Effektive Kommunikation und Personalführung mit den elektronischen Medien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Maike Lohse
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 1.013,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6302-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6302-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6302-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lohse, Maike Januar 2002: Effektive Kommunikation und Personalführung mit den elektronischen Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wissensmanagement, E-Mail, Intranet, schriftliche Kommunikation, virtuelle Führung
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Diplomarbeit von Maike Lohse
Zusammenfassung:
„Sie haben Post“ ist die allmorgendliche Begrüßung des PC's. Im Schnitt bearbeitet ein Mitarbeiter 20 bis 40 Emails täglich, wovon weniger als ein Drittel tatsächlich wichtig für seine Arbeit sind. Nehmen wir einmal an, er liest und beantwortet eine Email in durchschnittlich ca. drei Minuten. 30 Emails multipliziert mit je drei Minuten ergibt eine Bearbeitungszeit von eineinhalb Stunden täglich. Ein normaler Mitarbeiter kostet die Firma je Stunde um die 70 DM. 70 DM multipliziert mit eineinhalb Stunden und fünf Tagen die Woche und vier Wochen im Monat und rund elf Arbeitsmonaten im Jahr ergibt eine Summe von 23.100 DM jährlich. Zwei drittel dieser Kosten entsprechen 15.400 DM, welche die Firma pro Mitarbeiter und Jahr sparen könnte, wenn es ihr gelingen würde das elektronische Medium Email effektiv zu nutzen. Schon bei 65 Mitarbeitern kann sich jährlich eine Kostenersparnis von einer Millionen DM und mehr ergeben. Dabei wird in dieser Rechnung nur die Zeit für die Email-Bearbeitung berücksichtigt. Intranet- oder Internet-Suchzeiten sind noch nicht einkalkuliert. Die Firmen verschenken jedoch nicht nur Kostenvorteile, sondern auch Verbesserungspotentiale. Die Informationsflut oder lange Suchzeiten im Intranet sind nur zwei Folgen von dem allgemein unreflektierten Gebrauch der neuen Medien. Die wenigsten Mitarbeiter wissen wann und wie sie diese elektronischen Kommunikationskanäle sinnvoll einsetzen können und sollen. Ihnen fehlt sowohl die Medienkompetenz, als auch die Kommunikationskompetenz im elektronischem Umfeld. Firmen scheitern an der Aufgabe Informationen in nutzbares Wissen umzuwandeln, die Kommunikation wird verzerrt und die Personalführung steht vor neuen Anforderungen z.B. im Umgang mit virtuellen Mitarbeitern. So leisten E-Medien keinen Beitrag zum Unternehmenserfolg. So sind sie nicht effektiv. Es kann festgehalten werden, daß es menschliche, nicht technologische Barrieren sind, die der effektiven Nutzung der E-Medien im Wege stehen. Nicht die Firma ist zukunftsfähig, die auf dem neuesten Stand der Technik ist, sondern nur diejenige, die diese Technik effektiv nutzt, hat den Wettbewerbsvorteil.
Gang der Untersuchung:
Die Grundannahme meiner Diplomarbeit ist, daß Kommunikation und Personalführung mit den E-Medien in den Firmen zum Großteil uneffektiv erfolgen, d.h. sie erreichen nicht ihre Ziele und tragen nicht zum Unternehmenserfolg bei.
Ich werde zunächst erläutern was ich unter E-Medien verstehe, warum in sie so stark investiert wird und in welchen Gebieten sie als Problemlöser fungieren oder fungieren sollten. (Kapitel zwei).
E-Medien sind jedoch nicht nur Problemlöser, sondern auch Problemauslöser - insbesondere in der Kommunikation und Personalführung (Kapitel drei). Zu Beginn des Kapitels werde ich die Bedeutung von Kommunikation und Personalführung für den Unternehmenserfolg aufzeigen und damit die Begründung geben, warum gerade sie Schwerpunkt dieser Diplomarbeit sind. Ich werde darlegen, was Kommunikation und Personalführung generell - also unabhängig von spezifischen Firmensituationen - effektiv macht und welche Ziele sie verfolgen (Kapitel 3.1). Kapitel 3.2 wird zeigen, daß die neuen Medien, so wie sie heute eingesetzt werden, effektive Kommunikation und Personalführung blockieren, statt sie zu fördern und in welchen Bereichen angepackt werden kann, um diese Blockaden abzubauen. Wie diese Bereiche praktisch ausgefüllt werden können, werde ich in Kapitel vier und fünf aufzeigen. Kapitel vier wird sich mit Medienkompetenz, Kommunikationskompetenz im Umgang mit den E-Medien und mit interkultureller Kommunikation beschäftigen. Da ein Großteil von Personalführung aus Kommunikation besteht, werde ich den Schwerpunkt dieser Diplomarbeit auf die Kommunikation (Kapitel vier) legen. Für die Personalführung werde ich nur noch ergänzende, kurze Hinweise (Kapitel fünf) geben, wie eine Führungskraft seine Mitarbeiter mit Hilfe der E-Medien qualifizieren und motivieren kann, wie sie die Rahmenbedingungen im virtuellen Umfeld gestalten sollte und wie sie Mitarbeiter aus fremden Kulturen führen kann.
Die Maßnahmen, die ich vorschlagen werde, sind eher grundsätzlicher Natur, die auf individuelle Gegebenheiten und Bedürfnisse übertragen werden können. Wo immer es angebracht erscheint, werde ich konkrete Tips und Beispiele geben und diese als solche auch kennzeichnen. Diese dienen der Veranschaulichung und sollen kreative Denkprozesse beim Leser auslösen. Sie sind nicht zur Übertragung auf jede beliebige Situation geeignet.
In dieser Diplomarbeit wähle ich den personenorientierten Ansatz, d.h. ich gebe Handlungshilfen für den einzelnen Mitarbeiter oder die einzelne Führungskraft und klammere organisationsorientierte Ansätze, wie z.B. Kommunikationsregeln für das gesamte Unternehmen, aus. Allerdings sollte es nur einen geringen Aufwand bedeuten aus den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit, Rückschlüsse für die eigene Organisation zu ziehen. Gestaltungstips z.B. für die Email eines Mitarbeiters sollten leicht in Email-Leitlinien der Unternehmenskommunikation zu überführen sein.
Häufig wird auch Wissen als zentral für den Unternehmenserfolg bezeichnet. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit Wissensmanagement nur insoweit, als daß Kommunikation und Personalführung als wichtige Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung von Wissensmanagement gelten. Diese Arbeit kann somit einige wertvolle Anregungen geben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Der Nutzen dieser Diplomarbeit | 1 |
| 1.2 | Inhaltliche Struktur und Methodik | 2 |
| 2. | E-Medien als Problemlöser | 3 |
| 2.1 | Definition und Bedeutung der E-Medien | 3 |
| 2.2 | Die Veränderungswirkung der E-Medien | 4 |
| 3. | E-Medien als Problemauslöser für effektive Kommunikation und Personalführung | 5 |
| 3.1 | Die Bedeutung von Kommunikation und Personalführung | 6 |
| 3.1.1 | Kennzeichen effektiver Kommunikation | 7 |
| 3.1.1.1 | Ein Kommunikationsmodell | 7 |
| 3.1.1.2 | Die Ziele und Erfolgsfaktoren effektiver Kommunikation | 12 |
| 3.1.2 | Kennzeichen effektiver Personalführung | 15 |
| 3.2 | Die blockierende Wirkung der E-Medien auf Kommunikation und Personalführung | 17 |
| 3.2.1 | Auswirkungen der E-Medien auf die Kommunikation | 17 |
| 3.2.1.1 | E-Medien als Problemauslöser | 17 |
| 3.2.1.2 | Maßnahmenbereiche für effektive Kommunikation mit den E-Medien | 21 |
| 3.2.2 | Auswirkungen der E-Medien auf die Personalführung | 23 |
| 3.2.2.1 | E-Medien als Problemauslöser | 23 |
| 3.2.2.2 | Maßnahmenbereiche für effektive Personalführung mit den E-Medien | 26 |
| 4. | Effektive Kommunikation mit den E-Medien | 28 |
| 4.1 | Effektivität durch die Wahl des wirkungsvollsten Mediums | 28 |
| 4.1.1 | Allgemeine Beschreibung von Kommunikationsziel, Zielgruppe und Medienwirkung | 31 |
| 4.1.2 | Die Wirkung primärer und sekundärer Medien | 35 |
| 4.1.3 | Die Wirkung tertiärer Medien | 38 |
| 4.1.4 | Die optimale Passung zwischen Medium und Kommunikationsaufgabe | 43 |
| 4.2 | Effektivität durch Qualität elektronischer Kommunikation | 46 |
| 4.2.1 | Die Textplanung als erster Schritt der Textproduktion | 48 |
| 4.2.1.1 | Die Planung der Kommunikationssituation | 48 |
| 4.2.1.2 | Die Planung des Themas | 50 |
| 4.2.1.3 | Die Textplanung für Intranet und Email | 51 |
| 4.2.2 | Das Textkonzept als zweiter Schritt der Textproduktion | 55 |
| 4.2.2.1 | Denkmuster für klare Konzepte | 55 |
| 4.2.2.2 | Das Zusammenspiel von Denkmuster und Kommunikationssituation | 58 |
| 4.2.2.3 | Das Textkonzept für Intranet und Email | 59 |
| 4.2.3 | Die Textfassung als dritter Schritt der Textproduktion | 61 |
| 4.2.3.1 | Gütekriterien für Texte | 61 |
| 4.2.3.2 | Stilmittel zur Gestaltung der Gütekriterien | 64 |
| 4.2.3.3 | Die Textfassung für Intranet und Email | 71 |
| 4.3 | Effektivität durch interkulturelle Kommunikation | 77 |
| 5. | Effektive Personalführung mit den E-Medien | 82 |
| 5.1 | Effektivität durch qualifizierende Kommentare | 83 |
| 5.2 | Effektivität durch motivierende soziale Beziehungen | 83 |
| 5.2.1 | Der Aufbau sozialer Beziehungen durch Emotionalisierung | 84 |
| 5.2.2 | Der Aufbau sozialer Beziehungen durch Integration | 87 |
| 5.3 | Effektivität durch Strukturierung der Rahmenbedingungen | 90 |
| 5.3.1 | Strukturierung durch zielorientierte Planung | 90 |
| 5.3.2 | Strukturierung durch Rollenklarheit | 91 |
| 5.3.3 | Strukturierung der Kommunikationsprozesse | 92 |
| 5.4 | Effektivität durch interkulturelles Management | 93 |
| 6. | Fazit | 94 |
| Anhang | 100 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 108 |
Der zweite Aspekt der Kommunikationssituation, die Zielgruppenbestimmung, wurde ebenfalls bereits bei der Medienwahl (Kapitel 4.1.1) angesprochen. Diesem Aspekt kommt große Bedeutung zu. Je genauer die Zielgruppe bekannt und bestimmt ist, desto wirksamer wird die Kommunikation.191 Denn nur so können alle Facetten eines Textes auf die Zielgruppe zugeschnitten werden, so daß diese betroffen ist und in beabsichtigter Weise reagiert. Die Zielgruppe hat genau wie das Kommunikationsziel eine regulative Funktion.192 Es bedeutet eine wesentliche Arbeitserleichterung in allen Phasen der Textproduktion, wenn eine Konzentration auf die Elemente erfolgt, welche von Relevanz für die Zielgruppe sind. Wie Zielgruppen bestimmt, eingegrenzt und entwickelt werden, würde den Rahmen dieser Diplomarbeit sprengen. Ich werde aber zumindest ein Kennzeichen von Zielgruppen nennen, das bei der Textproduktion besonders sinnvoll erscheint: Ihre Einstellung zum Thema und zum Kommunikationsziel.193 Ist das Thema für sie geringfügig oder bedeutend, erscheint es Ihnen nützlich oder überflüssig?194 Auch hier möchte ich ein Kontinuum mit den Extrempolen "offen, motiviert" bis zu "ablehnend, unmotiviert" vorschlagen. Die Einordnung der Zielgruppe in diesem Feld, erlaubt wichtige Rückschlüsse auf Stilmittel bei der späteren Textformulierung und wieviel Aufwand für diesen Text betrieben werden muß, damit er wirksam ist. Zwar muß sich ein Sender von vielen Vermutungen über die Zielgruppe leiten lassen, trotzdem erhöht er die Wahrscheinlichkeit, daß seine Botschaft ankommt. Besonders wichtig wird dieser Aspekt bei komplexen oder handlungsrelevanten Texten.195 Zielgruppe offen, motiviert Abb. 10: Das Kontinuum der Zielgruppen-Motivation. [...]
Ein Intranetbericht ist in vielen Bereichen einem Bericht in der Mitarbeiterzeitung sehr verwandt. Beide richten sich an eine anonyme, große Zielgruppe und beide können komplexe Informationen bewältigen. Das Intranet ist jedoch bei weitem nicht so lesefreundlich wie eine Zeitung. Der begrenzte Bildschirmausschnitt erfordert z.B. ein Aufsplitten der Informationen, so daß der Gesamtüberblick verloren geht. Hier bedarf es im besonderen Maße einem leseleichten Layout und einer sehr klaren inneren Struktur des Textes. Die Textkürze erlangt eine neue Bedeutung. Effektiv schriftlich zu kommunizieren will gelernt sein. Effektiv schriftlich zu kommunizieren mit den E-Medien bedarf erst recht eines gezielten Ausbaus von Kompetenzen - dazu möchten die nächsten Kapitel einen Beitrag leisten. [...]
erworbenen Erkenntnisse beispielhaft auf den Intranetbericht und die Email-Korrespondenz anwenden (Kapitel 4.2.1.3, 4.2.2.3 und 4.2.3.3). 1. Herausforderungen schriftlicher Kommunikation Es ist eine Tatsache, daß der Umfang schriftlicher Kommunikation im Arbeitsleben zunimmt. Es ist wesentlich schwerer, eine Botschaft schriftlich zu vermitteln wie mündlich, allein schon deshalb, weil die meisten Menschen darin weniger Übung haben. Bei mündlicher Kommunikation können alle Facetten der Körpersprache eingebracht werden (z.B. klare Aussprache, Gestik, Mimik, Pausen und Lautstärke) und eine direkte Interaktion mit der Zielgruppe ist möglich. Solche Hilfsmittel entfallen bei der schriftlichen Kommunikation. Möchte ein Schreiber einen Sachverhalt betonen oder möchte er begeistern, muß er dies durch den Text zustande bringen und kann nicht mehr z.B. seine Stimme heben. Er muß seine körperliche Präsenz durch intellektuelle Präsenz ersetzen - es leuchtet ein, daß das einer anderen Kompetenz bedarf. Die Anforderungen an Worte und Sätze sind schärfer. Die Vorteile schriftlicher Kommunikation seien aber nicht verschwiegen: Texte können gut geplant, Fehler unbemerkt behoben werden und sie genießen eine höhere Intensität und Autorität.189 2. E-Medien stellen neue Anforderungen an Texte Auf den ersten Blick scheint es keinen Unterschied zu geben zwischen einem Text für ein konventionelles Druckmedium und dem Bericht für das Intranet. Indizien für die Andersartigkeit von Druck- und E-Medien könnten sein, daß E-Medien selten qualitativ gute Informationen für die Anwender bereitstellen, daß eine Informationsflut, ausgelöst durch ein Mangel an Zielgruppenorientierung, beklagt wird oder daß viele Daten irrelevant, schlecht strukturiert und unbewertet sind. E-Medien erfordern eine andere Gestaltung und betonen andere Gütekriterien von Qualitätstexten. Das Gütekriterium Knappheit ist z.B. wichtiger in den neuen Medien.190 Hinzu kommt, daß E-Medien generell sehr viel stärker auf sachliche Informationen festgelegt sind, im Gegensatz zu den Druckmedien. Die Email ist nicht in der Lage komplexe Informationen aufzunehmen. Sie ist beschränkt auf einfache, eindeutige, nicht kontroverse Themen. Sie ist formloser in ihrer Sprache wie die Printmedien und nahezu ohne Layoutmöglichkeiten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463021
Arbeit zitieren:
Lohse, Maike Januar 2002: Effektive Kommunikation und Personalführung mit den elektronischen Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wissensmanagement, E-Mail, Intranet, schriftliche Kommunikation, virtuelle Führung



