E-Business im Internet
Chancen und Risiken elektronischer Marktplätze
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ferhat Ünlü
- Abgabedatum: April 2002
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 11,3 MB
- Note: 2,4
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5706-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5706-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5706-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ünlü, Ferhat April 2002: E-Business im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: elektronischer Marktplatz, e-Marketplace, virtueller Marktplatz, e-hub, Marktplatz
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Diplomarbeit von Ferhat Ünlü
Einleitung:
Das Internet als Vertriebs- bzw. Beschaffungsweg ist längst entdeckt. Doch die Goldgräberstimmung der letzten Jahre ist mittlerweile der Ernüchterung gewichen. Nachdem es längere Zeit eine extrem positive Stimmung gab, herrscht momentan eine eher negative. Zunächst jedoch eine kleine Rückblende:
Jahresbeginn 2000. Der Milleniumcrash in der Computerwelt ist ausgeblieben. Es herrscht Euphorie. An den Börsen erreichen die Kurse von Internetunternehmen schwindelnde Höhen. Und auch die Old Economy profitiert von der Internetphantasie. Jede Unternehmensmeldung, die auch nur in irgendeiner Form mit dem Internet zu tun hat, garantiert einen Kurssprung der Aktie.
Eine ganze Generation von Unternehmen und Managern lernt neue Vokabeln: Homepage, E-Shops, dot.coms und domains. Alle sind davon überzeugt, daß in wenigen Jahren ohne das Internet garnichts mehr geht. Schon kündigen Weltkonzerne wie DaimlerChrysler und Handelsriesen wie Carrefour an, in Zukunft nur noch elektronisch im Internet zu ordern. Ihre Mitteilung wird von den Lieferanten so verstanden: Wer bei der Umstellung auf Electronic Business nicht mitzieht, der fliegt raus. Delete! Gelöscht! Die Zuliefererindustrie in Europa muß sich schnellstens an einen neuen elektronischen Marktplatz gewöhnen.
In einigen Branchen kommt die Ernüchterung. Die hochgesteckten Wachstumserwartungen erfüllen sich nicht so schnell wie erhofft. Die privaten Haushalte spielen nicht mit. Auch der elektronische Handel zwischen den Unternehmen kommt nicht so schnell in Schwung wie erwartet. Die Börse verliert das Interesse am E-Business. Die Phantasie ist raus.
Tot geglaubte leben bekanntlich länger! Electronic Business wird Alltag werden: Nicht von jetzt auf dann, aber doch von heute auf übermorgen.
Die Leitidee der vorliegenden Arbeit ist, einen wissenschaftlichen Beitrag zum Thema „elektronische Marktplätze“ im Internet zu leisten. Es geht insbesondere darum, auf die Chancen und Risiken aufmerksam zu machen und mögliche zukünftige Wege aufzuzeigen. Es handelt sich dabei um eine theoretische Abhandlung mit Bezügen zur Praxis.
Gang der Untersuchung:
Am Anfang der Untersuchung werden im Kapitel 2 die Begriffe Markt und Transaktion eingeführt.
Um späteren Irritationen vorzubeugen, ist es im Kapitel 3 notwendig, die Grundlagen des Electronic Business zu erläutern. Hier wird das Internet mit seinen Diensten als Basis für Electronic Business dargestellt, die wichtigsten Begriffe definiert, die agierenden Teilnehmer vorgestellt, die wichtigsten Vor- und Nachteile erläutert und grob die Entwicklungsstufen skizziert.
Anschließend werden im Kapitel 4 die im Rahmen des Electronic Business entstandenen „elektronischen Markplätze“ als neue Form der Marktkoordination betrachtet. In diesem Kapitel geht es darum, den Begriff des elektronischen Markplatzes zu definieren, die historischen Vorgänger zu beschreiben, die Haupteigenschaften herauszuarbeiten und mögliche Klassifikationskriterien aufzustellen.
Aufbauend darauf werden im fünften Kapitel die elektronischen Markplätze einer detaillierten Analyse unterzogen. Bei der Analyse wird auf die aktuelle Situation der Marktplätze eingegangen, die Gründe für eine Teilnahme der Akteure näher beschrieben, wichtige Problemfelder aufgezeigt, die Erfolgsfaktoren herausgearbeitet, mögliche Auswahl- und Bewertungsmethoden vorgestellt und unterschiedliche Finanzierungsmodelle diskutiert.
Den Gegenstand des sechsten Kapitels bilden Managementaspekte. Insbesondere wird hier untersucht, was beim Aufbau eines erfolgreichen Marktplatzes zu beachten ist und welche Strategieoptionen das Management besitzt, um in dem zunehmenden Wettbewerb zwischen den Marktplätzen zu bestehen. Des weiteren wird ein erstes betriebswirtschaftliches Bewertungsinstrument für elektronische Marktplätze aufgezeigt.
Aus den gewonnen Erkenntnissen der Arbeit wird im siebten Kapitel eine selbständige Bewertung der Chancen, Risiken und Entwicklungstrends elektronischer Marktplätze durchgeführt.
Als Abschluß der Arbeit wird im Kapitel 8 ein kurzes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Der ökonomische Tauschprozeß | 3 |
| 2.1 | Der Markt | 3 |
| 2.2 | Die Transaktion | 4 |
| 3. | Grundlagen des E-Business | 6 |
| 3.1 | Das Internet und Internetdienste | 6 |
| 3.2 | Grundbegriffe im E-Business | 8 |
| 3.3 | Akteure und Ausprägungen des E-Business | 11 |
| 3.4 | Vor- und Nachteile von E-Business | 14 |
| 3.5 | Entwicklungsstufen des E-Business | 16 |
| 4. | Elektronische Marktplätze als neue Form der Marktkoordination | 18 |
| 4.1 | Begriffsbestimmungen | 19 |
| 4.2 | Vorläufer elektronischer Marktplätze | 23 |
| 4.3 | Eigenschaften und Ziele elektronischer Marktplätze | 24 |
| 4.4 | Klassifikation elektronischer Marktplätze | 26 |
| 5. | Analyse elektronischer Marktplätze | 30 |
| 5.1 | Aktuelle Situation und Beispiele elektronischer Marktplätze | 30 |
| 5.2 | Anreize für die Marktplatzakteure | 38 |
| 5.3 | Wichtige Problemfelder | 40 |
| 5.4 | Erfolgsfaktoren elektronischer Marktplätze | 42 |
| 5.5 | Auswahl- und Beurteilungskriterien von elektronischen Marktplätzen | 45 |
| 5.6 | Finanzierungsmodelle | 53 |
| 6. | Managementaspekte elektronischer Marktplätze | 57 |
| 6.1 | Aufbau und Betrieb | 57 |
| 6.2 | Wettbewerb zwischen elektronischen Marktplätzen | 60 |
| 6.3 | Strategieoptionen der Marktplatzbetreiber | 63 |
| 6.4 | Die Wettbewerbsmatrix | 67 |
| 7. | Chancen, Risiken und Entwicklungstrends | 74 |
| 8. | Fazit | 82 |
| Literaturverzeichnis | 84 |
der Käufer. Ähnlich sieht die Situation auch bei den Bürobedarfs- und BauMarktplätzen aus. Marketing/Außenwirkung Aufgrund des Wettbewerbs und des Überangebots an vergleichbaren Marktplätzen, beispielsweise im MRO-Bereich, ist davon auszugehen, daß in den folgenden Jahren nicht alle sich am Markt durchsetzen werden. Somit ist das Risiko aus der Sicht der Nutzer groß, daß ein gewählter Marktplatz durch Illiquidität sich als Fehlinvestition erweist. Deshalb ist es unter anderem die Aufgabe des Marketing der Marktplätze, der drohenden Gefahr vor Illiquidität durch entsprechende Maßnahmen vorzubeugen. Um die Überlebensfähigkeit eines Marktplatzes zu steigern, ist deshalb auch dessen Außenwirkung, Transparenz und Praktikabilität von großer Bedeutung. Wichtige Kriterien für das mittelfristige Überleben sind beispielsweise die Bekanntheit eines Marktplatzes und dessen Aufbau zu einer starken Marke. Marktplätze ohne Öffentlichkeitsarbeit bleiben weitestgehend unbekannt. Gehandelte Produktgruppen Die Art der gehandelten Produktgruppen auf Marktplätzen ist näher zu untersuchen. Insbesondere muß deren Verwandtschaft zu den eigenen Produkten, die es zu vertreiben bzw. zu beschaffen gilt, überprüft werden. Eine Übereinstimmung im Bereich der Sortimente und im Bereich der angepeilten Produktgruppe oder die Absicht der Marktteilnehmer, insbesondere der Betreiber, diese Produktgruppe in Kürze ins Sortiment aufnehmen zu wollen, ist hierfür als positiv zu werten. Besonderheiten Um sich gegenüber Konkurrenten zu differenzieren, ist auf einem Marktplatz ein spezifisches Angebot an Extra-Services notwendig. Dabei stellt der „Value-Added“ ein wichtiges Kriterium für die Einzigartigkeit des Marktplatzes dar.145 Mittlerweile sind beispielsweise die Vereinfachung der Einkaufsprozesse, Senkung der Transaktionskosten oder eine individualisierte Internetseite Standard und stellen somit keinen Zusatznutzen dar. Marktplätze wie beispielsweise Emaro, MRO.com und Newtron bieten einen hohen Nutzenwert, indem sie in bestehende [...]
Umsatz und Kundenzahl Der Umsatz und die Kunden- bzw. Nutzerzahl von B2B-Marktplätzen ist leicht zu quantifizieren. Diese beiden Kriterien sind sehr entscheidend, weil ausreichende Liquidität für den Erfolg des Marktplatzes notwendig ist. Für das Überleben eines B2BMarktplatzes gilt ein Transaktionsvolumen von etwa 50 Mio. DM pro Jahr als Minimum.143 Investoren und strategische Partner Die Bewertung der Beteiligungsstruktur und der Qualität der Investoren erfordern eine ausführliche Analyse. Als besonders erfolgsversprechend stellt sich eine Mischung aus Top-Venture-Capital-Firmen und strategischen Investoren wie beispielsweise im Falle von www.Atrada.com oder www.BuildOnline.com dar. Dabei kann neben dem Zugriff auf Kapitalressourcen auch externe Beratung und langjähriges Management-Know-how eingesetzt werden. BuildOnline beispielsweise wird durch die BankBoston, Viventures, Delta Partners, Goldman Sachs und Bankhaus Sal. Oppenheim finanziert.144 Management Management-Qualitäten sind gerade bei jungen Marktplätzen alles entscheidend. Hierbei ist zu hinterfragen, ob ausschließlich/mehrheitlich erfahrene Manager mit einer hervorragenden Vernetzung in der angestrebten Branche zur Unternehmensleitung gehören müssen oder das Betreiberteam auch aus Hochschulabsolventen mit weniger Know-How/Erfahrung ausgestattet sein kann. Nicht zuletzt ist dies aus der Sicht der Betreiber eine Frage der vorhandenen Kapitalresourcen und der mit ihr möglichen Einstellung von Führungskräften. Wettbewerb Bei der Beurteilung eines Marktplatzes ist auch dessen Marktumfeld und die Wettbewerbsintensität zu untersuchen. Es gibt beispielsweise im MRO-Bereich, der Bürobeschaffung sowie der Baubranche bereits einige, meist relativ gleichstarke Marktplätze. Insbesondere die US-Marktplätze FacilityPro, Grainger, Graybar, MRO.com und PurchasingCenter kämpfen bei der Materialbeschaffung um die Gunst [...]
Butscher und Krohn gehen davon aus, daß in der Regel gleiche Gewichtungsfaktoren eingesetzt werden, da alle Kriterien gleichermaßen Auskunft darüber geben, ob der Marktplatz sich etablieren oder aussterben wird. Die durch Gewichtung ermittelte Auswertung liefert als Ergebnis das jeweilige Marktplatz-Potential und somit die adäquaten Partner für die potentiellen Marktplatzteilnehmer. Butscher und Krohn schlagen für die einzelnen Kriterien sowohl im internen als auch im externen Unternehmensbereich folgende Vorgehensweise für die Bewertung vor:142 Start-Kapital Speziell bei Marktplätzen, die von Start-Ups betrieben werden, ist auf die Höhe des Start-Kapitals zu achten. Der Marktplatz sollte auf ausreichend Kapital zurückgreifen können. Mit dem verfügbaren Start-Kapital kann ein einfaches quantitatives Benchmarking bezüglich der Ambitionen der Marktplatzbetreiber und deren Glaubwürdigkeit betrieben werden. Nach Butscher und Krohn liegt das Start-Kapital üblicherweise im unteren zweistelligen Millionen-DM-Bereich. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457068
Arbeit zitieren:
Ünlü, Ferhat April 2002: E-Business im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
elektronischer Marktplatz, e-Marketplace, virtueller Marktplatz, e-hub, Marktplatz



