Der EURO
Chancen der Neuausrichtung einer börsennotierten AG
- Art: Diplomarbeit
- Autor: René Buchwitz
- Abgabedatum: Februar 1999
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 610,0 KB
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2008-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2008-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2008-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Buchwitz, René Februar 1999: Der EURO, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: EURO, Euro-Einführung, EWWU, AG
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Diplomarbeit von René Buchwitz
Einleitung:
Nach jahrelanger Vorbereitung ist am 1. Januar 1999 der Startschuß für den EURO gefallen. Bereits einen Tag zuvor, um 13 Uhr, wurden die Wechselkurse der 11 teilnehmenden nationalen Währungen zum EURO unwiderruflich fixiert. Sie stellen somit nur noch Untereinheiten der Einheitswährung dar. Ein EURO ist genau 1,95583 D-Mark wert, der erste Wechselkurs zum Dollar betrug 1,1797 EURO. Zunächst wird die gemeinsame Währung nur als Buchgeld existieren, ab dem Jahr 2002 schließlich auch in Form von Münzen und Banknoten. Die Einführung des EURO stellt an alle Bürger, Unternehmen und staatlichen Instanzen der EWU-Teilnehmerländer veränderte Anforderungen, die bewältigt werden müssen. Während bei der Bevölkerung überwiegend Probleme der Handhabung und die Befürchtung einer höheren Inflation vorherrschen, müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um den sich verändernden Marktverhältnissen und dem zunehmenden Wettbewerb begegnen zu können. Für die einzelnen Staaten gilt, daß ein Teil der politischen Autonomie abgegeben werden muß. Auch sie müssen daher lernen, mit den veränderten Bedingungen umzugehen. Für alle Teilnehmer gilt, daß der EURO nur Vorteile für denjenigen bereithält, der gut vorbereitet ist.
Mit der Einheitswährung beginnt ein neues Währungszeitalter. Traditionsreiche und überwiegend erfolgreiche Währungen werden aufgegeben, um der Vision eines vereinten Europas den Boden zu ebnen. Insbesondere die Deutschen, die nach den Währungsreformen 1923 und 1948 erstmals eine dauerhaft stabile und anerkannte Währung aufgebaut haben, befürchten, daß der EURO nicht an das Vorbild "D-Mark" heranreichen wird.
Gang der Untersuchung:
Der erste Abschnitt dieser Arbeit wird sich daher mit der fünfzigjährigen Geschichte der wohl erfolgreichsten Währung Deutschlands beschäftigen und die Aspekte Geldwertstabilität sowie Währungsunion contra Währungsreform vertiefen. Im Anschluß wird die Entwicklung der Europäischen Integration nach dem 2. Weltkrieg geschildert. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Einheitswährung EURO und dem Maastrichter Vertrag steht im Vordergrund.
Während die Bürger sich grundsätzlich nur relativ wenig mit der EURO-Umstellung beschäftigen müssen, sind die Unternehmen zu einem erheblichen Aufwand gezwungen, um dem neuen Umfeld gerecht werden zu können. Dabei ist eine Überprüfung der Strategie ebenso notwendig wie die Festlegung des optimalen Umstellungszeitpunktes, der spätestens am Ende des Jahres 2001 liegen muß. Für börsennotierte Aktiengesellschaften, die zumeist größere Unternehmen verkörpern, ist die strategische Neuausrichtung auf den neuen europäischen Markt nur in Form eines Projektes zu bewältigen. Die genannten Aspekte sowie ein mögliches Umstellungsprojekt sind Gegenstand des zweiten Abschnittes.
Der dritte Abschnitt stellt den besonderen Umstellungsbedarf von börsennotierten Aktiengesellschaften dar. Sie sind der öffentlichen Beobachtung und Kritik besonders ausgesetzt und grundsätzlich verpflichtet, im Sinne ihrer Anteilseigner zu handeln. Veränderte gesellschafts- und börsenrechtliche Regelungen müssen erfüllt und Möglichkeiten der Aktienumstellung auf den EURO geprüft werden. Besondere Anforderungen an börsennotierte Aktiengesellschaften sind durch den entstehenden neuen gesamteuropäischen Kapitalmarkt zu erwarten, der durch die Einführung der Einheitswährung für viele Unternehmen erstmals geöffnet wird. Die sich hierdurch bietenden Möglichkeiten sollten optimal genutzt, Risiken dagegen minimiert werden. Der Wettbewerb um Eigenkapital wird zunehmen, daher rücken Investoren stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Ihrer Forderung nach einer kontinuierlichen Unternehmenswertsteigerung und einer guten Informationspolitik muß nachgekommen werden. Die Erfüllung dieser Forderungen setzt motivierte Mitarbeiter und Führungskräfte voraus.
Die Umsetzung einer Unternehmenspolitik im Sinne des Shareholder Value ist unumgänglich, da sie von Investoren zunehmend als eine Voraussetzung für ein Investment angesehen wird. Maßnahmen zur Steigerung des Shareholder Value, Möglichkeiten der Berechnung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff werden dargestellt. Eine professionelle Informationspolitik (Investor Relations) ist ebenfalls umzusetzen, um die Beziehung zu den Kapitalgebern zu verbessern und diese langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Motivation und Entlohnung der Mitarbeiter und Führungskräfte wird ebenfalls zunehmend im Sinne der Unternehmenswertsteigerung erfolgen. Denkbar sind Entlohnungssysteme, die an die Steigerung des Unternehmenswertes gebunden sind oder aber Beteiligungsmaßnahmen wie die Belegschaftsaktie.
Grundsätzlich gilt, daß durch den EURO einschneidende Veränderungen an den europäischen Absatz- und Beschaffungsmärkten erfolgen werden. Eine Neuausrichtung von börsennotierten Unternehmen auf diese Veränderungen kann nicht als Option verstanden werden. Sie ist vielmehr zur Sicherung der Existenz unumgänglich.
Inhaltsverzeichnis:
| Eidesstattliche Erklärung | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| I. | Einleitung | 1 |
| II. | Von der DM zum EURO - Rückschau und Ausblick auf die Entwicklung der europäischen Integration | 3 |
| 1. | Die DM mit Vorbildfunktion für den EURO | 3 |
| 1.1 | Historischer Rückblick | 3 |
| 1.2 | Innerer und äußerer Wert einer Währung | 4 |
| 1.3 | Währungsunion contra Währungsreform | 6 |
| 2. | Das Zusammenwachsen Europas mit dem Ziel EWWU | 7 |
| 2.1 | Europa nach dem zweiten Weltkrieg - erste Ansätze | 7 |
| 2.2 | Wichtige Eckdaten zur europäischen Integration | 8 |
| 2.3 | Grundzüge des Maastricht-Vertrags | 10 |
| 2.3.1 | Kritik am Vertragswerk und an den Konvergenzkriterien | 11 |
| 2.4 | Zusätzlicher Stabilitätspakt zur Sicherung der Geldwertstabilität | 11 |
| 3. | Kritische Auseinandersetzung mit dem EURO und Blick in die Zukunft | 12 |
| III. | Unternehmerischer Handlungsbedarf im Hinblick auf die EURO-Umstellung | 15 |
| 1. | Grundsätzliche Fragen | 15 |
| 1.1 | Strategische Neuausrichtung | 15 |
| 1.2 | Die Wahl des optimalen Umstellungszeitpunktes | 17 |
| 2. | Typische Phasen eines Projektes "EURO-Einführung" | 19 |
| 2.1 | Startphase | 19 |
| 2.1.1 | Art des Projektmanagements festlegen | 19 |
| 2.1.2 | Festlegen des Projektrahmens | 22 |
| 2.2 | Analysephase | 23 |
| 2.2.1 | Rechtsrahmen der EURO-Einführung | 23 |
| 2.2.1.1 | Vorbereitungsverordnung 1103/97 (EU-VO 235) | 24 |
| 2.2.1.2 | Einführungsverordnung 0000/97 (EU-VO 109-E) | 24 |
| 2.2.2 | Analyse der Problematik | 25 |
| 2.3 | Planung von Maßnahmen und Konzepten | 27 |
| 2.4 | Testphase und Realisierung | 31 |
| IV. | Der spezielle Handlungsbedarf von börsennotierten Aktiengesellschaften | 32 |
| 1. | Gesellschaftsrechtliche Aspekte | 32 |
| 1.1 | Regelungsbedarf des Gesetzgebers | 32 |
| 1.2 | Möglichkeiten der Aktienumstellung | 33 |
| 1.2.1 | Nennwertlose Aktien oder Zulassung gebrochener Nennwerte | 33 |
| 1.2.2 | Verfahren zur Nennbetragsglättung | 35 |
| 1.2.3 | Neustückelung mit Teilrechten | 36 |
| 1.3 | Fazit | 36 |
| 2. | Maßnahmen einer AG, um am neuen europäischen Eigenkapitalmarkt bestehen zu können | 37 |
| 2.1 | Die Möglichkeiten eines größeren Kapitalmarktes | 37 |
| 2.2 | Steigerung der Eigenkapitalrendite mit Shareholder Value | 38 |
| 2.2.1 | Begriff und Entstehung des Shareholder Value-Ansatzes | 39 |
| 2.2.2 | Maßnahmen zur Steigerung des Shareholder Value | 41 |
| 2.2.3 | Berechnung des Shareholder Value | 43 |
| 2.2.4 | Alternative Berechnungsmethoden | 46 |
| 2.2.5 | Kritik des Shareholder Value-Konzepts | 48 |
| 2.3 | Die Beziehung zum Kapitalgeber: Investor Relations | 52 |
| 2.4 | Wertorientierte Einbindung der Arbeitnehmer | 55 |
| 2.4.1 | Anreizsysteme für das Management | 55 |
| 2.4.2 | Ausblick: der Arbeitnehmer als Mitunternehmer | 60 |
| V. | Schlußbemerkungen | 62 |
| Anlagenverzeichnis | I | |
| Anhang | II | |
| Literaturverzeichnis | XXIII | |
| Unternehmensverzeichnis | XXVI | |
| Summary | XXVII |
Der Cash-Flow resultiert aus dem Überschuß der Einzahlungen des betrieblichen Leistungsprozesses über die dafür notwendigen Auszahlungen. Er ist der Maßstab für den Umfang des monetären Spielraums eines Unternehmens. Grundsätzlich wird der Cash-Flow entweder über eine direkte Methode oder aber aus einer Rückbetrachtung heraus indirekt bestimmt (siehe Anlage 10). Da es keine einheitliche Definition des Cash-Flows gibt, muß zunächst festgelegt werden, welche Berechnungsform (anglo-amerikanische oder kontinentaleuropäische Varianten sind bekannt) verwendet werden soll. Dabei ist darauf zu achten, daß ein unternehmensweiter und stetiger Ansatz praktiziert wird, der auch von außen nachvollziehbar ist. In der Literatur finden sich verschiedene Berechnungsformen, die von Günther (a.a.O., S. 113116) tabellarisch miteinander verglichen werden. Im Anhang habe ich die Berechnungsform von Bühner (1993) dargestellt, auf die ich mich im folgenden beziehe. [...]
Tendenz: besser als der Automobilindex M.S.C.I., allerdings noch zumeist schlechter als der DAX Hauptaspekte: FK-Zinsen sind steuerlich abzugsfähig; das höhere Risiko von EK erfordert einen Risikoaufschlag; die EK-Beschaffung wird teuer, wenn der erzielbare Preis für die neuen Anteile zu niedrig angesetzt wird 96 vereinfacht: durch den Leverage-Effekt läßt sich eine optimale Zusammensetzung des Gesamtkapitals aus Eigen- und Fremdmitteln bestimmen. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher als der zu zahlende Fremdkapitalzins ist, wird ein positiver Effekt erzielt. 97 Aktienmarkt Schweiz, Emissionstätigkeit 1998/1999; eine Studie der Bank Vontobel, Januar 1999, S. 4 98 Mülbert, Peter: S. V. aus rechtl. Sicht, in: Zeitschrift für Unternehmens- u. Gesellschaftsrecht, 2/97, S.132 ff 99 Oppenheim Finanzanalyse 10/96, a.a.O., S. 12 [...]
Aktienkursentwicklung94 zuletzt als erfreulich eingestuft werden konnte und der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp als Manager des Jahres geehrt worden ist. Mit dem Passiva-Management wird eine Senkung der Kapitalkosten angestrebt, wodurch nach amerikanischen Erfahrungen ungefähr 15% des Wertsteigerungspotentials eines Unternehmens ausgeschöpft werden kann. Folgende Möglichkeiten bieten sich an: Die Substitution von teurem Eigenkapital95 durch preiswerteres Fremdkapital kann unter Zuhilfenahme des Leverage-Effektes96 in Erwägung gezogen werden, wenn ausreichend Sicherheiten vorhanden sind. Dies muß unter Beachtung des steigenden Insolvenzrisikos geschehen, da ansonsten eine Wertvernichtung bis hin zum Konkurs droht. Eine Variante hiervon ist der Rückkauf eigener Aktien, der durch Fremdkapitalaufnahme oder aber Auflösung vorhandener Liquidität ermöglicht und im Rahmen der gesetzlichen Spielräume durchgeführt werden kann. Neben der Senkung der Kapitalkosten wird der Aktienrückkauf allerdings in erster Linie zur gezielten Aktienkurspflege eingesetzt, da in der Regel schon die Ankündigung solcher Programme kurssteigernd wirken kann. Die Anzahl von Aktienrückkaufprogrammen nimmt derzeit europaweit stetig zu. In der Schweiz ist gemäß einer Studie der Bank Vontobel mit zunehmenden Aktivitäten zu rechnen97. Von deutschen Unternehmen ist ebenfalls eine steigende Anzahl von Rückkaufprogrammen zu erwarten (z.B.: BASF, Schering). Neben den aufgeführten Möglichkeiten zur Senkung der Kapitalkosten sollte zudem die Verwendung von innovativen Finanzierungsinstrumenten z.B. Optionsschein-Anleihen geprüft werden. Der wesentliche Wertsteigerungsansatz ist zumeist in niedrigeren Kosten und Steuervorteilen zu sehen. Als Ergänzung zu den aufgeführten Punkten werden einige Maßnahmen zur Unterstützung des Shareholder Value-Konzeptes empfohlen98. Hierzu wird die Erweiterung der Rechnungslegung nach dem International Accounting Standard (IAS) oder USGAAP gezählt, die als anleger-orientierter und transparenter im Vergleich zum deutschen Bilanzrecht gelten. Als hilfreich ist auch die Umsetzung einer aktionärsfreundlichen Informationspolitik und die leistungsorientierte Vergütung des Managements einzustufen. Die Ausgabe von Berichtigungsaktien oder Durchführung von Aktiensplits kann ebenfalls positiv von der Börse aufgenommen werden, obwohl ein Zusammenhang zum Konzept des Shareholder Value nicht gegeben ist99. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832420086
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