhere Anteil von Unternehmen mit einem Non-Investment-Grade kann als typisches Merkmal von Mittelstandsportfolios betrachtet werden.
Die Risikoeinstufung eines Unternehmens wird künftig an Gewicht bei der Kreditvergabe gewinnen. Die Eigenkapitalunterlegung der Kredite wird an das Rating des Kreditnehmers geknüpft und damit müssen gute Kreditrisiken mit prozentual weniger Eigenkapital unterlegt werden als Schlechte.
Auf jeden Fall muss berücksichtigt werden, dass ein Kreditinstitut die Kreditvergabe nicht allein von einem Ratingergebnis abhängig macht. Weitere zu berücksichtigende Kriterien sind das Kreditvolumen, die Laufzeit, der Verwendungszweck, die Kapitaldienstfähigkeit und nicht zuletzt die Sicherheiten.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836606394
Arbeit zitieren:
Wimmer, Michael März 2006: Neues Eigenkapital durch Beteiligungsfinanzierung bei mittelständischen Unternehmen vor dem Hintergrund von Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Eigenkapitalfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, Mittelständische Unternehmen, KMU, Basel II



