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Das EFQM-Modell in Gesundheitsorganisationen

Untersuchung von Praxisanwendungen unter besonderer Berücksichtigung des Prozesskriteriums

Das EFQM-Modell in Gesundheitsorganisationen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kai Heib, Johannes Möller
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 332,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Mainz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0588-5
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0588-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kai Heib, Johannes Möller April 2005: Das EFQM-Modell in Gesundheitsorganisationen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: EFQM-Modell, Qualitätsmanagement, Prozessmanagement, Total Quality Management, Krankenhausmanagement

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Diplomarbeit von Kai Heib, Johannes Möller

Einleitung:

Die Umsetzung der Qualitätsprinzipien von TQM-Modellen hat sich als ökonomisch sinnvoll erwiesen. Diese Aussage stützt sich auf die Ergebnisse einer Studie von Hendricks und Singhal, welche den signifikanten Einfluss der langfristigen Umsetzung dieser Qualitätsprinzipien auf die Geschäftsergebnisse von privatwirtschaftlichen Organisationen belegt hat. Dabei nimmt die Prozessqualität eine bedeutsame Rolle ein. Denn die Prozessqualität bildet einen wesentlichen Erfolgsfaktor guter Ergebnisqualität.

Zielsetzung der vorliegenden Diplomarbeit ist es zu untersuchen, inwieweit die Ergebnisse der oben beschriebenen Studie auf EFQM-Anwender in Gesundheitsorganisationen übertragbar sind. Dabei bildet die Prozessqualität aufgrund ihrer erfolgskritischen Eigenschaften den wesentlichen Untersuchungsgegenstand. Ferner sollen dem praxisorientierten Leser Maßnahmenbeispiele vorgestellt werden, welche als Anregung für die praktische Umsetzung des EFQM-Prozesskriteriums dienen können.

Dazu wird im Hauptteil der Arbeit auf Basis von 14 EFQM-Selbstanalysen (Vgl. Anhang I), elf EFQM-Gutachten (Vgl. Anhang II) sowie drei weiteren praxisrelevanten Quellen (Vgl. Anhang III) internationaler EFQM-Anwender untersucht, wie und in welcher Qualität die betrachteten Gesundheitsorganisationen das erfolgskritische EFQM-Prozesskriterium in Bezug zu den Zielsetzungen des EFQM-Modells und der RADAR-Logik umsetzen.

Demgemäß werden zunächst das EFQM-Modell sowie die RADAR-Bewertungssystematik knapp vorgestellt (Kapitel 2). Anschließend werden sowohl das EFQM-Prozesskriterium als auch die Untersuchungsfelder der vorliegenden Arbeit dargestellt (Kapitel 3). Den Schwerpunkt der Diplomarbeit bildet die Anwendung der Untersuchungsfelder auf die einzelnen EFQM-Prozessteilkriterien 5a bis 5e (Kapitel 4). Abschließend werden die gewonnenen Untersuchungsergebnisse kritisch gewürdigt sowie ein Ausblick im Kontext der aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen gegeben (Kapitel 5).

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
1. Einleitung 1
2. European Foundation for Quality Management 3
2.1 EFQM-Model l3
2.2 RADAR-Bewertungssystematik 4
3. Darstellung des EFQM-Prozesskriteriums und weiterer Untersuchungsfelde r6
3.1 EFQM-Kriterium 5 – Prozesse 6
3.2 Untersuchungsfelder 7
4. Anwendung der Untersuchungsfelder auf die EFQM-Prozessteilkriterien 8
4.1 Untersuchung des EFQM-Teilkriteriums 5a – Prozessmanagement 8
4.1.1 Zielsetzungen 8
4.1.2 Auswahlverfahren 8
4.1.3 Anwendungserfahrungen 9
4.1.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung 11
4.1.5 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse 11
4.2 Untersuchung des EFQM-Teilkriteriums 5b – Prozessverbesserung 14
4.2.1 Zielsetzungen 14
4.2.2 Auswahlverfahren 15
4.2.3 Anwendungserfahrungen 15
4.2.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung 18
4.2.5 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse 19
4.3 Untersuchung des EFQM-Teilkriteriums 5c – Produktentwicklung 22
4.3.1 Zielsetzungen 22
4.3.2 Auswahlverfahren 23
4.3.3 Anwendungserfahrungen 23
4.3.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung 23
4.3.5 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse 24
4.4 Untersuchung des EFQM-Teilkriteriums 5d – Produktbetreuung 26
4.4.1 Zielsetzungen 26
4.4.2 Auswahlverfahren 26
4.4.3 Anwendungserfahrungen 26
4.4.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung 28
4.4.5 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse 29
4.5 Untersuchung des EFQM-Teilkriteriums 5e – Kundenbeziehungen 31
4.5.1 Zielsetzungen 31
4.5.2 Auswahlverfahren 31
4.5.3 Anwendungserfahrungen 32
4.5.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung 33
4.5.5 Beurteilung der Untersuchungsergebnisse 34
5. Kritische Würdigung und Ausblick 36
LITERATURVERZEICHNIS 39
ANHANGVERZEICHNIS 47
ANHANG 49

Textprobe:

Kapitel 4.3.1, Zielsetzungen: EFQM-Teilkriterium 5c bezeichnet die Bedürfnisse und Erwartungen der Kundengruppen als Basis für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen und besteht aus sechs EFQM-Ansatzpunkten. Zur Ermittlung der Kundenerwartungen rät EFQM-Ansatzpunkt 5c1 zur Nutzung von direkten Kundenrückmeldungen. Um zukünftige Kundenbedürfnisse befriedigen zu können muss eine Organisation in der Lage sein diese zu erkennen, um dadurch das Leistungsportfolio entsprechend entwickeln bzw. erweitern zu können.

Diese Ziele der Entwicklung und Erweiterung des Produktportfolios sind Gegenstand von EFQM-Ansatzpunkt 5c2. Um die Wertschöpfung für den Kunden zu erhöhen, empfiehlt EFQM-Ansatzpunkt 5c3 die Entwicklung neuer Produkte in Zusammenarbeit mit den Kunden und Partnern. EFQM-Ansatzpunkt 5c4 weist darauf hin, dass ein Verständnis fürdas Verbesserungspotential durch den Einsatz neuer Technologien grundlegend für langfristigen Erfolg einer Organisation ist. Die Zielsetzung von EFQM-Ansatzpunkt 5c5 richtet sich auf die Entwicklung neuer Produkte für bestehende und zukünftige Märkte. Der letzte EFQM-Ansatzpunkt 5c6 weist darauf hin, dass neue Produkte umso wettbewerbsfähiger sind, desto ausgeprägter die Kreativität und Innovation der beteiligten Interessengruppen bei deren Entwicklung einbezogen werden können.

Kapitel 4.3.2, Auswahlverfahren: Nach Anwendung des Auswahlverfahrens stellt sich heraus, dass die Praxismaßnahme Durchführung von Befragungen das höchste Bewertungsergebnis erreicht hat. Somit stellt diese Maßnahme die Grundlage für die sich anschließenden Untersuchungen des EFQM-Teilkriteriums 5c dar. Das gesamte Auswahlverfahren ist in den Anhängen XIV und XV dargelegt und begründet.

Kapitel 4.3.3, Anwendungserfahrungen: 4.3.4 RADAR-Konformität der Praxisanwendung: Wie bereits in Kapitel 4.3.3 beschrieben, weisen die untersuchten Selbstanalysen beachtliche Unvollständigkeiten hinsichtlich der Darstellung der durchgeführten Patientenbefragungen auf. Dieser Eindruck wird bei der Untersuchung der RADAR-Konformität des Vorgehens bestätigt. Denn keine der überprüften Selbstanalysen beschreibt eine konsequente Anwendung der RADAR-Logik zur Durchführung von Patientenbefragungen.

Im Gegensatz zu den ersten beiden EFQM-Teilkriterien 5a und 5b sowie deren Praxismaßnahmen (Vgl. Kapitel 4.X.4121) weist EFQM-Teilkriterium 5c erstmals in dieser Untersuchung bedeutsame Schwächen beim Vorgehen auf. Denn nur bei zwei Organisationen wird dieses als fundiert und nur bei einer Anwenderorganisation als integriert bewertet. Wird noch in zehn der 14 Selbstanalysen die Einführung beschrieben, weisen nur zwei Anwender eine systematische Umsetzung auf. Ebenso zeigen die RADAR-Attribute des RADAR-Elements Bewertung und Überprüfung mangelhafte Ergebnisse auf. Denn nur in zwei Fällen werden Messungsaktivitäten beschrieben, wobei in einem Fall ein effektiver Lern- sowie Verbesserungsprozess nachgewiesen werden kann.

Kapitel 4.3.5, Beurteilung der Untersuchungsergebnisse: Zur Bedürfnisermittlung ausgewählter Interessengruppen hat sich die Durchführung von Befragungen als Ausgangspunkt zur bedarfsgerechten Anpassung des Leistungsangebotes in Gesundheitsorganisationen bewährt. Die untersuchten Selbstanalysen weisen hinsichtlich der Durchführung von Befragungen erhebliche Verbesserungspotentiale auf.

Denn nur in Einzelfällen erfolgt ein fundiertes Vorgehen, wie z.B. durch die gezielte Segmentierung der zu befragenden Kundengruppen. Diesbezüglich hat sich die Einteilung in Patienten, Zuweiser und Referenzorganisationen bewährt. Erfolgten besonders in den beiden letzten Gruppen die Befragungen häufig mündlich, so werden auch diese zunehmend auf schriftlicher Basis durchgeführt.

In dieser Entwicklung sehen die Gutachter eine wesentliche Voraussetzung für eine zunehmend fundierte Ausgestaltung dieser Praxismaßnahme. Zusätzlich zu diesen drei Kernsegmenten kann es bei Bedarf sinnvoll sein das Meinungsbild weiterer Bereiche oder Interessengruppen, wie z.B. von Lieferanten oder Angehörigen der Patienten, zu erheben. Einen weiteren Verbesserungsbereich bildet die Darstellung der Praxismaßnahme in den Selbstanalysen. Denn die anekdotische Aufzählung von Maßnahmenbeispielen sollte durch eine umfassende Darstellung des Vorgehens zur Umsetzung ersetzt werden.

Hinsichtlich der Untersuchung der RADAR-Konformität erweist sich das mangelhafte Ergebnis als widersprüchlich. Denn unter der Voraussetzung, dass die Mehrzahl der untersuchten Organisationen die in Kapitel 4.3.3 beschriebene Messsystematik anwendet, wird das Ergebnis eines ungenügend fundierten Vorgehens als unerwartet empfunden. Erklärt werden kann dieser Zustand durch die Schlussfolgerung, dass die identifizierten Mängel nicht auf das Vorgehen der Anwender zurückzuführen sind, sondern auf die Verfassung der Selbstanalyse.

Es wurde offenbar versäumt getätigte Maßnahmen, welche als fundiert angesehen werden können, auch als solche dazulegen. Dies ist ein wesentlicher Verbesserungsbereich in der Praxisanwendung des EFQM-Teilkriteriums 5c. Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit, welche zur beschriebenen Problematik beiträgt, liegt bei der Integration des Vorgehens. Nur eine bzw. zwei Organisationen weisen nach, dass durchgeführte Befragungen in integrierte und systematische Prozessabläufe zur Umsetzung eingebunden sind, welche die Grundlage für eine effektive Verbesserung darstellen. Hinzu kommt, dass die RADAR-Elemente Messung, Lernen und Verbesserung nur vereinzelt zum Einsatz kommen. Die beiden letzten RADAR-Attribute werden jeweils nur ein einziges Mal beschrieben. Gepaart mit der Tatsache, dass mehrere Selbstanalysen keine auf Basis von Befragungsergebnissen initiierten Verbesserungsmaßnahmen dokumentieren, wird angenommen, dass diese auch in der Praxis nicht existieren. Hinsichtlich der RADAR-Konformität besteht somit ein ungenügendes Ergebnis, welches den Zielsetzungen der RADAR-Logik (Vgl. Kapitel 2.2) in keiner Weise gerecht wird. Da sich gerade die Durchführung von Patientenbefragungen zu einer RADAR-konformen Anwendung eignet, ist dies ein bedeutendes Verbesserungspotential der Praxisanwendung.

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Arbeit zitieren:
Kai Heib, Johannes Möller April 2005: Das EFQM-Modell in Gesundheitsorganisationen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
EFQM-Modell, Qualitätsmanagement, Prozessmanagement, Total Quality Management, Krankenhausmanagement

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