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E-Value: Wertorientierte Steuerung von Internetaktivitäten

E-Value: Wertorientierte Steuerung von Internetaktivitäten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Riedl
  • Abgabedatum: Februar 2000
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 719,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2786-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2786-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2786-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riedl, Michael Februar 2000: E-Value: Wertorientierte Steuerung von Internetaktivitäten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensbewertung, Balanced Scorecards, New Economy, Shareholder Value

Diplomarbeit von Michael Riedl

Problemstellung:

Im Frühjahr 1994 stieß Jeff Bezos, CEO und Gründer von Amazon.com auf eine Statistik, die besagte, dass die Zahl der Bits, die durch das Internet fließen, mit einer Rate von 2.300 Prozent pro Jahr wuchs. Auf dieses Signal reagierte er, indem er 20 verschiedene Produkte daraufhin untersuchte, welches sich am besten online verkaufen ließe. Seine Wahl fiel auf Bücher, da diese in ihrer vollen Vielfalt in keinem Ladengeschäft ausgestellt werden können. Im Juli 1995 öffnete Amazon.com seine virtuellen Pforten. Eine der ersten kommerziellen Internetaktivitäten war geboren.

Aus dem kleinen Buchladen im Internet entwickelte Jeff Bezos konsequent in weniger als fünf Jahren ein Unternehmen mit Umsätzen von über einer Milliarde USD pro Jahr. Amazon.com ist zum Inbegriff des E-Commerce geworden, eine Position, die von den Kapitalmärkten mit derzeit deutlich über 20 Mrd. USD bewertet wird.

Es finden sich andere Beispiele, in denen aus einer ursprünglich kleinen Internetaktivität ein Weltkonzern entstand. Die Studenten Jerry Yang und David Filo entwickelten aus ihrer als Hobby gestarteten Seite „Jerry's and David's Guide to the Internet“ den heute weltweit bedeutenden Medienkonzern Yahoo!. Steve Case, Gründer von America Online (AOL), musste langen Atem beweisen, als er Ende der Achtzigerjahre als erster die Parole „Internet für alle!“ ausrief. Die kürzlich erfolgte Fusion mit Time Warner bedeutete die Krönung eines unbeirrbaren Glauben an die Richtigkeit seiner Strategie.

Alle diese Unternehmen haben zwei Dinge gemeinsam: Zum einen glaubten sie an die Zukunft des Internet, lange bevor es andere taten. Nicht zuletzt sie haben dazu beigetragen, dass es heute allgemein akzeptiert ist, dass das Internet enormes Potenzial, insbesondere für kommerzielle Aktivitäten, birgt. Viel wichtiger ist aber, dass sie es erreicht haben, sich strategische Vorteile gegenüber ihren Konkurrenten zu erarbeiteten, strategische Positionen, die diese Unternehmen trotz kaum vorhandener Aktiva und im Fall von Amazon.com hoher Verluste mit einem Wert versehen, der so manchen traditionsreichen Industriekonzern in den Schatten stellt.

Dieser zweite Punkt, das Setzen auf die richtigen Erfolgsfaktoren, soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Insbesondere im sich schnell verändernden Internetsektor scheint es unerlässlich, klar erkennbare Ziele für diese kritischen Erfolgsfaktoren zu definieren, an denen sich das operative Geschäft des Unternehmens orientieren kann. Die Kredibilität des Managements, solche Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen, ist, wie zu einem späteren Zeitpunkt noch belegt wird, zu einer Kernfrage für die Existenzberechtigung eines Unternehmens und zu einer Quelle des Wertes geworden.

Letzterer hat sich, insbesondere durch die zunehmend US-amerikanische Prägung der Finanzwirtschaft zu einem Kernziel entwickelt, das es zu verfolgen gilt. Die Aktionäre fordern für sich eine Rendite ein, und das Management muss sich daran messen lassen, wie gut es diese Forderung, den Shareholder Value, befriedigt. Dieser Shareholder Value-Ansatz wird aus europäischer Sicht häufig kritisiert, da davon ausgegangen wird, dass nur kurzfristige Renditeforderungen verfolgt und Mitarbeiter und andere Stakeholder nicht in die Betrachtung einbezogen würden.

Aus dieser Kritik entwickelte sich der Begriff der wertorientierten Unternehmensführung. Diese zielt nicht allein auf eine angemessene Verzinsung für die Aktionäre des Unternehmens ab. Vielmehr kann die Unternehmensführung nur dauerhaft die Interessen der Aktionäre bedienen, wenn sie die berechtigten Interessen der anderen Stakeholder - Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Gesellschaft - nicht vernachlässigt, sondern stets als gleichrangige Interessen im Auge behält.

Aus den USA wiederum stammt das Management-Tool der Balanced Scorecards. Hierbei wird das Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, und für den Unternehmenserfolg entscheidende Kennzahlen werden festgehalten. Ziel dieser Arbeit ist es, eine solche Balanced Scorecard für Internet-Unternehmen abzuleiten, welche die kritischen Erfolgsfaktoren für eine wertorientierte Führung erfassen.

Gang der Untersuchung:

Die Untersuchung lässt sich in vier Schritte untergliedern: Der erste gilt der Festlegung der Strategie. Dies geschieht im zweiten Kapitel. Dabei werden auch die Nebenbedingungen definiert, und es wird insbesondere auf die Abgrenzung von Internetaktivitäten, die Methodik der Balanced Scorecards und das Konzept der Wertorientierung eingegangen.

In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchung diskutiert. Dabei wird explizit auf die Ergebnisse der Untersuchung unter Finanzanalysten wie auch der Untersuchung unter Führungskräften eingegangen.

Im dritten Schritt werden die Perspektiven der Balanced Scorecards abgeleitet. Dies geschieht in den Kapiteln vier bis sieben. Die kritischen Erfolgsfaktoren finden sich auf der zweiten Gliederungsebene. Die jeweiligen Kennzahlen werden auf der dritten Gliederungsebene beschrieben.

Letztlich werden die gefundenen Ergebnisse auf ihre Gültigkeit geprüft, neue Fragestellungen aufgeworfen, und ein Fazit wird gezogen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Abgrenzungen und Definitionen 2
2.1 Abgrenzung von Internetaktivitäten 2
2.2 Wertorientierte Unternehmensführung 4
2.3 Balanced Scorecards 6
3. Diskussion der Interviewrunden 8
3.1 Begründung des Vorgehens 8
3.2 Interviewrunde mit Finanzanalysten 8
3.3 Interviewrunde unter Führungskräften 10
3.4 Betrachtung der Perspektiven 11
4. Die Finanzielle Perspektive 12
4.1 Überblick 12
4.2 Profitabilität 12
4.2.1 Durchschnittliche Gross Margin 12
4.2.2 Durchschnittlicher Gross Profit pro Kunde 15
4.2.3 Durchschnittliche Kundenakquisitionskosten 17
4.3 Wachstum 19
4.3.1 Umsatzwachstum pro Quartal 19
4.3.2 Marktpotenzial 20
4.4 Überlebensfähigkeit 21
4.4.1 Cashflow 21
4.4.2 Cash Depletion Rate 22
5. Die Kundenperspektive 23
5.1 Überblick 23
5.2 Markenmacht 23
5.2.1 Markenbekanntheit 23
5.2.2 Markenbedeutung 24
5.2.3 Kundenlebenszyklus 24
5.3 Kundenbeziehung 25
5.3.1 Grad der Kundeneinbindung 25
5.3.2 Traffic Conversion Rate 27
5.3.3 Wissensbestand pro Kunde 28
5.3.4 Kundendurchdringungsrate 29
5.3.5 Kundenzufriedenheitsindex 29
5.3.6 Preisvergleich 30
5.3.7 Kundenschwundrate 30
5.4 Marktanteilswachstum 31
5.4.1 Zahl neuer Webbesucher 31
5.4.2 Besucher-zu-Neukunden-Wandlungsrate 33
5.4.3 Marktanteil 33
6. Die Prozessperspektive 34
6.1 Überblick 34
6.2 Qualität und Zuverlässigkeit 35
6.2.1 Fristgerechte Ausführungsrate 35
6.2.2 Servicefehlerrate 35
6.2.3 Durchschnittliche Interaktionszeit 36
6.3 Interne Effizienz 36
6.3.1 Grad der Disintermediation 36
6.3.2 Entwicklungsaufwand über Umsatz 37
6.3.3 Verwaltungsaufwand über Umsatz 37
7. Die Innovations- und Lernperspektive 38
7.1 Überblick 38
7.2 Strategieumsetzung 38
7.2.1 Prognose-Ist-Differenz 38
7.2.2 Merger & Acquisition-Umsetzung 40
7.2.3 Buzz-Faktor 42
7.3 Innovation 43
7.3.1 Virtualität der Wertschöpfung 43
7.3.2 Verteilung der Managementaufmerksamkeit 45
7.3.3 Pace Leadership 48
7.4 Denkressourcenmaximierung 48
7.4.1 Mitarbeiterbeibehaltungsgrad 48
7.4.2 Fähigkeiten-Matrix 49
7.4.3 Anteil virtueller Arbeitskraft 50
7.5 Diversifizierung 50
7.5.1 Partnerwachstumsrate 50
7.5.2 Prozent der Angebote die 80% Prozent des Umsatzes ausmachen 51
7.5.3 Prozent der Umsätze mit proprietären Angeboten 51
8. Schluss 52
8.1 Zusammenfassende Betrachtung 52
8.1.1 Status Quo 52
8.1.2 Ableitung eines Wertes aus der finanziellen Perspektive 53
8.2 Ausblick 54
Anhang
Verzeichnis des Anhangs I

Automatisiert erstellter Textauszug:

- 30 dient der Absender als Einstufungskriterium für die Relevanz einer E-Mail. Wird der Absender als ausreichend wichtig erachtet, wird sich dies direkt in der Rücklaufrate niederschlagen. Der Kundenzufriedenheitsindex sollte in jedem Fall auch als Benchmark zu Konkurrenten betrachtet werden, denn ein gutes Ergebnis relativiert sich schnell, wenn andere Mitbewerber bessere Ergebnisse aufweisen. Aus diesem Grund bietet sich neben einer selbst durchgeführten Umfrage auch die Einschaltung eines unabhängigen Marktforschungsinstitutes mit hoher Kompetenz im Bereich des Internet an.81 5.3.6. Preisvergleich "In online, you will have to be price competitive" Jeff Bezos82 Internet-Unternehmen verfolgen Internet-Unternehmen in ihrer Gründungsphase oft eine Strategie der Preisführerschaft. Dieses Verhalten macht vor allem dann Sinn, wenn dadurch ein Markteintritt in einem Produktsegment ermöglicht wird, das dann später mit profitableren Produktsegmenten komplementiert wird.83 Diese Strategie führt aber nicht nur zu einem erheblichen Druck auf die Margen des Unternehmens, sondern ganzer Sektoren. Die Fähigkeit, hingegen den Preis über das Niveau der Wettbewerber zu heben, ohne dafür Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen, ist ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass der reine Bekanntheitsgrad nur schwach mit einer zusätzlichen Zahlungsbereitschaft korreliert.84 Es soll vorgeschlagen werden, einen Preisindex für einen Warenkorb mit dem Angebot des Unternehmens zu bilden und diesen gegen einen Preisindex eines gleichen Warenkorbes anderer, konkurrierender Unternehmen zu benchmarken. Auch unter Beibehaltung einer Strategie der Preisführerschaft bleibt diese Kennzahl sinnvoll, um auf veränderte Vorgaben der Wettbewerber reagieren zu können. 5.3.7. Kundenschwundrate [...]

Die Kundendurchdringungsrate misst, welcher Anteil des Gesamtbedarfs des Kunden durchschnittlich von dem Unternehmen befriedigt wird.79 Dabei muss wieder auf das Marktpotenzial eingegangen werden. Wie unter 4.2.2. Gross Profit pro Kunde und 4.3.2. Marktpotenzial beschrieben, ergeben sich Potenziale aus Konvergenz, Cross-Sellings und Ökonomischen Substituten. Der Anteil am Kunden misst, welchen Anteil des Konsums des Kunden innerhalb dieses Potenzials vom eigenen Unternehmen bedient wird. Dabei sollten alle Umsätze des Kunden aus den im Marktpotenzial berücksichtigten Geschäftsfeldern berücksichtigt werden und zusätzlich in allen Feldern, in denen dies sinnvoll erscheint, auch die Offline-Umsätze berücksichtigt werden. So wird nicht nur erfasst, welchen Anteil am Onlinekonsum des Kunden man abdeckt, sondern auch, inwieweit sich der Konsum von Offline zu Online entwickelt. Die Ermittlung des notwendigen Basismaterials wird jedoch in praxi als sehr aufwändig eingeschätzt. Autor: „Messt Ihr, welchen Anteil am gesamten Onlinekonsum Ihr an einem Kunden erzielt habt?“ Führungskraft A: „Nein, und das können wir auch nicht. Da müssen wir in die qualitative Marktforschung reingehen. Da gibt es sicher einige interessante Kennzahlen, wieviel Umsatz ECommerce am Gesamtkonsum eines Kunden ausmacht, welche Güter werden verkauft, welches Jahresbudget über E-Commerce abgewickelt wird. Aber das reicht noch nicht, dass man auf Marktanteile geht.“ 5.3.5. Kundenzufriedenheitsindex [...]

Der Wissensbestand pro Kunde misst das Ausmaß des Lernens aus der Kundenbeziehung. Je mehr das Unternehmen über den Kunden weis, desto enger werden die Kundenbeziehung und der Grad der Kundeneinbindung. Es entstehen zwar keine direkten Wechselkosten für den Kunden, jedoch würde er bei einem Anbieterwechsel auf einen Partner verzichten, der seine Bedürfnisse kennt. In jedem Fall bietet ein entsprechender Wissensbestand Potenzial zur effizienteren und effektiveren Nutzung der Kundenbeziehung. Es kann als großer Vorteile des Einsatzes des Internet im Kundenkontakt gesehen werden, dass Kunden über Logins jederzeit identifiziert werden können und ihre Tätigkeit verfolgt werden kann. Allein hieraus entsteht dem Unternehmen quasi die Verpflichtung, dem Kunden zusätzlichen Nutzen zu bieten.77 Im Gegensatz zu Data Warehouse-Ansätzen in herkömmlichen Warenhäusern und Supermärkten werden nicht nur die Daten erfasst, die an der Kasse beim Bezahlen anfallen. Während diese Daten im Einzelhandel nur dann personalisiert anfallen, wenn ein Kundenkartensystem existiert, können diese Daten im E-Commerce immer erfasst werden. Darüber hinaus lassen sich auch die Inhalte erfassen, mit denen sich ein Nutzer auseinander setzt, um personalisierte Werbung bzw. Produktangebote zu platzieren. Hier setzt virtuelle Wertschöpfung ein, die ein zentrales Thema in der Internetwirtschaft darstellt und unter 7.3.1. Virtualität der Wertschöpfung detailliert beschrieben wird. In dem Wissen über den Kunden besteht Potenzial für die Ausweitung der Umsätze und damit des Gross Profit pro Kunden. Es stellt somit ein wesentliches Kapital für das Unternehmen dar. Führungskraft A: „Das ist gut. Ein Faktor an dem man ja gemessen wird sind natürlich die Member, und da muss man einen Upscale erreichen. Und dieser wird davon abhängen, wie intelligent man den User angeht. Da setzte ich mich auch persönlich dran und versuche soviel herauszubekommen wie möglich um möglichst viel zu lernen, z. B. für unsere Marketingaktivitäten und so weiter.Das ist ganz essentiell wichtig, das ist im Endeffekt unser Kapital.“ Um aus den Kundendaten zu lernen, wird Data Mining betrieben. Dabei wird mit Methoden der Statistik und neuerdings Neuronalen Netzen versucht, Korrelationen in den Kundendaten ausfindig zu machen, die auf bestimmte Verhaltensmuster schließen lassen.78 Um über eine Basis für einen [...]

Arbeit zitieren:
Riedl, Michael Februar 2000: E-Value: Wertorientierte Steuerung von Internetaktivitäten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensbewertung, Balanced Scorecards, New Economy, Shareholder Value

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