Durchführung einer betrieblichen Finanzierung von innovativen Mittelstands-Unternehmen in den Wachstumsphasen aus Sicht eines Investors
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anika Klug
- Abgabedatum: April 2008
- Umfang: 119 Seiten
- Dateigröße: 937,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Wildau Deutschland
- Bibliografie: ca. 47
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1917-2
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klug, Anika April 2008: Durchführung einer betrieblichen Finanzierung von innovativen Mittelstands-Unternehmen in den Wachstumsphasen aus Sicht eines Investors, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mittelstandsfinanzierung, Kapitalmarkt, alternative Finanzierung, Rating, Basel II
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Diplomarbeit von Anika Klug
Einleitung:
Mittelständische Unternehmen sind in Deutschland eine erfolgreiche Kraftquelle für die Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung. Daher sollten Mittelständler mehr Aufmerksamkeit beanspruchen in Bezug auf ihre Finanzierungsmöglichkeiten. Unternehmen, die sowohl strategisch als auch operativ wachsen, benötigen vor allem langfristige Finanzierungsquellen für ihre Investitionsvorhaben.
Eine hierfür förderliche und ausreichende Kapitalstruktur zu angemessenen Konditionen ist die Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Geschäftserfolg. Im Mittelpunkt der Zielvorgaben von mittelständischen Unternehmen wird oftmals die unternehmerische Unabhängigkeit erwähnt. Jedoch wird diese erschwert durch das permanente Streben nach strategischen und finanziellen Lösungswegen für die Aufrechterhaltung und das Funktionieren der Unternehmung mit dem Zweck einer Wertsteigerung. Im Rahmen der klassischen Unternehmensfinanzierung, wie im Verlauf der vorliegenden Arbeit erörtert wird, bestehen zwischen den Partnerbanken und den Kreditnehmern gespannte Verhältnisse aufgrund von fehlender Kommunikation, von restriktiven Kreditvergaben, dies besonders in Anbetracht geringer Eigenkapitalausstattungen. Die Eingriffsrechte der Banken, insbesondere in Krisensituationen, sind für mittelständische Unternehmen eine Doppelbelastung. Darüber hinaus werden Unternehmungen durch die Sicherungsübereignungen in ihren Handlungsspielräumen eingeengt. Die risikoorientierten Beurteilungen und gesetzliche sowie ökonomische Rahmenbedingungen (z.B. langwierige Genehmigungsverfahren, Marktveränderungen) verursachen ebenfalls Defizite in der Kapitalstruktur, die unbedingt durch strukturierte Finanzierungsquellen kompensiert werden müssen. Zugleich ist es fundamental, mit Hilfe besonderer Beteiligungsmaßnahmen über den Kapitalmarkt die Eigenkapitalausstattung zu stärken. Bislang ist es großen Unternehmen vorbehalten, zweckmäßige finanzielle Mittel für unterschiedliche Bedürfnisse direkt über den Kapitalmarkt aufzunehmen. Jedoch haben Mittelständler die Chance, durch entsprechende Programme von Finanzinvestoren, Beteiligungsgesellschaften oder institutionellen Einrichtungen kapitalmarktorientierte Finanzierungsinstrumente indirekt vom Kapitalmarkt zu erhalten.
Die Entwicklung der nationalen und internationalen Finanzmärkte gestattet es, alternative Finanzierungsinstrumente in Anspruch zu nehmen, die wiederum einen flexiblen, kostengünstigen Finanzierungsmix ermöglichen. Mittlerweile unterstützen individuelle Finanzierungen über den Kapitalmarkt mittelständische Unternehmen mit zweckgebundenen, „maßgeschneiderten“ oder freien Finanzmitteln für bestimmte Anschaffungen respektive im Hinblick auf die divergierenden Bedürfnisse des Mittelstands.
Eine Grundvoraussetzung für Wachstum und Entwicklung ist der permanente Zugang zum Kapital, im Rahmen dieser Arbeit wird daher ein schematischer Verlauf mit konkreten Anforderungen an die Zielunternehmen seitens Investoren ausführlich beschrieben und mit Grafiken visualisiert.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 8 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 9 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 10 |
| 1.3 | Abgrenzung | 11 |
| 2. | Historische Evolution der mittelständischen Unternehmensfinanzierung | 12 |
| 3. | Grundlagen der betrieblichen Unternehmensfinanzierung | 17 |
| 3.1 | Definition der betrieblichen Finanzierung | 18 |
| 3.2 | Aufgaben und Inhalt der Finanzierung | 24 |
| 4. | Organisation der Finanzmärkte | 28 |
| 4.1 | Einführung in den Geldmarkt | 29 |
| 4.2 | Einführung in den Kapitalmarkt | 30 |
| 5. | „Basel II“ und das Rating | 34 |
| 5.1 | „Basel II“ | 34 |
| 5.2 | Verfahren und Kriterien eines Ratings | 38 |
| 5.2.1 | Relevante Kennzahlen und kennzahlenbasierte Parameter für die Risikoeinschätzung | 40 |
| 5.2.2 | Risikoklassen und Kosten für die Einstufung der Unternehmen | 47 |
| 5.3 | Differenzierung nach bankeninternen und externen Rating | 49 |
| 5.3.1 | Charakteristikum eines internen Ratings | 50 |
| 5.3.2 | Charakteristikum eines externen Ratings | 53 |
| 6. | Der Status des Mittelstands | 59 |
| 6.1 | Klassifizierung des Mittelstandes | 59 |
| 6.1.1 | Quantitative Aspekte | 61 |
| 6.1.2 | Qualitative Aspekte | 62 |
| 6.2 | Gegenwärtige Situation und Finanzierungsbesonderheiten von mittelständischen Unternehmen | 63 |
| 7. | Beteiligungskapital für den Mittelstand | 71 |
| 7.1 | Mittelstandsfinanzierung unter Betrachtung von Finanzinvestoren | 76 |
| 7.2 | Mittelstandsfinanzierung unter Betrachtung eines strategischen Investors | 82 |
| 7.3 | Statistiken von Beteiligungen durch Beteiligungsgesellschaften | 83 |
| 7.4 | Vorbehalte der mittelständischen Unternehmen bei Beteiligungen | 86 |
| 8. | Darstellung eines Beteiligungsprozesses | 89 |
| 8.1 | Vorbereitungsphase | 91 |
| 8.2 | Umsetzungsphase | 92 |
| 8.2.1 | Due Diligence | 92 |
| 8.2.2 | Betreuungsphase | 98 |
| 8.3 | Ausstiegsphase mit Exit-Strategien der Investoren | 99 |
| 8.3.1 | Trade Sales | 99 |
| 8.3.2 | Secondary Purchase | 100 |
| 9. | Zusammenfassung und Handlungsempfehlung zur betrieblichen Finanzierung | 102 |
| 10. | Anhang | 107 |
| A | Marktförderungsgesetz | 107 |
| B | Der Regierungsentwurf des Risikobegrenzungsgesetzes enthält folgende acht Maßnahmen: | 108 |
| C | Ergebnisse Unternehmensbefragungen der KfW Bank | 109 |
| D | Investitionen 2006 und 2007 nach Branchen | 110 |
| E | Beispiele für eine gesellschaftsrechtliche Übersicht einer Due Diligence KMU | 111 |
| F | Investormemorandum | 115 |
| 11. | Quellenverzeichnis | 116 |
| Literaturverzeichnis | 116 | |
| Zeitschriften | 118 | |
| Internetquellen | 118 |
Textprobe:
Kapitel 5.2.1, Relevante Kennzahlen und kennzahlenbasierte Parameter für die Risikoeinschätzung:
Kennzahlen fungieren als Messgrößen einer Unternehmung zur strategischen oder betrieblichen Steuerung und dienen einer schnellen Beurteilung und Bewertung von außen. Sie gelten als eine solide und aktuelle Informationsgrundlage für strategische Entscheidungszwecke sowohl für künftige Finanzierungspartner als auch für die eigene Unternehmensleitung. Besonders für die Unternehmensleitung dienen Kennzahlen als ein stabiles Führungsinstrument, die einen großen Einfluss auf zielgerichtete Steuerungsprozesse bezogen auf betriebliche, wirtschaftliche und/oder produktive Abläufe im Unternehmen nehmen. Im Zuge der strategischen und operativen Ausrichtung von Unternehmen unterstützen Kennzahlen die Leitungsebene als Richtlinie bzw. als Messinstrument für die Aufstellung von Zielwerten ferner für zukunftsorientierte Unternehmenskonzepte. Mittels fundierten Kennzahlen sind Unternehmen in der Lage ihre Wirkungs- sowie Leistungsfähigkeiten hinsichtlich ökonomischen, ökologischen sowie technischen Standards zu verbessern. In der Literatur werden Kennzahlen als Verhältnis-, Relativ-, Gliederungs-, Beziehungs-, Index-, oder Richtzahlen angegeben, die einen klaren Bezug zur wirtschaftlichen und ökonomischen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens in Kurzform erzeugen. Präzise Bedingungen werden für die Interpretation der Kennzahlen gestellt, diese sind ein möglichst hoher Aussagegehalt; die eindeutige Quantifizierbarkeit; die Transparenz der Ermittlung; die Verständlichkeit der Kennzahlen. Mit Hilfe der genannten Voraussetzungen ist der Empfänger fähig, das Zustandekommen der Kennzahlen sowie die Rechenoperationen zu erfassen und kann dementsprechend das Ergebnis kontrollieren und es insbesondere bewerten. Aufgrund der Jahrespläne und der Vergangenheitszahlen ist eine Zeitreihenbetrachtung gewährleistet, die de facto gleiche Tatbestände gegenüberstellt und demnach eine Unternehmensentwicklung vorzeigen kann.
Wie bereits im Kapitel 5.2 erwähnt, müssen Unternehmen zeitgemäße, aussagekräftige Informationen und plausible Zahlen aus den Jahresabschluss-berichten, Finanzplänen respektive Geschäftsplänen für das Rating und für die im Verlauf der Arbeit in Kapitel 8.2.1. beschriebene Sorgfaltsprüfung aufbringen. In der Lektüre werden verschiedene Angaben über die Wertigkeit und der Erfordernis von finanzwirtschaftlichen Kennzahlen gemacht. Auch einzelne Ratingagenturen differenzieren zwischen den Kennzahlen im Hinblick auf ihre Bedeutsamkeit. Es gibt zwei Betrachtungsweisen von Kennzahlen im Kontext der Bonitätsbeurteilung: Hierbei werden zwischen den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen aus dem Rechnungswesen und den Kennzahlen aus dem Qualitätsmanagement sowie aus der Betriebsstatistik unterschieden. Infolgedessen sind die entsprechenden Kennzahlen, die Auskünfte über die Kapitalbindung, Verschuldung, Finanzkraft, Rentabilität, Produktivität und Wachstum eines Unternehmens geben. Im nachstehenden Text ist ein Ausblick über wichtige finanzwirtschaftliche Kennzahlen für ein zweckvolles externes Rating aufgeführt. Anhand der Eigenkapitalquote werden das Verhältnis der Eigenkapitalausstattung gegenüber dem Gesamtkapital sowie die Fähigkeit der Unternehmen deutlich, eine Eigenfinanzierung auszuführen. Analog übernimmt die Eigenkapitalquote eine Risikofunktion zur Abdeckung unerwarteter Wagnisse insbesondere zur Abdeckung künftiger Verluste. Die Höhe des Eigenkapitalanteils in Bezug auf das Gesamtkapital ist ausschlaggebend für die Bonität des Unternehmens. Durch die Erhöhung der Jahresergebnisse mit Hilfe steigender Umsätze sowie durch Verminderung der Aufwendungen in den fortlaufenden Jahren und der daraus resultierenden Thesaurierung in das Eigenkapital kann die Eigenkapitalquote regeneriert werden.
Zur Verdeutlichung und Interpretation der Ertragslage oder Ertragskraft eines Unternehmens wird der Cashflow berechnet. Auf diese Weise sind Unternehmen in der Lage, aus eigener Geschäftstätigkeit selber finanzielle Mittel zu thesaurieren für Finanzierungen von Investitionen sowie Zins- und Steuerzahlungen nachzugehen bzw. Gewinnansprüche an Gesellschafter auszuschütten. Die Analyse des planmäßigen Cashflows, insbesondere durch das Verhältnis EBITDA (Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) zu Umsatz und EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) zu Zins, sind gebräuchliche Methoden zur Berechnung der geplanten Ertragskraft. Mit der Kennzahl EBITDA wird der internationale Unternehmensvergleich präzisiert, weil keine nationalen Steuern einkalkuliert werden. Analog erlaubt das EBITDA eine Aussage über die Kostenentwicklung im Zeitverlauf und wird durch unterschiedliche Abschreibungsmodalitäten nicht beeinflusst. Dagegen kann die Kennzahl durch unterschiedliche Variationen von Aufwandsbestandteilen in Qualität und Höhe beeinflusst werden. Die EBIT-Kennzahl gibt Auskunft über die Entwicklung der Ertragskraft und dient ebenfalls dem internationalen bzw. nationalen Vergleich innerhalb verschiedener Branchen. Jedoch variiert je nach Wahl der Abschreibungsmodalitäten das Ergebnis vom EBIT. Für die Berechnung der Kennzahl sind nationale Steuervorschriften sowie die Wahl der Finanzierungsform nicht von Bedeutung. Der EBITD-ROI „gibt den bereinigten Jahresüberschuss je Einheit des Gesamtkapitals eines Unternehmens an. Die Ergebnisgröße des Zählers ist dabei als Jahresüberschuss vor Steuern definiert, zu dem die Zinsaufwendungen und die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres hinzugerechnet werden“.
Eine zusätzliche Kennzahl ist die Umsatzrentabilität, die den Umsatzanteil abzüglich der ordentlichen betrieblichen Aufwendungen als Betriebsergebnis aufzeigt. Diese Kennzahl ist bei solventen Unternehmen höher ausgeprägt als bei insolvenzgefährdeten Unternehmen. Die Charakteristik der Kapitalbindungsdauer offenbart, wie lange das Kapital im Unternehmen gebunden ist, bevor Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bzw. Wechselverbindlichkeiten aus den Umsatzerlösen beglichen werden können. „Je höher der Wert der Kapitalbindungsdauer ist, desto länger dauert es, bis aus den Umsatzerlösen die genannten Verbindlichkeiten getilgt werden können.“ Die Kennzahl der Fremdkapitalstruktur gibt Auskunft über den vorliegenden liquiden Anteil an Fremdkapital, der tatsächlich an außenstehende Gläubiger abgeflossen ist. In diesem Fall ist der Wert bei solventen Unternehmen niedriger ausgeprägt als bei insolvenzgefährdeten Unternehmen.
Des Weiteren ist die Nettoverschuldungsquote ebenfalls bei liquiden Unternehmen niedriger, als bei insolvenzgefährdeten Gesellschaften und zeigt den Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme, der nicht durch liquide Mittel gedeckt ist. Mit der Finanzkraft sind Unternehmen leistungsfähig aus dem erwirtschafteten Jahresmittelüberschuss einen Teil vom Fremdkapital zu tilgen bzw. Dividendenauszahlungen zu leisten. Die Finanzkraft ist bei zahlungsfähigen demnach größer bzw. stärker ausgeprägt als bei illiquiden Gesellschaften. Unternehmen Die Kennzahl Umsatzwachstum ist eine weitere Anforderung seitens der Investoren für die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeiten im Rahmen eines externen Ratings. Hierbei wird der Jahresumsatz in Beziehung zum Vorjahresumsatz gesetzt. Die Produktivität eines solventen Unternehmens äußert sich durch die durchschnittliche geringe Kennzahlausprägung der Personalaufwandquote, welche den Anteil des Personalaufwandes am Umsatz einer Gesellschaft misst. Im Gegensatz ist dieser Kennzahlenwert bei insolvenzgefährdeten Unternehmen höher. Die Vermögensstruktur einer Gesellschaft errechnet sich aus dem Verhältnis von Anlage- bzw. Umlaufvermögen zum Gesamtvermögen. Vor allem die Kapitalstruktur ist für Investoren von Interesse, die eine Aussage über die Beziehung zwischen Fremd- und Eigenkapital gemessen am Gesamtkapital herstellt.
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836619172
Arbeit zitieren:
Klug, Anika April 2008: Durchführung einer betrieblichen Finanzierung von innovativen Mittelstands-Unternehmen in den Wachstumsphasen aus Sicht eines Investors, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mittelstandsfinanzierung, Kapitalmarkt, alternative Finanzierung, Rating, Basel II




