Effiziente Gestaltung anreizkompatibler Verträge als Intermediärsleistung in virtuellen Unternehmen: "Kontrakttheorie und technologische Umsetzung"
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Kümmert
- Abgabedatum: April 1998
- Umfang: 177 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1516-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1516-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1516-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kümmert, Andreas April 1998: Effiziente Gestaltung anreizkompatibler Verträge als Intermediärsleistung in virtuellen Unternehmen: "Kontrakttheorie und technologische Umsetzung", Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Netzwerke, Intermediationsleistung, Unternehmenskooperationen, Virtuelle Unternehmen, Anreizeffiziente Vertragsgestaltung
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Diplomarbeit von Andreas Kümmert
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Diplomarbeit mit dem Titel "Effiziente Gestaltung anreizkompatibler Verträge als Intermediärsleistung in Virtuellen Unternehmen: Kontrakttheorie und technologische Umsetzung" ist inhaltlich in mehrere Blöcke eingeteilt, die den verschiedenen Gesichtspunkten des Themas gerecht werden.
Im ersten Kapitel erfolgt eine Abgrenzung der zentralen Begriffe. Das nicht vertragstheoretische Anreiz-Beitrags-Paradigma der Organisationslehre, als Vorläufer der ökonomischen Vertragstheorie, und die grundsätzlichen, von einer Organisation gestaltbaren, Anreize werden vorgestellt.
Das zweite Kapitel widmet sich zunächst der Definition des Begriffs ‘Virtuelles Unternehmen’. Unterschiedliche inhaltliche Interpretationen werden vorgestellt. Nachdem eine theoretische Einordnung erfolgt, sind die relevanten Wettbewerbs- und Umweltfaktoren zur Förderung des VU's darzustellen. Abschließend wird die Zielsetzung dieser Organisationsform rekapituliert.
Im dritten Kapitel wird die theoretische Grundlage für eine ökonomische Analyse von Verträgen gelegt. Verträge lassen sich im Rahmen der Neuen Institutionenökonomie, der Rechtssoziologie und der ökonomischen Theorie der Unternehmung, typisieren. Grundsätzlich sind konstitutionalistische von nicht-konstitutionalistischen Verträgen zu unterscheiden. Letztere werden in der ökonomischen Vertragstheorie analysiert und die Einflüsse der einzelnen Theoriegebäude der Neuen Institutionenökonomie auf die ökonomische Vertragstheorie dargestellt. Auf Basis des Konzepts sich selbst erhaltender Institutionen werden effiziente Beherrschungs- und Überwachungssysteme definiert und konstitutionalistische Verträge als Basis des wirtschaftlichen Handelns i.S.v. Gründungsverträgen jeder Institution analysiert.
Das vierte Kapitel beschreibt existierende hybride Organisationsformen und Intermediärsfunktionen. Die Charakteristika, Erfolgsbedingungen und -wahrscheinlichkeiten für Kooperationen sowie die Rolle des Informationstransfers werden ausgearbeitet. Keiretsu, Netzwerke und dynamische Netzwerke mit Netzwerkbroker werden in einzelnen Abschnitten untersucht. Das dynamische Netzwerk mit Netzwerkbroker kommt dabei der Konzeption des VU's mit Intermediär am nächsten.
Im fünften Kapitel wird aus den diskutierten Hybridformen das VU hergeleitet. Dabei sind intraorganisationalen virtuellen Organisationen und interorganisationalen VU zu unterscheiden. Die Rolle der IT in VU, unterschiedliche Realisierungsformen des VU sowie deren Potentiale und Verletzbarkeit werden dargestellt. Auf Grund der uneinheitlichen Definitionsansätze in der Literatur erfolgt eine Typologie unterschiedlicher Virtueller Unternehmen i.S.e. Netzwerks anhand struktureller Kriterien.
Das sechste Kapitel behandelt schließlich explizit die Vertragsgestaltung in VU. Dabei wird auf die unterschiedlichen Beziehungsebenen eingegangen und die Rolle des Intermediärs in VU theoretisch und praktisch hergeleitet. Es erfolgt der Vorschlag einer konkreten rechtlichen Gestaltung des VU's. Die Anforderungen an anreizeffiziente Verträge für dieses VU werden erläutert. Thematisiert werden Fragen der Außenhaftung, der optimalen Entlohnung und der Repräsentanz des VU's nach außen.
Die vorliegende Arbeit schließt mit einem Exkurs über die IT-Umsetzung von Verträgen in VU dar. Thematisch werden digitale Signaturen und Zahlungssysteme im Internet behandelt, die beiden potentiellen Einsatzgebiete eines Intermediärs.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1. | Problemstellung | 1 |
| 1.2. | Gang der Untersuchung | 4 |
| 1.3. | Begriffsabgrenzung und Definitionsansätze | 5 |
| 1.3.1. | Anreizkompatibilität, Organisation und Kooperation | 5 |
| 1.3.2. | Das Anreiz-Beitrags-Paradigma | 6 |
| 1.3.3. | Anreize, die durch die Organisation gestaltet werden können | 8 |
| 1.3.4. | Intermediation | 9 |
| 2. | Das Konzept des Virtuellen Unternehmens | 9 |
| 2.1. | Definitionen des Virtuellen Unternehmens | 9 |
| 2.2. | Die Coase-Welt und das Virtuelle Unternehmen | 13 |
| 2.3. | Wettbewerbsbedingungen zur Förderung des Virtuellen Unternehmens | 15 |
| 2.4. | Neue Wettbewerbsfaktoren zur Förderung des Virtuellen Unternehmens | 19 |
| 2.5. | Charakteristika des Virtuellen Unternehmens | 22 |
| 2.6. | Zielsetzung des Virtuellen Unternehmens | 26 |
| 3. | Die ökonomische Vertragstheorie | 27 |
| 3.1. | Definition, Inhalt und Merkmale von Verträgen im ökonomischen Sinne. | 27 |
| 3.2. | Typologie von Verträgen der Neuen Institutionenökonomie | 29 |
| 3.3. | Rechtssoziologische Typologie von Vertragstypen und Einsatzfeldern | 31 |
| 3.3.1. | Klassische Verträge | 31 |
| 3.3.2. | Neoklassische Verträge | 31 |
| 3.3.3. | Relationale Verträge | 33 |
| 3.3.4. | Symbiotische Verträge | 35 |
| 3.3.5. | Beherrschungs- und Überwachungsmechanismen und das Vertragsrecht | 35 |
| 3.4. | Typologie von Verträgen der ökonomischen Theorie der Unternehmung | 36 |
| 3.5. | Nicht-konstitutionalistische institutionenökonomische Vertragstheorie | 36 |
| 3.5.1. | Annahmen der Neuen Institutionenökonomie | 37 |
| 3.5.2. | Einflüsse des Property Rights Ansatzes auf die Vertragstheorie | 39 |
| 3.5.3. | Einflüsse der externen Effekte auf die Vertragstheorie | 41 |
| 3.5.4. | Einflüsse des Transaktionskostenansatzes auf die Vertragstheorie | 42 |
| 3.5.5. | Einflüsse der Principal-Agent Theorie auf die Vertragstheorie | 48 |
| 3.5.6. | Die ökonomische Vertragstheorie | 52 |
| 3.6. | Überwachungsbedürftige und sich selbst erhaltende Institutionen | 53 |
| 3.7. | Effiziente Beherrschungs- und Überwachungssysteme | 55 |
| 3.8. | Konstitutionalistische Vertragstheorie der Organisation | 58 |
| 4. | Hybride Organisationsformen und Intermediärsfunktionen | 63 |
| 4.1. | Kooperation(-smanagement) und Kooperationserfolg | 63 |
| 4.2. | Der informelle Informationsaustausch zwischen Unternehmen | 64 |
| 4.3. | Triebkräfte hybrider Organisationsformen | 67 |
| 4.4. | Existierende Hybride Organisationsformen | 69 |
| 4.5. | Existierende Intermediärsfunktionen | 70 |
| 4.6. | Keiretsu | 71 |
| 4.7. | (Strategische) Netzwerke | 72 |
| 4.8. | Dynamische Netzwerke und Netzwerkbroker | 75 |
| 5. | Das Virtuelle Unternehmen als Weiterentwicklung hybrider Koordinationsformen | 79 |
| 5.1. | Intraorganisationale virtuelle Organisation | 79 |
| 5.2. | Interorganisationale Virtuelle Unternehmen | 80 |
| 5.3. | Typisierung Virtueller Unternehmen i.S.e. Netzwerkes | 82 |
| 5.4. | Koordination in Virtuellen Unternehmen | 84 |
| 5.5. | Informationstechnologie und Virtuelle Unternehmen | 85 |
| 5.5.1. | Die Organisation als Abbild ihrer eigenen Informationslogistik: Die Client-Server-Architektur | 85 |
| 5.5.2. | Spezifische IuK-Systeme für Virtuelle Unternehmen | 86 |
| 5.6. | Potentiale Virtueller Unternehmen | 89 |
| 5.7. | Die Verletzbarkeit Virtueller Unternehmen | 90 |
| 6. | Kontrakte und Intermediäre in Virtuellen Unternehmen | 93 |
| 6.1. | Charakteristika der Beziehungen der einzelnen Vertragspartner | 93 |
| 6.2. | Theoretische Begründung für einen Intermediär | 94 |
| 6.3. | Die Rolle des Intermediärs in Virtuellen Unternehmen | 97 |
| 6.3.1. | Aufgaben des Brokers im Lebenszyklus des Virtuellen Unternehmens | 101 |
| 6.3.2. | Der ‘Network promotor‘ | 105 |
| 6.3.3. | Schlußfolgerungen über die Notwendigkeit eines Promotors | 111 |
| 6.4. | Rechtliche Selbständigkeit des Virtuellen Unternehmens, seiner Mitglieder und des Intermediär | 111 |
| 6.5. | Charakteristika einer Gewinn- und Risikoverteilungsmöglichkeit in Virtuellen Unternehmen | 114 |
| 6.6. | Anforderung an Verträge in Virtuellen Unternehmen | 116 |
| 7. | Exkurs: IT-Umsetzung von Verträgen | 120 |
| 7.1. | Rechtssicherheit virtueller Verträge: aktuelle Situation und Entwicklungen | 120 |
| 7.1.1. | Das Gesetz zur digitalen Signatur | 120 |
| 7.1.2. | Maßnahmenkatalog der Signaturverordnung | 122 |
| 7.1.3. | Sicherheit kryptographischer Verfahren | 125 |
| 7.1.4. | Digitale Signaturen, Chipkarten, Personenidentifikationsnummern und Signatur-Schlüssel-Zertifikate | 126 |
| 7.2. | Zahlungssysteme im Internet: Electronic cash, Kreditkartenzahlung oder Zahlung über Kundenkonten | 130 |
| 7.2.1. | Erfolgskriterien für Zahlungssysteme im Internet | 130 |
| 7.2.2. | Der Abwicklungsstandard ‘Secure Electronic Transactions’ (SET) | 131 |
| 7.2.3. | Der Paßwortschutz von Security Dynamics | 135 |
| 7.3. | Fazit Online-Zahlungssysteme / Electronic Cash | 136 |
| 8. | Abschließende zusammenfassende Betrachtung | 139 |
| Literaturverzeichnis | X | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | XXVII |
Principal-Agent-Theorie als wertvoller Bezugsrahmen hinzugezogen werden."190) Nach Arrow entspricht das Principal-Agent-Problem einer Situation, in der eine Person eine Aktion auswählt und damit den Nutzen anderer Personen beeinflußt.191) Man unterscheidet ex post Informationsasymmetrie, Moral Hazard und ex ante Informationsasymmetrie, Adverse Selection bzw. Hidden characteritics.192) Bei Moral Hazard unterscheidet man zwischen Hidden information, der Prinzipal kann die Handlungen des Agenten beobachten, aber nicht beurteilen und Hidden action, der Prinzipal kann die vom Agenten gewählte Aktion bzw. deren Ergebnis aufgrund von ex post Informationsasymmetrien nicht beobachten. Bei hidden action und hidden information erfolgt die Interessensangleichung in institutionell verankerten Anreiz- und Sanktionssystemen durch das Entlohnungssystem des Agenten193), wobei die Risikoverteilung zwischen Prinzipal und Agent und deren Risikoeinstellung den optimalen Vertrag bestimmt. Zur Erzielung von Bindungen der Vertragspartner werden Effizienzlöhne (die bei Minderleistung den Verlust einer erheblichen Quasi-Rente zur Folge haben)194), Dezentralisierung von Property Rights, Team-Entlohnungssysteme (wobei sich die Teammitglieder gegenseitig im eigenen Interesse kontrollieren und motivieren)195), vertragliche Simulation von Eigentumsrechten und Reputation als Self Commitment durch spezifische Investitionen, vorgeschlagen. Die Gefahr des Adverse Selection läßt sich ex ante durch Signalling (erfolgreich nur, wenn Signalling zu einem separating-Gleichgewicht führt), Screening und Self-selection reduzieren. Alternativ ist die Interessensangleichung von Agent und Prinzipal mittels geeigneter Institutionen möglich. Zur Verminderung von Adverse Selection vor Vertragsabschluß wird das Take-it-or-leave-it-Angebot des Prinzipals vorgeschlagen. Vorvertragliche Abmachungen, die das Scheitern der Verhandlungen für beide verteuern (dadurch besteht für beide ein größerer Anreiz, wahre [...]
Die allgemeine Organisationsempfehlung lautet daher, wo immer die Transaktionskosten dieses erlauben, Handlungs- und Verfügungsrechte in der Weise zu verteilen, daß möglichst vollständige Rechtebündel mit der Nutzung von Ressourcen verbunden und dem Handelnden zugeordnet sind.188) 3.5.5. EINFLÜSSE DER PRINCIPAL-AGENT THEORIE AUF DIE VERTRAGSTHEORIE Aufbauend auf Property Rights, Transaktionskosten und externen Effekten thematisiert die Principal-Agent-Theorie Informationsasymmetrien (vertraglicher) Beziehungen bei Unsicherheit zwischen Prinzipal und Agent.189) Die PrincipalAgent-Theorie versucht die Agency-Kosten bereits im Vorfeld durch geeignete Anreizmechanismen zu minimieren. "In Situationen, in denen Vertragsprobleme weniger auf Spezifität als auf Informationsasymmetrien zurückzuführen sind oder die Risikoneigung der beteiligten Akteure eine wichtige Rolle spielt, kann die [...]
tung. Auf der anderen Seite führt die immer größere Komplexität und der Leistungsumfang dazu, daß auch die Hierarchie als Koordinationsform der Leistungserstellung an Bedeutung verliert. Vielmehr beobachtet man heute Wertschöpfungsketten, die durch Kooperationen von Unternehmen realisiert werden. Man kann also die Wertschöpfungskette als eine ‘Aneinanderreihung’ von Hierarchien sehen, die kooperativ verbunden sind. Zwischenbetriebliche Kooperationsformen im Spektrum zwischen Markt und Hierarchie werden nach dem Integrationsgrad unterschieden. Man unterscheidet grundsätzlich Beherrschungsformen der mittel- bis langfristige Zusammenarbeit mit einseitigem Abhängigkeitsverhältnis, die sinnvoll sind, wenn eine Kooperation, aber keine Überwachung zur Leistungserstellung notwendig ist.184) Auf der anderen Seite stehen Kooperationsformen der mittel- bis langfristige Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen. Hierbei lassen sich vertikale, horizontale und diagonale Kooperation unterscheiden. Transaktionskostentheoretisch sind Kooperationsformen bei Aufgaben mit geringer strategischer Bedeutung, geringer Spezifität und hoher Veränderlichkeit oder Komplexität sinnvoll.185) Es sei daran erinnert, daß der Transaktionskostenansatz Institutionen aufgrund der marktmäßigen Ineffizienzen erklärt und sie damit dem Koordinationsmechanismus Markt gegenüberstellt. Für evolutionstheoretische Aussagen wird die Effizienz des Marktes aber weiterhin als theoretisches Standbein benötigt, da sich annahmegemäß effizientere Organisationsformen ‘am Markt’ durchsetzen (Konzept der schwachen Auslese).186) Somit ist jede Organisationsform, die in der Realität beobachtet werden kann, in diesem Sinne effizient, da sie sich ‘am Markt’ unter der jeweiligen Transaktionsatmosphäre bereits durchgesetzt hat. Dieser innere Widerspruch des Transaktionskostenansatzes ist kritisch zu sehen. Abschließend lassen sich der Transaktionskostenansatz mit der Analyse von externen Effekten unvollständig zugeordneter Property Rights zusammenführen, wobei diejenige Property Rights-Struktur vorzuziehen ist, "bei der die Summe aus [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832415167
Arbeit zitieren:
Kümmert, Andreas April 1998: Effiziente Gestaltung anreizkompatibler Verträge als Intermediärsleistung in virtuellen Unternehmen: "Kontrakttheorie und technologische Umsetzung", Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Netzwerke, Intermediationsleistung, Unternehmenskooperationen, Virtuelle Unternehmen, Anreizeffiziente Vertragsgestaltung



