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Ehrenamtliches Engagement im Non-Profit-Bereich

Bestandsanalyse und Perspektiven des Einsatzes ehrenamtlicher MitarbeiterInnen in der Caritas

Ehrenamtliches Engagement im Non-Profit-Bereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bianca Brückl
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 126 Seiten
  • Dateigröße: 542,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8866-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8866-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8866-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brückl, Bianca Juli 2005: Ehrenamtliches Engagement im Non-Profit-Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ehrenamt, Freiwillige Arbeit, NPO, Sozial, Unentgeltlich

Diplomarbeit von Bianca Brückl

Einleitung:

In Zeiten von Diskussionen über „soziale Treffsicherheit“, Kürzungen von Subventionen der Sozialorganisationen und vermehrten Rückzug des Staates aus der sozialen Verantwortung, stellt sich für Nonprofit-Organisationen die Frage nach einer neuorientierten Mittelbeschaffung, die eine effiziente Zielerreichung gewährleisten kann.

Entscheidenden Einfluss auf Erfolg und Lebenszyklus von Sozialorganisationen hat bewusstes Ressourcen-Management. Im Mittelpunkt dieser Diplomarbeit steht die Ressource MitarbeiterIn und dabei im Speziellen der/die Ehrenamtliche. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass es einen deutlichen Hinweis auf einen allmählichen Rückgang des traditionellen Ehrenamtes gibt, der sich insbesondere im Bereich der sozialen Dienste zeigt, und der vor allem von den Repräsentanten von Wohlfahrtseinrichtungen, die traditionell subsidiäre Leistungen erbringen, registriert und beklagt wird. Insgesamt betrachtet nimmt das ehrenamtliche Engagement aber eher zu. Allerdings ist dieses Potential an Engagement in geringerem Ausmaß wie in der Vergangenheit aus Motiven gegeben, die eine kontinuierliche oder gar lebenslange Bindung an bestimmten Institutionen erwarten lassen. Die Herausforderungen liegen nun darin, ehrenamtliche MitarbeiterInnen zu finden und diese in der Folge längerfristig an die Organisation zu binden.

Bisher gab es in der Caritas Oberösterreich kein abgestimmtes Management der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Infolgedessen ist es bis jetzt nur zum Teil gelungen, die konkreten Bedürfnisse der einzelnen Einrichtungen und auch der Personen, welche sich freiwillig engagieren möchten, zusammenzuführen. Primäres Ziel der Diplomarbeit ist es daher, aufbauend auf den Status quo, welcher durch eine Befragung der Stellenleiter der Caritas Oberösterreich erhoben wurde, qualitative Empfehlungen für ein erfolgreiches Ehrenamtmanagement herauszuarbeiten.

Um dieses Ziel zu erreichen, bildet eine umfassende Literaturanalyse einen Einblick in ehrenamtliche Strukturen. Dabei wird in Kapitel 2 eine definitorische Beschreibung des Begriffes Ehrenamt dargestellt. Insbesondere werden die Merkmale sozialen Ehrenamtes erläutert sowie die unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen des freiwilligen Engagements.

In Kapitel 3 wird versucht, den Motiven ehrenamtlicher Tätigkeit nachzugehen. Diskutiert werden unter anderem die Eigenwertkomponente, die Tauschkomponente, die Arbeitsmotivation und der altruistische Faktor. Im Zusammenhang mit den Motiven werden auch noch die Hemmnisse ehrenamtlichen Engagements aufgezeigt.

In Kapitel 4 soll der Wert des Ehrenamtes näher beschrieben werden. Definiert werden dabei, der ökonomische und der symbolische Wert des Ehrenamtes. Aufbauend auf den Wert, werden in der Folge der öffentliche und der private Nutzen dargestellt.

Ziel von Kapitel 5 ist es, durch den Vergleich von Kulturen des freiwilligen Engagements, Hinweise auf ein erfolgreiches Ehrenamtmanagement zu generieren. Des Weiteren wird ausführlicher auf die derzeitige Situation ehrenamtlicher Strukturen in Österreich eingegangen.

Die Professionalisierungstendenzen im Nonprofit-Bereich und ehrenamtliche Arbeit werden in Kapitel 6 behandelt.

In Kapitel 7 wird auf die Interaktion zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und die daraus resultierenden Probleme, welche im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstehen können, eingegangen. Es werden auch Möglichkeiten zur Lösung dieser Probleme angesprochen. Des Weiteren beinhaltet dieses Kapitel eine Abgrenzung zwischen hauptamtlicher und ehrenamtlicher Arbeit.

Im 8. Kapitel wird auf die Thematik des Wandels von ehrenamtlichen Engagements eingegangen, und das so genannte „neue“ Ehrenamt wird dem traditionellen Ehrenamt gegenübergestellt. Dabei wird vor allem auf den Motivations- und Wertewandel der neuen Freiwilligen eingegangen.

Das 9. Kapitel befasst sich mit den Möglichkeiten der Gewinnung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und erläutert verschiedene Strategien sowie die Grundvoraussetzungen, welche gegeben sein müssen, um ehrenamtliche MitarbeiterInnen einsetzen zu können.

Anschließend wird die Caritas Oberösterreich, im Speziellen ihre Tätigkeitsfelder, sowie die geschichtliche Entwicklung vorgestellt. Darauf folgen die Ergebnisse der Befragung und, damit verbunden, eine Analyse des Ist-Standes. Aufbauend auf diese Analyse werden die Empfehlungen für eine Implementierung ehrenamtlicher Strukturen in der Caritas Oberösterreich dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 6
2. Ehrenamtliches Engagement 9
2.1 Definition 9
2.2 Merkmale sozialen Ehrenamtes 10
2.2.1 Unentgeltlichkeit 10
2.2.2 Freiwilligkeit 10
2.2.3 Organisiertheit 11
2.2.4 Produktivität 11
2.3 Formen des freiwilligen Engagements 12
2.3.1 Politisches Ehrenamt 12
2.3.2 Soziales Ehrenamt 12
2.3.3 Thematisches Ehrenamt 13
3. Motive zur ehrenamtlichen Tätigkeit 14
3.1 Altruistischer Faktor 14
3.2 Eigenwertkomponente 15
3.3 Tauschkomponente 16
3.4 Extrinsische und intrinsische Motivation 16
3.5 Motivationale Hemmnisse 18
4. Wert des Ehrenamts 20
4.1 Ökonomischer und symbolischer Wert des Ehrenamtes 20
4.2 Öffentlicher und Privater Nutzen 23
5. Kulturen des freiwilligen Engagements 26
5.1 USA 26
5.2 Großbritannien 28
5.3 Niederlande 29
5.4 Deutschland 30
5.5 Ehrenamtliche Arbeit in Österreich 31
6. Professionalisierung(-sbestrebungen) und ehrenamtliche Arbeit 37
7. Interaktion zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen 40
7.1 Zusammenhang zwischen Ehrenamtlichkeit und Leistungsqualität 40
7.2 Wechselbeziehung zwischen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen 41
7.3 Arbeitsbezogene Merkmale ehrenamtlicher Tätigkeit 43
7.31. Nützlichkeit 44
7.3.2 Gratifizierung 44
7.3.3 Selbstverwirklichung 45
7.3.4 Qualifizierung 45
7.3.5 Gesellschaftliche Regulierung 46
7.4 Konkurrenz- und Komplementaritätsmodell 47
7.5 Engagementförderung durch Professionelle 48
8. Wandel des freiwilligen Engagements am Ende des 20. Jahrhunderts 52
8.1 „Neues“ Ehrenamt 52
8.2 Motivationswandel 55
9. Gewinnung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen 61
9.1 Individuumsbezogene Strategien 63
9.1.1 Nicht-monetäre Anreizsysteme für Freiwilligenarbeit 64
9.1.2 Monetäre Anreizsysteme für Freiwilligenarbeit 65
9.2 Allgemeine Strategien 65
10. Caritas OÖ 68
10.1 Geschichte der Caritas OÖ 68
10.2 Organisation und Rechtsstellung der Caritas in Österreich 70
10.3 Tätigkeitsfelder der Caritas OÖ 71
11. Status Quo des Ehrenamts in der Caritas OÖ 74
11.1 Vorbemerkungen 74
11.2 Ergebnisse des Fragebogens zum Thema Ehrenamt 76
11.2.1 Einsatz von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im letzten Jahr 76
11.2.2 Einsatz ehrenamtlicher MitarbeiterInnen in der Zukunft. 77
11.2.3 Anzahl der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im letzten Jahr 78
11.2.4 Zeitlicher Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit 79
11.2.5 Tätigkeitsfelder der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen 81
11.2.6 Bedingungen/Vorkenntnisse von Ehrenamtlichen 83
11.2.7 Erstkontakt zu ehrenamtliche MitarbeiterInnen 84
11.2.8 Verteilung der Ehrenamtlichen nach Personengruppen 86
11.2.9 Vertragliches Übereinkommen mit EA-MitarbeiterInnen 88
11.2.10 Abhaltung von Einschulungen für Ehrenamtliche 89
11.2.11 Themen im Rahmen der Einschulung 91
11.2.12 Abhaltung regelmäßiger Treffen 92
11.2.13 Formen der Anerkennung für ehrenamtliche Tätigkeiten 93
11.2.14 Darstellbare Erleichterung durch Ehrenamtliche 95
11.2.15 Möglichkeiten der zukünftigen Gewinnung Ehrenamtlichen 96
11.2.16 Verteilung der Ehrenamtlichen nach Instituten bzw. Bereich 98
11.2.17 Anmerkungen und Anregungen der MitarbeiterInnen 101
12. Fazit und Schlussfolgerungen 103
13. Anhang 111
13.1 Abbildungsverzeichnis 111
13.2 Fragebogen 112
13.3 Literaturverzeichnis 120
13.4 Internetquellen 125

Automatisiert erstellter Textauszug:

ten die Ehrenamtlichen projektbezogen ein, drei Abteilungen gaben an, dass ihnen die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen auch täglich zur Verfügung standen. Die Notwendigkeit eines professionellen Ehrenamtmanagements in der Caritas lässt sich aufgrund folgender Ableitungen feststellen. Legt man nämlich die Auswertung auf die in der Caritas im letzten Jahr tatsächlich tätigen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen (274 Personen) auf den wöchentlichen Einsatzrahmen (34,3 %) um, so würde das heißen, dass im Durchschnitt jede Woche 94 Personen mit einem Zeitaufwand von 1 bis maximal 5 Stunden tätig waren. Des Weiteren bedarf insbesondere der Einsatz „nach Bedarf“ bzw. der projektbezogene Einsatz eines besonderen Koordinationsaufwandes, um Angebot und Nachfrage zum richtigen Zeitpunkt zusammenzuführen. Die relativ hohe Anzahl der regelmäßig tätigen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, sowie der projektbezogene Einsatz und der Einsatz „nach Bedarf“ können als klare Argumente bzw. als Notwendigkeit für ein professionelles Ehrenamtmanagement gesehen werden. [...]

211 Frauen (ca. 77 %) waren, welche sich ehrenamtlich engagierten. Der Anteil der Männer liegt somit bei ca. 23 % (63 Männer). Anhand obiger Grafik ist abzulesen, dass die Mehrheit der Einrichtungen bzw. Abteilungen einen bis maximal fünf ehrenamtliche MitarbeiterInnen eingesetzt haben. In zwei der Einrichtungen bzw. Abteilungen (Junges Wohnen und das Seniorenwohnhaus Karl Borromäus) waren 5 bis 10 ehrenamtliche HelferInnen tätig. In der Wärmestube, WeGe Wels sowie die Servicestelle für pflegende Angehörige waren 10 bis maximal 20 ehrenamtliche MitarbeiterInnen tätig. Zumindest 20 bis höchstens 40 ehrenamtliche HelferInnen betätigen sich in der Flüchtlingshilfe in St. Georgen im Attergau und im Integrationszentrum Paraplü. Die Auslandshilfe der Caritas OÖ beschäftigte im letzten Jahr ca. 55 ehrenamtliche MitarbeiterInnen, das Mobile Hospiz insgesamt 72 Ehrenamtliche. [...]

Die Auswertung zeigt, dass knapp 70 % der befragten Personen gerne freiwillige HelferInnen in Zukunft einsetzen wollen, ca. 30 % verneinten diese Frage aus verschiedensten Gründen. Um festzustellen, welche Gründe gegen einen Einsatz von Ehrenamtlichen in einer Abteilung sprechen, wurde den Befragten die Möglichkeit gegeben, diese zu dokumentieren. Als Hauptgrund gegen einen Einsatz von Ehrenamtlichen wurde in erster Linie angeführt, dass für die jeweiligen Tätigkeiten speziell qualifiziertes Personal benötigt wird und deshalb diese Aufgaben unter keinen Umständen von Ehrenamtlichen erfüllt werden können. In den Stab- und Servicefunktionen ist der Einsatz, aus Sicht der Befragten, nicht sinnvoll, da in diesen Feldern verschiedene Qualifikationen erforderlich sind und auch eine gewisse zeitliche Kontinuität gewährleistet sein muss. Aus der Auswertung der beiden vorigen Fragen kann jedenfalls abgeleitet werden, dass der Bedarf an ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in den einzelnen Einrichtungen bzw. Abteilungen sowohl in der Vergangenheit gegeben war, als auch in der Zukunft gegeben sein wird. Dies zeigt in der Folge auch die Kombinationen der Fragestellung „Waren in Ihrer Einrichtung im letzten Jahr ehrenamtliche MitarbeiterInnen - 77 - [...]

Arbeit zitieren:
Brückl, Bianca Juli 2005: Ehrenamtliches Engagement im Non-Profit-Bereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ehrenamt, Freiwillige Arbeit, NPO, Sozial, Unentgeltlich

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