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Dynamik meromorpher Funktionen auf der Riemannschen Zahlenkugel

Zur Charakterisierung von Julia-Mengen

Dynamik meromorpher Funktionen auf der Riemannschen Zahlenkugel
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Christoph Dötsch

Gang der Untersuchung:

Diese Diplomarbeit vollzieht den für die Entwicklung der komplexen Dynamik so bedeutsamen Schritt der Anwendung des Konzeptes der normalen Familie nach.

Während wir in Kapitel 1 funktionentheoretische Grundlagen und grundlegende Definitionen einführen und insbesondere zeigen, dass die rationalen Funktionen genau die auf C meromorphen Funktionen sind, wird im 2. Kapitel bereits der Begriff der normalen Familie meromorpher Funktionen eingeführt. In Abschnitt 2.2 beweisen wir den Satz von Arzelà und Ascoli (vergl. Satz 2.4), welcher normale Familien mit gleichgradig stetigen Familien in Zusammenhang bringt. In Abschnitt 2.3 wird der für die Arbeiten von Fatou und Julia sehr bedeutende Satz von Montel zitiert, mit dessen Hilfe besonders im 3. Kapitel viele Beweise geführt werden.

Dieser Satz besagt anschaulich formuliert, dass, wenn jede Funktion einer Familie meromorpher (rationaler) Funktionen (mindestens) drei paarweise verschiedene Werte a, b, c 2 C nicht annimmt (diese müssen für jede Funktion dieselben drei paarweise verschiedenen Werte sein), diese Familie normal ist (vergl. Satz 2.5).

Im 3. Kapitel werden die Julia - und Fatou - Menge über den Begriff der normalen Familie definiert und grundlegende Eigenschaften dieser Mengen bewiesen. In Abschnitt 3.2 werden die periodischen Orbits eingeführt und anhand ihrer Eigenwerte klassifiziert.

Ein Ergebnis dieses Abschnittes ist, dass die (super)attraktiven periodischen Orbits in der Fatou - Menge und die repulsiven periodischen Orbits in der Julia - Menge liegen.

In Abschnitt 3.3 wird die so genannte Ausnahmemenge eingeführt (vergl. Def. 3.19), anhand welcher deutlich wird, dass die für Julia - Mengen typische, bereits angedeutete lokale Abstoßung tatsächlich globaler Natur ist. Am Ende von Kapitel 3 beweisen wir den Satz, dass die Menge [ n2N0 {z 2 CIRn(z) = z0} (wobei z0 Element aus der Julia - Menge ist und R eine rationale Funktion vom Grad größer gleich 2) dicht in der Julia - Menge liegt. Aus diesem Satz werden wir im 4. Kapitel einen Algorithmus zum Zeichnen von Julia - Mengen mit einem Computer entwickeln und Julia - Mengen anhand ausgewählter Beispiele betrachten.

Im 4. Kapitel wird insbesondere noch einmal das Newtonverfahren an einem Beispiel genauer betrachtet.

Im 5. Kapitel werden wir dann die in Kapitel 3 über den Begriff der normalen Familie funktionentheoretisch definierten Julia - Mengen dynamisch charakterisieren, nämlich als den Abschluss der repulsiven periodischen Orbits. Um dieses Ergebnis zu beweisen, werden wir unter anderem einige Begriffe und Methoden aus dem Bereich der algebraischen Topologie anwenden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 3
Notationen 4
Einleitung 5
1. Hintergrund und Bezeichnungen 12
1.1 Rationale Abbildungen 12
1.2 Rationale und meromorphe Funktionen auf C 17
1.3 Diskrete dynamische Systeme und grundlegende Definitionen 21
1.4 Möbiustransformation und Konjugation 22
2. Normale Familien und gleichgradige Stetigkeit 24
2.1 Definitionen und Sätze über metrische Räume 24
2.2 Normale und gleichgradig stetige Familien 25
2.3 Satz von Montel 28
3. Julia – Mengen 30
3.1 Definition und grundlegende Eigenschaften 30
3.2 Periodische Punkte und periodische Orbits 37
3.3 Folgerungen aus dem Satz von Montel 42
3.3.1 Folgerungen für Ausnahmemengen 42
3.3.2 Folgerungen für Julia – Mengen 48
4. Graphische Darstellungen von Julia – Mengen 52
4.1 Ein Algorithmus zum Zeichnen von Julia – Mengen 52
4.2 Julia - Mengen zum Anschauen: komplizierte dynamische Zerlegung von C 61
4.3 Das Newton-Fraktal 69
5. Der Zusammenhang von Julia - Mengen und periodischen Repellern 74
5.1 Teil 1: J(R) _ Per(R) 75
5.1.1 Kritische Punkte und Werte, Defekt 75
5.1.2 Anzahl der kritischen Werte 77
5.1.3 Beweis von J(R) _ Per(R) 82
5.2 Teil 2: J(R) ist der Abschluss der repulsiven periodischen Punkte 84
5.2.1 Funktionentheoretische Vorbereitungen 84
5.2.2 Die Anzahl (super)attraktiver periodischer Punkte ist endlich 85
5.2.3 Die Anzahl nicht hyperbolischer periodischer Punkte ist endlich 91
Literatur 96

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Arbeit zitieren:
Dötsch, Christoph Januar 2008: Dynamik meromorpher Funktionen auf der Riemannschen Zahlenkugel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Riemannsche Zahlenkugel, Meromorphe Funktion, Julia-Menge, Normale Familien, Iteration komplexer rationaler Funktionen

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