Eigenfertigung versus Fremdfertigung oder Verlagerung der Fertigung mit Schwerpunkt Osteuropa
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefanie Jilg-Büchner
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 175 Seiten
- Dateigröße: 821,8 KB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Offenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8231-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8231-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8231-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jilg-Büchner, Stefanie Juli 2004: Eigenfertigung versus Fremdfertigung oder Verlagerung der Fertigung mit Schwerpunkt Osteuropa, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Outsourcing, Make-or-buy, Lohnentwicklung, Arbeitskosten, EU-Erweiterung
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Diplomarbeit von Stefanie Jilg-Büchner
Problemstellung:
Die Länder Mittel- und Osteuropas sind beliebte Ziele für die Verlagerung von Unternehmensbereichen, meist der Produktion. Vor allem die Tschechische Republik, Ungarn und Polen sowie die Slowakei waren bislang die Hauptinvestitionsländer, in erster Linie bedingt durch die wesentlich geringeren Lohnniveaus. Inzwischen geht der Trend jedoch noch weiter in den Osten. In Rumänien und Bulgarien sind die Arbeitskosten noch geringer als in den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Auch steigen die Löhne in Osteuropa inzwischen rapide an, und können eine Auslagerung hinsichtlich der Kosteneinsparungen schon nach wenigen Jahren uninteressant machen. Zwar liegen die Arbeitskosten pro Stunde, beispielsweise in Tschechien, mit 4,19 Euro noch bei ca. 1/6 der deutschen Kosten, jedoch erfolgt der Anstieg bedeutend stärker als z.B. in Deutschland.
Natürlich wird es einige Jahre dauern, bis westeuropäische Standards erreicht werden. Wie lange der Prozess bis zur Annäherung hinziehen wird, stellt mit das Kernthema dieser Diplomarbeit dar.
Der Autor gibt zu Beginn der Arbeit einen Überblick über theoretische Aspekte von Make-or-buy bzw. Outsourcing, die Schwierigkeit einer solchen Entscheidungsfindung sowie die Kriterien die dafür wichtig sind.
Weiterhin werden die, in dieser Ausführung relevanten Länder, Tschechische Republik, Polen, Ungarn und Rumänien hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und politischen Situation durchleuchtet, das Arbeitskräftepotential und die Qualitätsansprüche untersucht. Anhand von Erfahrungsberichten bereits in Osteuropa tätiger Unternehmen, allgemeinen Umfragen und öffentlichen Diskussionen werden die Möglichkeiten und Grenzen eines Standortes, einer Beteiligung oder Fremdvergabe in die oben genannten Länder untersucht.
Da die sehr geringen Arbeitskosten in den Ländern Mittel- und Osteuropas eine der wichtigsten Kriterien für eine Auslagerung oder Fremdvergabe darstellen, werden diese näher untersucht. Anhand von Entwicklungen der Löhne in den einzelnen Ländern in den letzen Jahren wird eine Prognose erstellen, die Unternehmen helfen soll und die Entscheidung Make-or-buy bzw. Verlagerung der Fertigung zu erleichtern.
Mit verschiedenen Prognoseverfahren wird hochgerechnet, wie lange die Differenz zwischen den deutschen, und den Löhnen in der Tschechischen Republik, Polen, Ungarn und Rumänien noch so extrem groß ist. Anhand dieser Berechnungen – die allerdings keine verbindliche Aussage, sondern lediglich auf Vermutungen basieren – können Unternehmen abwägen, wie lange sich eine Auslagerung unter dem Aspekt der günstigen Arbeitskosten noch „lohnt“.
Zusammenfassend soll dieser Aufsatz einen Leitfaden darstellen, für Unternehmen, die eine Auslagerung in eines der vier untersuchten Länder in Erwägung ziehen. Die Arbeit bietet einen schnellen Überblick über den Standort, die Chancen und Risiken. Ohne aufwendige Recherche kann so rasch ein Eindruck über die dortige Situation gewonnen und somit die Entscheidung beschleunigt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IV | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | METHODISCHER AUFBAU DER ARBEIT | 2 |
| 1.3 | AUSGANGSSITUATION DEUTSCHLAND | 3 |
| 2. | DIE WAHL ZWISCHEN EIGENFERTIGUNG UND FREMDBEZUG | 12 |
| 2.1 | BEGRIFFE | 12 |
| 2.1.1 | Outsourcing | 13 |
| 2.1.2 | Make-or-Buy | 14 |
| 2.2 | RELEVANZ DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG | 15 |
| 2.3 | SCHWIERIGKEIT DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG | 16 |
| 2.3.1 | Motive zur Verringerung der Fertigungstiefe | 17 |
| 2.3.2 | Risiken der Verringerung der Fertigungstiefe | 18 |
| 2.4 | ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN | 19 |
| 2.4.1 | Kernkompetenz | 19 |
| 2.4.2 | Qualität | 20 |
| 2.4.3 | Wirtschaftlichkeit | 22 |
| 2.4.3.1 | Kostenvergleichsrechnung | 22 |
| 2.4.3.2 | Transaktionskostentheorie | 24 |
| 3. | BASISDATEN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, POLEN, RUMÄNIEN UND UNGARN | 25 |
| 3.1 | DIE TSCHECHISCHE REPUBLIK | 30 |
| 3.1.1 | Allgemeines | 30 |
| 3.1.2 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 31 |
| 3.1.2.1 | Bruttoinlandsprodukt | 31 |
| 3.1.2.2 | Inflationsrate | 33 |
| 3.1.2.3 | Außenhandel | 34 |
| 3.1.2.4 | Direktinvestitionen | 35 |
| 3.1.2.5 | Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | 37 |
| 3.1.3 | Infrastruktur | 38 |
| 3.1.4 | Arbeitskräftepotenzial und Bildung | 38 |
| 3.1.5 | Qualität der Arbeitsleistung | 41 |
| 3.2 | POLEN | 43 |
| 3.2.1 | Allgemeines | 43 |
| 3.2.2 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 44 |
| 3.2.2.1 | Bruttoinlandsprodukt | 44 |
| 3.2.2.2 | Inflationsrate | 46 |
| 3.2.2.3 | Außenhandel | 46 |
| 3.2.2.4 | Direktinvestitionen | 47 |
| 3.2.2.5 | Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | 49 |
| 3.2.3 | Infrastruktur | 50 |
| 3.2.4 | Arbeitskräftepotenzial und Bildung | 51 |
| 3.2.5 | Qualität der Arbeitsleistung | 53 |
| 3.3 | UNGARN | 55 |
| 3.3.1 | Allgemeines | 55 |
| 3.3.2 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 55 |
| 3.3.2.1 | Bruttoinlandsprodukt | 56 |
| 3.3.2.2 | Inflationsrate | 57 |
| 3.3.2.3 | Außenhandel | 58 |
| 3.3.2.4 | Direktinvestitionen | 59 |
| 3.3.3 | Infrastruktur | 60 |
| 3.3.3.1 | Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | 61 |
| 3.3.4 | Arbeitskräftepotential und Bildung | 62 |
| 3.3.5 | Qualität der Arbeitsleistung | 64 |
| 3.4 | RUMÄNIEN | 65 |
| 3.4.1 | Allgemeines | 65 |
| 3.4.2 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 66 |
| 3.4.2.1 | Bruttoinlandsprodukt | 66 |
| 3.4.2.2 | Inflationsrate | 68 |
| 3.4.2.3 | Außenhandel | 69 |
| 3.4.2.4 | Direktinvestitionen | 70 |
| 3.4.2.5 | Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | 71 |
| 3.4.3 | Infrastruktur | 72 |
| 3.4.4 | Arbeitskräftepotential und Bildung | 73 |
| 3.4.5 | Qualität der Arbeitsleistung | 75 |
| 3.5 | ZWISCHENFAZIT | 77 |
| 4. | EINFLUSSGRÖßEN BEI DER WAHL EINES STANDORTS IN OSTEUROPA | 81 |
| 4.1 | DIE AUTOMOBILINDUSTRIE IN MITTEL- UND OSTEUROPA | 81 |
| 4.2 | INVESTITIONSRISIKEN UND KORRUPTION | 84 |
| 4.3 | ARBEITSKOSTEN, EINKOMMEN UND PRODUKTIVITÄT | 87 |
| 4.3.1 | Mindestlöhne | 88 |
| 4.3.2 | Arbeitskosten pro Stunde | 89 |
| 4.3.3 | Struktur der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten | 91 |
| 4.3.4 | Produktivität | 93 |
| 4.3.5 | Arbeitszeit | 94 |
| 4.3.6 | Verbindung zwischen Einkommen und Produktivität | 95 |
| 4.3.7 | Verbindung zwischen Einkommen und Direktinvestition | 97 |
| 4.4 | STEUERLICHE ASPEKTE | 101 |
| 4.5 | GEWERKSCHAFTEN UND FLEXIBILITÄT DER ARBEITSZEIT | 103 |
| 4.6 | BÜROKRATIE UND UMWELTAUFLAGEN | 105 |
| 4.7 | ZWISCHENFAZIT | 107 |
| 5. | PROGNOSEN ÜBER DIE BRUTTOLOHNENTWICKLUNG IN DEN VIER BEISPIELLÄNDERN | 109 |
| 5.1 | GRUNDBEGRIFFE | 109 |
| 5.2 | PROGNOSEN AUF BASIS EXPONENTIELLER FUNKTIONEN | 110 |
| 5.2.1 | Die Tschechische Republik | 111 |
| 5.2.2 | Polen | 114 |
| 5.2.3 | Ungarn | 117 |
| 5.2.4 | Rumänien | 119 |
| 5.3 | ZWISCHENFAZIT | 122 |
| 5.4 | EINFLUSSGRÖßEN AUF DIE PROGNOSEN | 123 |
| 5.5 | PROGNOSEN UNTER ZUHILFENAHME DER LOHNENTWICKLUNG IN SPANIEN | 125 |
| 5.6 | ZWISCHENFAZIT | 128 |
| 5.7 | PROGNOSEN AUF BASIS LOGISTISCHER FUNKTIONEN | 129 |
| 5.7.1 | Die Tschechische Republik | 131 |
| 5.7.2 | Polen | 133 |
| 5.7.3 | Ungarn | 135 |
| 5.7.4 | Rumänien | 137 |
| 5.8 | ZWISCHENFAZIT | 139 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 140 |
| EIDESSTATTLICHE VERSICHERUNG | VIII | |
| QUELLENVERZEICHNIS | IX |
In den Jahren 1999 bis 2002 blieb die Arbeitslosenquote relativ konstant zwischen 5,4% und 6,3%, nachdem sie in den Jahren davor bei über 10% lag. Auch in Ungarn werden regionale Unterschiede bei der Beschäftigung festgestellt. Während in Westungarn Arbeitskräfte gesucht werden, herrscht in Ostungarn 10% Arbeitslosigkeit.136 Das Bildungsniveau in Ungarn ist kaum schlechter als in Deutschland. Mit 9,1 Jahren durchschnittlicher Ausbildungsdauer liegen die Ungaren nicht allzu weit hinter dem deutschen Schnitt von 10,2 Jahren.137 Jedoch stellt sich auch in Ungarn die Frage, ob durch den EU-Beitritt Arbeitskräfte verloren gehen, da die Abwanderung in „alte“ EU-Länder lockt. Wieder wird hier die Studie der „European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions“ zu Rate gezogen. Das Ergebnis wird in der Tab. 11 dargestellt. [...]
Ungarische Arbeitskräfte sind gut ausgebildet und haben gute Fachkenntnisse, besonders in technischen Bereichen, IT, Pharmazie, Wirtschaft, Mathematik und Physik. Die Motivation, Loyalität und die Anpassungsfähigkeit der Mitarbeiter ist nicht zuletzt durch die Direktinvestitionen aus dem Ausland bekannt, die nicht nur Wissen und Technologie mitgebracht haben, sondern auch die Produktivität der Arbeitskräfte erhöht haben.133 Die Arbeitslosigkeit in Ungarn hat sich in den letzten Jahren stark verringert – nur von 2001 auf 2002 ist eine kleine Erhöhung zu verzeichnen. Es ist erstaunlich, dass trotz des rückläufigen Wirtschaftswachstums ein Anstieg der Beschäftigung zu verzeichnen ist. Auch demographische Trends haben den Rückgang der Arbeitslosigkeit begünstigt. Außerdem sind die Beschäftigungsanpassungen häufig über die Arbeitszeitverkürzung und nicht über Entlassungen geschehen.134 Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit zwischen 1995 und 2002 wird in der Abb. 18 dargestellt. [...]
Ungarn hat schon in den 60er Jahren marktwirtschaftliche Akzente gesetzt. Schon 1982 trat das Land dem internationalen Währungsfond (IWF) und der Weltbank bei. Durch diese politische Wende hat sich Ungarn schon früh dem Westen und speziell Europa genähert.131 Ungarn ist seit 1999 Mitglied der NATO und seit 1996 der OECD. Im Mai 2004 erfolgte die Mitgliedschaft der EU. Ungarn hat eine, der sich am schnellsten und meisten entwickelnden Wirtschaften in Europa. Erfolg in der wirtschaftlichen Entwicklung hatte Ungarn hauptsächlich mit der Privatisierungspolitik. So wurde keine Massenprivatisierung unter Zeitdruck durchgeführt, bei dem der schnellste und nicht der bestbezahlende den Vorzug bekam, sondern es wurde sorgsam auf das höchste Angebot gewartet. Auch ausländische Bieter wurden berücksichtigt, dadurch kam es zu einem Transfer von Geld, Technologie und Know-how. Außerdem verzeichnet Ungarn von 1997 bis 2000 ein stetiges Wirtschaftswachstum von mehr als 4% und auch in den letzten Jahren lag der Prozentsatz bei 3,8% in 2001 und 3,4% in 2002. Dieser Satz liegt über dem Durchschnitt der EU.132 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832482312
Arbeit zitieren:
Jilg-Büchner, Stefanie Juli 2004: Eigenfertigung versus Fremdfertigung oder Verlagerung der Fertigung mit Schwerpunkt Osteuropa, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Outsourcing, Make-or-buy, Lohnentwicklung, Arbeitskosten, EU-Erweiterung



