Effizienz sozialer Arbeit am Beispiel der Wohnberatung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Monika Peters
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 213 Seiten
- Dateigröße: 8,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9373-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9373-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9373-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Peters, Monika Oktober 2003: Effizienz sozialer Arbeit am Beispiel der Wohnberatung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wohnung, Alte, Senioren, Pflege, Einsparpotential
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Monika Peters
Einleitung:
Die „soziale Arbeit“ hat sich im vergangenen Jahrhundert als Handlungs- und Berufsfeld etabliert und entwickelte im Laufe der Zeit fachliche Grundlagen und wissenschaftliche Begründungen für die Praxis. Gleichzeitig wurden rechtliche sowie organisatorische Strukturen durchgesetzt. Dies hat zu immer weiter ausdifferenzierten Handlungsfeldern geführt.
Der Begriff ‚soziale Arbeit’ ist jedoch schwierig zu bestimmen oder gar abzugrenzen. Hier stellt sich die Frage, welche Praxisfelder, Einrichtungen, Dienste und Berufe zur sozialen Arbeit gehören. Unternimmt man den Versuch vom Begriff ‚Sozialarbeit’ auszugehen, wird man feststellen, dass dieser terminologisch weder eindeutig noch übereinstimmend gebraucht wird. Vielmehr gibt es eine Fülle unterschiedlicher Begriffe und Umschreibungen für das Feld der sozialen Praxis. Sprach man früher von Fürsorge oder Wohlfahrtspflege, gebraucht man heute differenzierte Begriffe, wie soziale Arbeit, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, soziale Dienste, soziale Praxis, (Sozial-) Fürsorge, Sozialwesen und vieles mehr. All diese Begriffe beziehen sich auf das Spektrum sozialer Arbeit und betonen deren verschiedene Bereiche.
Die folgende Untersuchung beschäftigt sich mit der Altenhilfe und somit mit dem breiten Spektrum sozialer Arbeit mit älteren Menschen, die hier am Beispiel der Wohnberatung dargestellt werden soll. Die Altenhilfe bezieht sich im Besonderen auf das individuelle Hilfeangebot für den älteren Menschen. Sie gliedert sich in die grundlegenden Bereiche der ambulanten, stationären und offenen Altenhilfe. Die Handlungsmöglichkeiten sind hier geprägt von den Zielsetzungen der Sicherung und Stärkung der Integration der älteren Generation innerhalb der Gesellschaft, und der Erhaltung der selbständigen Lebensführung bei möglichst geringer Einschränkung der persönlichen Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Betroffenen. Hier beeinflusst die Altenpolitik maßgeblich die Praxis der sozialen Arbeit im Sinne der politischen Regulierung und Gestaltung der gesellschaftlichen Bedingungen des Alterns und des Lebensabschnittes „Alter“. Gleichzeitig prägt sie das politische Selbstverständnis und das daraus resultierende Handeln der Alternden und Alten selbst.
Schon in den Richtlinien des Bundesaltenplanes von 1992 wurden in den allgemeinen Grundsätzen diesbezüglich Schwerpunkte gesetzt. Sie umfassten folgende Punkte: Die Förderung der Selbständigkeit und der gesellschaftlichen Beteiligung älterer Menschen, die Unterstützung hilfs- und pflegebedürftiger älterer Menschen im Hinblick auf ihre Selbständigkeit, die Angleichung der Lebensverhältnisse im vereinten Deutschland und den Ausbau der internationalen Seniorenpolitik.
Nachfolgend beschäftigte sich der 1. Altenbericht der Bundesregierung 1993 mit der Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland. Schon hier wurde der Wohnsituation Augenmerk geschenkt. Im 2. Altenbericht der Bundesregierung 1998 befasste man sich mit dem ‚Wohnen im Alter’. Hier wurde das Arbeitsfeld „ Wohnberatung“ beschrieben und seine sozial-politische Bedeutung dargelegt. Diese Untersuchung bezieht sich jedoch nicht nur auf die soziale Bedeutung und Wirkung von Wohnberatung, sondern will ebenfalls deren wirtschaftliche Effizienz darlegen und somit soziale Arbeit auch zum Gegenstand ökonomischen Denkens machen.
Zu alten Fragestellungen, wie zum Beispiel der Beziehung zwischen Sozialarbeiter und Klient oder über das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle in der sozialen Arbeit kommen neue Fragestellungen hinzu. Die Ökonomik sozialer Arbeit beschäftigt sich einerseits mit der Frage des wirtschaftlichen Umgangs mit knappen finanziellen Ressourcen der sozialen Arbeit wie zum Beispiel in sozialen Einrichtungen oder Kommunen.
Andererseits befasst sie sich auch mit den gesamtwirtschaftlichen Problemen, die bei der Verteilung der knappen finanziellen Mittel auftreten. Dies soll aber nicht bedeuten, dass mit einer Ökonomisierung der sozialen Arbeit eine Reduzierung derselben auf rein ökonomische Aspekte einhergeht, denn das Gegenteil ist der Fall. Hier soll eine Perspektivenerweiterung eintreten. Die ökonomische Betrachtung sozialer Arbeit beinhaltet die Aufforderung zur Auseinandersetzung mit deren Zielen und Wirksamkeit. Im Einzelnen geht es um folgende Aspekte:
- Die Beziehungsebene zwischen Sozialarbeiter/-pädagoge und Klient.
- Die sozialpolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für Soziale Arbeit.
- Die Möglichkeiten einer an den Bedürfnissen des Klienten orientierter Arbeit.
- Die Voraussetzungen für und die Anforderungen an eine wirksame und wirtschaftliche Arbeit mit Klienten in sozialen Einrichtungen.
- Die Voraussetzungen für und die Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und Qualität der sozialen Dienste.
- Die Begründung des Anspruches auf Ressourcen.
Gang der Untersuchung:
Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Effizienz sozialer Arbeit am Beispiel der Wohnberatung. Sie soll keine rein ökonomische Betrachtung sein, sondern sich sowohl mit der sozialen Wirksamkeit als auch mit der Wirtschaftlichkeit auseinandersetzen. Dies bedingt zunächst eine Begriffsbestimmung. Die Begriffe Effektivität und Effizienz weisen auf das Verhältnis zwischen Mittel und Zweck sowie Einsatz und Nutzen von sozialen Leistungen hin.
Die Effizienz verweist dabei allgemein auf die Wirtschaftlichkeit des Verhältnisses von Einsatz und Nutzen. Die Effektivität beschäftigt sich eher mit der Wirksamkeit der Maßnahme oder des sozialen Programms und bezieht sich somit auf das Verhältnis von erreichten Zielen und der Art ihrer Verwirklichung.
Die Frage nach der Wirksamkeit, dass heißt ob mit den eingesetzten Mitteln die angestrebten Ziele erreicht werden, bedingt eine verbindliche Festlegung der Ziele und der zu ergreifenden Maßnahmen. Erst dann ist eine qualitative und quantitative Bewertung gewährleistet.
Private Unternehmen sollen in der Regel eine Rendite abwerfen und gewinnorientiert angelegt sein. Öffentlich Investitionen zielen dagegen auf die Steigerung der gesellschaftlichen Wohlfahrt. Gerade vor dem Hintergrund immer knapper werdender finanzieller Ressourcen ist es notwendig, auch öffentliche Investitionen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeits- und Wirksamkeitsprinzipien anzulegen.
In der vorliegenden Untersuchung wird der Versuch unternommen, ‚Wohnberatung’ als Arbeitsfeld der sozialen Arbeit, hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.
Im allgemeinen Teil wird dieses Arbeitsfeld „Wohnberatung“ vorgestellt. Hier erfolgt zunächst eine demographische Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland, die Auseinandersetzung mit den Begriffen ‚Alter’ und ‚Wohnen im Alter’, sowie eine Darstellung des Aufgabengebietes der Wohnberatung und ihrer Ziele. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit der Finanzierung von Wohnberatungsstellen. Im Verlauf wird das Modellprojekt „Wohnberatung für Bürgerinnen und Bürger in NRW“ beschrieben. Hier wird einerseits dargelegt, wie welche Ziele erreicht werden und andererseits welche Wirkung und welcher Nutzen daraus erfolgt.
Der Hauptteil handelt von der Effizienz von Wohnberatung. Hier findet der Leser zunächst an Einzelfällen eine Darlegung der Wirksamkeit der Maßnahmen, unter Prüfung der Wirksamkeit für den Klienten und nach wirtschaftlichen Kriterien. Dies setzt sich im weiteren Verlauf der Arbeit fort. Der zweite Teil der empirischen Untersuchung bezieht sich auf eine Berechnung der Einsparpotentiale bei Heimvermeidung durch Wohnberatung. Der dritte Teil der empirischen Arbeit basiert auf einer Untersuchung der Wirkungszeit von Wohnanpassungsmaßnahmen. Hier soll dargelegt werden, wie Wohnberatung sowohl auf den Klienten als auch in wirtschaftlicher Hinsicht langfristig wirkt. Letztendlich findet sich in Kapitel 4.4 eine vergleichszulassende Aufstellung von Kosten und Einsparpotentialen einer Wohnberatungsstelle.
Sämtliche als Grundlage des empirischen Teiles der Arbeit verwendeten Daten, stammen von der Wohnberatungsstelle Wuppertal. Diese Wohnberatungsstelle gehört zu dem Modellprojekt „Wohnberatung für Bürgerinnen und Bürger in NRW“ und wird im Kapitel 3.2 näher beschrieben.
Diese Arbeit enthält keine volkswirtschaftliche Gesamtbetrachtung. In einigen Unterpunkten wird auf andere Untersuchungen verwiesen, die sich mit einer volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung auseinandergesetzt haben und diese werden weitestgehend erläutert. Eine volkswirtschaftliche Betrachtung war jedoch aufgrund der mangelnden Datenlage nicht durchzuführen.
Die wirtschaftlichen Untersuchungen befassen sich vorwiegend mit den Einsparmöglichkeiten bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit der Klienten, und somit mit den durch Wohnberatung erreichten Einsparpotentialen. Die Schlussbetrachtung fasst alle Aspekte noch einmal zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft von Wohnberatung.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Wohnberatung als Teil sozialer Arbeit | 6 |
| 2.1 | Die demographische Entwicklung | 7 |
| 2.2 | Der Begriff ‚Alter’ | 9 |
| 2.2.1 | Das kalendarische Alter | 10 |
| 2.2.2 | Das medizinisch-biologische Alter | 11 |
| 2.2.3 | Das psychologische Alter | 11 |
| 2.2.4 | Das soziologische Alter | 13 |
| 2.3 | Der Strukturwandel des Alters | 14 |
| 2.4 | Wohnen im Alter | 15 |
| 2.5 | Ziele und Aufgaben der Wohnberatung | 18 |
| 2.5.1 | Die Einzelfallberatung | 22 |
| 2.5.2 | Die Öffentlichkeitsarbeit | 24 |
| 2.5.3 | Die Fach- und Institutionsberatung | 26 |
| 2.5.4 | Die Vermittlungs- und Vernetzungsarbeit | 26 |
| 2.6 | Kosten und Finanzierung der Wohnberatungsstelle | 28 |
| 3. | Das Modellprojekt: Wohnberatung für Bürgerinnen und Bürger in NRW | 35 |
| 3.1 | Historie | 35 |
| 3.2 | Die Wohnberatung Wuppertal - "WohnBa Wuppertal" | 38 |
| 3.3 | Formen der Wohnberatung am Beispiel der Einzelfallbearbeitung | 40 |
| 3.3.1 | Die Wohnraumanpassung | 44 |
| 3.3.2 | Das Umzugsmanagement | 50 |
| 3.3.3 | Die Information zum "Betreuten Wohnen" | 53 |
| 3.4 | Die Finanzierung von Wohnanpassungsmaßnahmen | 62 |
| 3.5 | Wirkung und Nutzen von Wohnberatung | 72 |
| 3.5.1 | Die Erfolge für den Ratsuchenden | 74 |
| 3.5.2 | Die Auswirkungen auf die Pflegeperson | 77 |
| 4. | Über die Effizienz von Wohnberatung | 80 |
| 4.1 | Effekte im Einzelfall | 81 |
| 4.1.1 | Fall 1 - Wohnungsanpassung durch Badumbau | 82 |
| 4.1.2 | Fall 2 - ‚...raus aus dem Heim’ | 86 |
| 4.1.3 | Fall 3 - Umzug in das "Betreute Wohnen" | 98 |
| 4.2 | Erfolge von Wohnberatung am Beispiel der Heimvermeidung | 106 |
| 4.2.1 | Berechnung der durchschnittlichen Heimkosten in Wuppertal | 108 |
| 4.2.2 | Fallkostenermittlung anhand der Statistik 2002 der WohnBa Wuppertal | 110 |
| 4.2.3 | Einsparpotentiale durch die Vermeidung von Heimunterbringung | 123 |
| 4.3 | Die Wirkungszeit und Effizienz von Wohnanpassungsmaßnahmen | 125 |
| 4.3.1 | Die Kosten der Anpassungsmaßnahmen | 128 |
| 4.3.2 | Kosten-Nutzen-Vergleich von Beratung zur Wohnanpassung | 163 |
| 5. | Resümee | 174 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 177 |
| 7. | Anlagenverzeichnis | 182 |
| Anlage A | Beschlussvorlage der Stadt Wuppertal zur Förderung einer Wohnberatungsstelle in Wuppertal | 184 |
| Anlage B | Begleitbogen zur Berichterstattung für das Jahr 2002 für das Förderprogramm "Wohnberatung" des Landes Nordrhein-Westfalen | 191 |
| Anlage C | Arbeitshilfe der Spitzenverbände der Pflegekassen, IKK-Bundesverband, 8. Katalog möglicher wohnumfeldverbessernder Maßnahmen | 200 |
| Anlage D | Mietspiegel 2002 für nicht öffentlich geförderte Mietwohnungen im Stadtgebiet Wuppertal 8 | 206 |
| Erklärung | 209 |
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832493738
Arbeit zitieren:
Peters, Monika Oktober 2003: Effizienz sozialer Arbeit am Beispiel der Wohnberatung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wohnung, Alte, Senioren, Pflege, Einsparpotential



